Blut im Urin, dann pT2b G3

  • Hallo zusammen,

    ich bin der Dirk...


    Etwa Mitte Juni habe ich erste Anzeichen einer Blasenentzündung selbst diagnostiziert. Es brannte etwas beim Wasserlassen. Das "hat man schon mal und wird in der Regel in ein, zwei Tagen weg getrunken"... Nach 3 oder 4 Tagen ließ dann das Brennen leicht nach und ich machte mir weiter keine Gedanken - auch nicht, als in den nächsten Tagen immer mal wieder sporadisch dies Brennen auftrat. Ich dachte auch schon daran, demnächst mal zum Arzt zu gehen...


    Anfang Juli entdeckte ich dann zu meiner großen Bestürzung nach dem Wasserlassen am Morgen, bei dem es wieder mal stark brannte, eine kleine rote Spur in der Keramik. Es dauerte dann 3 - 4 Tage, bis mich das immer häufigere Auftreten einer Blutspur zum Hausarzt trieb. Der vermutete eine Blasenentzündung, überwies mich aber vorsichthalber noch an einen Urologen. Als Medikament verschrieb er mir ein Antibiotika.


    Termin beim Urologen 2 Tage später. Gründliche Untersuchung der Prostata, Nieren und Blase mittels Abtasten und Ultraschall ergab zunächst keinen Befund. Der Urologe setzte das Antibiotika des Hausarztes ab und ersetze es durch ein anderes, das ich 10 Tage lang einnehmen sollte. Danach sollte am 12. Juli eine Blasenspiegelung durchgeführt werden.


    Die brachte ich hinter mich, wobei die eigentliche Untersuchung völlig problemlos und schmerzfrei verlief. Einzig unangenehm war die Füllung der Blase durch den Arzt. Schmerzen beim Wasserlassen, eine relative Inkontinenz und starke Blutungen setzten aber am gleichen Abend noch ein und hielten 2, fast 3 Tage an. Auch heute brennt es und es taucht eine kleine Blutspur auf. Ich nehme weiter Antibiotika und ein Schmerzmittel (das macht es relativ erträglich)


    Es wurden Wucherungen in der Blase entdeckt. Am nächsten Tag wurde eine Röntgensitzung durchgeführt. Diagnose: großer Blasentumor rechte Seitenwand/Vorderwand/Dach. Frage auf der Einweisung: TuR-B, Zystektomie?


    Einen Tag später hatte ich dann einen Termin in einer Klinik vor Ort: Einweisung zum 20. Juli. Und jetzt sitze ich hier mit meinen Gedanken. Ich habe viel im Internet gelesen. Ich weiß, daß jetzt erst nach dem Eingriff irgendetwas sicheres gesagt werden kann. Ich lenke mich zwar mit den üblichen, leicht hektischen Vorbereitungen für den Krankenhausaufenthalt ab, aber ich muss gestehen, ich hab ziemlich Schiss...

    13.07.2017, Diagnose Blasentumor nach Blasenspiegelung wegen Schmerzen und Blut beim Wasserlassen...

    21.07.2017, TuR-B im Franziskus Krankenhaus, Mönchengladbach

    27.07.2017, histologische Begutachtung: pT2b, L0, V0 - G3, dazu eine CIS-pu (prostatische Harnröhre evtl befallen)

    Fahrplan: 28.08.2017 Zystektomie, UroKlinik D'dorf-Golzheim

    danach AHB (gibts irgendwas an der See?)

  • Halle Dirk,


    ein herzliches Willkommen in unserem Forum, auch wenn auf den ersten Blick, der Grund für deine Anmeldung kein erfreulicher sein mag.


    Erstmal ist es sehr gut, dass dein Hausarzt relativ schnell eine Überweisung zum Urologen veranlaßt hat und du dort auch einen schnellen Terin incl. einer Blasenspiegelung erhalten hast - dies haben wir hier im Forum auch schon ganz anders erlebt.

    Um dir etwas die Angst zu nehmen, die Größe eines Blasentumors sagt erstmal noch nichts aus, im Jahr 2012, also vor 5 Jahren hat man bei mir auch einen riesigen Blasentumor festgestellt - dieser stellte sich dann als "Apfelgroß" heraus.

