Erfahrungsbericht Neoblase (2017 38 Jahre)

  • Hallo Sascha,


    bei mir stand die Füllmenge der Pouchblase im OP-Bericht, da dieses Darmstück auf Dichtigkeit während der OP überprüft wurde. Mir wurde dies allerdings auch vom Operateur mitgeteilt.


    Nur ein Tipp, lass dir den OP-Bericht ausdrucken, vielleicht steht da etwas von der Füllmenge drin.


    LG Gabi

    Januar 2013: TUR B (pT2,G3)
    März 2013: radikale Cystektomie,Anlage Indiana Pouch,Nephrektomie li.
    Diagnose:Muskelinvasiver Blasentumor pT4a,pN0 (0/7),cM0,L1,V1,Pn1,G3,R1 (PD)
    Mai - September 2013 4 Zyklen Chemotherapie GEM/CIS
    Hoffnung ist eine Art von Glück, vielleicht das größte Glück, das diese Welt bereit hält.

    Der Weg ist das Ziel


  • So Viste war gerade ich bekomme heute noch letzten Tag 3 mal Antibiotika über die Vene.

    Morgen kommt der DK raus und ich kann Mittwoch in die AHB.

    Diagnose: pt1a -high grade, R1; Cis G3,
    Urinableitung: Neoblase seit 10.02.2017
    Operateur: Prof. Dr. Heidenreich (Uni-Klinik Köln)


    "Es kommt im Leben nicht darauf an wie viel Du austeilst, sondern darauf wie viel Du einstecken kannst!"

  • Moin Sascha,

    dann hast Du ja auch genug mitgemacht und vor allem hast Du es fast überstanden.So ein Harnwegsinfekt haut einem ganz schön zurück.Ging mir jedenfalls so.Lag damit ja auch 8 Tage im KH.Das Fieber wollte einfach nicht runter gehen. Die Psyche hatte dadurch mehr gelitten wie alle Operationen zusammen.

    Leider hatte ich auch noch 3-4 Wochen eine Nierenfistel liegen und bin dann erst wieder zur Reha.Aber seid dem keinen Infekt mehr. Jetzt muss nuuuuur noch die Kontinenz besser werden.

    Dir wünsche ich das Du in Ruhe Deine AHB beginnen kannst und danach endlich wieder bei Deiner Familie bist.


    Gruß Dieter

    22.01.16 TUR-B pT1,G2
    09.03.16 TUR-B unter PDD,Nachweis CIS
    April-Mai 16 Instillationstherapie 6mal BCG
    16.06.16 TUR-B Nachweis CIS,high risk
    25.08.16 Radikale Zystoprostatektomie und Anlage einer Neoblase
    22.11.16-13.12.16 Reha in Ratzeburg

  • Hallo Sascha,


    auch ich musste den Doc's alles aus der Nase ziehen.

    Das meiste habe ich hier erfahren.

    Art der Blase , Op Hericht habe ich erst Monate später beim Operateur per Mail angefordert.


    Unter Aufklärung verstehe ich auch was anderes.


    Danke Forum

  • Hallo zusammen,

    heute ist es dann 1 Jahr her das ich operiert worden bin. Ich muss gestehen ich war nicht oft dieses Jahr im Forum unterwegs. Ich brauchte ein wenig Abstand von dem Thema.

    Außerdem hatte ich bemerkt das mich das ganze hier nach der OP eher verunsichert hat als mir zur helfen. Das lag aber wohl eher daran das jeder seine eigene Geschichte hat und die damit einhergehenden Erfahrungen. Heute glaube ich das jeder seine eigenen Erfahrungen machen muss. Wie auch immer Ihr habt mir damals sehr geholfen gerade vor der OP und auch während meiner Genesung. Dafür will ich mich an dieser Stelle noch mal ganz herzlich bei Euch bedanken. Der Tod von Holger hat mich damals ziemlich mitgenommen und ich denke auch heute noch sehr oft an Ihn. Man kommt einfach nicht drum herum parallelen zu ziehen. So schnell kann es dann gehen.


    Aber wie dem auch sei möchte ich jedem der das hier liest und selbst betroffen ist und vielleicht Fragen direkt an mich hat ermutigen mir einfach ein Private Nachricht zu schicken.

