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Stine

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Donnerstag, 4. Februar 2010, 17:10

Noch keine konkrete Vorstellung ... neu hier

Hallo,

habe erst am Di. durch den Urologen die Diagnose "Multiloculärer Harnblasentumor - TURB" erhalten, nachdem ich seit ca. 2 Wochen Blut im Urin hatte. Es folgte zuerst eine Nierenbiopsie, (habe eine rheumatische Erkrankung mit Nierenbeteiligung u.a., die seit ca. 20 Jahren immer wieder mit Ciclophosphamid (Endoxan, Chemo) behandelt wurde), die aber negativ ausfiel, dann am Di. durch den Urologen Rö.-Bilder und Blasenspiegelung und -spülung. Heute habe ich die Unterlagen für die Klinik geholt, dort stand o.g. Diagnose. Morgen ist Voruntersuchung in der Klinik und -besprechung und am Montag darf ich dann nüchtern zur OP. Kann also erst nach meiner Rückkehr näheres berichten. Mein Hausarzt meinte heute, dass dieser Blasentumor mit aller Wahrscheinlichkeit durch das Endoxan ausgelöst wurde ... ist im Beipackzettel auch erwähnt ...

Wie lange werde ich stationär sein ... na ich werde den guten Doc morgen mal mit Fragen löchern und wenn mir dann noch was einfällt, dann frag ich euch. Was sagt euch Erfahrenen die o.g. Diagnose???? Es steht noch Papilläres Karzinom einmal ca. 25 mm und einmal 5 mm unterer Blasenboden ...

So, das wars erst mal von mir, ach ja, bin inzwischen 48 Jahre alt, habe seit über 20 Jahren eine chronische Erkrankung, die sich Wegener Granulomatose nennt und mit Cortison und Chemo behandelt wird, und bin seit 1997 berentet. Wer mehr wissen will - nur fragen ...

Danke fürs Lesen

Schöne Grüsse aus Baden-Württemberg

Stine

hexe

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Über mich: rheinische Frohnatur mit Mainz-Pouch 1 nach Zystektomie 04/2006, anschliessend vier Zyklen Chemotherapie Cisplatin/Gemcitabin, seitdem topfit

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2

Donnerstag, 4. Februar 2010, 18:01

Hallo Stine,

hier eine kurze Übersetzung für Dich:
es sind (zwei?) papilläre Tumore gefunden worden an verschiedenen Stellen (multilocolär) mit der von Dir beschriebenen Größe. Diese werden mittels einer Transurethalen Resektion der Blase (also durch die Harnröhre) entfernt. Üblicherweise wird sofort nach der Entfernung(Resektion) das Antibiotikum Mitomycin eingebracht und die Blase wird permanent gespült mit Kochsalzlösung. Du bleibst so lange im Krankenhaus, bis der Blasenkatheter entfernt werden kann, weil die Spülflüssigkeit klar und ohne Blutbeimengungen ist. Das dauert im Allgemeinen so etwa zwei Tage.
Dann ist da noch das nervende Warten auf den detaillierten Befund des Pathologen. Den stellst Du hier ein, denn dann können wir Dir präzise raten.

Liebe Stine,
leider haben Zytostatika selbst eine karzinogenes Potential. Es ist also sehr gut möglich, dass dein Blasenkrebs in der Dauertherapie mit Endoxan seine Ursache hat.

Ich drücke Dir für Montag die Daumen

Hexe :tanzen:
Geht nicht gibt`s nicht - also packen wir`s an! :)

Isa

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3

Donnerstag, 4. Februar 2010, 20:24

Hallo Stine,

herzlich willkommen hier bei uns im Forum! :)

Durch den Einsatz von Cyclophosphamid in Verbindung mit Steroiden konnte die Behandlung der Wegenerschen Granulomatose sehr verbessert werden. Es ist aber bekannt, dass Cyclophosphamid leider das Risiko von Blasenkarzinomen stark erhöht. Durch die Gabe von Mesna kann man das Risiko senken, aber nicht ganz ausschalten. Hast du dieses Medikament bekommen?
http://de.wikipedia.org/wiki/Mesna

Man versucht durch Studien Ansätze zur Verringerung der Risiken zu finden, z.B. durch geänderte Gabe des Cyclophosphamids.

