Chemo mit Gemcitabin und Cisplatin

  • hallo zusammen,


    vielen dank für die aufnahme!


    meiner mutter (71) wurde anfang juli ihre rechte niere und der harnleiter entfernt. blase etc. wurden bereits august 2016 herausgenommen. alles begann ende 2015 mit einem harnleiterksrzinom.

    der tumor in der niere von max. 23mm konnte gänzlich mit der niere entfernt werden.


    auf dem letzten ct vor der nieren-op wurden ebenfalls mehrere "suspekte" lymphknoten max. 16mm in der nähe entdeckt. entfernt wurde jedoch keiner.


    die chemo ist bereits geplant (gemcitabin/cisplatin).

    dennoch wären befallene lymphknoten keine gute nachricht.


    ich habe gelesen dass es auch sein könnte dass das lymphsystem lediglich "aktiviert" war zwecks tumorbekämpfung. darauf hoffen wir noch irgendwie. hat da hemand solche erfahrungen gemacht?


    die diagnose lt. entlassarztbrief vom 31.07.2017 lautet übrigens:


    Urothelkarzinom des Nierenbeckens pT3 NX L0 V0 G3 R0-Resektion


    wir fahren am 23.08. zwecks zweitmeinung nach heidelberg ins NCT.

    außerdem haben wir mit dem langsamen einschleichen von methadon angefangen.


    lg Thomas

  • Lieber Thomas,


    erstmal herzlich Willkommen in unserem Forum.

    Laßt Euch bitte den pathologischen Befund (Histologie) aushändigen, denn ein Arztbrief gibt diesen Befund nur zum Teil sehr verkürzt wieder, auf diese Histologie hat deine Mutter einen Anspruch - diese Histologie ist auch für eine Zweitmeinung äusserst wichtig, ebenso sollte auch der OP-Bericht von Euch angefordert werden.


    bezüglich Lymphknoten:

    Normal ist es, das vergrößerte Lymphknoten in dem OP-Gebiet entnommen werden und schon während der OP per "Schnellschnitt" auf Veränderungen untersucht werden - warum man dies bei deiner Mutter nicht getan hat, erschließt sich mir aus deinen Angaben nicht.

    Aber um dich etwas zu beruhigen:

    Die gesamte Ärzteschaft streitet seit Jahren darüber, ob sich Krebs durch befallene Lymphknoten weiter ausbreiten kann, oder nicht. Wirkliche Daten aus Studien dazu gibt es nicht, sodass man als "Vorsorge" bei befallenen Lymphknoten oftmals eine Chemo-Therapie durchführt.


    Gut ist, das der Tumor im Nierenbecken keinen Anschluss an eine Vene oder an das Lymphsystem hatte ( V 0 ; L 0 ) und der Tumor vollständig entfernt werden konnte. Auf diesen Befund läßt sich erstmal Aufbauen - aber ich sage auch, dies ist eine Einschätzung unter Berücksichtigung der jetzigen Datenlage.


    Vergrößerte Lymphknoten können auch auf ein "aktiviertes" Immunsystem hindeuten z.B. bei einem Infekt kann es auch vorkommen, das Lymphknoten geschwollen sind.


    Gruss

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Hallo Andreas,


    zuerst einmal vielen dank für die doch aufbauenden und mutmachenden worte. ich muss dir sicher nicht erzählen wie es uns allen geht. wobei (wie es so oft ist) der rest der familie den ernst der lage nur teilweise an sich ran lässt.

    sie begrüßen es aber, dass ich mich viel informiere und dann alles an sie weiter gebe.


    den tipp mit der histologie und dem op-bericht werde ich beherzigen.

    ich habe alle entlass- und arztberichte seit dem erstbefund ende 2015 vorab per mail nach heidelberg gesendet. ich soll eigentlich nur noch die bilder des ct vom 19.06.2017 mitbringen. da wurde die veränderung im nierenbecken und die suspekten lymphknoten entdeckt. aber deinen rat werde ich beherzigen.


    auf nachfrage von mir warum die lymphknoten nicht entfernt wurden bekam ich als aussage dass die entfernung zu risikoreich gewesen wäre (zu nah an gefäßen etc.) und es eh die chemo nicht verhindert hätte.

    auch soll es vor der chemo keine weitere kontrolle (ct) geben. erst nach der chemo.

    den port bekommt meine mutter am 17.08. gelegt.

    jedenfalls fühlen wir uns aufgrund mancher aussagen sicherer mit einer zweitmeinung.


    ich danke dir jetzt schon für deine worte. trotz mehrmaliger nachfrage waren unsere ärzte wenig kommunikativ. meiner mutter allein hätten sie vermutlich gar nichts erzählt.


    lg Thomas

  • Lieber Thomas,


    du hast es hier mit Menschen zutun, die selbst an Krebs erkrankt sind / waren oder zumindest Angehörige haben / hatten - wir alle wissen also aus eigenen Erfahrungen, was es bedeutet. Auch wissen wir, dass die Kommunikation mit Ärzten oftmals schwierig ist. Von allein erzählen sie fast nichts - und gerade am Anfang der Erkrankung, wissen die Betroffenen und Angehörigen aber auch nicht, welche Fragen sie stellen können / sollen.

    So kommt es letztlich dazu, das Betroffene und Angehörige sich "uninformiert" fühlen - und diese Informationslücke können wir hier im Fomrum versuchen zu schliessen.


    Deshalb hast du heute mit deiner Anmeldung bei uns einen ersten wichtigen und sicherlich auch richtigen Schritt getan - und wir werden versuchen, Euch soweit zu helfen, wie wir können. Ich sage aber auch, das wir Befunde nicht beschönigen - wenn sanfte Worte nicht mehr ausreichen, dann werden wir auch teilweise etwas direkter in unserer Wortwahl. Das ist auch nicht böse gemeint - aber oftmals haben wir erleben müssen, das "sanfte Worte" dazu geführt haben, das man unsere Ratschläge "in den Wind geschlagen" hat oder die Dringlichkeit nicht erkannt hatte.

    Sobald ich so etwas "merke", dann Falle ich schonmal mit der Tür ins Haus - aber ich bin eben der festen Überzeugung, das jeder der sich hier im Forum anmeldet, auch eine offene und ehrliche Antwort verdient hat.


    Nun schwenke ich aber wieder zu den Lymphknoten:

    Wenn diese in der nähe von Venen usw, gelegen haben, dann ist es verständlich, dass man diese dann nicht entfernt hat - hier hat man dann bei der OP vollokommen richtig gehandelt, um deine Mutter nicht noch während der OP in Lebensgefahr zu bringen.

    Insofern - ist das vorgehen der Ärzte schlüssig.


    Gruss

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Hallo,


    ich denke alle die hier sind können in etwa nachvollziehen was ihr gerade durch macht. Ich bin auch noch recht neu im Forum und kenne mich noch nicht ganz so gut aus, daher kann ich leider keine Ratschläge geben.


    Ich habe jedoch mal eine Frage wenn es OK ist, mit dem Methadon, habt ihr das problemlos vom Arzt bekommen? Das ist ja momentan ganz großes Thema und da meine Mama unheilbar erkrankt ist haben wir das natürlich auch schon mal in Erwägung gezogen. Ich kann aber momentan nicht sagen ob sie es beim Arzt mal thematisiert hat, muss sie nochmal fragen.


    Grüße

    Michaela

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