    Ich werde per Mail informiert und werde mich umgehend bei Dir melden und Dir alle Fragen beantworten die Du an mich hast.


    Wie ist mein Jahr verlaufen.... um es kurz zu halten 2017 war das schlimmste Jahr in meinem Leben und hat unendlich viel Kraft gekostet. Es war ja nicht nur der Krebs sondern auch die nachgelagerten Dinge die mir das Gefühl gegeben haben das mich irgendjemand 2017 auf jeden Fall noch unter die Erde bekommen möchte. Ich habe das letzte mal einem alten Freund versucht mein 2017 zu erzählen und da ist mir erst mal aufgefallen wie viel scheiße mir passiert ist. Ich Liste mal kurz auf:


    Diagnose(Jan) -> 2 TURB -> NEOBlasen OP (Feb)-> Harnblaseninfekte mit hohem Fieber 3 mal an der Zahl -> auf einmal nicht mehr pinkeln können+ massive Probleme mit der Verdaung -> immer wieder wegen hyper Kontinenz in die Notaufnahme -> dann die Entscheidung zu Selbstkatheterisierung -> weiterhin massive Verdauungsprobleme -> Bandscheibenvorfall mit 1 Stationär -> weiterhin massive Probleme beim Wasserlassen sowie mit der Verdauung -> keiner konnte sich das erklären -> Im August kam dann selbst kein Urin mehr durch den DK -> endlich wieder ein Termin bei meinem Operateur bekommen. --> Lymphozele wird Diagnostiziert -> Punktion der Lymphozele löst all meine Probleme (hätte ich das mal im April gewusst) -> bei kontroll CT wird wieder ein große Flüßigkeitsansammlung festgestellt. Die Lymphozele ist zurück. --> Lymphozelenflüssigkeit entzündet sich. --> Hohes Fieber wieder Stationär --> OP der Lymphozele (Fensterung) da diese an so einer schwer zu erreichenden Stelle liegt wird Narbe wieder komplett geöffnet.

    Nachdem dies wieder verheilt war ging es mir endlich gut. Pinkel geht fast wie früher. Im stehen im sitzen wirklich super. Mit der Kontinenz auch überhaupt kein Problem. Selbst die Potenz ist dann ende Oktober plötzlich wieder da. --> Motorrad kauf (fahre seit 20 Jahren Motorrad) wollte mal wieder was für mich haben wo ich den Kopf frei bekomme. --> nach 7 Minuten "Probefahrt" werde ich an einer Kreuzung von einer Frau umgefahren. Trümmerbruch des Schlüsselbeins --> wieder Stationär --> OP Platte eingesetzt wieder nach Hause. Die ganzen Magendarm Infekte (3x) Grippen, Erkältungen usw. hab ich jetzt da mal nicht dazu geschrieben. Mit Kindern im Kindergarten ist man mit einem angeschlagenen Immunsystem dauer krank. Leider musste ich mich auch im 8.8 von meinem 1. Hund verabschieden 16 Jahre sind wir den Weg gemeinsam gegangen. Mit Ihm ist auch ein Teil von mir mit gegangen. Ich wusste das dieser Augenblick irgendwann kommen wird, aber das macht es nicht leichter.


    Aber seit ende August geht es mir gesundheitlich wirklich sehr sehr gut. Ich hoffe inständig das bleibt auch noch eine ganz lange Zeit so. Man traut dem Braten nicht. Selbst beim davon schreiben das es mir gut geht hab ich ein schlechtes Gewissen weil man Angst hat das schlechte wieder herrauf zu beschwören.


    Ich gucke jetzt nach vorne und hoffe das Beste. Ein neues Motorrad hab ich auf jeden Fall schon mal wieder. Was meiner Frau mal so gar nicht gefällt. Ich kann es verstehen, aber ich hab 2017 so vieles einfach über mich ergehen lassen so das ich mir jetzt nicht noch mein letztes Hobby nehmen lassen möchte.


    Aber alles was mit meiner Neoblase zu tun hat ist wirklich sehr sehr gut verlaufen, und das macht mich überglücklich. Ich bin sehr dankbar das ich den richtigen Operateur gefunden habe. Ich glaube natürlich auch das mein Alter mir da auch sehr sehr geholfen hat mit den ganzen Umständen wesentlich besser klar zu kommen.


