Wie lange lebt man nach der größten Operation die die Urologie machen kann

  • Hallo
    Hier nun meine Geschichte
    Im Dezember 2008 kurz vor Weihnachten bemerkte ich beim Wasser lassen plötzlich hartes Blut im Urin.
    Bin gleich zum Urologen Dr Dorner.
    Der machte sofort eine Blasenspiegelung.
    Und teilte mir das Ergebnis auch gleich mit. Krebs!
    Er sagte aber auch, daß man es mit aushobeln eventuell weg bekäme.
    Egal ich war erstmal erschlagen und konnte es nicht fassen.
    Er machte sofort Termin nur war in meinen Umfeld alles belegt. Also machte er einen Termin in Singen. Am 09.01.09
    Also am 09.01 in die Klinik nach Singen.
    Am nächsten Tag wurde meine Blase ausgeschabt. Ergebnis der Krebs konnte nicht völlig beseitigt werden. War eine knappe Woche in der Klinik.
    In der Klinik sagte man mir die Blase müsse entfernt werden ich solle es bald machen lassen.
    Also Termin auf anfang März.
    So hatte ich noch zirka 8 Wochen Zeit mich auf die Operation vorzubereiten.
    In den 8 Wochen ging ich natürlich wieder zu meinen Urologen,welcher mir in dieser Zeit sehr viel Mut zusprach und er sagte mir folgende Möglichkeit.
    Nach dem Bericht welchen er von der Klinik bekommen hatte war es ein besonderer Krebs.
    Ersagte es gibt jetzt die Möglichkeit im März die Operation durchzuführen oder noch einmal auszuhobeln wenn es weg ist dann ok wenn nicht dann muss doch operiert werden.
    Ich sagte natürlich noch mal aushobeln .Ich wollte natürlich die kleinste Chance nutzen um eine Operation zu umgehen.
    Also Anfang März in die Klinik zum noch mal Aushobeln.
    Ergebnis immer noch nicht weg .
    Also Operation
    Termin Ende März
    Ende März in die Klinik
    Hier wurde ich noch mal ausführlich von den Ärzten der Klinik aufgeklärt was gemacht wird und welche Möglichkeiten es gibtals Blasen Ersatz. Fest stand ja die Blase musste raus und einige andere Dinge die mich zu diesem Zeitpunkt aber weniger interresierten.
    Nach dem ich alle Möglichkeiten mit dem Ärzten in der Klinik besprochen hatte entschied ich mich für die Neoblase.
    Mann sagte mir aber auch dass man das vorher nicht ganz genau sagen kann ob eine Neoblase möglich ist.
    Aber wenn irgend möglich wollte ich eine Neoblase.
    Ich war jetzt relativ ruhig
    Morgens wurde ich in den OP gebracht und am Abend wieder auf mein Zimmer.
    Als der leitende Oberarzt Dr. Bernhardt welcher mich operiert hatte in das Zimmer kam hat er dem Daumen nach oben gehalten da wusste ich es hat mit der Neoblase geklappt.
    Er kam dann auch zwischen durch auserhalb der Visite immer mal vorbei und erkundigte sich nach mir. Sein freundliches Lächeln und sein Optimismus den er ausstrahle war in dieser Zeit eine sehr große Hilfe für mich. Auch die anderen Ärzte Dr. Bodenbach und Dr. Emmerich waren immer ansprechbar und hilfsbereit Der Chefarzt Dr. Seifert kam jedes Mal bei der Visite zu mir und fragte wie es mir geht und wie es weiter gehtDie Schwestern waren auch immer da wenn man sie brauchte obwohl sie total unterbesetzt sind
    Dann sagte man mir was alles entfernt wurde
    Blase Prostata, Blinddarm, Samenblase und noch etwas glaube Lympfdrüsen.