    Trotz dieser Größe ist "mein Tumor" nur auf der Blasenschleimwand gewachsen und war somit ein oberflächlicher Tumor und auch heute noch, habe ich meine Orginalblase.


    Deshalb möchte ich Dir jetzt noch einige Dinge über Blasenkrebs an die Hand geben:


    Die Harnblase ist in mehrere Schichten aufgebaut und deshalb unterscheidet man in oberflächliche und muskelinvasive Tumore

    Zu den oberflächlichen Tumoren zählen:

    - CIS

    - pTa

    - pT1

    zu den muskelinvasiven Tumoren zählen alle ab einem Stadium von pT2x

    Weiterhin gibt es dann noch das Grading, welches angibt, wie nah die Tumorzellen noch an den Orginalzellen sind.

    Dabei gibt es zwei unterschiedliche System, laut WHO z.b. nur noch in low risk oder high risk oder die Bezeichnung G1, G2 oder G3.

    Bei G1 (low risk) - Tumoren, sind die Tumorzellen noch relativ nah am Orginal und somit noch nicht so stark mutiert. G2 - Tumoren können als low bzw. high risk eingestuft werden, hier ist die Zellveränderung schon deutlich zu sehen. Bei G3 - Tumoren erkennt man kaum noch die Originalzelle.




    Bildquelle:

    This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license. Attribution: Der Reisende at the German language Wikipedia


    Bei einem oberflächlichen Tumor (CIS, pTa und pT1) kann man noch eine blasenerhaltende Therapie versuchen. Versuchen deshalb, weil Blasenkebs eine sehr hohe Rezidivwahrscheinlichkeit besitzt und diese bei ca. 70% liegt.

    Ab einem Tumorstadium von pT2 ist eine blasenerhaltende Therapie kaum noch möglich, sodass in den meißten Fällen die Blase entfernt werden muss. Dies ist zwar eine sehr große OP, aber man kann auch mit einer "Ersatzblase" noch sehr gut Leben.


    Wenn du Fragen hast, z.B. wie die TUR-B abläuft etc. dann Stelle sie, in der Regel beißen wir nicht.


    Gruss

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Hallo Dirk


    Bei mir waren die Symptome ähnlich , wie bei dir.

    Man ist im unklaren und hat, wie du schreibst " Schiss" .

    Mein oberflächlicher multivokaler Tumor war etwas kleiner als 3 cm.

    Mir hatte man den im Januar 2014 entfernt. Mitlerweile habe ich das 2. Rezidiv hinter mir und mache eine

    lokale Chemo . Zur OP ( Tur B ) an sich , kann ich dich beruhigen, man scheidet dir nicht den Bauch auf, das böse Gewebe wird über den natürlichen Ausgang entfernt . Auf einer bekannten Multimediaplattform
    gibt es darüber mehrere Videos. Bei mir hatte der letzte stationäre Krankenhaus Aufentalt gerade mal 3 Tage gedauert. Früh ins Krankenhaus Mini-OP , Tag später Schlauch ( Katheter) raus, 3 Tag nach Visite und Entlassungspapieren nach Hause. Noch ein Rat , wenn du die Papiere hast , unbedingt kopieren , oder eine Kopie anfertigen lassen. Damit kannst du einen Schwerbehinderten Ausweis beantragen .


    MfG. Bladidi

  • Danke für deine Antwort, AndreasW.


    Ja, ich wüsste schon gerne, was mich genau erwartet. Ich habe zwei Hüftoperationen hinter mir (jeweils Endoprothese) und die zweite OP, die 11 Jahre nach der ersten stattfand, habe ich recht entspannt hinter mich gebracht; die zweite REHA war tatsächlich ein erholsamer Urlaub. Will sagen, was man kennt, schreckt einen oft nicht mehr...


    Ich werde am Donnerstag Morgen um 8 Uhr ins Krkhs einziehen, wo ich (wahrscheinlich nach langer Wartezeit) erste Gespräche und Untersuchungen hinter mich bringe? Und am Freitag dann operiert werde?? Wie die OP verläuft, kann ich mir inzwischen vorstellen. Positiv wäre wohl, wenn alles schnell erledigt wäre - ausschaben, spülen, kontrollieren, fertig... schlechtester Fall wäre wohl, wenn während der TUR-B entschieden werden muss, die Blase doch komplett zu entfernen?


