Schmerzen trotz Palladon

  • Hallo,


    ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Ich bin weiblich und 55 Jahre alt.
    Im Juli dieses Jahres wurde bei mir eine Raumforderung in der Blase festgestellt. Anfang August war ich im Krankenhaus zum CT und Zsytoskopie.
    Das Ergebnis war "ernüchternd". Ich habe ein invasives Blasenkarzinom mit Metastasierungen in die Leber und ins Bauchfell. Darüber hinaus habe ich Hautmetastasen.
    Aus dem Krankenhaus bin ich als austherapiert entlassen worden. Mit dem Urteil, dass ich in nicht allzu ferner Zukunft sterben werde habe ich mich abgefunden. Bitte keine Therapievorschläge.


    Gegen die Tumorschmerzen nehme ich im Moment Palladon 8 mg (morgens und abends) und bei Durchbruchschmerzen Palladon 2,6 mg.
    Leider habe ich neben den Tumorschmerzen heftige Unterleibsschmerzen (wie heftigste Blähungen) über den ganzen Tag. Habe bereits alle Tees und viele Medikamente (SabSimplex, Lefax, Artischocke, etc...) zur besseren Verdauung ausprobiert. Leider hat bisher nichts geholfen.


    Hat jemand hier eine Idee wie die Unterleibsschmerzen in den Griff zu bekommen sind?

  • Liebe Naturelle,


    herzlich WIllkommen bei uns im Forum, auch wenn der Grund deiner Anmeldung sehr tragisch ist und es tut mir Leid, das der Blasenkrebs erst in einem so spätem Stadium festgestellt wurde.
    In Anbetracht des Befalls des Bauchfells, der Leber sowie der anderen Metastasen können wir auch keine Therapievorschläge mehr machen, wie man Dir schon im Krankenhaus mitgeteilt hat, ist das ehr Krebs im Endstadium. Hier kann es nur noch darum gehen, Dich möglichst Schmerzfrei zu halten - dies versucht man mit Palladon, ein Morphin, welches in der Schmerztherapie oftmals eingesetzt wird.
    Leider erzeugt Morphin auch Verstopfungen - vielleicht kommen deine Unterleibsschmerzen eben durch Verstopfungen??
    Sollten es Verstopfungen sein, kämen Medikamente mit den Wirkstoffen Bisacodyl oder Lactulose in frage,


    Gruss


    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

    „I am the master of my fate, I am the captain of my soul“

  • Hallo Naturelle guten Abend. Ich begrüße Dich hier im Forum und selten war ich von der Ausgangslage betroffener. Dennoch, wir alle wissen um die heftigen Auswirkungen die auch häufig zum Tod führen.


    Es wird kaum Therapievorschläge geben nach der Schilderung. Also steht eine Palliativbehandlung als Option im Raum. Wirst Du fachärztlich palliativ betreut? In Deiner Situation ist das aus meiner Sicht unabdingbar erforderlich. Diese Fachärzte sind schmerztherapeutisch ausgebildet und auch in der Lage die entsprechenden Medikamente zu verordnen. Leider kann ich Dir diese Medikamente nicht benennen und hoffe, dass sich weitere Forenmitglieder zu Wort melden um ggfs mehr Informationen zu geben.


    Liebe Grüße
    Wolfgang

    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Lieber Andreas,



    Danke für die schnelle Antwort. Gegen Verstopfungen bekomme ich Macrogol und das funktioniert auch prima.
    Es ist nur so und es mag sich lächerlich anhören, es ist fühlt sich an wie ganz heftige Blähungen.


    Viel Grüße
    Naturelle

  • Liebe Naturelle,


    nein, keine Angst, es hört sich nicht lächerlich an. Ich denke wirklich, das dies mit dem Palladon zutun hat, denn Opiate lähmen auch die Darmmuskulatur, was dann oft schmerzhafte Blähungen führt.



