multifokales Harnblasenkarzinom pt2G3 mit Infiltration der prostatischen urethra und Lungenmetastasn

  • Liebe Astrid,


    aus deinen Zeilen schreit es so sehr nach Hilfe, dass mir das Herz direkt weh tut. Aber wir können hier nur lesen und mit dir fühlen, helfen können wir dir nicht. Der Befund deines Vaters kann im Prinzip nicht schöngeredet werden und wenn dein Vater weiterhin beschließt, sich keiner Zystektomie zu unterziehen oder sich nicht behandeln zu lassen, wird er nicht mehr lange leben. Und ja... auch wenn er sich behandeln lässt, fürchte ich, dass seine Heilungschancen nur mehr gering sind.


    Das, was du jetzt machen musst, ist FÜR DICH zu sorgen. Dein Vater hat für sich entschieden, den Kopf in den Sand zu stecken und du gehst dabei zugrunde. Das kann es nicht sein, auch wenn du ihn noch so lieb hast. Er würde auch nicht wollen, dass du für ihn so leidest. Ich finde es gut, dass nun erst mal dein Bruder bei eurem Vater ist, denn wenn man Geschwister hat, sollte man sich tunlichst diese schreckliche "Verantwortung" schwerstkranken Eltern gegenüber teilen. Und du solltest dir meines Erachtens irgendwie Hilfe suchen - in einer Onkologischen Angehörigengruppe oder bei einer Psychotherapie. Die Belastung, deinen todkranken Vater 450 Kilometer weit weg zu wissen, wird dich sonst auffressen.


    Auch die Lebensgefährtin deines Vaters sollte sich da nicht heraushalten - es ist nur die Frage, ob sie überhaupt weiß, wie schlimm es um deinen Vater steht. Du hast auch irgendwann geschrieben, dass es die Aufgabe der Ärzte wäre, den Patienten aufzuklären. Aber wenn jemand die Diagnose nicht wahrhaben will, haben die Ärzte auch keine Möglichkeit, durch diese "Sturheit" durchzudringen. Meiner Mutter konnten die Ärzte sagen, was sie wollten - meine Mutter hat es ihnen nie gelaubt. Weder die negativen Dinge noch die positiven. Als der Arzt zu ihr sagte, dass sie nur noch eine Niere habe (die andere war vom Krebs zerfressen und nurmehr ein leerer Sack), da lachte sie ihm ins Gesicht und sagte: "So ein Unsinn, bis gestern hatte ich noch zwei Nieren!"


    Ich kann nur das tun, was ich imme tue: Für dich und deinen Vater beten und das beste für ihn hoffen... aber du musst jetzt wirklich gut auf dich selbst aufpassen, um nicht unterzugehen!



    Liebe Grüße


    Christina

    Ich habe für meine Mutter geschrieben, bei der im Jahr 2008 Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Am 10.01.2015 ist sie im Alter von 80 Jahren daran verstorben. Da das Forum wie eine Familie für mich ist, bin ich ihm treu geblieben, obwohl mein persönlicher Schwerpunkt inzwischen ein anderer ist: Ende 2015 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert, den ich mit Operation und Strahlentherapie bekämpft habe und mit einer 10 Jahre lang dauernden Anti-Hormontherapie hoffentlich komplett ausmerzen werde.

  • Hallo zusammen,

    ich wollte mich mal wieder melden mit dem neuesten Stand. Mein Vater war Anfang der Woche im CT. Die ersten beiden Zyklen sind nun durch und laut der Aussage meines Vaters sind die Metastasen kleiner geworden. Chemo hat also angeschlagen. Nächste Woche wird mit dem 3. Zyklus gestaret, der 4. im Anschluß. Nach Aussage des Professors könnte es im Anschluss des 4. Zyklus zur radikalen Zystektomie kommen.

    Mein Frage..... wird diese OP NUR durchgeführt wenn die Metastasen vollkommen verschwunden sind, denn ich bekam vor kurzem von einer Freundin die Frage gestellt, wieso man nicht jetzt schon die Blase entfernt und im Anschluß die Chemo weiterführt.

    Könnt ihr mir diese Frage beantworten?


    Ich danke Euch schon einmal im voraus


    Ganz liebe Grüße

    Astrid

  • Hallo,


    Ich wollte mich gerne nach einer längeren Pause wieder einmal mitteilen.

