Ich war schon lange nicht mehr hier, aber die Situation hat sich so verschlechtert, dass ich jemanden zum reden brauche! Ein Hilferuf!

  • Hallo,


    ich habe schon lange keinen Beitrag mehr geschrieben, da es meiner Mutter den Umständen entsprechend gut ging. Aber jetzt hat sich seid knapp einem halben Jahr alles so rapide verschlechert,

    dass ich wieder hier sein möchte. Um vielleicht etwas Trost und Rat zu finden. Kurz zu meiner Mama: Sie ist 64 Jahre, verwitwet und lebt alleine zu Hause. Das ist der letzte Arztbericht (in den letzten Jahren ist viel passiert)

    Harnblasenkarzinom ED 1995

    pTa pN0 pMx L0 V0 R0 G2-3

    02/2007 Residiv, Zystektomie mit Anlage eines Mainz-Pouches

    2012 Resektion des Mainz-Pouches und eines distalen Uretertumors rechts, Nephrostomie rechts

    07/2014 Nephroureterektomie links bei Nierenkarzinom, pT3, L1, V0, Pn0, G3, R0, H/14/11417, high-grade-Urothelkarzinom der Harnblase mit Einwachsen in das Nierenparenchym sowie in das peripelvine Fettgewebe

    03/2016 ED einer ossären Metastasierung BWK 4 und 12, Weichteilmetastasen im Bereich der linken Nierenloge und Bauchdecke, Lymphknotenmetastasen paraaortal

    04-05/2016 Radatio der PET-positiven Areale perivertebral links, 50 Gy

    06/2017 diskreter Progress der Weichteilmetastasen im Bereich der linken Nierenloge und Bauchdecke


    Weitere Diagnosen:

    2007 postoperatived Rekurrensparese links

    2007 TVT der Vena jugularis externe und Vena suvclavia links

    Artereieller Hypertonus

    10/2017 Hirninfarkt

    10/2017 Orthostatische Dysregulation

    10/2017 Depressionen



    Seid dem Schlaganfall, den Sie nicht bemerkt hat, geht es komplett bergab. Meine Mutter ist ein ganz anderer Mensch. Dazu kommt die Depression, die Sie nach dem Schlaganfall bekommen hat.

    Sie bekommt zwei Anitdepressiva und was zum schlafen. Leider haben wir immer noch keinen Pflegegrad für meine Mutter, am kommenden Donnerstag kommt der MDK von der Knappschaft.

    Das schlimmst für meine Mutter ist, dass Sie nicht essen kann. Sie hat Angst zu verhungern. Dann hat Sie noch diesen Mundsoor, den wir zwar behandeln, aber sowas ist ja langwierig. Es brennt halt

    bei scharfen und süßem. Sie hat auch 7kg abgenommen, ist 1,59cm groß und wiegt 61kg. Das Essen sitzt so fest im Kopf meiner Mutter, aber man kann den Menschen ja nicht zwingen. Auch das trinken fällt sehr schwer. Was meiner Meinung nach noch viel wichtiger ist. Astronautennahrung habe ich auch schon besorgt.

    Nach dem Schlaganfall wollten Sie meine Mutter einfach nach Hause schicken, obwohl Sie kaum laufen konnte. Wir hatten Sie übergangsweise in der Kurzzeitpflege, aber da der Pflegegrad abgelehnt wurde, musste Sie aus kostengründen wieder nach Hause. Das kann ja niemand bezahlen. Und gekümmert wird sich auch nicht richtig. Wir sind im Palliativnetz eingeschrieben. Wollte Sie erst da unterbringen, aber

    es gab ja keine Diagnose.

    Sie baut immer mehr ab, spricht auch vom Sterben, damit Sie uns nicht zur Last fällt. Ich kann mit allem sehr schlecht umgehen. Ihr Gesicht ist aufgedunsen, was ich noch mit der HA abklären muss, ich gehe mal davon aus, von dem Antidepressiva, was Sie ja noch nicht so lange nimmt. Wenn man mit Ihr spricht, versteht Sie alles, ist aber völlig emotionslos. Im Juni diesen Jahres war Sie noch so fit, aber jetzt nach dem Schlaganfall ist alles vorbei. Sie sagt auch, Sie hat den Lebenswillen verloren.