    Wie sehr schafft einen so eine OP? Werde ich tagelang völlig daneben rumsiechen oder wird sofort mit der Re-Mobilisierung begonnen? Wird die OP unter Vollnarkose durchgeführt, oder kann ein Spinalanästhesie gemacht werden? Man sagte mir, die sei weniger belastend und ich hab eh Probleme mit der Lunge. Wie lange bleibt der Katheder eingeführt? Ist man inkontinent durch die Belastung, und wenn ja, legt sich das (bald) wieder?


    Banale Frage: nehm ich meinen Laptop mit oder hab ich im Krkhs genug mit mir und meinen Beschwerden zu tun?

    13.07.2017, Diagnose Blasentumor nach Blasenspiegelung wegen Schmerzen und Blut beim Wasserlassen...

    21.07.2017, TuR-B im Franziskus Krankenhaus, Mönchengladbach

    27.07.2017, histologische Begutachtung: pT2b, L0, V0 - G3, dazu eine CIS-pu (prostatische Harnröhre evtl befallen)

    Fahrplan: 28.08.2017 Zystektomie, UroKlinik D'dorf-Golzheim

    danach AHB (gibts irgendwas an der See?)

  • Lieber Dirk,


    auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum! Wir werden versuchen Dir den Weg leichter und verständlicher zu machen.

    Die wichtigsten medizinischen Punkte hat Andreas Dir ja schon wunderbar erklärt, nun zu Deinen Fragen:


    Die TUR-B hat mich nie wirklich geschlaucht, eher musste ich mich zwingen, mich auch wirklich zu schonen. Und das muss man wirklich! Vor allem nichts schweres heben und viel viel viel trinken, Du hast eben eine Wunde. Ich war leichtsinnig und landete wegen starker Blutungen via Notaufnahme für drei weitere Tage im Krankenhaus und bekam einen Spülkateter. Das braucht man nun wirklich nicht!


    Ich konnte mir immer aussuchen ob Vollnarkose oder Spinalanästhesie. Ich habe für TUR-B's immer die Spinal-, bzw. Periduralanästhesie genommen und mich zusätzlich sedieren lassen, also mit bisschen Betäubung zum "nix sehen, nix höre, bisschen schlafen". Danach bist Du gleich wieder hellwach und nur die Beine und der Unterleib waren länger betäubt. Das fand ich optimal. Eine Vollnarkose fand ich bei den folgenden großen OP's doch ganz schön anstrengend.


    Katheter lag meist 2 Tage und hat mich nicht gestört. Man gewöhnt sich daran und auch damit zu laufen und zu schlafen.


    Aufstehen musste ich immer, sobald die Narkose aus den Beinen war und ich diese bemerkt habe, ca. 5 Stunden nach OP, schätze ich mal.


    Tja, den Laptop habe ich zu Hause gelassen, da er definitiv nicht in den Safe passte. Es wird, sogar auf der Komfortstation, geklaut sobald sich die Gelegenheit ergibt. Nicht vom Personal, sondern es schleichen seltsame Typen von außen rein. Das Smartfone aus dem Nachbarzimmer löste einen Polizeieinsatz aus, gefunden wurde der Typ trotz Personenbeschreibung nicht. Würd ich mir genau überlegen.

    Auf der anderen Seite: es ist wirklich wirklich langweilig im Krankenhaus!


    Toi toi toi, alles Gute und hoffentlich ein schöner Befund,

    wünscht das Mandelauge


    By the way: auch mit neuer Blase lebt es sich, jedenfalls in meinem Fall, fantastisch und im Regelfall mindestens gut. Ausnahmen gibt es leider immer, ich hatte riesiges Glück und die allerallerbesten Ärzte <3

  • Lieber Dirk,


    ich werde jetzt mal alle deine Fragen abarbeiten:


    1. Narkose:

    Du wirst ein Gespräch mit dem Narkosearzt haben, dieser wird Dich vor die Wahl stellen, ob du die OP mit einer Spinalanästhesie oder einer Vollnarkose angehen möchtest. Beides ist möglich.