    Bei meinem Vater wurden jetzt insgesamt 4 Chemo-Zyklen durchgeführt.

    Nach dem 2. und nach dem 4. Zyklus wurde ein Verlaufs-CT ( heute das 2.) gemacht.

    Die Metastasen in der Lunge sind zwar noch da, aber sehr viel kleiner geworden.


    Der Professor meinte zwischendurch, dass sie evtl. die Dosierung der chemo zu niedrig angesetzt haben, da mein Vater KEINERLEI Nebenwirkungen zeigte?!!

    Jedenfalls steht nun ENDLICH der OP Termin zur radikalen Zystektomie am 16.11.

    Mein Papa glaubte ja immer wieder zwd dass er evtl. doch um die OP drum rum kommt....


    Nun hoffe ich sehr, dass er den Eingriff gut übersteht und bei der genauen Histologie nach OP nicht noch zusätzliche negativen Befunde (Lymphknotenbefall) dazu kommen :-/


    Es wird ja sicher eine Weile dauern, bis sie mit der Chemo fortfahren nach der OP?!? Er muss ja sicher erstmal wieder zu Kräften kommen

    Ich hoffe stark dass die Mestastasen in der Lunge dann nicht wieder schnell an Größe zunehmen oder sich sonst weiter ausbreiten !

    Ich geb die Hoffnung nicht auf!

    Nächste Woche kommt er mich vor seiner OP für ein paar Tage besuchen und ich freue mich so sehr darauf


    Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten

    Ganz liebe Grüße

    Astrid

  • Hallo Astrid,

    schön, dass du uns einen Zwischenbericht gibst.

    Ich kann mir nicht denken, dass die Chemo zu schwach dosiert war, denn sie hat ja die Metas verkleinert.

    Mein Mann hatte auch keine Nebenwirkungen bzw. verschwindend geringe wie eben auch dein Vater. Jeder Körper geht damit anderst um. Und Männer vertragen die Chemo meist besser als Frauen.

    Liebe Astrid, es wird kein leichter Weg für den Papa, aber er muss ihn gehen. Blasenkrebs ist heimtückisch und es ist nur zu wünschen, dass eine weitere Chemo nach erfolgreicher Op die Metas noch einige Zeit in Schach hält. Denke dann wird es Gemcitabin / Cisplatin geben.

    Wir wollen trotzdem mit dem sturköpfigen Herrn hoffen und ihm alles erdenklich Gute wünschen.

    Auch dir alles Gute du brauchst nun alle Kraft, deshalb achte auch ein bisserl auf dich.


    Liebe Grüße, Ricka

  • Liebe Ricka,

    Ich danke dir für deine Zeilen und deine lieben Worte!

    ...das mit der Dosierung habe ich selbst nicht verstanden. Der Professor teilte das nur meinen Vater mit und er bekam zwischen dem 3. und 4. Zyklus noch einen Beutel und dass sie mit der Dosierung trotzdem so weiter fortfahren würden.

    Ich hoffe nun auch sehr, dass er die op gut übersteht und wenn er fit ist, die nächsten chemos starten können.

    Genau, Gemcitabin und Cisplatin wurden auch bisher verabreicht.

    Ich hoffe auf das Beste und gebe ihm ganz viel Liebe und pass aber auch auf mich auf!

    Beruhigend zu wissen, dass mein Bruder heute bei der CT-Besprechung dabei war. Er hat nicht so eine lange Anreise wie ich


    Ich melde mich wieder und danke euch!

    Liebe Grüße

    Astrid

  • Hallo alle zusammen,

    ich wollte mich gerne wieder einmal etwas ausführlicher melden.

    Die OP meines Vaters war am 16.11.

    Der CT Befund eine Woche zuvor ergab folgende Beurteilung: ( Nach dem 4. Chemozyklus)

    -Im Verlauf weiter rückläufige pulmonale Metastasierung : Aktuell bestehen noch nachweisbare Residuen von 4 bekannten Lungenmetastasen (größter Durchmesser 8 mm)

    - Residuelle Gewebsvermehrung zwischen vorderer Bauchwand und Harnblase (Durchmesser 12mm)

    - Kein Nachweis weiterer Tumormanifestationen.