    So jetzt wisst Ihr wie es mir in meinem Jahr so ergangen ist. Ich hoffe Euch geht es den Umständen entsprechend gut. Fühlt euch gedrückt.


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    Liebe Grüße

    Sascha

    Diagnose: pt1a -high grade, R1; Cis G3,
    Urinableitung: Neoblase seit 10.02.2017
    Operateur: Prof. Dr. Heidenreich (Uni-Klinik Köln)


    "Es kommt im Leben nicht darauf an wie viel Du austeilst, sondern darauf wie viel Du einstecken kannst!"

  • Mensch Sascha,


    Obwohl wir ab und an mal tickern wusste ich nur die Hälfte und den anderen Mist habe ich schon halb vergessen.


    Wie damals schon geschrieben, bewegt mich deine Geschichte sehr, was wohl am ähnlichen Alter liegt.


    Ich drücke alle Daumen und selbst die Hühneraugen mit, dass es Dir und deine Familie gut geht und es genau so weiter läuft wie es momentan ist.


    Lg Grüße Micha

    You can spend your time alone re-digesting past regrets, oh
    Or you can come to terms and realize
    You're the only one who cannot forgive yourself, oh
    Oh Makes much more sense, to live in the present tense

  • Moped fahren ist genau das richtige, möglichst mit offenem Helm durch die Gegend cruisen.

    Seitdem ich meine Yamaha VMAX verkauft habe hängt mein Vollvisierhelm von Schuberth C3 mit Bluetooth im Keller, bin ja nicht mehr mit 260 unterwegs.

    Das man heute als Mopedfahrer für alle anderen Verkehrsteilnehmer mitdenken muss scheint eine Selbstverständlichkeit geworden zu sein. Gerade jüngere Fahranfänger kennen immer noch nicht rechts vor links, blinken nur in Ausnahmefällen und fahren einem so dicht auf das man gemütlich vom Moped auf die Fahrzeughaube umsteigen kann.

    Was glaubst du wie oft ich schon Vollbremsungen machen musste, dabei aufpassen das das Vorderrad nicht blockiert. Und wer ABS hat lächelt oder fährt trotzdem voll auf.

    Es gibt schon reichlich Hauis auf unseren Strassen, deshalb, immer auf der Hut sein..


    Gruß

    Ein Systemadministrator schläft nicht. Er root!

  • Das man heute als Mopedfahrer für alle anderen Verkehrsteilnehmer mitdenken muss scheint eine Selbstverständlichkeit geworden zu sein.

    Also ich weiß nicht... mein Vater hat schon vor 40 Jahren immer zu mir gesagt, dass man als Motorradfahrer immer für die Deppen von Autofahrern mitdenken muss...



    Lieber Sascha,


    du hast viel mitgemacht im letzten Jahr, Da kann man schon mal ins Grübeln kommen. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass nach so einem schrecklichen Jahr wieder ein richtig gutes Jahr kommt. Und so wünsche ich es dir auch von Herzen!

    Was den Tod deines Hundes betrifft, so tut mir das sehr leid. Ein Haustier ist (wie) ein Famiienmitglied und es tut weh, wenn es sterben muss. 16 Jahre sind eine lange Zeit und so kannst du stolz auf dich sein, dass du ihm so ein langes Hundeleben ermöglicht hast. Ich habe eine Kollegin, die jeden Hund, den sie hat, sofort ins Tierheim bringt, sobald er "schwierig" oder krank wird. Wir schrecklich ist denn sowas!


    So einen völlig unnötigen Motorradunfall mit schlimmen Konsequenzen hatte mein Cousin auch vergangenes Jahr. Am Tag vor der Konfirmation seines Sohnes ist er mit seiner Tochter "nur schnell" mit dem Roller zum Einkaufen gefahren. Gar nicht weit und jemand hat sie beim Linksabbiegen übersehen... zum Glück ist der Tochter außer Schürfwunden nichts passiert, aber meinem Cousin wurde die Hand zerquetscht und dazu noch Rippen- und Armbrüche. Und die Hand konnte nicht mehr wieder richtig hergestellt werden...


    Also passt bitte alle immer gut auf beim Motorradfahren - auch und gerade bei kurzen Strecken.


    Nun wünsche ich dir, dass es von nun an nur noch aufwärts geht mir dir und Fortuna ihr Glückshorn über dir und deiner Familie ausschüttet!



