Mainz Pouch und Colostoma

  • Hallo,


    im siebten Jahr nach der Mainz Pouch Anlage bei meiner Mutter (seit 2001 Blasenkrebs) kommt nun auch noch ein Colostoma dazu ....


    Meine Mutter hatte vor 2 Jahren bei einer Routineuntersuchung nicht sichtbares Blut im Stuhl. Daraufhin wurde eine Darmspiegelung gemacht, einige gutartige Polypen entfernt - alles gut !!! Noch nicht mal eine genaue Angabe zur Nachkontrolle. Im Rahmen einer weiteren Routineuntersuchung beim Frauenarzt im Herbst letzten Jahres war wieder Blut im Stuhl. Der Arzt beruhigte uns, es könnte ja nichts schlimmes sein da bei der letzten Spiegelung vor 2 Jahren nichts gravierendes gefunden wurde. Dann kam noch ein Bandscheibenvorfall dazwischen, so das die Darmspiegelung in den Hintergrund geriet. Nachdem meine Mutter Mitte Jan. aus der Reha entlassen wurde, kam auch die Spiegelung dran. Der gleiche Arzt wie vor 2 Jahren .... oh da ist eine Stelle wo er nicht mehr durch kam ... ein Tumor den er wohl dann vor 2 Jahren übersehen haben muß .... vielleicht war er auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht existent. Tumoren im Darm wachsen eigentlich sehr langsam !?! Ihr HB-Wert war schon seit langem unter 10, das wenigste war um die 8,5. Auch dafür wurde keine besondere Bedeutung zugemessen, Bauchschmerzen bzw. Darmkrämpfe hatte sie auch schon lange .... nun stand sie kurz vor einem Darmverschluß !! Das Ergebnis war Darmkrebs. Am nächsten Tag wurde eine CT gemacht um zu prüfen in wie weit der Tumor sich ausgebreitet hat. Glücklicherweise war er noch im Darm und hatte keine sichtbaren Metastasen gebildet - wir waren erstmal sehr erleichert. Dann kam die Problematik des Pouches ins Spiel .... das Krankenhaus wo die Darmspiegelung gemacht wurde traute sich an diese OP nicht ran was wahrscheinlich auch gut war. Sie wurde im Krankenhaus in Köln Holweide operiert auf Weiberfastnacht wo auch vor 6 1/2 Jahren der Pouch angelegt wurde. Der Urologe war sozusagen in Rufbereitschaft. Nach ca. 4-stündiger OP war der Tumor draußen mit einer vorübergehenden Stomaanlage. Meine Mutter hatte wie auch bei der OP mit dem Pouch das Problem, das der Magen- Darmtrakt nicht arbeiten wollte und sie deshalb nur erbrach und ca. 1 1/2 Woche über Magensonde ernährt wurde. Sie hat sehr abgebaut (sie ist gerade 69 J. i. Jan. geworden). Sie ist physisch wie auch psychisch völlig fertig. Seit dem Krankenhausaufenthalt wurde ein Dauerkatheter gelegt. Nach ca. 3 Monaten soll der Darmausgang wieder zurück gelegt werden. Sie hat nur große Angst das die Darmtätigkeit dann wieder völlig aus dem Gleichgewicht gerät aber das Stoma behalten zusätzlich zu ihrem Pouch möchte sie auch nicht ....


    Übrigens das Katheterisieren über den Nabel hat sie heute wieder selbst versucht. Einmal hat es geklappt, später wieder nicht. Der Pouch wurde aber nicht beschädigt, das war schon die Sorge des Chirurgen. Ich denke durch den Gewichtsverlust und ihre allg. Kraftlosigkeit kriegt sie es im Moment einfach nicht hin ...


    Grundsätzlich möchte ich dem Krankenhaus Köln Holweide, der Station B8 dem Team von Dr. Eisenberger wie auch der Urologie Dr. Leissner ein großes Lob aussprechen. Meine Mama wurde als nicht Privatpatient sehr liebevoll, fürsorglich und vor allem sehr kompetent dort behandelt. Der Chefarzt rief mich auf meinem Handy am Tag der OP an um mir mitzuteilen, das die OP ohne Komplikationen bzw. Beschädigung des Pouches überstanden war - wo hat man so etwas schon?


    Ein sehr gutes path. Ergebnis hat sie aber bekommen. Es konnte alles im Gesunden entfernt werden, keine Metastasen in den Lymphen und keine Nachbehandlung nötig. Wahrscheinlich wird sie zum Wochenende entlassen und geht nach kleiner Erholung zu Hause in die Reha nach Bad Neuenahr - Ahrweiler.


    Ein weiteres Lob geht an dieses wundervolle Blasenkrebsforum - ihr habt uns alle sehr geholfen vor fast 7 Jahren - DANKE. Ich habe im aktuellen Fall dies in einem Darmkrebsforum versucht - das war leider das Gegenteil = da ist nicht wirklich was passiert.


    Liebe Grüße


    Kerstin

  • Hallo nochmal,


    nun hat sie heute auch noch die "frohe" Botschaft erhalten, das sie am Pouch operiert werden muß weil sich Narbengewebe durch die Darm-OP hinter die Öffnung des Poucheingangs verschoben hat. Sie hat keine andere Wahl, da das Selbstkatheterisieren so gut wie gar nicht mehr funktioniert.


    Positiv daran ist, das sie nun die Urologie im Haus hat und an gleicher Stelle operiert wird wie bei der Pouch-Anlage aber es ist auch schon wieder eine neue OP, eine weitere Narkose .... und die Psyche ist schon ziemlich im Keller - auch bei mir.


    Wir müssen irgendwie dadurch.


    Gruß


    Kerstin

  • Hi Muckel,


    ich wünsche Deiner Mutter und Dir viel Kraft und hoffe mit Euch auf ein gutes Ergebnis. Ich bin ja auch in Holweide mittlerweile Patient, allerdings bekomme ich die zuständige Onkologin nicht ans tel. Hoffe das die Grippewelle in Köln langsam nachlässt.


    Drück Euch die Daumen
    Annette

  • Liebe Kerstin,


    das ist ja wieder mal eine schöne Bescherung- aber nicht zu ändern- so halten wir Euch die Daumen und hoffen, daß alles schnell und gut gemacht wird. Nach dem KH zügig in eine gute AHB, das wird der Mama helfen.


    Alle Liebe Gruß Ricka

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