Harninkontinenz ,wie besiegen ?

  • Liebe Neoblasenfrauen. Ich wurde im August dieses Jahres operiert, und die Blase ist wegen eines hochgradig bösartigen Tumors entfernt worden. Jetzt plagt mich die Inkontinenz täglich und je länger es dauert, umso anstrengender wird der Alltag ! Wie , soweit vorhanden, seid Ihr mit dem Problem umgegangen oder wie habt Ihr das Problem in den Griff bekommen ??:(

  • Liebe Schildi,

    prima, dass es mit dem eigenen Thema geklappt hat.

    In Sachen Inkontinenz bin ich leider keine große Hilfe, ich bin eher am Rand der Hyperkontinenz.

    Zunächst muss ich nochmal weiter fragen. Hast du eine Berliner Neoblase - ist die Neoblase durch ein ein Netz gestützt? Warst du zur AHB und hat man die dort beckenbodenübungen gezeigt? Welches Volumen hat deine Neoblase im Moment - wieviel kannst du halten, ehe es rinnt?

    Es kann sehr lange dauern, bis der Beckenboden begreift, dass er jetzt mehr leisten muss, aber ein bisschen liegt es auch am Geschick und Erfahrung des Operateurs. Außerdem muss sich die Neoblase ganz sachte Aufdehnen und das kann dauern. Besser ganz allmählich, sonst kann es wie bei mir zur Hyperkontinenz führen. Bitte hab noch Geduld und gib deinem Körper Zeit, sich mit dem neuen Organ anzufreunden.

    Ich meine mich zu erinnern, dass andere Frauen wie Hibiskus und beeerlin auch länger gebraucht haben, ehe sie einen zufriedenstellenden Zustand erreicht haben. Bei Pamira wurde sogar nach langem Suchen eine Blasen-Scheidenfistel gefunden (kleiner Gang zwischen Blase und Scheide durch den der Urin abfließt). Ggf. solltest du das ausschließen lassen, nach meiner Erfahrung am besten von deinem Operateur.

    Mal schauen, wer sich noch meldet. Bleib tapfer, es bessert sich bestimmt noch. Verliere nicht die Hoffnung und nicht vergessen, das Wichtigste ist, dass der Krebs raus ist!

    Einstweilen lieben Gruß von Barbara

    12/2014 NMP22 (IGEL bei Gyn) positiv, 03/2015 TUR B =>CIS und floride Entzündung, 04/2015 Mapping (Hexvix) => CIS und floride Entzündung, 04/2015 BCG(6 x je 1 pro Woche) => Mapping 06/2015 => weiterCIS Blasenboden => Zystektomie 4.9.15 "Berliner Neoblase", Zystektomie pTis multifokal, R0, N0 (0/7)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." aus "Ich bleibe hier" von Catherine Ryan Hyde

  • Hallo Barbara, danke für Deine aufmunternden Worte, ja ich habe eine Berliner Neoblase , die aber nicht durch ein Netz geschützt ist.

    Ich war bei der AHB und habe auch viele Übungen, die ich zu Hause durchführen kann. Aber es hat noch keinen Erfolg gebracht.



    Also ich weiß nicht, hat von Euch niemand Probleme mit Harninkontinenz ? Wenn ich doch keine Antworten, oder nur wenige, hier bekomme, kann ich das Forum auch verlassen, schade. aber es ist so !!!!

  • Du machst es Dir ein wenig zu leicht Schildi. Es haben viele Betroffene damit zu kämpfen und zum Beispiel Barbara leidet darunter, hyperkontinent zu sein. Zunächst solltest Du vielleicht ein wenig ausführlicher beschreiben welche Übungen Du durchführst. Weisst Du, wir leben hier vom Austausch der Informationen und von Erfahrungen. Es ist nicht wie bei Dr. Sommer in der Bravo.


    Liebe Grüße, Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Liebe Schildi ,


    bitte lies doch mal folgenden Thread durch: Völlige Inkontinenz 9 Monate nach Zystektomie...


    In diesem Thread haben Pamira und sissi27 über ihre Inkontinenz geschrieben und über verschiedene Verfahren berichtet. Es geht u.a. um eine Scheidenfistel, die wohl bei Pamira erst nach Monaten entdeckt wurde. Sissi schreibt von einem TVT-Band und eine Faszienzügelplastik.


    Ich weiß nun nicht, ob irgendetwas von den Lösungsansätzen für dich in Frage kommt. Aber ich will dir zeigen, dass es hier sehr wohl Frauen mit Neoblase und Inkontinenz gibt. Die sind halt momentan nicht aktiv, weil sie vielleicht Weihnachtsgeschenke kaufen gehen oder wegen einer Erkältung das Bett hüten müssen. Ich habe beide nun mal mit einem

    @-Zeichen hinterlegt, dann werden sie auch informiert und können sich evtl. melden.


    Hier berichtet Pamira zum Beispiel auch über die Anwendung von Contam Vaginaltampons: Auf dem Weg in eine trockene Zukunft


    Hast du denn über die Suchfunktioni schon alle Berichte über Inkontinenz gelesen?


    Ich muss allerdings auch wolfgangm recht geben: Schreibe doch bitte noch ein wenig über dich. Wurde zum Beispiel schon einmal genau nachgesehen, warum du inkontinent bist? Könnte es etwas körperliches sein? Denn wenn die Übungen so lange nicht anschlagen, kann es ja fast nur an etwas anderem liegen.



    Liebe Grüße


    Christina

    Ich habe für meine Mutter geschrieben, bei der im Jahr 2008 Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Am 10.01.2015 ist sie im Alter von 80 Jahren daran verstorben. Da das Forum wie eine Familie für mich ist, bin ich ihm treu geblieben, obwohl mein persönlicher Schwerpunkt inzwischen ein anderer ist: Ende 2015 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert, den ich mit Operation und Strahlentherapie bekämpft habe und mit einer 10 Jahre lang dauernden Anti-Hormontherapie hoffentlich komplett ausmerzen werde.

  • Hallo Schildi,


    erst einmal herzlich willkommen.


    Tut mir leid, ich war wirklich (wieder mal) ziemlich lange nicht hier, sonst hätte ich eher geantwortet.

    Aber zum Glück gibt es ja die Benachrichtigungsfunktion.;)


    Ich kann Dir nur beschreiben, wie es bei mir war. Während der AHB hatte sich überhaupt nichts gebessert, obwohl ich in Bad Wildungen ganz, ganz viel Unterstützung hatte.

    Der Wecker ging alle 2 Stunden und nix kam, weil alles in die Vorlagen ging. Ich schreib es jetzt mal ganz drastisch. Wenn ich morgens Urin abgeben sollte, musste ich mir den Becher beim Zähne putzen zwischen die Beine klemmen, damit ich das sammeln konnte, was eben tropfte.

    Auch später zu Hause musste gleich eine Vorlage vor der Duschkabine liegen, weil ich sonst das Badezimmer vollgetropft hätte.

    Überhaupt Vorlagen: 12 von diesen Riesenteilen (böse Zungen nennen sie auch Matratzen) habe ich pro Tag immer gebraucht.

    Hatte ich längere Zeit gesessen (im Auto oder auch während der Chemotherapie) und stand auf, lief es meist ununterbrochen. Ich hatte überhaupt keinen Einfluss darauf. Wechselsachen waren Pflicht.<X<X


    Ich glaube, mehr brauche ich das gar nicht auszuschmücken.

    Deine OP ist doch erst vier Monate her. Ist denn noch gar nichts besser geworden?

    Hast Du mal ein Miktionsprotokoll gemacht und die Vorlagen gewogen?


    Ich musste mich immer trösten lassen, dass das dauern kann (irgendwann kann man es nicht mehr hören).

    Und man macht sich wahrscheinlich selbst Stress, weil man die Kontinenz erzwingen will.


    Gehst Du noch zur Beckenbodengymnastik? Mir war die Physiotherapeutin immer eine große Hilfe, vor allem, weil ich sie auch ganz simple Dinge fragen konnte, wofür beim Arzt keine Zeit war (letztlich hatte ich ja auch ihr den Kontakt zur Uniklinik Tübingen zu verdanken).


    Woran es wirklich lag - nämlich an der Blasen-Scheiden-Fistel - wurde erst nach 7 1/2 Monaten festgestellt!!!!

    Ich hatte das Glück, in Tübingen operiert zu werden (vaginal - in der anderen Klinik wollte man die OP-Narbe wieder aufmachen). Erst im nachhinein habe ich erfahren, dass das Verschließen der Fistel häufig nicht funktioniert. Die Professorin in Tübingen hat aber ein sehr, sehr gutes Händchen.

    Bei einem der Nachsorgetermine schlug man das TVT-Band vor. Das habe ich im Juli bekommen (ebenfalls eine OP, die wegen der verkürzten Harnröhre nicht von vielen Ärzten gemacht wird).


    Ich bin immer noch nicht vollständig kontinent, doch ich arbeite weiter dran. Insgesamt ist die Situation aber momentan so, dass ich damit leben kann.


