Man ist immer zu jung für den Scheiß: Neoblase, Lymphknotenbefall

  • Hallo zusammen


    Ich bin dann auch mal neu hier.


    Mich hat es mit 48 Lenzen frisch erwischt.


    Bei mir ist Anfang Juni ein Tumor in der Blase diagnostiziert worden. Der Befund wurde von T1G3 immer blöder zu T3b,N3 (müsste m.E. N2) aber immerhin ohne Metastasen.


    Bin seit einer Woche mit Restkomplikationen nach der Neoblasen OP daheim und warte darauf in die AHB fahren zu können.


    Top Thema ist für mich gerade die wohl anstehende Chemo oder Alternativen, falls es die . Da bin ich über gute Infos oder Quellen dankbar. Ich will alles recht genau wissen, schon um gut vorbereitet ins nächste Gespräch mit meinem Urologen zu gehen. Die Dosis , die Anzahl Zyklen, zusätzliche Medikation, wie lange noch warten (die Neoblase muss ja gut verheilt sein).


    So ein bisschen Wissen habe ich über das Thema schon sammeln können. Halt auch einiges aus dem diagonal Lesen von Doktorarbeiten, was für nen Laien natürlich nicht ganz so einfach ist.


    Außerdem muss man sich da immer sagen, dass man nicht der Durchschnitt und Mittelwert der Prognosen ist. :-)


    VG Frank

    Viele Grüße aus Karlsruhe


    Frank


    geb. 22.05.1969

    verheiratet mit einer erfolgreichen, rezidivfreien Brustkrebspatientin


    Urothelkarzinom mit Neoblasenanlege (OP: 05.07.2017)

    pathologischer Befund vom 12.07.2017:

    pT3b, pN3 (9/21), L1, V1, Pn1, R0, G3

    Skelettsintigrafie 29.06.2017: Ohne Befund

  • Moin moin Frank,


    stimmt, die Zeit wo Blasenkrebs eine "alte Männer Krankheit" war ist lange vorbei. Immer jünger und auch die Damen vertreten. Du hast nun die OP hinter Dir und wirst kuzrfristig in die AHB wechseln. So weit, so schlecht. Von Juni bis jetzt, das ist schon schnelles Handeln gewesen und deutet auf kundige Urologen hin. Vielleicht kommt dazu noch etwas von Dir.


    Ich könnte mir vorstellen, dass auch bei Dir eine Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin geplant ist. Genaueres wird jedoch von den Urologen/Onkologen dazu noch kommen. Zunächst aber anhaltende Genesung und einen guten Verlauf für die AHB.


    Gruß Wolfgang

    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo schweigi, mich hats mit meinen 39 auch erwischt, willkommen hier. Wirst einige Leute lesen die echt viel Ahnung haben und Wolfgang hat ja schon begonnen. Gruß, Marco

  • Hallo Frank,


    erstmal herzlich Willkommen in unserem Forum. Um deine Fragen wirklich beantworten zu können, brauchen wir die vollständige Histologie.

    Denn in deinen bisherigen Angaben fehlen eben die Werte: L und V


    L = Lymphgefäßinvasion

    V = Veneninvasion

    ebenso fehlt die Angabe über die Tumor-Art, da es eben nicht nur den "einen Blasenkrebs" gibt, der in der Blase wachsen kann, sondern verschiedene Arten, neben dem am häufigsten auftretenden Urothelkarzinom, gibt es noch seltene Tumorarten wie das Siegelringkarzinom, Adenokarzinom usw.


    Gerade wenn der Tumor Anschluss an eine Vene hatte ( L1 + L2 im Befund ) muss eine Chemotherapie erfolgen, da hier eben nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich durch diese Veneninvasion schon Krebszellen in dem Blutkreislauf befinden. In diesem Fall, würde man dann eine Chemo über 6 Zyklen empfehlen.


    Gruss

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

    „I am the master of my fate, I am the captain of my soul“

  • Hallo Leute


    Vielen Dank für die kurzfristigen Reaktionen. Ich habe die Histologie vervollständigt.


    Ggf. kann ich auch noch den Entlassungsbrief und den Pathobefund anhängen.


    Das könnte bzw. ist wohl noch von Interesse:


    In den entfernten Lymphknoten im Beckenbereich sind zum Teil kapselübergreifende Karzionommetastasen diagnostiziert worden. Außerdem Lymphangiosis carcinomatosa im benachbarten Wichteilgewebe obturatorisch rechts.