    Habt Ihr vielleicht Tips, wie man Ihr das Essen schmackhaft machen kann? Sie zu motivieren, sich wieder etwas zu bewegen? Auch wenn es nur ein paar Schritte sind. Zur Zeit ist Sie in Ihrer Wohnung gefangen, da Sie im ersten Stock wohnt und die Treppen nicht mehr schafft. Es ist so schlimm, Sie so zu sehen. Ich versuche Sie so oft wie möglich zu besuchen, sowie mein Bruder, seine Freundin, Freunde und eine ehrenamtliche Dame vom Palliativdienst. Ich bin mittlerweile total überfordert.


    Vielleicht könnt Ihr mir ja ein bisschen Mut spenden. Ist jetzt etwas lang geworden, sorry. Ich hoffe, Ihr lest trotzdem meinen Hilferuf.

    Liebe Grüße.

    Melanie;(

  • Melanie, im Moment fasse ich es kaum, dass man Deiner Mutter den Pflegegrad vorenthält. Habt ihr versucht, mit den betreuenden Ärzten einen Widerspruch zu formulieren? Die Unterstützung einer ehreamtliche Dame ist sehr lobenswert aber nicht ausreichend. Habt ihr die Möglichkeit über den Hausarzt ein SAPV Team ins Boot zu holen? Hier muss es Hilfe für euch geben. Es ist ansonsten unmenschlich gegenüber dem Patienten und gegenüber den Angehörigen.


    Gruß Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • liebe Melanie

    Du steckst gerade in einer Situation die ich absolut nachfühlen kann. Es ist eine schwere Zeit für euch.... Du machst das ganz großartig.

    Ich bin nicht diejenige die dir jetzt die Fachkompetenz bieten kann wie manch anderer hier in diesem großartig Forum aber ich kann meine Erfahrungen mit dir teilen.

    Ich denke du kannst deine Mama nicht zum Essen zwingen. Ich habe es immer mal wieder mit den lieblingsachen versucht. Einfach anbieten... mal einen obstteller oder mal die Kekse die gerne gegessen wurden. Bei der Astronauten Nahrung (meine Mama mochte sie nicht) habe ich einfach je nach Sorte einfach ein bisschen was nettes draus gemacht. bei Sorte Schoko habe ich 2 Kugeln Vanilleeis in ein Glas dazugegeben mit Strohhalm und schon hatten wir eine eisschokolade. Dann hat sie es auch getrunken.

    Versuch so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen und diese Zeit mit netten Gedanken und Gesprächen und verbinden.

    Mir hat es immer unheimlich geholfen wenn ich mir immer wieder gesagt habe dass es Mama nicht hilft wenn ich immer nur traurig bin. Im Gegenteil...soe hat sich immer gefreut wenn ich schönes erzählt habe von den Kindern oder was lustiges und wir zusammen gemacht haben.

    Sei einfach da das wird deiner Mama sicherlich sehr gut tun. Ich glaube an dich


    Ich wünsche euch von Herzen alles gute und das deine Mama bitte bitte keine Schmerzen hat.

    Wann immer du magst melde dich gerne.

    Liebe Grüße Julia

  • Liebe Melanie,


    in der Tat ein unzumutbarer Zustand für alle Beteiligten. Ich nehme dich mal virtuell in die Arme und drücke dich ganz fest.


    Was das Essen betrifft, so habe ich - auch wenn es mega-aufwändig ist - die besten Erfahrungen bei meinem kleinen Sohn (der stets kurz vor dem Verhungern war) gemacht, indem ich ihm zu jeder Mahlzeit 5 oder 6 verschiedene Gerichte angeboten habe, von denen er jeweils ein oder zwei Löffel voll gegessen hat. Und zwar möglichst in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, also ein bisschen Suppe, ein Stück Käsebrot, ein Stück Wienerwürstchen, zwei Löffelchen Fruchtjoghurt und ein wenig Nudeln mit Soße. Nur mal so als Beispiel. Es war die einzige Möglichkeit, überhaupt etwas in ihn hineinzubekommen und ich hatte lange Angst, dass mein Sohn später mal sehr heikel wird beim Essen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall - er isst heute eine 5-Minuten-Terrine genauso wie ein opulentes selbstgekochtes Festmahl.