    2. TUR-B selbst und die ersten Tage danach:

    Insgesamt wird der Krankenhausaufenthalt ca. 4 Tage dauern, direkt nach der OP wird Dir ein Katheter gelegt und über diesen wird die Blase mit einer Kochsalzlösung gespült. Diese Spülung wird solange durchgeführt bis der Urin wieder relativ klar ist ... meißt ist dies am anderen Tag der Fall.

    Ab diesem Zeitpunkt bist du wieder mobil und kannst "Spazieren" gehen - trotz Katheter ist dies gut machbar (für uns Männer bietet sich eine "kurze Schlafanzughose" an + einen leichten Bademantel (etc.).

    Du solltest sobald die Spülung beendet ist, wirklich Anfangen mit sehr viel Trinken - je mehr, je besser. Tee´s und stilles Mineralwasser sind für die nächsten Wochen deine engen Begleiter - die Trinkmenge sollte bei sommerlichen Temperaturen mindestens 4 Liter am Tag betragen.

    Auch wenn du "äusserlich" die Wunde und Narbe nicht siehst - dennoch ist diese Vorhanden und deshalb achte bitte darauf, das du dich schonst - denn sonst wird dich die Blase ganz schnell bestrafen und du wirst anfangen, reichlich Blut zu pinkeln!!!


    Dadurch, das die Blase noch sehr gereizt ist, wirst du häufig auf die Toilette müssen, das schränkt deine Bewegungsfreiheit für die nächsten 2 Wochen etwas ein - aber schon nach ca. einer Woche wirst du merken, dass es von Tag zu Tag immer besser wird.

    14 Tage nach der OP kannst du dann langsam wieder Anfangen dich etwas, aber dennoch vorsichtig zu belasten.


    Gruss

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Danke für eure Kommentare, Bladidi, Mandelauge und AndreasW...


    Was mich verwirrt ist, dass ich momentan ein wirklich starkes Brennen beim Wasserlassen mit regelmäßigen Blutbeimengungen habe. Ich nehme jetzt schon reichlich lange Antibiotika (über 15 Tage) - das Brennen bleibt. Und - was blutet denn da? Und wieso tun die bösen letzten zwei, drei Tropfen (die fast immer Blut sind) immer so scheußlich weh?


    Dass die erfolgte Blasenspiegelung den Bereich stark irritiert war mir klar, aber jetzt reichts dann auch...


    Ich weiß auch nicht, ob ich jetzt nur übersensibel bin oder nicht - jedenfalls hab ich nen Dauerschmerz im Unterbauch beim Gehen und überfallartige Harndränge die mich in der Stadt panisch werden lassen. Ich werde das Ganze auf mich zukommen lassen, was bleibt mir auch anderes übrig. Irgendwie bin ich ganz froh, daß alles so ein bisschen plötzlich kommt...


    Ich bin jetzt umgestiegen auf ganz dünnen Tee und klares Wasser. Ich liebe Sprudelwasser, aber das lasse ich jetzt besser bleiben. Ich halte mich an einen Spruch fest, den ich in den letzten Tagen irgendwo gelesen habe... "Besser nen Tumor in der Blase als im Hirn. Die Blase können sie meinetwegen ganz wegnehmen..."


    Gruss, Dirk.R

    13.07.2017, Diagnose Blasentumor nach Blasenspiegelung wegen Schmerzen und Blut beim Wasserlassen...

    21.07.2017, TuR-B im Franziskus Krankenhaus, Mönchengladbach

    27.07.2017, histologische Begutachtung: pT2b, L0, V0 - G3, dazu eine CIS-pu (prostatische Harnröhre evtl befallen)

    Fahrplan: 28.08.2017 Zystektomie, UroKlinik D'dorf-Golzheim

    danach AHB (gibts irgendwas an der See?)