    Aber am meisten hat mir hinterher die Nachtschwester leid getan. Die habe ich in den ersten Wochen fast alle par Stunden zu mir geklingelt weil mir so schlecht war und sie hat mir immer was gegeben das hat zwar nur ein paar Stunden angehaltenaber ich hatte dann Ruhe und konnte schlafen. Die Nachtschwestern waren sehr mitfühlend und hilfsbereit.
    Ich muss überhaupt sagen dass ich mit dem Personal, Ärzte und Schwesternsehr zufrieden war. Ich kann nur sagen, daß ich im Nachhinein froh bin das ich in Singen war.
    Mein Sohn welcher sich irrsinnige Sorgen um mich machte, kam gleich nach der Operation mich besuchen, aber das hab ich gar nicht so richtig mitbekommen.
    Von da an hab ich mir immer gesagt schlafen schlafen.
    Die Schwestern haben immer gesagt es wird jeden Tag etwas besser.
    Der Arztsagte zu mir Herr V. Sie haben die größte Operation gehabt die die Urologie zu vergeben hat. Das dauert halt seine Zeit danach.
    Und ich hab jede freie Minute am Anfang benutzt zu schlafen egal ob tag oder nacht.
    So hab ich mir gesagt bringe ich die zeit am besten rum.
    Ich hatte so ein Gerät falls ich schmerzen hatte musste ich auf den Knopf drücken.
    Schmerzen habe ich eigentlich zu keiner Zeit gespürt.
    Aber Übelkeit war bei mir fast ständig.
    Ich hab die ersten 10 Tage fast nur geschlafen und geschnarcht, daß es drei Zimmer weiter zu hören war. Obwohl Fernsehen am Bett war habe ich in den ersten 2 Wochen nicht ferngesehen sondern geschlafen was das Zeug hält
    Nach und nach wurden dann die ersten Schläuche entfernt
    Und ich machte die ersten Gehversuche wobei mir der Krankengymnast sehr behilflich war
    Na ja nach 3 Schritten war ich schon am Ende und musste mich wieder hinlegen. das war leichter gesagt als getan
    Aber das hab ich dann immer öfter gemacht und machte auch gute Fortschritte.
    Aber auch zu diesem Zeitpunkt hab ich immer geschlafen wenn es ging.
    Die Schwestern sagten immer Herr V. sie müssen nicht immer schlafen gehen etwas rumlaufen das ist besser
    Nur mit dem essen war es schwierig. Ich hab einfach nichts runtergebracht.
    Dann hab ich gesagt was ich gern zu essen hätte und die Schwestern und der Pfleger haben es möglich gemacht das ich das bekam was ich wollte (wie sie das gemacht haben weiß ich nicht)und dann hat es langsam geklappt mit dem essen.
    Na ja irgendwann wurden dann alle Schläuche entfernt und auch die Klammern der Naht entfernt.
    Ach ja, dann kam die Zeit, daß ich Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang hatte.
    Ich hatte mir fest vorgenommen nicht mehr zu rauchen. Aber dann …
    Am morgen einen Kaffe und eine Zigarette dazu und mein Stuhlgang ging wieder einwandfrei.
    Na ich war schon in Aufbruchstimmung um nach hause zu gehen musste aber noch mal zur Ultraschalluntersuchung ob die Neoblase leer war.
    Sie war leider nicht leer noch 30 Prozent waren drin.
    Daraufhin sagte man mir wenn die Blase nicht leer wird bekäme ich einen Katheter mit nach Hause und müsse diesen zum Urinlassen einsetzen.
    Das wollte ich natürlich auf keinen Fall. Mein Hirn arbeitete auf Hochtouren –was kann ich machen damit das Ding leer wird.
    Da bin ich auf das WC und hab überlegt wie bekomme ich das Ding leer
    Hatte vorher schon die Gymnastik und alles getan.
    Dann ist mir eingefallen, daß der Arzt mal gesagt hat, da die Blase jetzt ja aus einem Stück Dünndarm besteht muss man sie mit Bauchpresse und Handdrücken ausleeren
