Üben ist angesagt

  • Hallo Ihr Lieben


    Am Montag morgen ging ich also in die Klinik, der Cystofix wurde gezogen und das Katheresieren konnte beginnen. Wie befürchtet klappte am Anfang überhaupt nichts. Ich war ganz schön am Boden, da Geduld nicht gerade meine Stärke ist. Meine Stomaberaterin die mich in der Klinik fast täglich besuchte, konnte mir auch nicht weiterhelfen , da Sie bisher noch keine Pouchpatientin hat.
    Zuhause angekommen bin ich fast pausenlos am üben, meine Blase fasst inzwischen ca. 250ml - 375ml. Manchmal geht es mir fast zu schnell wie sich meine Blase füllt ich muss dann schon nach einer halben Stunde den Pouch leeren. Das gute daran ist, dass sich mein Pouch bemerkbar macht indem mein Bauch fürchterlich schmerzt. Trotzdem habe ich ganz schön Muffesausen dass ich meinen Pouch nicht rechtzeitig leere und er sich zu schnell ausdehnt.
    Im Liegen klappt das Katheresieren bis jetzt am besten, im Stehen und Sitzen geht noch gar nichts. Zur Zeit teste ich viele verschiedene Katheter, mittlerweile weiß ich, dass ich einen weichen Katheter brauche.
    Einige Katheter haben eine Tiemannspitze, für was auch immer die gut sein soll.
    Ansonsten geht es mir körperlich sehr gut, nur die Bauchschmerzen sind ganz schön lästig ob mit vollem oder leerem Pouch.
    Viele Grüße


    rose

  • Guten Morgen Rose,


    manche Patienten kommen mit den Thiemann-Kathetern besser zurecht, weil diese an der Spitze feiner sind. Meiner Meinung nach werden die in den Kliniken zum Leeren des Pouch angeboten, weil Thieman Katheter für Männer optimal und deshalb reichlich vorrätig sind - denn wer hat schon einen Pouch???? :D Ich selbst benutze nur Lofric Katheter (schön weich und fertig beschichtet) mit Nelaton Spitze. Es gibt noch andere weiche gebrauchsfertige Katheter (z.B. Actreen Glys v.Braun), die für mich persönlich aber entweder zuviel Abfall bedingen oder sich nicht klein genug für Sportzwecke usw. verstauen lassen. Da musst Du wirklich suchen und ausprobieren, um den für Dich optimalen Katheter zu finden.


    Was mich wundert:
    War Dein Pouch nach Entlassung aus dem Krankenhaus immer noch an Beutel angeschlossen?
    Bei mir wurden sowohl Nabelkatheter als auch Cystofix mit Katheterstöpseln verschlossen, sodass sich der Pouch schon mal richtig füllen und allmählich dehnen konnte. Ich hatte in diesem Zeitraum nur nachts einen Beutel angeschlossen zum Durchschlafen.
    Im Übrigen wird normalerweise der Cystofix erst dann gezogen, wenn der Patient in der Lage ist, den Pouch nahezu restharnfrei oder zumindest auf befriedigende Art und Weise zu leeren. Das wurde bei mir nach jeder OP mehrmals ärztlich mittels Ultraschall kontrolliert, bevor ich entlassen wurde.


    Liebe Rose,
    mach Dir keinen Stress! Alle hier, die einen Pouch haben, leeren ihn mittlerweile problemlos - da sehe ich keinen Grund, warum Dir das nicht gelingen sollte.
    Die liegende Position beim Katheterisieren ist allerdings auf Dauer im Alltag wenig praktikabel; im Sitzen geht`s bei mir auch nicht gut. Ich stelle mich hin und zur Kontrolle drücke ich am Schluß noch etwas auf den Pouch. Meist kommt dann noch eine ordentliche Portion Urin hinterher. Auf diese Weise bleibt nahezu kein Restharn im Pouch.
    Du musst einfach weiterhin üben und auch mal den Katheter vorsichtig hoch und runter schieben, denn häufig legt er sich an die Pouchwand oder in eine Falte und dann kommt nichts.....


    Ich bin sicher, bald kannst Du über Deine Probleme nur noch schmunzeln.......


    Hexe :tanzen:

  • liebe Rose und Hexe
    bei mir wurde in Bern erst der Dk im Bauchnabel gezogen, geguckt ob sich der Zugang katheteriesieren lässt und dann der Cysto gezogen. Nach 48 Stunden Wartezeit (damit das Löchlein sich schliessen konnte), wurde der wieder eingelegte DK dann entfernt. Ich glaube, jedes KH handhabt dies ein bisschen verschieden. Ich lernte im Sitzen katheterisieren und hatte dann erst Mühe, den Winkel im liegen zu finden. Inzwischen geht es blind, ausser der Pouch ist randvoll. Rose Du bist noch jung, in ein paar Tagen lächelst Du über die Anfangshürden. Auch bei mir sind die Füllungsmengrn unterschiedlich. Ich schaffe es, auch ohne was zu trinken die ganze Nacht und zweistündlichem Entleerungsintervall morgens um halb sieben nach nur eine halben Stunde dann wieder über 500 ml in der Blase zu haben. Die Bauchschmerzen werden mit dem grösseren Dehnungsgrad weniger. Ich habe inzwischen bei 500 ml keine kollikartigen Schmerzen mehr wie am Anfang schon bei 300 ml, sondern es ist nur noch ein Bauchgrummeln.
    Gruss Krümelchen
    Rose, und immer schön fleissig üben!

    :rolli: Krümelchen
    Tetraplegikerin seit 1990, Mainz Pouch I seit 2007

  • Hallo Hexe,
    hallo Krümelchen


    Tatsächlich wird das Katheresieren von Tag zu Tag besser, im Stehen geht es jetzt schon viel besser als zu Beginn. Ich befinde mich im Augenblick noch in der Sicherheitsliga, da ich noch den Katheterschlauch trage, und sollte es mal wieder nicht klappen so kann ich einfach mein Ventil öffnen.
    Als ich im Mai in der Klinik war und der Pouch gebastelt wurde,hat man mich anschließend mit zwei Beinbeuteln entlassen, die trug ich bis zum 22.06.08. Anschließend ging ich wieder in die Klinik dort wurde mir dann ein Schlauch gezogen und das Katheresieren begann. Bis dahin hatte mein Pouch noch keinen Urin gesehen. Wenn nun alles glatt läuft, ich hundertprozentig entleeren kann, gehe ich Mitte Juli wieder in die Klinik und es wird mir der andere Schlauch gezogen.
    Wenn ich meinen Katheter zu stark bewege schmerzt der Pouch etwas hinterher.
    Ich habe ganz schön die Schnauze voll von den ewigen Klinikaufenthalten. Meine Kinder leiden enorm, besonders meine große Tochter die meint meine Rolle übernehmen zu müssen, und eigentlich damit überfordert ist.
    Aber irgendwann wird bei uns ja wieder der Alltag einziehen.
    Viele liebe Grüße


    rose