Tumornachsorgerichtlinien

  • Hier kurz meine Vorgeschichte: Am 14.11.2013 wurde bei einer Blasenspiegelung ein 2,4 cm Blasentumor festgestellt. 1 TUR - OP am 27.11.2013. Pathalogisches Ergebnis : pT1, G 2 - low grade. Danach erhielt ich insgesamt
    ambulant 8 Stck. Installationen Mitomycin je 20 mg. Die 2 TUR - OP erfolgte am 19.3.2014 - wie immer erhielt ich im Krankenhaus gleich nach der OP 40 mg Mitomycin. Die Pathalogische - Anmatomische Diagnose lautet:
    1. und 2.ausgeprägte, teils ulceröse Post - TUR - Urozystis von 5 -7 Uhr / dem Trigonum und dem rechten Blasenboden, sowie dem tiefen Resektat ohne Nachweis eines Urothelcarcinoms. Kein Anhalt für Malignität. Im Bericht
    des Urologen an meinen Hausarzt steht: Wir empfehlen weiterführend die entsprechenden Untersuchungen gemäß den Tumornachsorgerichtlinien.
    Kann mir jemand dazu etwas sagen, was darunter zu verstehen ist? Mein Urologe will jetzt monatlich 20 mg Mitomycin einsetzen und nach einem Vierteljahr eine Blasenspiegelung durchführen. Wer kann mir dazu etwas sagen?


    Menzel

  • Hallo Menzel,


    willkommen hier im Forum!
    Erst einmal: Mit der Diagnose pT1G2 hast du echt noch mal Glück gehabt und kannst blasenerhaltend therapiert werden!
    Die Behandlung und Nachsorge sieht folgendermaßen aus:

    Therapie: TUR, gefolgt von einer Frühinstillation mit Mitomycin C, die das Einnisten von frei schwimmenden Tumorzellen verhindern soll. Es folgt eine Nachresektion nach 2 bis 6 Wochen. Werden in den Gewebeproben keine Krebszellen mehr gefunden, folgt die Nachsorge: Blasenspiegelung nach 3 Monaten. Wenn unauffällig, folgt eine Wiederholung in regelmäßigen Abständen nach individueller Situation des Patienten (Schema zwischen niedrigem und hohem Risiko). Dauer der Nachsorge: mindestens 10 Jahre. Wird bei der Kontrollspiegelung wieder ein Tumor festgestellt (Rezidiv), ist nach der erneuten TUR eine vorbeugende (prophylaktische) Instillationstherapie angesagt, die das erneute Auftreten des Tumors verhindern soll.


    Ich hoffe, das hilft dir erst Mal weiter.


    VG Andreas

    10/2012 1. TUR-B mit Perforation des Blasendachs - 12/2012 2. TUR-B Nachresektion - 03.2013 3. TUR-B erstmals mit HEXVIX - Dazwischen 6. Instillation mit BCG --- nach 03/2013 volles Programm BCG

  • Hallo Menzel,


    ich persönlich traue diesen T1G2 Tumoren nicht übern Weg. All zu oft haben sich diese Art von Diagnosen als trügerisch herausgestellt und die Patienten wogen sich einige Monate in Sicherheit.
    Wurde die 2. TUR unter Hexvix durchgeführt ?


    Auf jeden Fall die Nachsorgetermine einhalten. Ich denke das bei diesem Tumor ein hohes Risiko eines Rückfalls gegeben ist. So sollten dann auch das Nachsorgeschema aussehen.


    In den ersten zwei Jahren alle drei Monate, dann in halbjährlichen Abständen, und nach fünf Jahren einmal im Jahr. Experten empfehlen, dies möglichst
    lebenslang beizubehalten. Die Nachsorgeuntersuchungen umfassen dann neben der Blasenspiegelung auch eine Untersuchung des Urins auf
    Tumorzellen (Urinzytologie) und einmal im Jahr eine bildgebende Untersuchung des oberen Harntraktes, da auch hier neue Tumoren entstehen können.


    Grußs Rainer

  • Bei einem pT1 (auch pTa) sollt bei jedem Grading (G1, G2, G3) eine "adjuvante intravesikale Therapie" = Instillationstherapie duchgeführt werden:
    8 Wochen lang wöchentlich 20 mg Mitomycin, danach mind. 24 Monate je einmal 20 mg Mito. (siehe dazu: Hafke-Buch)


    Die Untersuchungsintervalle: siehe Beitrag von Rainer und Schmittex

    Nach Zufallsfund 2006: pTa G2 (high grade) 5 x TUR-B und 30 x Mitomycin nun jährliche Kontrollzystoskopie mit Urinzytologie und PSA-Test