    Liebe Grüße


    Christina

    Ich habe für meine Mutter geschrieben, bei der im Jahr 2008 Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Am 10.01.2015 ist sie im Alter von 80 Jahren daran verstorben. Da das Forum wie eine Familie für mich ist, bin ich ihm treu geblieben, obwohl mein persönlicher Schwerpunkt inzwischen ein anderer ist: Ende 2015 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert, den ich mit Operation und Strahlentherapie bekämpft habe und mit einer 10 Jahre lang dauernden Anti-Hormontherapie hoffentlich komplett ausmerzen werde.

  • Lieber Sascha,

    schön, dass du dich meldest - warst auf meiner inneren Vermisstenliste und ehrlich, ich hatte schlimmeres befürchtet. Natürlich ist das immer noch reichlich bescheiden, was du alles mitgemacht hast ... umso schöner, dass es sich nun aufwärts bewegt und das Wichtigste aus „hiesiger“ Sicht, dass deine neoblase gut funktioniert. Eine Lymphozele scheint wirklich eine vertrackte Angelegenheit zu sein, vitoatsea hat eine ähnliche Tortour wie du hinter sich bringen müssen. Entweder sind die Dinger doch so selten oder sehr schwierig zu erkennen... na ja, aber jetzt scheint es ja richtig gut zu laufen. Genieß deine Familie und das Hobby (kann deiner Frau aber gut nachfühlen). Ganz, ganz lieben Dank, dass du dich gemeldet hast!

    Lieben Gruß von Barbara

    12/2014 NMP22 (IGEL bei Gyn) positiv, 03/2015 TUR B =>CIS und floride Entzündung, 04/2015 Mapping (Hexvix) => CIS und floride Entzündung, 04/2015 BCG(6 x je 1 pro Woche) => Mapping 06/2015 => weiterCIS Blasenboden => Zystektomie 4.9.15 "Berliner Neoblase", Zystektomie pTis multifokal, R0, N0 (0/7)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." aus "Ich bleibe hier" von Catherine Ryan Hyde

  • Das mit einer Lymphozele kommt gar nicht so selten vor. Mein Prof. meinte das diese Komplikation bei 11% der operierten auftritt. Um so schlimmer das es niemand erkennt.

    Ich hatte da wirklich 16 Ärzte dran und niemand hat das im Ansatz erkannt. Mir wurde erst geholfen als ich in der Uni Klinik Köln gesessen habe und gesagt habe das ich da nicht eher weg gehe bis sich das jemand angeguckt der ein Ultraschallbild auch interpretieren kann.

    So musste ich Stunden auf den Prof. warten bis er aus einer OP raus war. Er hielt mir den Ultraschallkopf 3 Sekunden (ohne rum zu drücken) auf den Bauch und sagte sofort das ich eine Lymphozele hätte.

    Mir viel ein Stein vom Herzen endlich eine Diagnose. Als dann CT geführt die Lymphozele punktiert wurde, und diese dann 2 Liter Lymphflüssigkeit förderte war ich einfach nur noch stink sauer. Darf man sich Oberarzt der Urologie nennen wenn man 2 Liter Flüssigkeit im kleinen Becken nicht auf einem Ultraschallbild erkennt? Besonders weil meine Blase konnte es ja nicht sein weil da lag ja der DK drin das erkenne ja sogar ich auf dem Ultraschall.


    Deswegen jeder der solch eine OP hinter sich bringt und Beschwerden solcher Art bekommt bitte direkt auf die Möglichkeit einer Lymphozele hinweisen. Hätte ich davon früher gewusst hätte ich mir ein qualvolles halbes Jahr mit Sorgen und Ängsten erspart.

    Diagnose: pt1a -high grade, R1; Cis G3,
    Urinableitung: Neoblase seit 10.02.2017
    Operateur: Prof. Dr. Heidenreich (Uni-Klinik Köln)


    "Es kommt im Leben nicht darauf an wie viel Du austeilst, sondern darauf wie viel Du einstecken kannst!"

  • Hallo Sascha,

    Ich brauchte ein wenig Abstand von dem Thema.

    Außerdem hatte ich bemerkt das mich das ganze hier nach der OP eher verunsichert hat als mir zur helfen.

    also das war kein einfaches Jahr für dich und was du am Anfang deines Berichtes geschrieben hast - ich kann es verstehen. Mir ging es genauso. Ich konnte mich anfangs auch nicht mit den verschiedenen Krankheitsverläufen hier auseinandersetzen.

