Radikale Zystektomie...pT2 G3

  • Liebe Forum-Gemeinde,

    vor 3 Wochen haben wir die erschütternde Diagnose Blasenkrebs bei meinem Vater erhalten...


    Vorher hatte ich mit diesem Thema keine Berührungspunkte weil mein Vater mit Anfang 60 immer gesund und fit war....

    bei einer Untersuchung aufgrund plötzlichen Bluthochdrucks wurde dann ein Tumor an der Blase mit Nierenstau festgestellt...2 Tage nach der Diagnose war schon die TURB...

    letzte Woche dann der Pathologische Befund... pT2 G3 Niere links nur noch 3% Leistung ....was bedeutet zeitnah radikale Zystektomie inkl. entfernung der Niere links...


    Das haut einen natürlich erstmal um...aber noch mehr meinen Vater bzw. meine Eltern...da heißt einen kühlen Kopf bewahren....daher habe ich mich dann schnellstmöglich auf die Suche nach Zweitmeinung bzw. den bestmöglichen Arzt gemacht...

    Klinikum Großhadern Prof. Dr. Karl und Tritschler und die Isarklinik mit Prof. Dr. Schilling Senior und Junior erschienen mir neben Prof. Klotz bei dem mein Vater schon war als geeignete Zweitmeinungen...

    Von beiden Kliniken habe ich letzte Woche ziemlich kurzfristig Termine erhalten und beide haben mir auch die gleiche Therapie "radikale Zystektomie mit Neoblase" vorgeschlagen.

    Da ich vom Können der beiden Prof. Dr. Schilling, deren Personal, der Klinik und den kurzfristigen Termin schon nächste Woche überzeugt bin, haben wir uns nun dafür entschieden.

    Nervlich sind wir natürlich trotzdem alle ziemlich angespannt....Gott sei Dank ist die OP schon nächste Woche...ich versuche aber immer optimistisch zu bleiben und meinem Vater Mut zuzusprechen....


    Nach der OP steht dann ja noch der pathologische Befund aus, der wohl ausschlaggebend ist ob eine weitere Chemo erforderlich ist...davor habe ich wirklich die meiste Angst...

    Bisher habe ich mir nur ein kleines Halbwissen zu dem ganzen Thema angeeignet, will aber so viel wie möglich wissen....daher meine Frage....ist nach so einer OP immer eine Chemo erforderlich oder empfehlenswert?


    VG

  • HalloMutmacher,

    wie ich lese hast Du dich ja schon etwas schlau gemacht. Grundsätzlich ist nach einer solchen Diagnose / Histologie, wenn sie nach der Operation auch so bleibt keine Chemo notwendig ist. Jetzt kommt es darauf an wie es bei der Histo nach der OP aussieht. Wenn Lymphknoten schon befallen sind wird man wohl zu einer Chemo raten welche ich dann auch ich Anspruch nehmen würde.


    Das ihr so schnell gehandelt habt ist schon mal sehr gut. Das die eine Niere nur noch 3 % hat ist natürlich noch ein zusätzlicher Faktor der berücksichtigt werden muss. Aber auch hier wird man näheres nach der Operation wissen. Inwiefern sich die Situation bei der beabsichtigten Harnableitung ( kontinente Neoblase) auswirkt kann ich nicht beurteilen.


    Hoffen wir das die Lymphknoten frei sind, das ist schon mal ein großteil der Miete.


    Ich drücke deinem Vater die Daumen das alles gut ausgeht.


    Rainer

  • Lieber Rainer,


    vielen Dank für die schnelle Antwort...sofern die Lymphknoten befallen sind, werden wir natürlich auch die Chemo schnellstmöglich angehen...allerdings stellt sich dann für mich die Frage ob er vorher noch die Reha machen sollte, die bereits von Prof. Schilling empfohlen und organisiert wird oder ob zuvor dann noch die Chemo erfolgen soll....


    Ich hoffe, dass wir aufgrund der schnellen Reaktionszeit von 3 Wochen es noch schaffen, den blöden Krebs in Schach zu halten....