    Wichtig war einfach nur, dass er nach 2 Bissen mit dem gleichen Geschmack "satt" war und ich ihn dadurch überlistet habe. Vielleicht würde das bei deiner Mutter auch helfen?


    Ansonsten muss man sich überlegen, ob eine Magensonde durch die Bauchwand (PEG) helfen würde? Vielleicht kann man so etwas vorübergehend legen, damit sie genügend Nahrung und Getränke zu sich nehmen kann und nicht mehr befürchten muss, dass sie verhungert. Essen und trinken kann sie dann trotzdem noch, aber es ist egal in welcher Menge sie das tut.


    Was mich auch wundert, ist, dass ihr keine Pflegestufe bekommen habt. Es gab doch jetzt das Pflegestärkungsgesetz mit den neuen Pflegestufen, das gibt's doch nicht, dass da bei deiner Mutter keine Pflegestufe attestiert werden kann. Bitte unbedingt Widerspruch einlegen!


    War deine Mutter wegen des Schlaganfalls in einem richtigen Schlaganfallzentrum oder nur in einer normalen Klinik? Schlaganfallzentren sind das A und O für Schlaganfälle. Falls ihr nicht einem solchen Zentrum wart, würde ich trotzdem in einem solchen Zetrum anrufen und um Rat fragen. Deine Mutter müsste meines Erachtens schleunigst zu einer Reha wegen des Schlaganfalls. Aber eine richtige dafür ausgestattete Reha. Dann wird sie nämlich wieder etwas "aufgepäppelt" und damit meine ich nicht ihr Gewicht, sondern ihre Selbstständigkeit. Und mit jedem Stück Selbstständighkeit verschwinden auch wieder ihre Depressionen, davon bin ich überzeugt.


    Dass deine Mutter ihren Schlaganfall nicht bemerkt hat, ist übrigens normal! Es sind fast immer die Mitmenschen, die das bemerken.


    Die Emotionslosigkeit deiner Mutter kann übrigens auch von den Medikamenten kommen. Wenn ein Mensch Antidepressiva o.ä. bekommt, wird nunmal an den Gefühlen "herumgeschraubt", was ja wichtig ist. Aber diese Tabletten haben eben auch Nebenwirkungen und ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine der Nebenwirkungen diese Emotionslosigkeit mit sich bringt. Hat ja auch den Vorteil, dass wenn man emotionslos ist, dass man sich dann auch nicht über alles aufregt oder ärgert. Die Emotionslosigkeit kann aber natürlich auch dem dem Schlaganfall zusammenhängen.


    Ich an deiner Stelle würde nun mit der wenigen Kraft, die du vermutlich noch hast, Kontakt zu einem Schlaganfallzentrentrum oder der Deutschen Schlaganfallgesellschaft suchen und dich beraten lassen. Dann würde ich wegen der Pflegestufe aktiv werden. Wenn der MDK am Donnerstag kommt, muss er schnell reagieren und wenn abgelehnt wird, dann lege sofort Widerspruch ein. Ich habe mal gelesen, dass eine gewisse Prozenzahl von Anträgen, die Kuren/Reha, Pflegestufe oder Behinderung betreffen, erst mal abgelehnt werden müssen. Und erst nach einem Widerspruch wird ihnen stattgegeben. Wenn ich das nur früher gewusst hätte...


    Solltet ihr beim VdK oder einer ähnlichen Vereinigung Mitglied sein, gehe dort hin und lasse dich beraten.


    Und stelle unbedingt einen Reha-Antrag. Suche dir Hilfe, die dir beim Ausfüllen hilft. Sozialberatungsstellen im Krankenhaus zum Beispiel. Oder du schaust mal, überall gibt es von der Caritas oder anderen Organisationen Beratungsstellen, da lasse dich beraten, wenn du alleine nicht zurecht kommst.