    Ich war so sehr mit mir beschäftigt,

    rannte von Arzt zu Arzt, um sämtliche Komplikationen,die nach so einer Operation auftreten können, in den Griff zu bekommen, zusätzlich kamen plötzlich noch andere Baustellen hinzu, die nicht unmittelbar mit dem Blasenkrebs zu tun hatten und so nebenbei ist da ja noch die Familie, die Freunde, die Arbeitskollegen, und, und, und.........., da hat man nicht mehr viel Zeit zum Nachdenken, man funktioniert einfach. Erst so etwa nach 1 Jahr, wurde mir erst bewusst, was mir da eigentlich passiert ist und ich begann so langsam die ganze Geschichte aufzuarbeiten.


    Umso mehr freue ich mich für dich, daß du nach 1 Jahr hoffnungsvoll in die Zukunft blicken kannst, daß deine Neoblase gut funktioniert, daß du endlich wieder Zeit findest für deine Hobbies und vor allem, daß du wieder für deine kleine Familie da sein kannst - das Bild sagt mehr als Worte und du wirst (hoffentlich bald) wieder dein Lachen finden - im Moment blickst du nocht etwas skeptisch ;-) , genieße einfach deine Zeit und blicke voll Zuversicht nach vorn.


    LG Gabi

    Januar 2013: TUR B (pT2,G3)
    März 2013: radikale Cystektomie,Anlage Indiana Pouch,Nephrektomie li.
    Diagnose:Muskelinvasiver Blasentumor pT4a,pN0 (0/7),cM0,L1,V1,Pn1,G3,R1 (PD)
    Mai - September 2013 4 Zyklen Chemotherapie GEM/CIS
    Hoffnung ist eine Art von Glück, vielleicht das größte Glück, das diese Welt bereit hält.

    Der Weg ist das Ziel


  • Offenbar ist das tatsächlich so, Sascha38,


    dass eine Lymphocele nach einer offenen Bauch-OP (wie eben Zystektomie) relativ oft auftreten kann. Habe ich auch auf dem harten Weg gelernt, wie du gegebenenfalls hier  vom 14.9.15 nachlesen kannst. Habe mich damals mit googeln informieren müssen, da meine Aerzte diesbezüglich auch nicht besonders kommunikativ waren - aus was für Gründen auch immer... Leider gab's auch hier im Forum keine entsprechenden Infos. Uebrigens sind möglicherweise weit mehr als nur 11% betroffen wie du schreibst, bin da im Internet auf Angaben bis zu 18% gestossen!


    Tatsache ist wie erwähnt, dass bei solchen OP's das Risiko einer Lymphocele immer besteht. Barbara bar65 hat also recht mit ihrem Hinweis, dass es bei mir ebenfalls ein echtes Problem war. Punktur war nicht möglich und erst durch eine 5-stündige(!) erneut offene Bauch-OP konnte die inzwischen nicht mehr flüssige Lymphocele herausgearbeitet werden. Empfand damals diesen Eingriff (und danach) ebenso heftig wie die Zystektomie ein Jahr zuvor. Für den Operateur offenbar auch ein höchst difiziler Eingriff.


    Wie offenbar auch bei dir: hätte mir 4 OP's mit Vollnarkose (3x Anastamosenstriktur- und eine Nephrostomie-OP) ersparen können, wenn man das Risiko schon anfänglich ernst genommen hätte. Habe damals nach Abschluss den Professor auch danach gefragt, warum das so gelaufen ist. Die Antwort (Zitat): "...ja wissen Sie, hinterher ist man ja immer klüger". Spätestens seit dann ist mein Vertrauen in die Mediziner nicht mehr grenzenlos.


    Uebrigens habe ich bereits schon mal am 16.2.17 in einem Beitrag als Antwort auf eine diesbezügliche Anfrage von Reni0703 mit vergleichbaren Problemen auf die Möglichkeit einer Lymphocele hingewiesen! Gegebenenfalls hier nachzulesen.