  • Hallo Dirk,


    ich habe letzte Woche Montag die TUR-B über mich ergehen lassen. Es ist natürlich eine OP, aber es gibt wahrlich Schlimmeres. Ich hatte die Vollnarkose gewählt. Blöde an der Angelegenheit ist hauptsächlich die Warterei auf das Ergebnis, die Histologie. Ich habe zwar noch nichts in der Hand, aber am Entlassungstag ist mir gesagt worden, dass keine bösartigen Zellen gefunden worden sind. Also das gibt es auch. Daher schmeiß die Flinte noch nicht gänzlich ins Korn. Und ich bin wahrlich kein ausgemachtes Glückskind. Fortgeschrittenen Prostatakrebs habe ich seit 2012.


    Alles Gute für Dich


    Werner

  • Danke für eure Kommentare, Old Joe und Laika


    Im Moment ist mir wichtig, dass überhaupt etwas getan wird, denn so kanns nicht weitergehen... alle halbe bis dreiviertel Stunde überfällt mich meine Blase schwallartig, es brennt höllisch und bei den letzten Tropfen wird mir fast schwarz vor den Augen... Ich weiss nicht wieso, aber ich habe mit einem längeren Aufenthalt in der Klinik gerechnet. 3 - 4 Tage? Ab Op? Bin ich vielleicht Montag oder Dienstag wieder zu Hause...


    Ich wird mich gegen eine Vollnarkose entscheiden, wenn man es mir anbietet. Und den Laptop lass ich wohl auch erstmal zu Hause stehen.


    Danke für eure aufbauende Worte! Ich meld mich dann erstmal ab - und dann wieder, wenn ich zu Hause bin


    Bis dahin... Dirk.R

    13.07.2017, Diagnose Blasentumor nach Blasenspiegelung wegen Schmerzen und Blut beim Wasserlassen...

    21.07.2017, TuR-B im Franziskus Krankenhaus, Mönchengladbach

    27.07.2017, histologische Begutachtung: pT2b, L0, V0 - G3, dazu eine CIS-pu (prostatische Harnröhre evtl befallen)

    Fahrplan: 28.08.2017 Zystektomie, UroKlinik D'dorf-Golzheim

    danach AHB (gibts irgendwas an der See?)

  • Moin Dirk,

    bevor Du einfährst rate ich Dir, möglichst sachlich an den Eingriff zu gehen. Nur so gibt es Klarheit und nur so eine schlüssige Therapie. Der Verzicht auf die Vollnarkose ermöglicht es Dir während des Eingriffs Informationen vom Arzt zu bekommen ggfs einen Blick auf den Monitor zu werfen. Und natürlich nach dem Eingriff schnell wieder fit zu sein.


    Alles Gute und liebe Grüße

    Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo liebes Forum :)

    Ich bin heute mittag, nach viereinhalb Tagen, aus dem Krankenhaus entlassen worden. Hier Auszüge aus dem Schreiben der Klinik an meinen Urologen:


    "Diagnose: Erstdiagnose eines Urothelkarzinoms der Harnblae, Tumorstadium folgt.


    Therapie: 21.07.2017 transurethrale Resektion der Harnblase


    Histologie: folgt


    Verlauf/Epikrise: Stationäre Aufnahme erfolgte zur geplanten TuR-B bei zystoskopischem Verdacht auf ein Urothelkarzinom der Harnblase.


    Urosonographische Aufnahmeuntersuchung zeigte bis auf eine Raumforderung der rechten Harnblasenwand keine pathologischen Veränderungen. Die Laborparameter inklusive Blutbild, klinischer Chemie und Gerinnung waren normwertig. Die Urinuntersuchung bei Aufnahme zeigte einen Harnwegsinfekt, welcher im Verlauf (...) behandelt wurde.


    Nach entsprechender präoperativer Vorbereitung führten wir am 21.07.2017 die TuR-B durch. Intra- und postoperativer Verlauf waren komplikationslos. Der einliegende transurethrale Dauerkatheder konnte zeitgerecht entfernt werden. Blase konnte danach spontan und restharnfrei entleert werden.


    Ein ausführlicher Arztbericht folgt."


    Dää! Am Donnerstag hab ich dann einen Termin zur Besprechung des histologischen Befunds der Pathologie. Erstmal drüber schlafen und mir dann die wichtigen Fragen überlegen, die ich zu stellen habe...


    Liebe Grüße

    13.07.2017, Diagnose Blasentumor nach Blasenspiegelung wegen Schmerzen und Blut beim Wasserlassen...

