Vorstellung meinerseits, Mutter ist an Blasenkrebs erkrankt

  • Hallo,


    danke für die Aufnahme in´s Forum.


    Vorab entschuldige ich mich schon mal, wenn ich nicht sofort auf evtl. aufkommende Fragen hier immer gleich antworten kann. ich kann nicht so oft hier sein.


    Mein Name ist Michaela, ich bin 45 Jahre alt und meine Mutter (72) ist an Blasenkrebs erkrankt. Leider weiß ich nicht 100%ig ihren Status weshalb ich bei der Anmeldung einen Status angenommen habe von dem ich annehme das er passt.


    Sie hat Blasenkrebs mit Metastasen in verschiedenen Bereichen. Lymphknoten, Lunge (wurde schon 2x operiert da man erst davon aus ging das dies der Haupttumor sei), Darm.

    Es wurde bereits eine Teilentfernung des Tumors in der Blase ebenfalls gemacht.

    Eine große OP bei der alles raus müsste, lehnt meine Mutter ab. Von Ärzten wurde ihr ebenfalls davon abgeraten da bei ihr noch andere Erkrankungen vorliegen und sie diese große OP evtl. nicht überleben würde.


    Sie hat außerdem eine Venenerkrankung, wurde hier auch schon mehrfach operiert, eine Schilddrüsenunterfunktion sowie grauen oder grünen Star, weiß ich jetzt gerade nicht genau.


    Im September letzten Jahres hat ihr ein Arzt eine voraussichtliche Lebenserwartung von 4 Monaten prognostiziert. Ihr Plan ist es, wenn es soweit ist, in ein Hospitz zu gehen. Ich hoffe das ich diese schwere Zeit gemeinsam mit ihr durchstehe.

    Noch geht es ihr den Umständen entsprechend einigermaßen, sie ist noch zu Hause und kann sich selbst versorgen.


    Ich habe mich hier angemeldet weil ich schon öfter hier gelesen habe und nun gerne einmal aktiv werden wollte.


    Grüße

    Michaela

  • Hallo Michaela,

    trotz der bedrückenden Einleitung möchte ich Dich herzlich begrüßen im Forum. Nachdem Deine Schilderung besagt, dass eine auf Heilung ausgerichtete Therapie nicht mehr erfolgen wird/kann ist lediglich die Palliativmedizin gefordert. Schmerzen lindern und auf den Tod warten. Der derzeitige Zustand wird sich vermutlich in absehbarer Zeit verändern und unter Umständen sehr rasant. Sprecht mit eurem Arzt und lasst euch eine Überweisung für ein Palliativteam (SAPV Team) geben damit ihr sobald es notwendig wird handeln könnt.


    http://www.palliativteam-hanau.de/


    Liebe Grüsse Wolfgang

    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Moin Michaela


    Dein Beitrag wirkt schon sehr aufgeräumt, was in solch ein Lebensphase sehr hilfreich ist auch wenn es andere Momente gibt.


    Habt Ihr soweit alles geregelt und besprochen? Damit meine ich Vorsorgevollmachten, Patientenverfügung etc.


    Weiterhin ist es oft wirklich hilfreich, sich vorab einige Hospize anzuschauen. Damit man nicht plötzlich hilflos dasteht und nicht weiß

    wohin jetzt. Die Hospize bieten oft Kennlerntermine an und nehmen einen auch so ein Stück Angst. Ich habe Betroffene erlebt, die dann doch

    früher ins Hospiz gingen wie geplant.


    Es wäre schön, wenn der Euch begleitende Arzt auch Palliativmediziner ist, diese Zusatzausbildung ist Gold wert für die betroffenen Patienten und auch

    Familien. Wichtig wird es sein, dass Deine Mutter wirklich schmerzfrei ist und bleiben kann. Der Sterbeprozess ist anstrengend genug und auch für die Angehörigen nicht einfach.


    Im Gegensatz zu Wolfgang möchte ich seinen Satz "Schmerzen lindern und auf den Tod warten" relativieren. Schmerzen lindern ja aber bis zum Tod leben und nicht warten. Keiner von uns weiß wann er um die Ecke kommt, letztendlich weiß man bei Deiner Mutter nur es wird bald sein. Bis dahin lebt einfach, verbringt Zeit miteinander und geht Euch auch mal aus den Weg. Man glaub es kaum aber man kann sich auch in solch einer Situation auf den Wecker gehen.


    Wenn Ihr könnt, besprecht auch Dinge wie Beisetzung und Wünsche die da noch im Raum sind. Ich habe immer erlebt, dass der Kranke gerne noch seinen Anteil dazu beitragen möchte. Fred gab uns seine Wünsche und Ideen, diese wurden dann so umgesetzt. Es erfüllte einen trotz aller Trauer auch mit Freude, es genau so zumachen und jetzt Jahre später ist es ein gutes Gefühl.


    Wenn Du Fragen hast, melde Dich.... wir sind auch aufn letzten Pfad für unsere Forumsteilnehmer da.


    Ganz liebe Grüße


    Tatjana

  • Vielen Dank für Euren Zuspruch, meine Mutter hat alles selbst geregelt, so wie sie es wollte. Kontakt zur Palliativstelle ist ebenfalls bereits aufgenommen.


    Ich hoffe natürlich das es ihr noch lange gut geht, soweit man das in so einer Situation überhaupt sagen kann "gut gehen" meine ich. Alles dreht sich natürlich nur noch um die Krankheit, was enorm belastend ist, aber da erzähle ich euch natürlich nichts Neues.


    Grüße

    Michaela

  • Hallo,


    vorletzte Woche hatte meine Mutter mal wieder Untersuchung zur Feststellung wie weit der Tumor inzwischen fortgeschritten ist. Natürlich ist er gewachsen ;-(


    Da die Organischen Werte noch ganz gut sind, hat ihr Arzt ihr nun vorgeschlagen, das man nochmal einen Teil des Tumors in der Blase entfernen könnte um einfach noch etwas mehr Zeit zu gewinnen.


    Sie will diesen Schritt nun im Oktober, der Arzt meint man könne solange noch warten, angehen. Ich hoffe natürlich das wir sie noch ganz lange bei uns behalten können und werde sie natürlich unterstützen wo ich kann.


    Grüße

    Michaela

  • Hallo,


    auch ich wollte mich mal wieder melden. Wir feiern bald das zweite gemeinsames Weihnachten nach der Diagnose, ein kleines Wunder, wurde meiner Mutter doch noch eine Restlebenszeit bis Mai 2017 prognostiziert.


    Sie lebt noch zu Hause in ihren eigenen 4 Wänden, wenn auch der Alltag ihr immer schwerer fällt. Sie ist eine sehr disziplinierte Person was sicherlich in der Situation hilft.


    Eine Teiloperation konnte doch nicht mehr statt finden da bei der letzten Untersuchung festgestellt wurde, das sich der Blasentumor verkapselt hat. Der Arzt will nun

    weiter abwarten.


    Ich kann gar nicht beurteilen ob das in ihrer Situation "gut" oder "schlecht" ist.


    Wir hoffen nun alle auf eine schöne Weihnachtszeit und diese möchte ich euch auch wünschen. Vielleicht mal ein paar Minuten oder Stunden im Kreis der Lieben die Krankheit in den Hintergrund treten lassen und einfach die Gemeinsamkeit genießen.


    In diesem Sinne eine schöne Weihnachtszeit allen.


    Michaela

  • Dieses Thema enthält 7 weitere Beiträge die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registriere dich oder melde dich an um diese lesen zu können.