    Also hab ich mich hingesetzt und mit Bauchpresse und Hand gedrückt aber kein Tropfen.
    Dann bin ich aufgestanden und habe mich gebeugt so tief es ging mit den Kopf ganz nach unten und kräftig nach rechts und links geschaukelt. (wieso ich das gemacht habe weiß ich nicht)
    Dann wieder ganz außer Atem auf die Brille förmlich geplumpst.
    Wieder Bauchpresse . und welch freudige Überraschung es kam was.
    Das hab ich 10-mal gemacht und immer kam ein wenig zum Schluss hin immer weniger.
    Dann bin ich wieder zur Untersuchung, die Ärztin sagt sie waren doch vorhin schon.
    Ich sagte ja aber jetzt ist es anders.
    Wieder Ultraschall Ergebnis Neoblase war leer.
    Sie fragte ganz erstaunt wie haben sie das gemacht. Ich hab versucht es zu erklären mit welchen Erfolg weiß ich nicht. Ich war heilfroh nach Hause ohne Katheter.
    Na zu Hause bin ich dann zum Urologenund auch zum Hausarzt da war alles ok.
    Dann einige Wochen Später Anfang Mai bin ich zur REHA
    Anfangs dachte ich na ja ob das was bringt?
    Aber mir hat die Reha sehr viel gebracht vor allem die Möglichkeiten der Bauchpressung .Die verschiedenen Übungen um die diversen Muskeln zu stärken. Von dem ich vorher gar nicht wuste das es sie gibt. Auch all die anderen Anwendungen waren sehr hilfreich.
    Als ich in die Reha kam benötigte ich 4mal soviel Windeln wie danach.
    Auch mein Selbstbewustsein war wesentlich besser geworden.
    Ich war nicht mehr so niedergeschlagen und schaute der Welt wieder optimistischer entgegen
    Einige zeit nach der Reha machte ich beim Urologen wieder ein Generalcheck.
    Als ich das freundliche Lächeln auf dem Gesicht meines Urologen des Herrn Dr. Dorner sah wusste ich, daß das Ergebnis gut war, und so war esdie Blase war leer und meine Niere welche nach dem Krankenhaus erweitert(oder so was ähnliches)war, war auch wieder vollkommen in Ordnung.
    Dann ging ich so circa alle 8 Wochen zum Urologen und in größeren Abständen zum Blut abnehmen. Ich trink meine 3 Liter stilles Wasser nehme auch regelmäßig morgens und abends meine Kaiser Natrontablette gegen Säure im Blut. Und gehe so ungefähr alle 2 Stunden aufs Klo. Nachts komme ich jetzt auf ungefähr 4 Stunden, aber das ist unterschiedlich.
    Wenn ich in der Stadt herum laufe und dementsprechend trinke merke ich, daß die Neoblase vollist, es ist dann ein leichter Druck zu spüren.
    Ich mache aber auch jetzt noch meine Übungen auf dem Klo nicht mehr 10 mal aber 1-3mal schon, bis halt nichts mehr kommt
    Bei meiner letzten Routineuntersuchung beim Urologen stellt dieser wieder eine Erweiterung der Niere fest. Er röntgte mich und man sah, dass der Abfluss in die Neoblase irgendwie zu war.
    Er schickte mich ins hiesige Krankenhaus zu CT.
    Da stellte man fest dass ich keine neuen Krebsgeschwüre hatte aber eben der Übergang in die Neoblase vernarbt war.
    Als ich wieder beim Urologen war sagte mir dieser, daß er mir eine Überweisung nach Singen geben werde. Damit der Chefarzt sich das auch anschauen kann und seine Meinung zum weiteren Vorgehen geben kann
    Nun der Chefarzt war in Urlaub so bekam ich einen Termin beim leitenden Oberarzt Herrn Dr. Bernhardt. Das war mir auch recht so, denn der Herr Dr. Bernhardt hat mich auch operiert und zudem finde ich ihn schwer in Ordnung .
    Nun muß ich am Mittwoch den 25.08.2010 nach Singen in die Klinik.

