TUR-B und Katheter / Katheterpflege und Entlassung

  • Hallo ihr lieben Leute,


    ich habe da aus aktuellem Anlass eine Frage betreffend des Katheters nach einer TUR-B.


    Speziell geht es um die Frage, ob es zulässig ist, einen Patienten sofort nach dem Katheterziehen nach Hause zu entlassen?


    Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass ich - wenn ich Glück hatte - das Krankenhaus nach 3-4 Stunden verlassen durfte - und auch nur dann, wenn kein sichtbares Blut im Urin war - und ich überhaupt urinieren konnte. Denn ich hatte auch schon das Glück, dass nach dem Ziehen des Katheters erst mal gar nichts ging und ich nochmals katheterisiert werden musste. Mir wurde auch eindringlich gesagt, dass es dort üblich sei, noch einen Tag (24 Stunden!) zu warten, ehe man die Patienten ziehen lässt.


    Hat irgend jemand damit Erfahrung? Gibt es in dieser Hinsicht Pflegestandards?


    LG Andreas


    PS: Und wie sah es bei im Krankenhaus mit Katheterpflege aus? Wurde es euch erklärt, gezeigt, an euch durchgeführt?

  • Hab mal gegoogelt und folgendes gefunden:
     Deutsches Ãrzteblatt: Katheterdrainage der Harnblase heute (28.01.2000)

    Wenn ich zwischen der Erinnerung und der Hoffnung wählen müsste, ich würde die Hoffnung wählen. Die Hoffnung bewegt, die Erinnerung macht träge. Ich schreibe für meinen Mann mit der Diagnose:pT3a G3 pNO RO VO LO Pn1 Entlassbericht am 26.6.2014
    Ableitung: Pouch

  • Ich hatte nur eine TUR-B aber meine Erfahrung hierzu ist folgende. Katheterpflege war mit das erste was mir gezeigt wurde, entlastet ja auch das Personal. Es wurden Tupfer und antiseptische Pflegemittel ans Bett gestellt. Der Katheter wurde erst gezogen nach dem ersichtlich war das nur noch klarer Urin kommt. Flüssigkeitsaufnahme wurde Protokolliert, unter zwei Liter Flüssigkeit gab's par hinter die Ohren.
    Katheter wurde am Vormittag nach der Visite gezogen, trinken und Blase füllen. :D Nach ein bis zwei Stunden ab zum Ultraschall Füllstand kontrollieren raus auf Toilette, leer machen, zurück zum Ultraschall. Erst wenn man die Blase restharnfrei entleeren konnte gab's den Schein. Da sind einige den gesamten Tag zwischen Ultraschall und Klo gependelt. :D


    Balu

  • Hallo Heike,


    vielen Dank für den Link. Allerdings muss ich zugeben, dass ich oft nur "Bahnhof" verstanden habe :-)


    Hallo Balu,


    das lief bei dir ja richtig vorbildlich ab!
    Mich hatte bei der dritten TUR-B eine nette Schwester gefragt, ob schon Katheterpflege gemacht wurde.
    Ich wusste gar nicht, was die gute Frau meinte! Von wegen Tupfer und Antiseptika am Bett! Es ist schon krass, wie unterschiedlich das gehandhabt wird. Von vorbildlich bis Schlamperei ist alles vertreten. Leider erfährt man meist erst hinterher, was Standard wäre!


    Danke euch beiden und wünsche noch einen schönen Tag!
    Andreas

  • Hallo Andras/Balu


    offensichtlich wird bei den sparsamen Schwaben wesentlich lässiger mit Katheterplege umgegangen.
    Der Neuaufbau Ost hinterlässt positive Spuren.


    Bei meiner letzten TUR-B wurde morgens um 8 der Katheter gezogen, um 9 Ultraschall mit Nachfrage ob Pinkeln ok. Um 10 saß ich im Auto und fuhr heim.
    Ist zumindest kostengünstig.


    Gruss von der Alb Herbert

  • Ja Andreas,


    So siehts aus! Euer Bahnhof isch schuld das mir in Reutlingen nicht einmal PDD Untersuchungsmetode
    kaufen könned.


    Es ist schon etwas altbacken an der Alb.
    Da werd ich wohl mit dem Zügle s´nächstemal nach Stuttgart müsse.Zur inneren Erleuchtung!


    Ist echt schwach für so eine Große Klinik .


