Ich mache mir große Sorgen!!!!

  • Hallo,
    Ich bin neu hier im Forum, habe aber in den letzten Wochen hier viel gelesen.
    Meinem Vater ( 76 Jahre) wurde am 23.05 die Blase entfernt und er hat ein Stoma bekommen. Er lag bis zum 28.05 auf der Intensivstation und wurde dann auf Normalstation verlegt. Die erste feste Nahrung bekam er am 31.05 und zwar gleich Schnitzel!!! Er behielt seine Nahrung zwar immer bei sich aber ein Hungergefühl will sich bis heute nicht richtig einstellen. Er bekam die ganze zeit im Kh Abführmittel und hat nun bis heute Durchfall. Er ist wirklich sehr dünn geworden. Er hat über 10 kg verloren und wiegt nun nur noch 66 kg bei 1,76 :-( ich mache mir große Sorgen weil er kaum isst, Durchfall hat und natürlich auch Magenschmerzen durch die vielen Tabletten.
    Kann das nach so einer Operation normal sein?

  • Aber ja, PaAm,


    dies liegt durchaus im Bereich des Möglichen.
    Bedenke, es war eine sehr schwere OP, ( die größte im Bereich der Urologie ), da hat der Körper viel Energie gebraucht, auch bzw. trotz der künstlichen Ernährung.
    ( Ich z.B. hatte 18 kg verloren. Allerdings hatte ich mit 116 kg auch etwas mehr zuzusetzen, hi, hi... )


    Das Schnitzel - eine Woche nach der OP - ist schon in Ordnung, nur sollte es gut zerkaut den Weg in den Magen finden.
    Das Abführmittel hat man ihm wohl verabreicht, damit das Essen nicht ganz so lange im - durchgetrennten und dann wieder zusammengenähten - Darm verbleibt und die Naht nicht zu sehr belastet.
    Aber mittlerweile sollte er wieder normal essen, und zwar ohne Abführmittel.
    Durchfall kann durchaus einige Zeit anhalten, inzwischen aber sollte dieser vorbei sein.
    ( Voraussetzung ist natürlich, dass die Abführmittel abgesetzt werden. )
    Viel trinken ist jetzt angesagt, damit er durch den Durchfall nicht dehydriert.


    Magenschmerzen durch Tabletteneinnahme sollten heuer nicht mehr sein, gegen diese gibt es entsprechende, magensäureresistente Tabletten, ( z.B. Omeprazin ).
    Frage den Arzt danach.
    Dein Vater ist doch noch in der Klinik, oder ?


    Gruß
    Eck :ecke: hard

  • Hallo Eckhard,
    Vielen dank für deine schnelle Antwort. Mein Vater wurde bereits am Freitag entlassen und hat seit dem mit seinem Durchfall zu kämpfen. Die Abführmittel nimmt er seit Donnerstag nicht mehr.
    Man steht zu Hause plötzlich allein mit allem da und weiß leider nicht was normal ist und was nicht :-(
    Für den Magen hat er nichts bekommen aber die Schmerzen setzen ihm schon sehr zu. Zum Glück zwingt er sich wenigstens etwas zu essen. Er trinkt sehr viel Tee und ich hoffe er kommt bald wieder auf die Beine.
    Am 20. kommt er zur Reha aber das dauert ja noch ein paar Tage...

  • Hallo PaAM,


    auch ich habe nach der grossen OP lange mit Durchfall zu kämpfen gehabt. Das hat sich in der AHB dann recht schnell geändert. Er sollte wenn möglich nur leichte Kost (Schonkost) zu sich nehmen solange er Durchfall hat, viele kleine Portionen sind hilfreich. Vielleicht auch den Hausarzt morgen konsultieren. Das man keinen grossen Hunger hat ist auch normal, das regelt sich mit der Zeit. Gegen die Magenschmerzen sollte aber was getan werden, auch hier bitte den Hausarzt fragen.


    Gute Besserung Deinem Vater
    Lg
    Annette

  • Liebe PaAm,


    auch ich würde dir einerseits dazu raten, den Hausarzt mal zu konsultieren. Andererseits jedoch kann es durchaus normal sein, wie es deinem Vater geht. Meine Mutter hat heute noch - 4 Jahre nach der OP - keinen richtig großen Hunger oder Appetit mehr, auch sie hat (wie fast alle anderen auch) ca. 10 kg abgenommen (und ist seitdem sehr untergewichtig) und auch meine Mutter kämpft seitdem mit Durchfall. Und zwar jeden (!) Morgen nach dem Frühstück. Und alle paar Monate auch mal tagsüber (für sie eine Katastrophe, da sie Rollstuhlfahrerin ist und es dann niemals rechtzeitig zur Toilette schafft).


    Der Darm ist nunmal beleidigt nach so einer Operation. Aber keine Sorge... bei den meisten spielen sich die Körperfunktionen dann wieder einigermaßen ein. Bei meiner Mutter ist das ganze schon extrem, liegt vermutlich auch an ihrer Behinderung.



    Liebe Grüße und recht gute Besserung für deinen Vater


    Christina

    Ich habe für meine Mutter geschrieben, bei der im Jahr 2008 Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Am 10.01.2015 ist sie im Alter von 80 Jahren daran verstorben.

  • Meinem Vater ( 76 Jahre) wurde am 23.05 die Blase entfernt und er hat ein Stoma bekommen. Er lag bis zum 28.05 auf der Intensivstation und wurde dann auf Normalstation verlegt. Die erste feste Nahrung bekam er am 31.05 und zwar gleich Schnitzel!!! Er behielt seine Nahrung zwar immer bei sich aber ein Hungergefühl will sich bis heute nicht richtig einstellen. Er bekam die ganze zeit im Kh Abführmittel und hat nun bis heute Durchfall.


    Hallo Pam,


    ich bin schon ein wenig verwundert, ehrlich gesagt: obwohl meine Vorschreiber von Durchfall berichten, hatte mein Vater bis heute nur mit Verstopfung zu tun.
    Er bekam aber auch keine Abführmittel von Anfang an, ein Schnitzel so schnell als erste Nahrung nach OP wäre undenkbar gewesen. Normalerweise beginnt man mit Suppe und Tee. Aber dies nur, weil man auf ersten Stuhlgang hofft. Bei deinem Vater ist alles anders, was ich bislang gelesen habe.
    OK, da er schnell auf Toilette konnte, bekam er schnell feste Nahrung. Das leuchtet mir ein. Dennoch empfinde ich die Vorgehensweise etwas seltsam, wenngleich der Toilettengang, wenn auch durchfallmäßig, funktionierte. Dieses ist das größte Problem- normalerweise- nach dieser OP.


    Das Hungergefühl stellt sich wieder ein, laß deinem Vater Zeit.


    Ich denke, alles OK, bislang. Dass er so viel abgenommen hat, ist normal. Ein riesen Streß für den Körper und die Seele.


    Alles Gute
    Waage

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