  • Hallo Neo2009,
    bist ja schon seit 2011 Mitglied bei uns. Schön das Du nun mal Zeit und Muse gefunden hast uns zu berichten wie es Dir ergangen ist.


    Du hast Deinen Verlauf beschrieben wie er bei uns Neoblasen fast üblich ist. Hier und da gibt es Abweichungen , dein Bereicht unterscheidet sich
    aber kaum von den vielen anderen hier.
    Trotzdem, vielen Dank das Du hier so ausführlich geschrieben hast.


    Du schreibst, das Du Kaisers Natron Tabletten nimmst, ich denke Du meinst die Magensaft - resistenten BicaNorm Tabletten. Die
    Kaisers Natron Tabletten sind für die Säurereduzierung im Blut nicht geeignet und erzielen keine Wirkung.


    Ich selbst habe seit Jahren eine Vernarbung am Übergang rechter Harnleiter zur Neoblase. Mein Uro betrachtete sich dieses einmal
    per Blasenspiegelung und mehrmals mit dem Ultraschall. Eine Nierenstauung hat diese meine Vernarbung noch nicht verursacht, auch über die Jahre
    hinweg ist diese Vernarbung nicht größer geworden.


    Anfänglich war ich (ich glaube es war 2008) deswegen sogar zur weiteren Untersuchung im Krankenhaus. Durch die Neoblase kamen sie aber
    an diese Vernarbung nicht ran. Der Arzt meine das solange keine Stauung verursacht wird kann es so bleiben. Das ist bis heute so.


    Gruß Rainer

  • Hallo rainer
    Danke das Du mir die Adresse gesendet hast.
    Wenn ich wieder was schreiben will wie find ich es?
    Kaisers Natron ist schon richtig das hat man mir verordnet zur Vermeitung der Übersäuerung des Blutes, Magensaft - resistenten BicaNorm davon hab ich noch nichts gehört
    Jetzt will ich fortfahren mit meinem Fall, da ich nicht weiß wo mache ich es hier in der Antwort



    Am 25.08.2010 war ich also in der Klinik .
    In der Klinik hat man mir die Neoblase aufgefüllt mit was weiß ich nicht vielleicht Luft oder Wasser, jedenfalls muß die Neoblase danach anderst geformt worden sein, den von da an war das Wasse rlassen anders. Ich spüre es nicht mehr so gut das ich Wasser lassen muß und ich muß ganz andere Bewegungen machen damit es überhaupt geht .
    In der Klinik sagte man mir das es am besten ist die Niere zu entfernen, damit war ich nicht einverstanden und bin am gleichen Tag wieder nach Hause.
    Mein Urologe sagte mir die Niere ist nicht ganz kaputt sie arbeitet noch etwas. Ich einigte mich mit Ihm das die Niere drin bleibt.
    Während der ganzen Jahre war das Ergebniss der Ultraschalluntersuchung immer gleich die Niere arbeitet noch etwas.
    Im September2014 hatte ich dann noch den Herzinfakt und habe 3 Stents bekommen
    Mit dem 3Liter am Tag drinken das klappt seit dem Herzinfakt nicht mehr.
    das wars mal


    Gruß neo2009
    Habe meine Profildaten richtig gestellt. Keine Ahnung warum das vorher falsch war vermutlich wegen Frau aber das hat sich erledigt.

  • Hallo neo2009,
    Danke für die Fortsetzung deines Berichts, das weiterschreiben in der Antwort war völlig ok, so sind deine Beiträge schön beieinander! Es ist immer toll,von Leuten zu lesen, die ihre Neoblase schon länger haben und damit recht gut klar kommen...
    Liebe Grüße
    Barbara

    Berliner (netzgestützte) Neoblase seit 4.9.2015 wegen BCG resistentem CIS, entdeckt 2014 durch NMP22 (IGEL beim Gyn)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." Catherine Ryan Hyde

  • Hallo
    Ich melde mich wiedermal.
    Ja bar65 ich hab immer Schwierigkeiten die Seite zu finden
    War dieses Jahr im Frühling nochmal im Krankenhaus hab noch einen Stent bekommen.
    von der Neoblase gibts nichts neues.Gehe jetzt regelmäßig ins Fitnißstudio
    Viele liebe Grüße
    neo2009

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