Hauptsache ist ja jetzt, dass die Blasentumore erkannt worden sind und behandelt werden. :gut gemacht:

Für die TUR-B am Montag drücke ich dir fest die Daumen und hoffe, du bekommst einen günstigen Befund. In den allermeisten Fällen werden Blasenkarzinome in einem oberflächlichen Stadium erkannt und sind dann gut und blasenerhaltend zu behandeln. :thumbsup:

Liebe Grüße
Isa

Stine

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Samstag, 6. Februar 2010, 16:05

Danke euch beiden für das herzliche Willkommen. Sämtliche Ärzte sind der Meinung, daß der Blasenkrebs auf das Endoxan zurückzuführen ist ... ich habe aber bei jeder Stoßtherapie immer Uromithexan - Mesna bekommen ... wie Isa schon schreibt, man kann das Risiko senken dadurch, aber nicht ausschalten.
In Zukunft werde ich dann auf ein anderes Mittel umschwenken müssen evtl. Rituximab, aber bisher reicht noch Imurek und Cortison. Jetzt werde ich mich aber erst mal der anderen Baustelle zuwenden und hoffe, daß die Karzinome noch oberflächlich sind ...

Ich danke fürs Daumendrücken am Montag und wünsche noch ein schönes Wochenende - melde mich zurück ...
Herzliche Grüsse
Stine

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Freitag, 12. Februar 2010, 15:07

So, bin zurück aus der Klinik mit einem erneuten Aufnahmetermin zur 2. TUR-B am 16.3. - es wurde beim jetzigen Aufenthalt eine TUR-B mit Spülung gemacht (nur Kochsalzlösung). Genauen Befund vom Pathologen habe ich noch nicht, nur der Kurzentlaßbrief enthält folgendes:

Urothel-Ca. der Harnblase pTa,G1, multilokulär. Histo: Schleimhautpapillome mit Übergängen in ein papilläres Urothel-Ca G1, nicht invasiv (pTa). WV zur Nachresektion am 16.3.

Die nächste TUR-B wäre "reine Vorsorge" ...

Wünsche euch ein schönes Wochenende und werde jetzt erstmal hier mich genauer durchlesen ...

Herzliche Grüsse
Stine

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Dienstag, 16. Februar 2010, 10:28

Hab mich jetzt hier ein wenig durchgelesen ...
Bei einigen anderen mit derselben Diagnose pTaG1 wurde bereits bei der 1. OP eine Mitomycin-Infus. verabreicht - bei anderen wurde nur 1 OP gemacht ... auf was kommt es da an, kann mir da bitte einer weiter helfen???
Ich möchte nichts versäumen und mich vor der 2. OP auf alles vorbereiten. Danke schon mal vorab fürs Lesen.
Herzliche Grüsse - Stine

Blasius

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Dienstag, 16. Februar 2010, 18:00

Moin Stine,

die Anwendung von Mitomycin direkt nach der TUR liegt in der Entscheidungsfreiheit des operierenden Arztes. Mit anderen Worten: je nach Gusto und Erfahrung.
Aber sprich ihn vor der Nach-TUR darauf an.

Denk an die Beantragung des Schwerbehinderten-Ausweises.
Gesundheit!
Blasius

Stine

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Mittwoch, 17. Februar 2010, 08:57

Danke Blasius, ich werde ihn ansprechen.
Ich habe bereits eine Schwerbehinderung von 50% und bin berentet seit über 13 Jahren wegen einer Autoimmunkrankheit (Vaskulitis). Also werde ich wohl einen Verschlimmerungsantrag stellen müssen???

Blasius

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9

Mittwoch, 17. Februar 2010, 16:12

Nicht müssen, aber können.