    Im Tumor sind außerdem Lymphangiosis und Hämangosis carcinomatosa sowie eine perineurale Karzinominvasion diagnostiziert worden.


    Alles sehr unschön und wohl ungünstige Faktoren, wie ich in einer 10 Jahre alten Doktorarbeit gelesen habe.

    Viele Grüße aus Karlsruhe


    Frank


    geb. 22.05.1969

    verheiratet mit einer erfolgreichen, rezidivfreien Brustkrebspatientin


    Urothelkarzinom mit Neoblasenanlege (OP: 05.07.2017)

    pathologischer Befund vom 12.07.2017:

    pT3b, pN3 (9/21), L1, V1, Pn1, R0, G3

    Skelettsintigrafie 29.06.2017: Ohne Befund

  • Ich finde irgendwie nicht, wo ich einen neunen Beitrag zum Chemothema erstellen kann. Also adressiere ich das hier:


    Das scheint recht alternativlos mit der Chemo zu zu sein. Gerade wegen des massiven Lymphknotenbefalls und dem Venenanschluss im Befund.


    Tecentriq (Atezolizumab) Tecentriq _Atezolizumab.pdf ist meines Viertel- bis Halbwissens noch für die Erstlinie in Studie und es gab wohl sowohl sehr gutes Ansprechen, als auch massive unerwünschte Nebenwirkungen.

    Was ich mich natürlich schon frage ist, ob die "Chemo Hammerdosis" sein muss.


    Und wann kann ich loslegen, schließlich müssen die Neoblase und das "Drum herum" ja sehr gut verheilt sein.


    Standard ist meines Wissens 4- 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin, wobei ja auch die Dosis das Gift macht.


    Ich frage mich, ob es denn unbedingt 6 Zyklen sein müssen. Oder reichen auch vier.

    Das Klinikum hier in Karlsruhe "wirbt" mit 3 Zyklen, wobei das ja sicher im Einzelfall geklärt wird.


    Manchmal hat man den Eindruck, dass Krebs- und Chemotherapie auch so ein bisschen Versuch und Irrtum ist.


    Schiss vor den Neben- und Langzeitwirkungen (insbesondere die Polyneuropathien, die nicht zu meiner / unserer Definition von Lebensqualität passen), habe ich natürlich auch.

    Aber so nach und nach, gilt es sicher auch an der persönlichen Definition von Lebensqualität zu arbeiten und Ansprüche etwas runter zu fahren. Das fällt mir noch schwer und ich denke, dass das ein Prozess ist und von heute auf morgen nicht geht.


    Gerne darf jemand, wenn er mag Erfhrungen psoten oder Anmerkungen machen.


    Zu meinem Urologen: Der war 10 Jahre Stationsoberarzt in einem Klinikum hier in der Nähe, hat selber operiert und ich vertraue im wirklich und fühle mich gut aufgehoben.

    Er nimmt sich Zeit für meine Fragen und akzeptiert, dass ich die Dinge sehr genau wissen möchte.


    Die Klinik, in der ich operiert wurde, möchte natürlich schnell weiter therapieren, aber ich werde das in Ruhe mit meinem Urologen besprechen. Für das Thema haben wir nächste Woche eine gesonderten Termin.


    Ich bin bei uns in der Nähe (1,5 Stunden Fahrzeit) auf eine Studie gestoßen, die hier ja eventuell jemanden bekannt ist:


    "Das Medikament Sutent, welches standardmäßig beim Nierenzellkarzinom eingesetzt wird, wird derzeit im Rahmen der Suse-Studie in Kombination mit der herkömmlichen Chemotherapie aus Cisplatin und Gemcitabine untersucht."

    http://www.uniklinikum-saarlan…udien_harnblasenkarzinom/

    Da hatte ich mal um Rückruf gebeten. Mal schauen ob die sich melden.

    So dass muss für heute reichen, da ich hier daheim und bezüglich der Erkrankung ein paar Dinge erledigen muss und gerade "gut in Form" bin.


    In der ersten Zeit ist eine Krebserkrankung echt ein Fulltime Job :-)

    Viele Grüße aus Karlsruhe


    Frank


    geb. 22.05.1969

    verheiratet mit einer erfolgreichen, rezidivfreien Brustkrebspatientin


    Urothelkarzinom mit Neoblasenanlege (OP: 05.07.2017)

    pathologischer Befund vom 12.07.2017:

    pT3b, pN3 (9/21), L1, V1, Pn1, R0, G3

    Skelettsintigrafie 29.06.2017: Ohne Befund

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