    Gruss Herbert

  • So siehts aus! Euer Bahnhof isch schuld das mir in Reutlingen nicht einmal PDD Untersuchungsmetode
    kaufen könned.


    Ja, ja - ich hab' auch erscht bei der dritten TUR-B HEXVIX bekommen!


    Da werd ich wohl mit dem Zügle s´nächstemal nach Stuttgart müsse.Zur inneren Erleuchtung!



    Das würde ich dir nicht raten!!
    Zur Zeit (seit ca. 2 Jahren) spinnt das ganze Nahverkehrsnetz der DB.
    Du kennst das Lied "Es fährt ein Zug nach nirgendwo" ????
    Wenn du ein Auto hast, danke Gott dafür!!!


    Auf jeden Fall viel Glück und Erfolg bei deinen nächsten BCG-instillation!
    Die müsste doch dieser Tage anstehen, oder?


    LG auf die Alb von
    Andreas

  • Ich hatte meine erste TUR-B am 21.07.
    Am Samstag wurde morgens gegen 9.00h der Katheder gezogen. Dann hätte ich gehen können. Wenn nicht meine "Mitbewohnerin", die schon ihre dritte TUR-B hatte, mir gesagt hat, ich solle erst schauen, ob ich auch pieseln könne. Also habe ich abgewartet, ein Bächlein gemacht und bin dann gegangen.


    Die Schwestern haben nicht einmal danach gefragt....


    Und Kathederpflege? Was ist das denn??

    Blasenspiegelung 18.07.2016, TUR-B 21.07.2016, Befund zumindest pTNM-Klassifikation pT1 high grade (G3) , 2. TUR-B 22.08.2016 Befund pTNM-Klassifikation pT2 high grade (G3). Empfohlen Blasenentfernung mit Neoblase. Derzeit noch keine Entscheidung meinerseits. OP-Termin aber fest für 19.09.2016

  • Hallo Schmittex,
    ja, die Frage war ernst gemeint!
    Ich habe nach der TUR-B einen Katheder gelegt bekommen, zusätzlich eine Spülung mit Wasser über 2 Tage erhalten, um evt. durch die OP frei gewordene Krebszellen auszuspülen (fand ich irgenwie abenteuerlich, diesen Ansatz, hoffe aber, die Ärzte wissen, was sie tun.). Nchmittags und bends kam immer die Schwester, zog Handschuhe an und hat den Urin meiner Bettnachbarin und mir in eine Plastikschüssel abgelassen und ins Klo gekippt. Mehr nicht!
    Ich war im Klinikum Ludwigshafen. Bin dort nur hin, weil ein junger Prof. aus der Charité in Berlin dort jetzt Chefarzt ist und mich auch operiert hat.

    Blasenspiegelung 18.07.2016, TUR-B 21.07.2016, Befund zumindest pTNM-Klassifikation pT1 high grade (G3) , 2. TUR-B 22.08.2016 Befund pTNM-Klassifikation pT2 high grade (G3). Empfohlen Blasenentfernung mit Neoblase. Derzeit noch keine Entscheidung meinerseits. OP-Termin aber fest für 19.09.2016

  • Hallo Praline,


    ok, Katheterpflege bedeutet, dass man auf Sauberkeit und Hygiene achten muss.
    Schnell sind Bakterien und Keime über den Schlauch in deine Blase gelangt. Daher wird
    praktisch der Schlauch bis zur Harnröhrenöffnung desinfiziert und gesäubert.


    Vielleicht hast du es ja selbst erlebt, dass man auf dem Weg zur Toilette bzw. in der Toilette oft nicht vermeiden kann, dass
    der Schlauch auf dem Boden schleift. Und dass es gerade im Krankenhaus vor Keimen nur so
    wimmelt, ist ja auch nicht neu. (Barfuß durfte man nicht laufen - wegen der Keime!)


    Wie ich schon erwähnt hatte, wurde mir das auch recht spät (und nur durch eine Schwester des
    "alten Schlages") erklärt.
    In mejnem Freundeskreis sind einige Krankenpfleger/innen - die waren hell entsetzt, als ich ihnen
    davon erzählte.
    Ich wundere mich schon lange nicht mehr über die vielen Toten durch Krankenhauskeime!


    Übrgens war das eine Kochsalzlösung, mit der die Blase gespült wurde - ganz normaler Vorgang nach der TUR-B.
    In wieweit das was bringt, weiß ich auch nicht.


