400 Km Zugfahrt nach Kassel zur AHB: Machbar?

  • Hallo,


    für die AHB nach Blasenzystektomie (anstehend) scheint mir die Klinik am Kurpark in Bad Wildungen recht gut zu sein -die zweite angebotene "Vertragsklinik" meines Rentenversicherers ist die Staufenburgklinik in Durbach.


    Wahrscheinlich werde ich nach Krankenhausaufenthalt ein paar Tage zuhause sein und dann flott die AHB antreten.


    Ich hab vor, den Koffer vorher per Kurier hinsenden zu lassen und mich in den Zug zu setzen.


    Die Frage klingt vielleicht etwas seltsam: Schafft man das allein? Ist man nach Krankenhaus sozusagen autonom genug, die Fahrt samt Toilettengang mit Neoblase zu meistern?


    Vielen Dank!


    Achim


    P.S. Die Klinik im Schwarzwald ist wesentlich näher (zu SB: 2 Stunden gegenüber 4 Stunden); die Bewertungen klaffen jedoch extrem auseinander..zugunsten Reinhardshausen

  • Sporty, es wird hart, verdammt hart.


    Ich muss zugeben, ich hätte es nicht geschafft, hab mich mit dem Auto hinfahren lassen. Mir wäre es viel zu anstrengend gewesen.


    Überlege mal.. von zu Hause zum Bahnhof, (ok.. noch mit dem Taxi), Bahnsteige, warten auf Zug, 4-5 Stunden Fahrt, Bahnsteige auf und ab.. Taxi..

    und wenn du noch umsteigen willst wird es noch härter. Vergiss nicht das gerappel im Zug, die Narben.. usw.. Inkontinenz hoch 3..


    Mit dem Auto hats mich schon geschlaucht obwohl ich nicht selbst gefahren bin.


    In den ersten Tagen der AHB war ich froh wenn ich es 200, 300 Meter in den Park und zurück geschafft hatte, danach war 2 Stunden Schlaf angesagt..


    Seh zu das man dich da hin fährt, wer auch immer. So kurz nach einer solchen schweren OP (auch ohne Koffer) werfen dich um.

    Ansonsten Bad Wildung Top Adresse..


    Gruß Rainer

    ... der Pezeh ist immer nur so schlau, wie der - der davor sitzt :P

  • Dazu muss man sich die Fahrt wohl genauer ansehen:


    Von Dir aus nach Mannheim = Regionalbahn ( 1,5 Stunden )

    Mannheim - Kassel/Wilhelmshöhe = ICE ( ca. 2 Stunden )

    Kassel/Wilhelmshöhe - Bad Wildungen = Regionalbahn ( ca. 1 Stunde )


    Bei der Fahrt im ICE sehe ich weniger das Problem, aber die Toiletten in den Regionalbahnen sind nicht unbedingt die "besten" und "saubersten". Hier kann vielleicht ein Kondom-Urinal helfen. Die Umstiegszeiten liegen bei je ca. 20 Minuten, sofern es keine Verspätungen gibt - diese sollten zumindest in Kassel machbar sein, da der Bahnhof dort sehr behindertengerecht ist - an jedem Bahnsteig gibt es eine nicht sehr Steile Rampe, die zu den Gleisen führt.


    Gruss

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Nun, das mit dem auf die Toilette gehen ist ja von Mensch zu Mensch und OP Erfolg unterschiedlich. Ich hatte mir die größten Pampers reingetan die es gibt.. (bis 85 kg <X) und hab unterwegs mindestens 3 bis 4 mal anhalten lassen. Das Problem dann auf den Toiletten war, wohin mit den alten gebrauchten Einlagen.. also Plastiktüten mitnehmen und dann irgendwo entsorgen..


    Die Inkontinenz unterwegs ist ein Problem, das Hauptproblem ist aber der Stress überhaupt, man wird nervös, fahrig, zittrig, wird kraftlos,, ist einem alles viel zu viel..


    Gruß

    ... der Pezeh ist immer nur so schlau, wie der - der davor sitzt :P

  • Hallo Achim,

    ich bin nach der OP begleitet mit der Bahn nach Hause gefahren. Eigentlich sollten es 4Stunden sein, dank Orkan am Tag zuvor wurden es dann 7 Stunden.

    Das aufs Klogehen mit dem Stoma war nicht das Problem, die Kraftanstrengung war es.

    Ich war so fertig, als ich ankam, furchtbar!!!!!

    Würde ich nie!!!!! wieder machen und niemandem empfehlen.


    Ob Auto besser gewesen wäre, kann ich nicht sagen.


    Viele Grüße

    Elbfrau

  • Hallo,


    ich bin drei Wochen nach der Mainz 1 Pouch-OP mit dem ICE von Würzburg nach Hause nach Wien gefahren. Mein Urologe hatte mich damals wegen besserer OP-Technik dort nach Würzburg 'empfohlen', die Krankenkasse hat das akzeptiert. Ich fühlte mich stark genug für einen Solo-Trip und mir ist es wirklich gut gegangen. Hab im Zug den Katheter gesetzt, alles recht einfach. Erst die Zeit danach in Wien war hart. Habe auf die AHB verzichtet, das war ganz sicher ein Fehler.


    Herzliche Grüße

    Hans

    1990: Blasenkrebs und Zystektomie mit 30.
    2008: Umbau der Harnableitung in Mainz Pouch 1.
    Sehr zufrieden damit, praktisch keine Einschränkungen. :thumbsup:

  • Oooops!

    Hab mit meiner Frau gesprochen. Sie hat mich sehr wohl in Würzburg abgeholt und wir sind 1. Klasse gefahren. Es ging aber doch reibungslos. Die Fahrt allein habe ich 6 Wochen später zur Kontrolle gemacht.

    Hans

    1990: Blasenkrebs und Zystektomie mit 30.
    2008: Umbau der Harnableitung in Mainz Pouch 1.
    Sehr zufrieden damit, praktisch keine Einschränkungen. :thumbsup: