Ich bin neu hier und heiße Conny

  • Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich heiße Conny und bin als angehörige Tochter betroffen. Bei meinem Papa (78) wurde vor 3 Wochen Blasenkrebs diagnostiziert. Pt2 G3 metastasiert.... er hat immer alle Vorsorgeuntersuchungen gemacht ! Wir sind am Boden zerstört.


    Am 15.11. beginnt seine Palliative Chemo. Ich möchte gern wissen, ob und welche Erfahrungen hier im Forum vorliegen.


    Bisher hat mein Papa keinerlei Schmerzen und es geht ihm gut. Außer dem Schock natürlich bei so einer Diagnose.


    Vielen Dank vorab für eure Antworten.


    Liebe Grüße, Conny

  • Guten Abend Conny,

    herzlich willkommen bei uns im Forum. Der Anlass ist nie ein guter aber hier ist es wohl sehr weit fortgeschritten. pT2 G3 ist im allgemeinen ein Indiz für eine Zystektomie (Blasenentfernung). Die Durchführung einer palliative Chemotherapie deutet darauf hin, dass es bereits zu Metastasierungen geführt hat. Dies sollte im Detail der Befund ergeben welchen Du auszugsweise erwähnt hast. So kann es zum Anschluss an das Venen- und/oder Lymphsystem gekommen sein. Zumindest muss man davon ausgehen, dass eine Zystektomie nicht mehr in Frage kommt. Es ist aber auch möglich, dass aufgrund des Alters und ggfs Vorerkrankungen nicht mehr möglich ist diese große OP durchzuführen.


    Es gibt bisher keine spezielle Vorsorge beim Blasenkrebs. Lediglich den Indizien wie Blut im Urin oder extrem auftretenden Harndrang sollte man mit Nachdruck verfolgen.


    Liebe Grüße, Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Vielen für die schnelle Antwort. Eine Entfernung der Blase ist derzeit nicht im Gespräch. Wie lange kann man bei solch einer Diagnose in Verbindung mit Palliativer Chemo noch leben ? Ich habe oft gelesen das diese Art der Chemo dazu dient, den Wachstum aufzuhalten und den Tumor zu verkleinern.


    Gibt es dazu schon Erfahrungswerte ? Werden durch die Chemo auch die Metastasen in den Lymphknoten bekämpft ?


    Könnt ihr mir Tipps geben, was während solch einer Chemo hilfreich ist ? Also welche Art der Ernährung usw.


    Vielen Dank ! Ich liebe meinen Papa so sehr und möchte ihn so lange wie möglich bei mir haben ....

  • Liebe Conny,


    erstmal herzlich Willkommen in unserem Forum, wobei der Grund deiner Anmeldung ein überaus trauriger ist.


    Nun zu der palliativen Chemo:


    Eine palliative Chemo ist nicht mehr auf Heilung ausgelegt, sondern nur noch dafür bestimmt das Wachstum der Tumoren und Metastasen etwas zu verlangsamen und somit das Leben etwas zu verlängern sowie Schmerzen zu lindern.

    Da diese Chemo etwas geringer dosiert ist, ist auch die Wirkung auf die Tumoren und Metastasen verringert - hier geht es also nicht mehr um die Bekämpfung von Metastasen - sondern das Wachstum zu verlangsamen.


    Wie lange man in Verbindung mit einer palliativen Chemo leben kann, dies kann Dir / Euch niemand sagen, denn jeder Körper, jeder Tumor, jede Metastase reagiert anders. Es können ein paar Wochen aber genauso gut ein paar Monate sein.


    Welche Art der Ernährung:

    Liebe Conny, erfüllt Ihm seine Wünsche, egal was er Essen oder Trinken will - gebt es ihm. Denn es geht nur noch darum, so lange wie möglich noch Lebensqualität zu haben - und da spielen "Krebsdiäten" etc. keine Rolle!!!


    Gruss

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Lieber Andreas, vielen Dank für die schnelle Antwort. Das hört sich ja nicht sehr gut an. Ich hoffe, ihm bekommt diese Chemo gut und wir haben noch lange Freude mit meinem Papa. Meine Mutti ist sich der Tragweite noch nicht so bewusst und ich weiß nicht, wie ich ihr das schonend erklären soll. Von den Ärzten hört man in der Richtung gar nichts.


    Liebe Grüße

    Conny

  • Liebe Conny,


    ließ Dir mal bitte folgende Webseite durch:


    https://www.krebsgesellschaft.…en/palliativtherapie.html


    Ich denke, je mehr du darüber weißt, was palliative + Chemo in diesem zusammenhang bedeutet, je gezielter kannst du auch Ärzte befragen und deiner Mutter auch die tragweite der Erkrankung deines Vaters erklären.


    Gruss

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Liebe Conny,


    Deine Mutter wird die Tragweite erkennen, wenn sie die Kraft hat es zuzulassen. Dieses plötzliche nahende Lebensende löst bei vielen einen Schock aus, der erst einmal verarbeitet werden muss. Dafür braucht man viel Geduld und ist nicht immer einfach.


    Wie lange Deiner Vater noch bei Euch sein wird, kann keiner sagen und deshalb genießt einfach das Heute und Jetzt. Haben Deine Eltern alles geregelt? Vorsorgevollmachten, Patientenverfügung, SAPV etc. all das solltet Ihr bei Bedarf besprechen.


    Wichtig und an erster Stelle sollte die Lebensqualität Deines Vaters sein. Lasst Ihn essen, worauf er Lust hat. Das betrifft auch das evtl. Rauchen, verlangt keinen unnötigen Verzicht von ihm. Was er nicht haben sollte, wären Schmerzen dafür gibt Medikamente. Sollten ihn diese müde und schläfrig machen, nimmt es hin. Die kommenden Wochen und Monate werden nicht leicht. Die Chemo wird nicht spurlos an ihn vorbeigehen. Er wird Nebenwirkungen haben und sich dadurch wirklich nicht wohl fühlen.


    In dieser Situation brauchen die Erkrankten die Hilfe Ihrer Familie ohne dabei Druck aufzubauen. Dieses passiert so oft ohne das man es wirklich bewusst macht.


    Einige Infos findest Du auch bei uns unter:


    Palliative Wege


    Wenn Du Fragen hast, habe den Mut diese zu stellen.


    Liebe Grüße

    Tatjana

    Fred Lutz, geb. 02.01.1950 :: gest. 24.04.2011
    Sein Lebensmotto: Wenn der Sand abgelaufen ist, ist er abgelaufen.