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Uwe

Juniormitglied

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Beiträge: 7

Registrierungsdatum: 9. Januar 2007

Wohnort: Flieden / Hessen

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1

Freitag, 23. März 2007, 18:13

BCG Behandlung

Habe ein paar Fragen zur BCG Behandlung. Nach positiver Nachresektion am 13.02. (am 03.01.07 TURB - pT1 G2 (könnte auch G3 sein, so die Aussage des behandelnden Arztes)) habe ich am 01.03. mit der BCG Behandlung begonnen. Außer dem starken Brennen beim Pinkeln,hatte ich am nächsten Tag erhöhte Temepratur 37,5. Die zweite Instillation wurde vom 08. auf den 09.03. verschoben, da die Urinuntersuchung erhöhte Leukozyten ergab. Keine Entzündung. Wiederum starkes Brennen über mehrere Tage. Extreme krampfartige Schmerzen in der Blase, erhöhte Temperatur 38,6 am Behandlungstag. Die 3 Behandlung sollte am 15.03. im Klinikum Fulda durchgeführt werden (mein Uro für eine Woche im Urlaub). Urinuntersuchung negativ, es wurde nicht instilliert. Diese wurde dann am 22.03. bei meinem Uro nachgeholt. Wieder starkes Brennen, Schüttelfrost, erhöhte Temperatur 39,4

Handelt es sich bei diesen Begleiterscheinungen um normale Reaktionen. Wie erklären sich die doch ständig steigenden Temperaturen und muss ich damit rechnen, dass noch höhere Werte erreicht werden. Sind die erhöhte Leukozytwerte eine Reaktion auf BCG, zumal die Kulturen bisher keine Entzündungen bestätigten.

Herzliche Grüße

Uwe

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"Ein Tropfen Hilfe ist besser als ein Ozean voll Sympathie"

2

Freitag, 23. März 2007, 19:44

Lieber Uwe!

Das alles, was Du schilderst, SIND Reaktionen auf BCG, insoweit kann man sie als "normale" Bakterien-Abwehrreaktionen bezeichnen -
ABER SIE SIND ZU STARK!
Ich wundere mich, daß Dein Arzt unter diesen Umständen die Behandlung weiterführt, auf jeden Fall sicherlich nicht mehr lange.

Mein Mann hat 2001/02 mühsam ein knappes Jahr durchgehalten, allerdings ohne Fieber und Schüttelfrost.
2004 wurde nach einem Cis ein erneuter BCG-Versuch gemacht,der aber nach 4 Instillationen wegen Blut im Urin abgebrochen werden mußte.

Nach einer Erholungsphase sollte man bei Dir auf Mitomycin 40 umsteigen!

Herzlichst

3

Freitag, 23. März 2007, 22:19

Lieber Edi,

wie schon einmal erwähnt, kenne ich diese Kombination nur von Dir.

Die unangenehmen Nebenwirkungen (Brennen, Zystitis, häufiges Wasserlassen, mäßiges Fieber) sind erwünscht und ein Hinweis auf die eintretende immunologische Reaktion gegen den Tumor.

Es können aber schwere bis sehr schwere Nebenwirkungen auftreten:
Hohes Fieber, Lungenentzündung, Hepatitis, Hämaturie (Blut im Urin), Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Entzündungen von Prostata und Nebenhoden, Harnleiterobstruktion, Nierenabszess, Sepsis ("Blutvergiftung"), Verminderung der Blutzellzahl und Schrumpfblase.

Bei Uwe finde ich das Brennen, die erhöhte Temperatur beim ersten, und von mir aus auch noch beim zweiten Mal, sowie die Leukozytenerhöhung normal.
Was mir aber gar nicht gefällt, ist die von Mal zu Mal steigende Temperatur, der Schüttelfrost und vor allem die "extremen krampfartigen Schmerzen in der Blase"!

Für die Prophylaxe von Nebenwirkungen empfehlen Böhle/Jocham (Die intravesikale Immuntherapie mit Bacillus Calmette-Guérin: Fakten, Vergleiche, Ergebnisse)
- körperliche Ruhe nach der Instillation
- hohe Trinkmenge nach der Instillation
- Spasmolytika mit der Instillation (das sind krampflösende Mittel)
- Schmerz- und fiebersenkende Mittel (z.B. ASS, Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol)
- bei schwereren Verläufen das Tuberkulosemittel Isoniazid

In neueren Veröffentlichungen, die ich im Augenblick nicht finde, werden andere Antibiotika (ich glaube Ofloxacin?) gleichzeitig mit BCG verwendet.
Außerdem werden immer wieder erfolgreich Studien durchgeführt, bei denen NUR ZELLWANDBESTANDTEILE der Tuberkelbakterien verwendet werden. Die sollen genausogut immunstimulierend wirken, aber bei weitem keine so starken Nebenwirkungen haben.
LEIDER ist auch dieses Prozedere noch nicht in die allgemeine Urologenpraxis vorgedrungen.

Uwe

Juniormitglied

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Beiträge: 7

Registrierungsdatum: 9. Januar 2007

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4

Samstag, 24. März 2007, 12:17

Danke für die Rückantwort. War gestern abend zu schlapp um gleich zu antworten. Fühle mich auch heute noch, nach durchschwitzter Nacht noch nicht auf der Höhe. Werde mit meinem Uro wohl nochmals ein intensives Gespräch führen müssen. Mitomycin soll ja geringere Nebenwirkungen haben, wobei die Rezidivrate aber höher liegen soll. Macht es Sinn, zunächst die Wirkungen der nächsten Instillation abzuwarten und dann u.U. einen neuen Weg zu gehen. Wie groß ist das Risiko nach Abbruch der Behandlung und welche Alternativen bieten sich neben Mitomycin an?

Herzliche Grüße


Uwe
"Ein Tropfen Hilfe ist besser als ein Ozean voll Sympathie"

5

Samstag, 24. März 2007, 12:56

Lieber Uwe,

bitte schildere Deinem Urologen bei der nächsten Sitzung ganz genau die heftigen Reaktionen, die Du erleidest. ER muß dann entscheiden, ob er noch eine Instillation riskiert. Wenn er Dich vor die Wahl stellt: ICH würde abraten (ich bin aber kein Arzt!!!).

Nein, die Rezidivrate wird ähnlich gesenkt wie bei BCG, aber die Progressionsrate (zunehmende Bösartigkeit der Rezidive) soll sich weniger absenken lassen.

"Literaturalternativen" gibt es eine ganze Reihe. Z.B. das hochgelobte KLH, Interferon, "elektromotives" Mitomycin usw. Darüber wurde in diesem Forum auch schon viel geschrieben. Aber ich habe nur ein einziges Mal von einem Patienten gelesen, daß er KLH bekommen sollte - der hat sich dann nie wieder gemeldet.

Da mein Mann weder BCG noch Mito verträgt, bin ich seit Jahren auf der Suche nach Alternativen, die auch in einer Praxis durchgeführt werden - vergeblich.
Vorerst behelfen wir uns mit
morgens 200 Mikrogramm Selen (Natriumselenit)
abends eine Tablette Oncovite
und täglich ein Fläschchen Yakult (Lactobacillus casei Shirota)
Du findest in diesem Forum Erklärungen und Zusammensetzungen.

Ich wünsche Dir gute Besserung!