    21.07.2017, TuR-B im Franziskus Krankenhaus, Mönchengladbach

    27.07.2017, histologische Begutachtung: pT2b, L0, V0 - G3, dazu eine CIS-pu (prostatische Harnröhre evtl befallen)

    Fahrplan: 28.08.2017 Zystektomie, UroKlinik D'dorf-Golzheim

    danach AHB (gibts irgendwas an der See?)

  • Moin Dirk,

    alle Fragen die sich stellen werden davon abhängen wie der Befund aussieht. Lass ihn Dir unbedingt aushändigen.


    Gruß

    Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo Forum


    Tja, heute war der Tag an dem der histologische Befund und das weitere Vorgehen besprochen wurde. Leider hatte ich wohl kein Glück - die Blase muss zeitnah raus. Und nicht nur das... jenachdem wie der Befund des prostatischen Harnleiters aussieht, kann ich wohl auch eine Neoblase vergessen. Es wurde besprochen, daß ein CT gemacht wird, in dem das evtl schon vorab geklärt werden kann. Ansonsten solle das wohl ad hoc während der OP entschieden werden...


    Für die unumgängliche OP gibts ein kleines Problem. Ich leide an COPD2 und an einer Schlafapnoe (die aber nie in einem Schlaflabor untersucht wurde) und deshalb wird wohl die Vollnarkose problematisch. "Aber das wäre kein Problem - müssen wir halt umso vorsichtiger sein, was ihren Aufenthalt auf der Intensivstation um etwa einen Tag verlängern wird", so die Aussage des Arztes...


    Der Fahrplan für mich schaut wohl so aus, dass ich "zeitnah" von meinem Urologen ein CT (Thorax/Abdomen/Becken) machen lasse... ausserdem eine Coloskopie ("einfach nur um sicherzugehen, daß sich da nicht noch ein Nebenschauplatz öffnet") und dann ab zur OP.


    Ich werde das wohl "heimatnah" in der St. Franziskus Klinik, Mönchengladbach, machen lassen. Die Klinik hat allerdings gar keine gute Bewertung im Internet, wobei ich überhaupt nix Schlechtes sagen kann über die knapp 5 Tage die ich jetzt für die TuR-B dort war.


    Ich bin einigermassen am Boden und werde mir jetzt eine Flasche Wein öffnen, die ich lieber auf gute Nachrichten geöffnet hätte...


    Hier die Begutachtung der 3 eingeschickten Proben:


    13.07.2017, Diagnose Blasentumor nach Blasenspiegelung wegen Schmerzen und Blut beim Wasserlassen...

    21.07.2017, TuR-B im Franziskus Krankenhaus, Mönchengladbach

    27.07.2017, histologische Begutachtung: pT2b, L0, V0 - G3, dazu eine CIS-pu (prostatische Harnröhre evtl befallen)

    Fahrplan: 28.08.2017 Zystektomie, UroKlinik D'dorf-Golzheim

    danach AHB (gibts irgendwas an der See?)

  • Hallo Dirk,

    es sind Faktoren, die eine OP nicht im Geringsten in Zweifel ziehen. Dennoch möchte ich Dir empfehlen, die Klinik zu überdenken. Düsseldorf ist nicht weit entfernt und könnte eine Alternative sein. Trinke jetzt Deinen Wein und kümmere Dich ab morgen um die Termine und die Wahl der Klinik.


    Gruß Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hi Dirk,

    na ja, der Befund ist nicht so, wie du dir ihn wohl gewünscht hättest. Aber auch damit kann man gut weiterleben.

    Ich kenne das, denn nach meiner TUR-B (03/2013) stand ich vor einem ähnlichen Befund. Ich hätte zwar noch eine Option auf eine Neoblase gehabt - das entscheidet sich ja eh erst bei der OP - aber ich habe mich schon vor der OP bewusst für ein Urostoma entschieden.

    Die Gründe habe ich des öfteren hier im Forum erwähnt.

    Ein Urostoma ist nix schlimmes und behindert mich fast gar nicht.

    Ich hoffe, dass es mit der Anästhesie problemlos klappt, denn die OP dauert ja mind. 3-4 Std.