    Und frag den Hausarzt mal, was er von einer Magensonde hält (wenn es deine Mutter wirklich so umtreibt, dass sie verhungern könnte). Aber eine Magensonde durch die Bauchdecke, damit deine Mama weiterhin essen und trinken kann.


    Viel zu tun, viele Vorschläge... aber halte durch. Ich wünsche dir viel Kraft dafür. Kannst du dich vielleicht mit jemandem aufteilen für die Organisation? Hast du Geschwister?



    Liebe Grüße


    Christina

    Ich habe für meine Mutter geschrieben, bei der im Jahr 2008 Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Am 10.01.2015 ist sie im Alter von 80 Jahren daran verstorben. Da das Forum wie eine Familie für mich ist, bin ich ihm treu geblieben, obwohl mein persönlicher Schwerpunkt inzwischen ein anderer ist: Ende 2015 wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert, den ich mit Operation und Strahlentherapie bekämpft habe und mit einer 10 Jahre lang dauernden Anti-Hormontherapie hoffentlich komplett ausmerzen werde.

  • Moin Melanie


    Ich bekomme da so ein paar Dinge nicht zusammen, deshalb hab ich ein paar Fragen ich hoffe es ist okay?


    Lt. Deiner Daten wohnst Du in Herford, Deine Mutter auch?

    Wenn ja, habt Ihr ein absolutes Kompetenzzentrum für Schlaganfälle bei Euch war Deine Mutter dort mit dem Schlaganfall?

    http://www.klinikum-herford.de/kliniken/klinik-für-neurologie/klinikportrait/schlaganfallzentrum-comprehensive-stroke-unit/

    Wurde vom Krankenhaus kein Eilantrag auf Pflegestufe gestellt?

    Was wird wegen der Metastasen gemacht? Ist Deine Mutter damit in Behandlung?

    Wer hat die Antidepressiver verschrieben? Ist Deine Mutter da richtig eingestellt?


    Ich lese viele Baustellen aus Deinen Beitrag und keine Hinweise wer Deine Mutter wie behandelt bzw. ob die unterschiedlichen

    Bereiche aufeinander abgestimmt sind. Du sprichst vom Hausarzt, mach der das alles?


    Wenn ich es richtig verstehe, ißt Deine Mutter aus seelischen Gründen nicht es geht nicht um ein medizinisches Problem?

    Ich frage deshalb, weil meiner Schwiegermutter zB so eine Art Krämpfe in der Speiseröhre bekommt und es Tage gibt bei ihr da hat

    Sie einfach Angst zu essen. Das wurde abgeklärt?


    Nun wende ich mich weg vom medizinischen und begebe mich eventuell auf dünnes Eis aber mir sind folgenden Zeilen wichtig.


    Wie Du schon selber schreibst, mag Deine Mutter nicht mehr und so schwer es einen fällt rede mit Deiner Mutter darüber. Frag sie, wie

    sie es meint? Ob es wirklich ihr Wunsch ist? Hör hin und wenn sie wirklich nicht mehr mag überlegt gemeinsam, wie ihr die verbleibende

    Zeit noch gestalten wollt. Hat Sie eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, in der alles wichtige geregelt ist. Sollte es wirklich der

    ernsthafte Wunsch Deiner Mutter sein, haltet sie nicht fest. Geht mit ihr gemeinsam Hand in Hand und sei bei ihr. Das ist nicht einfach aber

    das größte Geschenk was wir machen können.


    Sollte dies nicht der Fall sein, greifen meine ganzen Fragen wieder und vielleicht magst diese mal beantworten damit man etwas besser

    helfen kann.


    Ganz liebe Grüße


    Tatjana

    Fred Lutz, geb. 02.01.1950 :: gest. 24.04.2011
    Sein Lebensmotto: Wenn der Sand abgelaufen ist, ist er abgelaufen.

  • Liebe Melanie,

    ES ist alles bereits gesagt, nur eins muss ich anmerken. Magensonde braucht die Mama keine.

    61 kg bei 1.59 ist schon ok. Ich selbst habe mein Leben bis zum Herzinfarkt mit 55 Jahren bei gleicher Grösse mit 45 bis 50 kg verbracht.

    Vielleicht kommt ja der Hunger bzw. Apptit zurück.