    Siehe hier:



    Krebspatienten: Verstopfung durch Schmerzmitteleinnahme



    Es wäre vielleicht für Dich hilfreich, die kostenfreie Hotline anzurufen, denn ich selbst bin in dieser Frage etwas überfragt. Vielleicht melden sich auch noch andere Mitglieder wie @Chris1965.



    Gruss


    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

    „I am the master of my fate, I am the captain of my soul“

  • Liebe Naturelle,


    auch ich möchte dich bei uns im Forum herzlich begrüßen, auch wenn einem die Begrüßung fast im Halse stecken bleibt, weil es mich - und vermutlich auch alle anderen Leserinnen und Leser - sehr schmerzlich berührt, dass es für dich keine Heilung mehr gibt.


    Von den letzten Lebenswochen meiner Mutter weiß ich, dass die Schmerzen beim Blasenkrebs im Endstadium sehr unterschiedlich sind. Wir hatten für meine Mutter über den Hausarzt ein SAPV-Team beantragt und diese Ärztin und die Krankenschwester haben immer wieder die Medikamente gewechselt oder anders dosiert. Meine Tochter und ich sind kaum hinterher gekommen, immer wieder die Medikamentenpläne umzuschreiben und das lag hauptsächlich auch daran, dass jedes Medikament wieder Nebenwirkungen hervorgerufen hat, die wiederum mit einem anderen Medikament bekämpft wurden, das wiederum auch Nebenwirkungen hatte. Und dass es ganz unterschiedliche Schmerzherde gab, die wohl auch unterschiedlich auf die Schmerzmittel angesprochen haben.


    Das klingt jetzt chaotisch, aber im Prinzip ist es dem SAPV-Team schon gelungen, meine Mutter relativ schmerzfrei zu halten.


    Dass Opiate Darmlähmungen bzw. Verstopfung verursachen, könnte tatsächlich einer der Gründe für deine Schmerzen sein. Meine Mutter bekam immer wieder mal Buscopan, obwohl mir das fast lächerlich erscheint, da Buscopan ja eher ein mildes Medikament ist. Aber gegen die Blähungen hat sie es bekommen. Und dann schwöre ich persönlich auf Kümmel-Fenchel-Anis-Tee bei Blähungen. Ich hatte früher (auch ohne je Blasenkrebs gehabt zu haben) oft so schmerzhafte Blähungen, dass ich fast den Notarzt rufen wollte. Aber dieser Tee hat mir immer gut geholfen.


    Generell gilt, dass du dich in die Hände sehr guter Schmerzspezialisten begeben musst (falls du das nicht schon bist) und am besten sollten es eben ein SAPV-Team sein oder Palliativmediziner, die sich wirklich mit Krebs im Endstadium auskennen. Leider behaupten viele Hausärzte, dass sie palliativmedizinisch erfahren wären und verschreiben dann einfach nur Morphin oder Opiate. Und wissen nicht, dass man dazu etwas gegen die Übelkeit oder gegen die Darmbeschwerden geben muss.


    Es stellt sich mir die Frage, ob diese Unterleibsschmerzen nicht auch Tumorschmerzen sind? Meine Mutter hatte ja vermutlich ein Rezidiv und ist daran verstorben - aber sie klagte sehr viel über Unterleibsschmerzen und wir gehen davon aus, dass das Tumorschmerzen waren.


    Ich kann dir gerne im Anschluss noch die Medikamente auflisten, die meine Mutter bekommen hat. Aber ich denke, dass das nicht unbedingt zielführend ist. Am besten wäre es wirklich, wenn dich ein mit Krebsschmerzen erfahrenes Ärzteteam behandeln würde. Trotzdem suche ich nun mal die Medikamentenliste meiner Mutter heraus und schreibe im Anschluss die Medikamente auf, die meine Mutter bekommen hat.


    Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber ich bin hier im Forum diejenige, die für alle betet, die es nötig haben... und ich habe mir erlaubt, dich in meine Gebete einzuschließen.



    Von Herzen alles Gute und Schmerzfreiheit


    wünscht dir Christina

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