Komplikationen nach BCG-Therapie


  • Ich wende mich im Namen meiner Mutter (75) an das Blasenkrebs-Forum.
    Bei meiner Mutter wurde im Juli 2012 ein CIS in der Blase diagnostiziert und mittels TURB entfernt. Als Behandlung bzw. zur Vorbeugung wurde ihr die BCG-Therapie dringend empfohlen. Sie hat mittlerweile einen 6er Zyklus und nach der Pause noch einen 3er Zyklus absolviert. Meine Mutter hat die Therapie generell schlecht vertragen, die Beschwerden sind seit dem Ende des ersten Zyklus nie mehr abgeklungen. Die Blase ist hochgradig entzündet (granulomatöse Zystitis). Nach Auskuft der Urologin handelt es sich um eine nicht behandelbare Entzündung, hervorgerufen durch die BCG Behandlung, eine sog. BCGitits. Meine Mutter leidet nur seit Monaten unter extremen Schmerzen, die zur Zeit mit Opiaten behandelt werden. Der Auslöser, die Entzündung, wird nicht behandelt. Hat jemand mit dieser Komplikation in Folge der BCG-Behandlung Erfahrung? Wir sind ziemlich verzweifelt...
    Bellabelinda

  • Hallo bellabelinda,


    wenn tatsächlich eine BCGitis diagnostiziert wurde, muss diese unbedingt behandelt werden. Nur Opiate zu geben ist ja wohl eher ein Witz. Wie kommt die Urologin darauf, dass diese Entzündung nicht behandelbar ist? Hier im Forum gibt es Mitglieder, die eine BCGitis hatten und erfolgreich behandelt haben (z. B. joseph). Lies dich auf jeden Fall da durch. Wurde ein TBC-Test gemacht (BCG ist ja ein abgeschwächtes TBC-Bakterium)? Erst einmal muss Deine Mutter unbedingt die Entzündung loswerden. Dann gibt es immer noch die Möglichkeit, auf eine andere Installationstherapie umzusteigen.


    Dir wird hier sicher mit noch fundierteren Beiträgen geholfen.


    Viele Grüße und Deiner Mutter alles Gute!


    Anne

  • Liebe Anne, danke für die rasche Antwort. Meiner Mutter wurde mittlerweile von 3 Urologen bestätigt, dass die Entzündung, die nicht die Lunge, sondern ausschließlich die Blase betrifft, nicht mit Antibiotika behandelt werden kann. Auch Mittel gg Tuberkulose würden in diesem Fall nichts bringen. Meine Mutter war damit auch nochmal in der Klinik, auch dort wurde ihr gesagt, dass man nur die Schmerzen behandeln könne. Das passiert nun zum Glück endlich auch in adäquater Form durch einen Schmerztherapeuten. Von den Urologen wurde meine Mutter mit Diclofenac abgespeist, das null Wirkung brachte.
    Ich habe mir die Beiträge in diesem Forum zu BCGitis durchgelesen, hatte aber den Eindruck, da handelt es sich um Lungengeschichten und nicht um hartnäckige Entzündungen der Blase und der Harnröhre...

  • Auf einer Seite des Uniklinikum Dresden ist die BCGitis als Folge der Inst. beschrieben.


    Ich zitiere daraus:
    "Darüber hinaus kommt es unter BCG-Therapie häufiger zu lokalen
    Nebenwirkungen wie Zystitis oder Hämaturie als bei topischer
    Chemotherapie. Bei der BCG-Therapie ist darüber hinaus noch eine
    spezielle spezifische systemische Nebenwirkung bekannt, die
    BCGitis, die konsequent tuberkulostatisch behandelt werden muss.
    "


    Eine Behandlung dürfte also durchaus möglich sein. Aber dieser seltene Fall wird wohl nicht jedem Urologen bekannt sein.


    Konsequente Suche nach einer Klinik, die mit Tuberkolose-Patienten Erfahrung hat (Hausarzt einbeziehen!).

    Nach Zufallsfund 2006: pTa G2 (high grade) 5 x TUR-B und 30 x Mitomycin nun jährliche Kontrollzystoskopie mit Urinzytologie und PSA-Test

  • Liebes Forum,
    ich suche Rat und Informationen, wie man mit ständigen Verdachtsdiagnosen bei einem CIS vorgeht. Bei meiner Mutter (Jahrgang 1938) wurde 2012 erstmals ein CIS
    diagnostiziert und entfernt. Die Behandlung mit BCG musste nach einem halben Jahr abgebrochen werden nach einer schwerwiegenden BCGitis. Danach Therapiepause.
    Ab August 2014 wurde mit Mitomycin weiterbehandelt bis zum Februar 2016. Nach einer Hämaturie wurde auch diese Behandlung ausgsetzt. Seither war keine der
    Kontrollzystoskopien in Ordnung. Es wurde 2x TUR-B gemacht. Die Histologie war jedes Mal negativ. Jetzt erneut der Befund und die Einweisung ins Krankenhaus zur
    TUR-B. Da meine Mutter mittlerweile psychisch und körperlich schwer angeschlagen ist, bin ich mir unsicher, was ich ihr raten sollte.
    Hier jetzt meine Fragen: Ist die TUR-B unter Vollnarkose die einzige Methode Sicherheit zu erlangen. Würdet ihr einer beinahe 80-Jährige diesen ständigen
    OPs aussetzen? Und kann das Medikament Thrombo-Ass schuld sein, dass es ständig diesen Krebsverdacht gibt. Meine Mutter neigt seit sie Thrombo-Ass nehmen
    muss zu Blutungen und ich könnte mir vorstellen, dass diese dann auch die Verdachtsfälle bei der Zystoskopie bedingen?
    Ich hoffe, ich habe den Fall schlüssig geschildert und freue mich über Anregungen und Ideen.

  • Hallo bellabinda,


    dieses CIS ist und bleibt heimtückisch und hochaggressiv. Also es wäre gut, einen kompletten Befund nach TUR-B hier einzustellen. Möglicherweise empfiehlt sich eher eine Zystektomie als diese ständigen TUR-B. Dein Mutter wird nicht jünger und es wird nich leichter zukünftig immer wieder mit dieser Variante zurecht zu kommen. Dennoch, ein pathologischer Befund würde hier mehr Aussagekraft haben. Vielleicht verfügst Du über diese Unterlagen aus den bisher durchgeführten TUR-B.



    Gruß Wolfgang

    pT4 a, G 3 und CIS, sechs Zyklen Chemotherapie, Gem/Cis


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

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