    Luja hat ja ganz brauchbare Anregungen dazu, auch Eis ist nahrhaft, wenn die Mams das mag.

    Ich wünsch dir und deiner Mama einen gangbaren Weg und erst mal gute Besserung für die Mama.

    Gruss Ricka

  • Hallo Ihr Lieben,


    vielen Dank für die vielen Antworten. Ich versuche jetzt alle Fragen zu beantworten:

    wolfgangm , wir sind im Palliativ-Netz Herford angemeldet, es kommt einen ehrenamtliche Dame zu quatschen und eine, die sich um Ihr Befinden kümmert,

    dass heißt, auch mit Ihr darüber spricht, wenn es Ihr schlechter geht, in ein Hospiz zu gehen usw. Ich habe über den Sozialdienst im Klinikum den Antrag gestellt,

    wie gesagt wurde der erst abgelehnt und deshalb kommt Donnerstag der MDK. Die Knappschaft hat einen eigenen MDK und ein eigenes Sanitätshaus, bei denen ist

    das echt kompliziert

    Luja , danke für Deine lieben Worte, ich versuche schon viel Zeit mit Ihr zu verbringen, aber oft ist es auch schwer... Schmerzen hat meine Mama keine, zumindest verneint Sie das immer

    Chris1965 , die Idee mit mehreren Mahlzeiten hört sich gut an, probiere ich einfach mal aus. Die Magensonde kann ich mal ansprechen, erstmal rein informativ. Sie war auf der Neurologie im Klinikum Herford und im Schlaganfallzentrum, alles eine Etage. Laut der Ärzte kriegt Sie keine Reha, da der Schlaganfall wohl älter ist, ich habe dieses auch nicht verstanden. Dort sind so viele unterschiedliche Ärzte gewesen, dass Klinikum besteht nur aus Assistensärzten. Ich habe oft auch sehr viele Fragen gestellt, manche sind richtig böse geworden. Eine Reha wäre für mich auch sehr sinnvoll.

    Tatjana , ja wir waren im Klinikum, siehe Text Chris, doch es wurde ein Eilantrag gestellt und abgelehnt, meine Mutter ist in der onkoligischen Ambulanz in Behandlung, im September 2016 hatte Sie Bestrahlungen und jetzt vierteljährlich CT-Kontrollen, meine Mutter möchte keine Chemo, die Metastasen haben sich nur minimal vergrößert, aber das

    Ergebnis von Dezember steht noch aus, es kann sich ja ganz schnell was ändern, meine Ma hat jetzt noch mehr Angst, dass Sie durch eine Chemo stirbt, wo es Ihr so schlecht geht,

    Sie war in einer psychosomatischen Klinik, hat von dort diese Medikamente, war aber nur eine Woche da und dann ist Sie ja wieder öfters dort gefallen und wurde wieder mit Verdacht auf Schlaganfall ins Klinikum eingeliefert, zum Glück negativ. Laut Stationsarzt liegt das an Ihrem niedrigen Blutdruch, manchmal 60 zu 40. Das wäre wohl bekannt, hatte uns aber keiner gesagt. In die psychosomatische Klinik sollte Sie laut Arzt nicht zurück, da Sie über mehrere Wochen jetzt erstmal die Medis nehmen soll. Die Hausärztin ist eigentlich gut, Sie ist auch Palliativmedizinerin. Wir sind dort aber noch nicht so lange in Behandlung. Das Essen fällt Ihr schon lange schwer, kein Hungergefühl, alles schmeckt fast gleich. Das was geht ist Süßes oder mal nen Burger oder Nuggets. Und Sie hat ja diesen Mundsoor, dass macht es noch schwieriger.

    Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung haben wir schon beim Notar gemacht, da konnte Sie auch selber festlegen, was Sie möchte und was nicht.

    Ich rede mit meiner Mutter auch über das Sterben. Sie möchte noch gerne leben, sagt Sie immer, aber nicht unter diesen Umständen. Sie sagt, es belastet Sie sehr, dass essen, dass Sie nichts mehr kann usw. Ich beschäftige mich auch mit dem Sterben. Weil das gehört dazu. Auch wenn man immer wieder Angst davor hat. Aber ich denke dabei an Mutti, ob es Ihr dann besser gehen würde. Es ist alles auch sehr schwer einzuschätzen, durch die Depression.