    Wenn Du weitere Fragen hast, beantworte ich die gerne, sofern ich kann.


    An Deiner Stelle würde ich das mit der Fistel schnellstens abklären lassen. Ich habe letztes Jahr leider nicht gewusst, dass so etwas der Grund für die Inkontinenz sein kann.


    Dir und allen anderen Forum-Mitgliedern wünsche ich einen schönen 2. Advent.


    Liebe Grüße

    Pamira

    pT3a, pN2 (3/32), L0, V1, Pn0, R0; Magnilitätsgrad: G3
    Radikale Zystektomie mit Anlage einer Neoblase am 14.03.2016, Uniklinik Köln
    Chemotherapie 6-9/2016, 4 Zyklen (Gemcetabin/Cisplatin)
    Schließen einer Blasen-Scheiden-Fistel am 29.12.2016, Uniklinik Tübingen


    One day you will wake up, and there won't be any more time
    to do the things you've always wanted.
    DO IT NOW!
    (Paulo Coelho)

  • Hallo Pamira,


    danke für Deine Informationen. So schlimm, wie bei Dir, ist meine Inkontinenz nicht. Es stresst mich aber. wenn ein paar Tropfen in der Einlage sind, dann fühle ich mich unrein und denke, ich rieche (fürchterlich) . Mir wird auch immer gesagt, ich soll geduldig sein und das schaffe ich schon, ich sei doch noch jung, und ,und , und . Sämtliche Protokolle habe ich während der AHB geführt und ich fand das auch im Nachhinein betrachtet recht positiv. Zum jetzigen Zeitpunkt mache ich lediglich mein Beckenbodentraining zu Hause .


    Dir und allen anderen noch eine schöne Adventszeit .

  • Hallo Schildi,


    sei mir nicht böse, aber ich finde, Du stresst Dich ein bisschen arg nach nur vier Monaten.

    Vor allem, wo Du jetzt plötzlich nur noch von "ein paar Tropfen" in der Vorlage schreibst. Andere würden sich damit glücklich schätzen, selbst Leute,die keine Neoblase haben.

    Die Woche hatte sich das alles viel schlimmer angehört, fast wie ein Hilferuf - und dann fast schon "vorwurfsvoll", als nicht schnell genug Antworten kamen.


    Du solltest wirklich viel mehr Geduld haben. Hast Du schon mal Vorlagen mit Gelkern ausprobiert? Die sollen doch angeblich Gerüche sofort neutralisieren.


    Wie auch immer, ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.


    Pamira

    pT3a, pN2 (3/32), L0, V1, Pn0, R0; Magnilitätsgrad: G3
    Radikale Zystektomie mit Anlage einer Neoblase am 14.03.2016, Uniklinik Köln
    Chemotherapie 6-9/2016, 4 Zyklen (Gemcetabin/Cisplatin)
    Schließen einer Blasen-Scheiden-Fistel am 29.12.2016, Uniklinik Tübingen


    One day you will wake up, and there won't be any more time
    to do the things you've always wanted.
    DO IT NOW!
    (Paulo Coelho)

  • Liebe Schildi,

    da schließ ich mich Pamira an - deine Erwartungshaltung ist recht hoch. selbst am Rand der Hyperkontinenz wie bei mir schleicht sich etwas Schleim und damit ein paar Tropfen Urin raus - allerdings komme ich mit einer normalen Slipeinlage aus. Da nutze ich welche mit Duft, aber auch so muss man sich keine Sorgen machen, es riecht nicht.... mein Mann hat ein sehr feines Näschen in diesen Dingen und er hat definitiv nie etwas gerochen. Selbst als es unmittelbar nach der OP wirklich noch nur so lief und ich drei mal täglich nabelabwärts geduscht habe.

    Ansonsten kann ich noch für unterwegs sagella intimreinigungstücher empfehlen, wenn du dich mal gar nicht mehr leiden magst.

    Ansonsten ist einfach mal Geduld gefragt.....

    Lieben Gruß von barbara

    12/2014 NMP22 (IGEL bei Gyn) positiv, 03/2015 TUR B =>CIS und floride Entzündung, 04/2015 Mapping (Hexvix) => CIS und floride Entzündung, 04/2015 BCG(6 x je 1 pro Woche) => Mapping 06/2015 => weiterCIS Blasenboden => Zystektomie 4.9.15 "Berliner Neoblase", Zystektomie pTis multifokal, R0, N0 (0/7)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." aus "Ich bleibe hier" von Catherine Ryan Hyde