    Dir alles Gute

    Harald

  • Lieber Dirk,


    wir haben es hier mit zwei Tumoren zutun, die man auch unabhänig voneinander betrachten muss.


    Zum einen haben wir es am Blasendach mit einem pT2b G3 zutun, hier besteht effektiv keine Möglichkeit mehr, die Blase zu erhalten - damit kommt nur noch eine Blasenentfernung in Frage.

    Somit kommt jetzt der zweite Tumor in den Blickwinkel, in deiner Harnröhre hat man noch ein CIS-pu entdeckt - dies könnte eine Neoblase unmöglich machen, sodass dann ein Urostoma die bessere alternative wäre.


    Sicherlich sind beide Befunde nicht das, was man sich als Betroffener wünscht - aber leider Fragt das Leben nicht danach, was wir uns wünschen - sondern teilt uns Karten aus, mit denen wir Spielen müssen. Egal welche Harnableitung es letztlich wird, muss dann auf die endgültige Histologie geschaut werden.

    Wenn auch dort der Befund L0; V0; R0 und M0 steht, dann kommst du um eine Chemo im Anschluss an die OP herum.


    Bezüglich der Klinikwahl: Anhand der Bewertungen des St. Franziskus Klinik, Mönchengladbach würde ich die Klinikwahl auch überdenken - denn so gut ist die Bewertung der Urologie nicht. Von daher kann eine andere Klinik die bessere Wahl sein.


    Gruss

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Hallo Dirk,

    ich komme aus Düsseldorf und habe meine Neoblase in der Paracelsusklinik in D-Golzheim erhalten. Das ist eine rein urologische Klinik. Das Haus in MG kenne ich nicht. Meine Erfahrungen in D waren aber gut. Ärzte und Pfleger waren meiner Meinung nach top!


    Ich wünsche Dir egal wie Du Dich entscheidest alles gute!

    Viele Grüße


    Carlo


    --------------------


    Alles ist relativ relativ.
    Befund 03/2012: pT3 G3, Rest 0
    Therapie: Neoblase, adjuvante Chemo

  • Hallo ihr Lieben, danke für eure Kommentare...


    wolfgangm die Klinikwahl ist problematisch. Wie soll ich die medizinische Qualität beurteilen? (dazu weiter unten mehr) Wie kommt man mit einem Conduit klar? Banale Frage: gehst du schwimmen?


    phrixos eine Harnableitung egal welcher Art ausser über den Harnleiter/Penis stellt für mich eine weitere Stufe des Schreckens dar. Mit dem Gedanken an die Entfernung der Blase hatte ich mich fast schon angefreundet - auch an die wahrscheinlich umständliche Zeit danach mit dem Training der Neoblase... aber der Gedanke an ein Stoma erschreckt mich sehr...


    AndreasW wie gesagt, ich klammere mich z.Zt. noch an die Hoffnung, dass nach dem nächsten CT noch Hoffnung für eine Neoblase bleibt. Ich werde sicher versuchen, mit einem Stoma umzugehen, aber die Neoblase erscheint mir erstrebenswert mindestens zu versuchen, oder?

    Das mit L0; V0; R0; M0 oder wie bei dir Rx blick ich noch nicht durch. Auch hab ich mich noch nicht so richtig mit den Behandlungen nach der Zystektomie auseinandergesetzt.

    Bezüglich der Klinikwahl steh ich bisschen auf dem Schlauch... wie soll man sich in der Kürze der Zeit entscheiden. Auf der Seite mit den Klinikbewertungen findet man selbst bei der allerbesten Kritiken auch immer wieder haarsträubendes dazwischen...


    carlo danke für deine Empfehlung! was ich so auf die Schnelle in Erfahrung bringen konnte, lässt mich diese Klinik in nähere Wahl ziehen. Wann warst du dort? Und wieso wurde es nicht die Uni-Klinik? Kannst du das mit dem "schlechten Essen" und der "katastrofalen WC-Situation" bestätigen?


    Wie lange ist zur Zeit die Verweildauer in der Klinik für eine solche OP in etwa? Vor etwa 4 Jahren hiess es hier im Forum "14 bis 20 Tage"... hat sich da was geändert? Und wie siehts mit einer AHB aus? Die geht ja dann wohl auch 3-4 Wochen, oder? Wer kann mir etwas über diese Zeit sagen?