    LG
    An dreas

  • Na super. Dann werde ich das mal anregen bei der nächsten TUR-B. Vielleicht habe ich auch daher jetzt die Blasenentzündung...

    Blasenspiegelung 18.07.2016, TUR-B 21.07.2016, Befund zumindest pTNM-Klassifikation pT1 high grade (G3) , 2. TUR-B 22.08.2016 Befund pTNM-Klassifikation pT2 high grade (G3). Empfohlen Blasenentfernung mit Neoblase. Derzeit noch keine Entscheidung meinerseits. OP-Termin aber fest für 19.09.2016

  • Hallo Schmittex,
    Liebe Community,


    wegen einer Blasenperforation nach TUR-B trage ich aktuell einen Katheter. Schön ist etwas anderes, ich komme aber klar. Würde mich gerne mehr bewegen, mir ist aber aufgefallen, dass ich nach irgendwelchen Anstrengungen oft ein wenig blute. Daher lasse ich es ruhig angehen.


    Kann jemand bitte etwas genauer die "Katetherpflege" beschreiben? Wie reinige ich was mit welchen Seifen bzw. Desinfektionsmitten?


    Wie oft wechselt man den Beinbeutel und wie geht man dabei vor ohne sich Keime einzufangen?


    Dank schon mal für eure Antworten,

    Thomas


    P.S.: Habe das Forum durchsucht aber nichts finden können. Falls es schon etwas gibt schickt mir einfach den Link.

  • Hallo Thomas,


    bei mir hatten sie auch bei der ersten TUR-B die Blase perforiert. Ich musste damals 5 Wochen mit einem Beinbeutel am

    am Tage rum laufen. Für die Nacht hatte ich einen Großen Urinbeutel. Ich musste wöchentlich in die MHH mir der Bahn

    fahren. Das war sehr unangenehm, durch die Schuckelei in der Bahn war der Beutel schnell voll. das sah nich gut aus so

    eine Beule am Bein. Ich habe immer vier Beinbeutel vom Krankenhaus mit bekommen für eine Woche. Ich hatte auch Angst

    das Krebszellen in den Körper gelangt sein können. Deshalb wurde nach mehrfachen fragen ein CT vom Bauchraum gemacht.

    Ich habe mich immer gründlich gewaschen und jeden Tag geduscht. Den Beibeutel habe ich nur für unterwegs genommen. Zu

    Hause habe ich den großen Beutel gelassen. Die Beutel werden am Katheter nur umgesteckt. Ich hoffe ich konnte die Helfen.


    LG Epi

  • Moin Thommy,


    Kathederpflege (beim Mann):


    Mit Tupfer oder einem Stück Mullbinde, getränkt mit einem Desinfektionsmittel (z.B. "Skinman clear" aus der Apotheke) den Schlauch von der Penisspitze (den Lümmel auf dem Katheder etwas zurückziehen) bis ca. 10 cm gründlich abwischen, dann ein mit Desinfektionsmittel getränktes Stück Mullbinde direkt am Penis um den Schlauch binden und da dran lassen bis zum nächsten Wechsel. Diese Prozedur 2 x täglich.

    Ansonsten die übliche Körperhygiene mit besonders guter Säuberung der Leistengegend und im Schritt.

  • Hallo Epi,


    dank dir für deine Antwort. Ich hatte dich und deine Blasenperforation schon vorher hier im Forum gefunden und interessiert verfolgt. Mir hatten sie zunächst gesagt, dass ich 10 Tage bis zur ersten Zystographie warten muss. Dann habe ich bei dir gelesen, dass es nicht sofort verheilt ist und du sechs Wochen warten musstest. Innerlich habe ich mich dann darauf eingestellt, dass es bei mir auch länger dauern kann. Dann hat das Krankenhaus mich informiert, dass sie nicht in 10 Tagen, sondern erst in drei Wochen eine Zystographie machen können. Jetzt ist bei mir die Enttäuschung nicht ganz so groß. Denke es ist eventuell sogar besser.


    Zurück zum Ausgangsproblem:

    Ich habe auf Wiki gelesen, dass man die Beinbeutel so selten wie möglich vom Katheter trennen soll, um sich keine Keime einzufangen.