    Ein urologische Röntgenaufnahme (lt. Aussage meines Papas) konnte aufgrund seiner Kontrastmittelunverträglichkeit nicht angefertigt werden.


    Die OP dauerte 5 1/2 Stunden und er lag 3 Tage intensiv. Er war sehr anämisch und bekam 2 Blutkonserven.

    War aber insgeamt am Telefon immer gut drauf. Was ihn seit der OP besonders plagt ist ein permanent anhaltender Schluckauf. Auf Toilette war er am 9. Tag, jedoch seitdem nicht mehr.

    Vorgestern morgen bekam er das erste mal wieder eine Suppe, ein Jogurt und ein Toastbrot. Nachmittags ging es ihm dann so schlecht, dass er sich ständig übergeben musste. In der daruauf folgenden Nacht bekam er kein Auge zu, musste sich mehrfach heftig übergeben, daraufhin versuchte eine Schwester vergeblich eine Magensonde zu legen, was nicht funktionierte. Der Arzt erklärte ihm, dass sie das dann am vormittag wieder probieren würden. Sie konsulierten dann eine Ärztin aus der Inneren, die die Magensonde ohne große Schmerzen legen konnte. Leider rutschte diese dann nach kurzer Zeit wieder raus und es wurde dann erneut eine gelegt, die nun mit Leukoplast über die Nase und Wangen fixiert wurde.

    Ein extremen Würgereiz hat er nach wie vor und dieser anhaltende mittlerweile wirklich quälende Schluckauf. Der Prof meinte sie könnten was dagegen machen, aber das könnte nur in Vollnarkose geschehen.

    Mittlerweile ist er doch ziemlich geschwächt und ich mache mir natürlich aus der Ferne ziemliche Sorgen.

    Hat jemand von euch Erfahrung oder hat eine Erklärung für diesen Schluckauf!? Wielange muss er diese Magensonde noch ertragen! Von was ist das abhängig?

    2 Wochen möchten sie ihn auf alle Fälle noch im Krankenhaus behalten. Das Endergebnis nach histologischer Untersuchung liegt noch nicht vor.


    Nun haben sie ihm eine 3-wöchige Reha 10 Tage nach Entlassung empfohlen anzutreten, was er natürlich in Anspruch nehmen möchte.

    Sie empfahlen ihm eine Reha-Klinik in Bad Elster oder in Passau.

    Es gibt aber auch Reha Kliniken (spezialisiert auf Orthopädie, Onkologie) in Bayreuth.

    Frage ist, muss man soweit fahren oder ob eine Klinik nahe dem Heimatort nicht auch gut wäre.


    Es ist wirklich eine harte, schwierige Zeit, es tut mir in der Seele weh, wenn er so leiden muss.


    LG

    Astrid

  • Ein extremen Würgereiz hat er nach wie vor und dieser anhaltende mittlerweile wirklich quälende Schluckauf. Der Prof meinte sie könnten was dagegen machen, aber das könnte nur in Vollnarkose geschehen.

    Eine Erklärung habe ich auch nicht, aber da muss doch noch was "im oberen Trakt" sein. Indikationen für Magensonden gibt es einige, oft geht es um die Ableitung von Mageninhalt, der schnell mal in die Lunge geraten kann und dort dann eine Lungenentzündung auslöst (genau das will auch ein Schluckauf verhindern). Der Schluckauf selber wird vom Zerchfell ausgelöst, welches Brust- und Bauchhöhle voneinander trennt. Das Zwerchfell wird von uns auch zur Atmung eingesetzt, er ist flaches Muskelgewebe.


    Diese Allgemeinplätze helfen Euch aber nicht. Fragt den Prof, denn wenn der sagt, man könne in Vollnarkose was dagegen machen, dann müssten die Ärzte da schon eine Diagnose haben!


    All the best!

    ED 2006: pT1(mind.), G3, L1 + CIS ;(, 2007-2010 div. TUR-B u. Instillationen, u.a. "Synergo" ;). Über 12 Monate nach Synergo: Hurra, geheilt!

    Nikolaus 2011 dann doch fixe RCX mit Anlage Ersatzblase 8o wegen erneutem Rezidiv CIS nach > 1 Jahr. Div. Problemchen (HWI, ISK, Stau).