    Ist es vermessen in meiner Situation bei einem doch recht langen Klinikaufenthalt, nach der Ausstattung der Zimmer zu fragen? Schlechtes Essen ist mir zB ein Graus (ok, wem nicht?) und soll ich 1 Toilette für 6 Mann akzeptieren, weil eine Klinik tolle Kritiken hat (aber immer zB Essen und Ausstattung reklamiert wird?)


    Ganz allgemein gehts mir zur Zeit schlecht. Nicht nur körperlich, sondern vor allem mit meinem Kopfkino das ich nur schwer in den Griff bekomme. Dazu kommt, daß eine Menge zu organisieren ist, womit ich mich im Moment überfordert fühle.


    Leicht verpeilte Grüße...

    13.07.2017, Diagnose Blasentumor nach Blasenspiegelung wegen Schmerzen und Blut beim Wasserlassen...

    21.07.2017, TuR-B im Franziskus Krankenhaus, Mönchengladbach

    27.07.2017, histologische Begutachtung: pT2b, L0, V0 - G3, dazu eine CIS-pu (prostatische Harnröhre evtl befallen)

    Fahrplan: 28.08.2017 Zystektomie, UroKlinik D'dorf-Golzheim

    danach AHB (gibts irgendwas an der See?)

  • Moin Dirk


    Also mir wäre das Essen sch..ß egal, wenn da gute Mediziner sind und so lange die Toiletten sauber sind, brauche ich keine für mich alleine.


    Fred ist damals in die UK Lübeck gegangen, kein super modernes Gebäude und Toilette auch immer für 2 Personen. Ehrlich, egal aber ein super Arzt und professionelles Pflegepersonal die Ihm die ersten Tage nach der OP wirklich positiv gestaltet haben.


    Fred ist übrigens mit seinem Stoma schwimmen gegangen und nach der Chemo wieder ins Rallyauto gestiegen. er fand seinen Beutel beim Motorsport sogar praktisch, nicht ewig aus den Overall und der feuerfesten Unterwäschen pellen :-) Sein Humor damit umzugehen. Klar, war ein Stoma nicht seine erste Wahl ab im Nachhinein war er ganz froh darüber. Letztendlich war es ihm auch egal, er wollte für seine Kinder leben und da gab es für ihn gar keine Diskussion. Das Ding muss raus!!!


    Ich hoffe für Dich, dass Du es schaffst Entscheidungen zu treffen und nicht ein ewiger Suchender bleibst.


    Liebe Grüsse

    Tatjana

    Fred Lutz, geb. 02.01.1950 :: gest. 24.04.2011
    Sein Lebensmotto: Wenn der Sand abgelaufen ist, ist er abgelaufen.

  • Lieber Dirk,


    ich will nicht eine direkte Empfehlung für eine Klinik geben. Ich leite ein Düsseldorf eine Selbsthilfegruppe zum Thema Blasenkrebs. Da sind Menschen dabei, die gute Erfahrungen in der Uni, im Marienhospital und in den Paracelsuskliniken gemacht haben. Alle Kliniken sind gut. Ich selbst lag als Notfall im Frühjahr in der Uni, habe mich aber in die Paracelsusklinik bringen lassen. Der Arzt der Uni (Dr. Niegisch), der mich bei der Gründung der Selbsthilfegruppe sehr unterstützt hat und auch sicher eine Kapazität ist, hat mich bei meinem Entschluss unterstützt.

    Ich habe die Situation als Patient nicht sehr gut befunden. Essen war ok, die Toiletten auch.


    Ich empfehle Dir nur, Dich in eine Klinik zu begeben, die Erfahrungen mit solchen OPs hat. Und nach den Fallzahlen für die Neoblase ist da Golzheim führend.

    Die Zimmer sind auch mehr als ok. Aber noch besser fand ich die Ärzte und das Pflegepersonal.

    Viele Grüße


    Carlo


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    Alles ist relativ relativ.
    Befund 03/2012: pT3 G3, Rest 0
    Therapie: Neoblase, adjuvante Chemo