    Es macht einen auf jeden Fall Mut wenn man auch Erfolgsgeschichten hier liest....ich berichte meinen Vater schon immer fleissig, dass er neuen Mut schöpft und nicht den Kopf in den Sand setzt....toll das es so etwas gibt und hier so viele anderen Betroffenen helfen....

  • Moin moin Mutmacher,

    die Frage der AHB (Anschlussheilbehandlung) stellt sich nach der OP und bei der zügigen Vorgehensweise ist nicht zwingend damit zu rechnen, dass durch Lymphknotenbefall eine Chemotherapie notwendig wird.


    Gruß Wolfgang

    Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Febr.2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage Sigma Conduit. 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo Wolfgang,


    vielen Dank auch an dich, dass du so schnell geantwortet hast....dann warten wir mal den OP-Tag ab....vermutlich sind die Befunde dann nach einer Woche da oder? Das heißt nochmal zittern in der Zeit... :-(

  • Es sollte in dieser Zeit der Befund vorliegen und dennoch immer eine Zeitspanne die zu lang erscheint.


    Gruß Wolfgang

    Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Febr.2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage Sigma Conduit. 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo Mutmacher,


    mein Befund war ähnlich nach der TUR-Blase, auf die radikale Zystektomie musste ich 6 Wochen warten und bei mir wurde auch die linke Niere entfernt, da sie komplett ihre Funktion aufgegeben hatte (Stauungsniere). Mein Befund hatte sich dahingehend verschlechtert (s. meine Signatur unten), daß mir zu einer Chemotherapie geraten wurde. Allerdings trat ich auf Anraten meiner Ärzte zuerst die AHB für 4 Wochen an. und das war auch völlig in Ordnung so.

    Die radikale Zystektomie, egal welche Ableitung angelegt wird, ist eine der größten urologischen Baucheingriffe, die es gibt. Die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus beträgt ca. 2-3 Wochen. Durch die Operation nimmt man zum Teil einiges an Gewicht ab und ist sehr geschwächt. Dazu kommt noch die psychische Belastung auf das Warten des Befundes und die Auseinandersetzung mit der letztendlichen Ableitung. Da hilft es sehr, sich in der AHB von diesen Strapazen zu erholen. Man lernt den Umgang mit seiner Ableitung, kann sich mit Gleichgesinnten austauschen, erfährt psychologische Unterstützung. Das ist sehr wichtig, damit man wieder Kraft schöpfen kann.

    Die Chemotherapie, falls sie notwendig sein sollte, ist auch nicht in 4 Wochen erledigt, je nach Befund können es 4-6 Zyklen sein, die sich dann über 3-5 Monate hinziehen und den Körper auch schwer zusetzen kann.

    Innerhalb eines Jahres besteht dann noch die Möglichkeit einer onkologischen Rehabilitaion - auch dies hatte ich in Anspruch genommen, es hat mir sehr geholfen, meinen weiteren Lebensweg zu planen. Das alles war 2013, für mich ein sehr schweres Jahr, aber ich habe es geschafft und mir geht es gut.


    Ihr seid auf einem sehr guten Weg, diesem "Mitbewohner" die Stirn zu bieten - besser kann man es nicht machen. Ich war so froh, dieses Forum gefunden zu haben, und obwohl ich selbst im medizinischen Bereich tätig war, habe ich hier viele Informationen/Hilfe gefunden und erfahren, die ich so noch nicht gekannt habe.


    Für die bevorstehende Operation wünsche ich deinem Papa erstmal alles, alles Gute und das Weitere wird man sehen.


    LG Gabi

    Januar 2013: TUR B (pT2,G3) ; März 2013: radikale Cystektomie,Anlage Indiana Pouch ,Nephrektomie li. Diagnose :Muskelinvasiver Blasentumor pT4a,pN0 (0/7),cM0,L1,V1,Pn1,G3,R1 (PD) Mai - September 2013 4 Zyklen Chemotherapie GEM CIS ;;; Hoffnung ist eine Art von Glück, vielleicht das größte Glück, das diese Welt bereit hält. Der Weg ist das Ziel

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