    Aber Kollege - wir haben's nun ja offenbar "gepackt"! Wünsche weiterhin gute Besserung und dass möglichst bald auch bei dir wieder alles perfekt funktioniert. Wie bei mir! Dazu noch mein frecher (Erfahrungs-) Tipp: aktiven Sport betreiben (Laufen, Radfahren, Schwimmen) sind möglicherweise hilfreicher als Motorsport!?

  • Liebe Leidtragende,

    das von Euch angestoßene Thema um die Lymphozele springt nun auch mich wieder an. Wenn ich Eure Geschichten lese und meine noch hinzu nehme, bekomme ich fast den Eindruck, dass Ärzte großen Respekt haben vor diesem Bindehautsack (?) gefüllt mit Lymphwasser, das nicht abfließen kann. Auch ich wunderte mich schon, dass einmal ein ausgewachsener Röntgen-Facharzt sie auf einer CT-Aufnahme nicht entdecken konnte. Schon am Ende meiner Rehazeit war auch meine Lymphozele in aller Munde, aber der leitende OA aus Großhadern wollte sie mir nicht stechen und vertraute lieber darauf, dass sie sich allmählich doch auflöst und solange nicht wirklich stört. Auch scheint das Infektionsrisiko bei diesem Eingriff beträchtlich zu sein. Auch als ich meine erste Komplikation mit Schwierigkeiten an der Anastomose und ordentlichem Fieber hatte, waren auch die Planegger Chefs nicht darauf aus, mich zu punktieren. Um es weniger spannend zu machen: Ich lebe immer noch mit meiner Lymphozele, doch habe ich inzwischen mehrere Abflussschwierigkeiten an der Aanastomose gehabt, die operativ angegangen werden mussten. Jetzt werde ich unruhig, wenn ich überlege, wie Ihr ja auch nahelegt, dass dies mit der Lymphozele zu tun haben könnte und für Euch erst die Herausnahme zur Lösung Eurer Probleme führte.

    Nun, ich habe seit einer "Schlitzung am Blasenhals" Ende August letzten Jahres eine relativ ruhige Zeit erleben dürfen und schließe daraus, dass meine Lymphozele nicht der Grund für besagte Störungen gewesen sein kann. Eventuell ist mir schon vor längerer Zeit etwas Lymphe in den rechten Teil des Hodensacks gekommen ("Oh, Sie haben da einen kleinen Wasserbruch!"); das lasse ich demnächst von meinem örtlichen Urologen genauer untersuchen. Wenns harmlos sein sollte, werde ich auch daran nicht herumstechen oder -schneiden lassen, sondern lieber mit der kleinen Macke weiterleben...

    Es grüßt in die Runde

    Uro Thelius

    2011 Urothelkarzinom pTa (G3) ; Resektionen, Blasenspülungen mit BCG; chron. Urocystitis
    2012 TUR-B und RUP und DJ-Einlage links, keine Malignität
    2013 regelmäßige Zystoskopien (ohne HEXVIX), ohne Auffälligkeiten
    2014 Zystoskopien mit unklarem Bild, jedoch ohne weitere Veranlassungen
    2015 Nachweis von pTa (G2) und erstmals Tis; Nachresektion: Blase sauber, doch pTa (G2) im Harnleiter;
    radikale Zysto-Prostatektomie, Lymphadenektomie bds., Anlage einer Ileumneoblase,
    2016 Anastomose-Korrekturen

  • Nur dieser kurze Hinweis, Uro Thelius, (dieser Thread gehört ja nicht uns...) zu dem Hinweis in deinem obigen Beitrag:

    Zitat
    Nun, ich habe seit einer "Schlitzung am Blasenhals" Ende August letzten Jahres eine relativ ruhige Zeit erleben dürfen und schließe daraus, dass meine Lymphozele nicht der Grund für besagte Störungen gewesen sein kann.

    Du hast recht, dass du dies demnächst von deinem Urologen noch einmal überprüfen lassen willst! Habe seinerzeit nach den drei "Schlitzungen" ebenfalls jeweils für Monate "ruhige Zeiten" erlebt, aber das war nur vorübergehend. Erst die totale Lymphocele-OP hat schliesslich (bis heute) mein diesbezügliches Problem gelöst. Komme daher im Gegensatz zu dir eher zu dem Schluss, dass die "Schlitzungen" wenig bis nichts bewirkt haben. Aber vielleicht sind unsere Fälle auch gar nicht vergleichbar?