    Zitat

    Durch die Verbindung des Katheters mit dem sterilen Ablaufsystem

    entsteht ein geschlossenes System, das nicht mehr geöffnet werden darf.
    Die frühere Praxis des Anspülens des Katheters oder des Abstöpseln ist
    aus infektionsprophylaktischer Sicht ein Schritt in Richtung
    Körperverletzung.


    Eine mir befreundete Krankenschwester meint zu mir alle drei Tage. Im Krankenhaus sagten sie mir alle sieben Tage. Der Hersteller der Beutel gibt 5-7 Tage an. Jetzt dachte ich von euch mal einen Tip hierzu zu erhalten.


    Wenn ich schmittex richtig verstanden habe, macht es auch Sinn, den Teil der vom Körpereintritt bis zum Beutel läuft täglich zu reinigen (tue ich zwei mal Täglich mit Seife). Fraglich ist nun, ob man da eventuell doch besser ein sanftes Desinfektionsmittel nutzt oder ob das nicht notwendig ist? Da habe ich obige Diskussion noch nicht ganz verstanden.


    Habe noch nie eine Blasenentzündung gehabt und das kann aus meiner Sicht auch so bleiben.


    Grüße,

    Thomas

  • Hallo an Alle,


    ich wollte noch kurz meine Erfahrung mit der Katheterpflege hier einstellen, in der Hoffnung, dass es dem Einen oder der Anderen von euch nutzt.

    Neben diesem Forum habe ich auch etwas selber im Netz Recherchiert und unter aderem im "Lehrbuch für Krankenpflege: ein prinzip- und praxisorientiertes Arbeitsbuch" einige sehr brauchbare Tips gefunden, die im großen das von Blasius oben beschriebene bestätigen. Nochmals Dank an Blasius für die schnelle Antwort und die richtige Beschreibung.


    Bei meiner ersten TUR-B ist meine Blase perforiert worden und mindestens bis zu meiner Zystographie diesen Freitag werde ich ihn tragen müssen. Dass sind dann rund dreieinhalb, fast vier Wochen.


    Katheterpflege

    Ich habe jeden Tag in der Früh ausgiebig geduscht und mich gründlich mir Seife gewaschen, die Dammregion ebenfalls mit Wasser und Seife. Wobei ich darauf geachtet habe nichts auf den Katheter tropfen zu lassen soweit mir dies möglich war. Bei der Reinigung habe ich dann auch darauf geachtet den Katheter, Beinbeutel und alle Schläuche mit Seife zu waschen. Den Beinbeutel habe ich zudem bislang alle fünf Tage gewechselt. Aus der Apotheke habe ich mir in Alkohol getränkte Desinfektionstücher gekauft.


    Nachdem ich mit dem "normalen" reinigen fertig bin versuche ich den Penis soweit zurückzuziehen wie möglich und reinige mit einem Desinfektionstuch den Katheterschlauch so hoch wie möglich. Das Desinfektionstuch entsorge ich danach, ich lasse also kein in Desinfektionsmittel getränktes Stück Mullbinde am Katheterschlauch wie von Blasius oben beschrieben. Irgendwie fühle ich mich besser ohne Desinfektionsmittel um mein bestes Stück den ganzen Tag, aber das ist ein rein subjektives Gefühl. Die Reinigung mit dem Desinfektionstuch wie oben beschrieben mache ich zwei mal täglich.


    Keime

    Am Tag zehn nachdem sie den Katheter gelegt habe stellte ich eine Trübung und leichten Geruch meines Urins fest. Zudem bekam ich leicht Temperatur mit 37,7°C in der Spitze. Unter anderem aufgrund der Berichte in diesem Forum habe ich meine Trinkmenge auf ca. 3-4 Liter am Tag erhöht. Nach zwei Tagen gab es eine Besserung und die Temperatur ging zurück. Ich habe auch drei Tage lang 3 x täglich Ibuprofen (200) genommen, diese aber aus einem anderen Grund. Wie ich später las, kann dies auch günstig bei Entzündungen in der Blase wirken, daher erwähne ich es hier.


    Ich schätze ich muss noch etwas über eine Woche mit dem Katheter leben. Dennoch bin ich mir sicher, das die oben beschriebene Art den Katheter zu reinigen nicht falsch ist und das durch die Erhöhung der Trinkmenge Keime aus der Blase gespült werden. Dank an alle für die Tipps in diesem Forum und die Ausführungen oben.


    Grüße,

    Thomas