Die Verschlimmerung wird aber nur zur Hälfte des Wertes annerkannt, also bei dir 25 % (statt 50%) für zwei Jahre (wegen der Heilungsbewährung).
Gesundheit!
Blasius

Isa

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Mittwoch, 17. Februar 2010, 23:32

Hallo Stine,

eine Frühinstillation nach TUR-B wird heute für alle Patienten mit oberflächlichem Blasenkrebs empfohlen, leider halten sich aber nicht alle Urologen daran. Durch Frühinstillation lässt sich die Rezidivrate senken.
Da du einen multilokulären Tumor (also Tumoren an mehreren Stellen) hattest, gehörst du m.E. zur "intermediären" (mittleren) Risikogruppe, so dass eine anschließende Instillationstherapie mit Mitomycin angezeigt ist:
http://bladdercalculator.de/html/calculator.html

Alles Gute und liebe Grüße
Isa

Stine

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11

Montag, 22. März 2010, 14:39

Hallo,
so, 2. TUR-B ist gelaufen - Histologie: Schorfnekrosen und reparatives Granulationsgewebe sowie Papillomatose residualer Urethralschleimhaut. Eine Schichtungsvermehrung i.S. eines papillären Urothelkarzinoms G1 läßt sich am vorliegenden Material nicht diagnostizieren.
Es werden Kontrollen in 3monatigen Abständen empfohlen - sonst nichts.
Ich war jetzt noch nicht bei meinem amb. Urologen ... kann es sein, daß er von sich aus Mitomycin ansetzt - die Ärzte in der Klinik sahen dazu keinen Anlaß.

Liebe Grüsse - Stine

Isa

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12

Donnerstag, 25. März 2010, 21:17

Hallo Stine,

es freut mich, dass bei der Nachresektion kein Tumor mehr nachgewiesen werden konnte. :hurra: Trotzdem wäre m.E. aufgrund des Befundes bei der ersten TUR-B (multiloculäre Tumoren, also mehrere Tumoren) eine Mitomycin-Instillationstherapie angezeigt. Nur bei einem einzelnen, zum ersten Mal auftretenden pTa/G1-Tumor ist nach den aktuellen Empfehlungen keine Instillationstherapie nötig (außer der Frühinstillation).

Durch die Instillationstherapie kann die Rezidivrate gesenkt werden. Das Risiko, dass der Tumor fortschreitet (Progressionsrisiko) ist bei einem pTa/G1-Tumor gering.
http://www.bladdercalculator.de/html/home.html

Alles Gute und liebe Grüße
Isa

Stine

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Sonntag, 28. März 2010, 16:32

Dank Dir, Isa für Deine Antwort. Es wurden beim ersten Mal 3 Tumore gefunden - an zwei Stellen des linken Ostiums und eine am li. Blasenauslaß. Kann es auch sein, daß die Stelle, an denen die Tumore sitzen, ausschlaggebend für eine Instillationstherapie etc. sind? Wo sind eigentlich diese Stellen (Ostium)?
Ich wünsche dir und allen anderen noch ein schönes Restwochenende.

Liebe Grüsse - Stine

Blasius

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Sonntag, 28. März 2010, 17:24

Geographie der Harnblase

Hallo Stine,

die "Ostien", Einzahl "Ostium", sind die Einmündungen der Harnleiter in die Harnblase.

Die Harnblase selbst wird in vier Ebenen eingeteilt:
Vorderwand, Rückwand, rechte und linke Seitenwand.
Die Wände selbst werden in vier Quadranten eingeteilt:
rechter oberer Q., linker oberer Q., rechter unterer resp. linker unterer Q.
In manchen Lehrbüchern gibt es noch die Begriffe: "Blasendach" und "Blasenboden".

Die Ostien münden in der Harnblasen-Rückwand ein und bilden mit dem Eingang der Harnröhre ein (meist) gleichseitiges Dreieck.
Gesundheit!
Blasius

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Blasius« (28. März 2010, 18:08)


Stine

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Mittwoch, 7. April 2010, 14:22

Danke schön, Blasius, jetzt kann ich mir eher ein Bild machen.

Mein Hausarzt wollte mich eigentlich in Kur schicken ... aber da ich ja jetzt "gesund" bin, also keinen Tumor bzw. keinen Krebs habe (so die Sozialarbeiterin der Klinik), zahlt die Rentenversicherung nicht bzw. ist nicht zuständig ... also werde ich mal meine KK fragen müssen.

Aber wohin in Kur? Für den Krebs oder für meine Vaskulitis ... zusammen gibts keine.

Wünsch euch allen einen schönen Tag.



Liebe Grüsse - Stine