Noch ein mal das Thema Schleim

  • Hallo an alle Neoblasen, Pouchis usw.


    es wird hier ja immer wieder die Schleimbildung in unseren schönen neuen Blasen diskutiert und was man dagegen tun kann.
    Ein Grund, warum z.B. Eckhard und Rainer so gut wie keinen Schleim produzieren liegt einfach darin, dass der orthotope Blasenersatz eine Dünndarmblase ist, die sehr wenig Schleim absondert.
    Ein Mainz-Pouch ist aber eine Ileozökalblase, sprich aus Dick- und Dünndarm, wobei der Dickdarm erhebliche Mengen an Schleim produziert. Das erklärt auch, warum wir im Gegensatz zu den orthotopen Neoblasen die Unsrige regelmäßig spülen müssen und den Schleim, den unser Pouch nun mal bildet, mittels reichlichen Trinkens und dem Einsatz von schleimverflüssigenden Medikamenten dünn halten müssen, damit er leicht durchs Katheterauge flutscht.


    Ich hoffe, ich habe damit etwas zur Klärung der Unterschiede bei der Schleimbildung der diversen Neoblasen beigetragen....


    Hexe :tanzen:

  • Ich bin mir gar nicht sicher, Hexe,


    ob ich eine orthotope Neoblase habe.
    Soweit ich weiß, ist bei mir auch ein Stück Dickdarm verwendet worden.


    Und daß ich nur wenig Schleim produziere, ist nicht ganz richtig.
    Anfangs war es ziemlich viel, dann wurde es etwas weniger, was ich auf das Trinken des Früchtetees zurückführte bzw. auf
    die erheblichen Trinkmengen, die ich in mich hineinschütte, ( ca. 6-7 Liter ).
    Aber es wurde mal wieder mehr, mal wieder weniger.
    Dies kann ich in dem Bettbeutel recht gut verfolgen.


    Insgesamt ist er mittlerweile “flüssiger” geworden als früher..
    Da hat sich der Schleim teilweise vor die Harnröhre gelegt und ließ mich dadurch bemerken, daß die Blase sich füllte. War ganz gut......


    Gruss
    Eck :ecke:hard

  • Lieber Eckhard,


    sorry, aber ich bin mir ganz sicher, dass Du eine orthotope Neoblase hast. Das ist nämlich eine Neoblase mit Anschluss an die eigene Harnröhre.
    In einer Ausgabe des "Deutschen Ärzteblatt" las ich, dass für Neoblasen, bei denen die Mitktion durch die vorhandene ungeschädigte Harnröhre erfolgt, überwiegend Dünndarm verwendet wird. Das würde z.B. auch Deine Riesenblase erklären, da Dünndarm wesentlich dehnfähiger ist als Dickdarm.
    Dennoch: Deine Blase hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass sie jetzt Blase ist und nicht mehr Darm. In der Literatur ist ja auch beschrieben, dass sich Schleimbildung, Azidose u.ä. im Laufe der Zeit reduzieren. Trotzdem empfehle ich Dir nach 4-5 Jahren eine Bestimmung Deines Vitamin B12 Depots (der körpereigene Speicher könnte dann geleert sein), sowie ein Knochendichtemessung, da auch bei nicht manifester Azidose eine osteoklastische Veränderung (Verringerung der Knochensubstanz) des Skeletts eintreten kann, was sich in einer Osteoporose äussert.
    Dass die Schleimbildung einer Neoblase stark von der Art und Menge der Getränke (und Speisen) abhängt, ist richtig; ich kann das bei mir selbst auch feststellen. Nur bin ich erstaunt, dass Du immer noch mal mehr mal weniger Schleim produzierst. Bei Deinen Trinkmengen dürfte es doch eher nur ganz wenig dünner Schleim sein.
    Da bin ich nun etwas ratlos.... ?(


    Schönen Sonntag wünscht


    Hexe :tanzen:

  • Das sind ja interessante Erkenntnisse, was Hexe da schreibt. Aber ich muß doch nochmals nachfragen:
    Ist das tatsächlich IMMER so, daß Pouches aus Dickdarm sind,
    und,
    wenn es so ist (Hexe wird ja schon wissen, was sie schreibt):
    WARUM??????????????????


    Dieter, der meines Wissens eine "reine" Dünndarmblase hat, meint, die Schleimproduktion sei etwas zurückgegangen, sei aber (in unterschiedlichem Ausmaß) - nach jetzt fast 5 Monaten - noch vorhanden.

  • Liebe Rosemarie,
    Pouches sind im Allgemeinen aus aus 2/3 Dünn- und 1/3 Dickdarm (ileozökales Resevoir); es gibt allerdings auch reine Dünndarmpouches.
    Vermutlich liegt das einmal daran, dass eine Neoblase viel tiefer, fast in natürlicher Lage der entfernten Blase liegt, während ein Pouch unten/rechts seitlich des Nabels liegt, weil da ja auch überwiegend der "Ausgang" ist. ( Daher ist seitdem auch meine ehedem schlanke Taille futsch) Selten wird das katheterisierbare Stoma nicht in den Nabel gelegt. Dann wird es unterhalb der Bikinilinie durch die Bauchdecke geführt, wodurch dann auch die Neoblase selbst, also der eigentliche Pouch tiefer liegt und dann oft als Kock-Pouch (nur aus Dünndarm) angelegt wird.
    Ich denke, der Grund, welche Darmabschnitte verwendet werden, liegt demnach in der Anatomie des Menschen begründet. Allerdings wird beim Pouch die Ileozökalklappe, also das körpereigene "Ventil", das verhindert, dass der Inhalt des Dickdarmes zurück in den Dünndarm sackt (es geht da ja aufwärts), als Verschlussmechanismus für das Stoma verwendet - praktisch, nicht wahr?
    Möglicherweise hängt die Verwendung der diversen Darmabschnitte auch mit dem Stoffwechsel und der Darmperistaltik zusammen; ich mit meinem Ileozökalpouch habe keinerlei Probleme mit Durchfällen wie etliche der Patienten mit reiner Dünndarmblase.
    Vielleicht handelt es sich aber auch nur einfach um persönliche Präferenzen des operierenden Urologen ???:D :D :D


    Schönen Sonntag wünscht


    Hexe :tanzen:

  • VIELEN DANK, liebe Hexe,
    für die interessanten Erläuterungen!!!!!!!!!!!!!!!


    Ich habe nur EINEN höchst sachkundigen WIDERSPRUCH anzumelden:
    Deine Taille ist GANZ GANZ schlank!!!