    Ich hoffe, ich konnte alle fragen beantworten. Die Hausärztin hatte leider Urlaub, am 2.1. stehe ich da gleich auf der Matte. Meine Mutter muss irgendwo hin, wo Sie aufgepäppelt wird. Das möchte Sie auch. Nur ins KH bringt doch nichts. Liebe Grüße an alle.

  • ricka , sorry, Dich hatte ich vergessen, ich sage Mama auch immer, dass das Gewicht noch okay ist und wir das beobachten, aber Sie macht das halt fertig.

    Ein Arzt hat wohl mal gesagt, die Patienten sterben nicht an Krebs, sondern verhungern eher. Und das hat sich in Ihren Kopf gebrannt.....

  • Liebe Melanie,


    für mein Empfinden "basteln" im Moment viel zu viel Leute an Deiner Mutter herum - was bestimmt gut gemeint ist - aber

    auch kontraproduktiv sein kann. Man sollte sich bei den ganzen Problemen m. E. auf 2 Punkte konzentrieren:

    1. Essen - sie muß wieder Freude am Essen bekommen, weil damit u. a. der Lebenswille verbunden ist. Dazu das Soorproblem

    mit entsprechenden Medikamenten beseitigen bzw. andere Ursachen für den "Nichthunger" ergründen (Magen,Darm usw.)

    2. Depression - ich weiß aus eigener Erfahrung - was diese Antidepressiva mit einem Menschen mache können!

    Also noch mal mit dem Hausarzt über die Notwendigkeit bzw. die Dosierung besprechen. Meistens werden viel zu hohe

    Dosen verschrieben...

    und - bei allem Respekt vor den Ärzten: Manchmal muß man auch auf sein eigenes Bauchgefühl hören


    LG Helmut

    Kurze Zusammenfassung:


    2012: Herzinfarkt, Bypässe,Herzklappe
    Aug 2015 = radikale Zystektomie
    mit Uro-Stoma'] - Klassifizierung: pTa pNO LO VO RO pTis
    Sept 2015 = beiders. Schienen nach Nierenstau( mit 6-wöch. Wechsel baw.)
    Aug 2016 = Entf. beider Harnl.-schienen

    März 2017= meine Frau stirbt an Leberkrebs

    Juni 2017= l. Harnleit. zugewachs u. kürbisgr. Hernie

    Nov. 2017= 6-stünd. OP (Harnl. neu annähen u. Entf. Hernie

  • Skat27 der Mundsoor wird mit Nystatin Gel behandelt, was aber sehr langwierig ist. Die Verdauung läuft bei meiner Mutter dementsprechend schlecht, übelste

    Verstopfung. Und blutende Hämorrhoiden. Ich habe auch schon überlegt, Spiegelung Magen-Darm. Aber bei dem Zustand? Spreche mit der Hausärztin.

    Mein Bauchgefühl sagt, dass Mami ganz dringend in einer Klinik zum aufpäppeln muss. Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie wir das eintüten sollen. Spreche ich natürlich auch bei der HA an. LG.


    Ja das Thema Antidepressiva.... Zuerst sollte Sie Tavor als Langzeittherapie nehmen, dass ging gar nicht und ist dafür gar nicht geeignet. Sie war komplett high. Sie sollte es nehmen, damit Sie besser schlafen kann, dass hat natürlich geklappt. Sie hat halt Schlafprobleme.

    Das haben wir in Absprache mit der Ärztin gleich wieder abgesetzt. Jetzt bekommt Sie Oxazepam 10mg zur Nacht, Milnaneurax 25mg und Quentiax 25mg. Vielleicht hast Du Recht und zu viele rühren in dem Pott rum. Nehme jetzt erstmal die HA als

    erste Ansprechpartnerin.

  • Und blutende Hämorrhoiden.

    liebe Melanie

    Das hört sich jetzt vielleicht total albern an aber versucht mal die Hämorroiden mit nasentropfen zu behandeln. Das wirkt wirklich Wunder. Ich hätte in meinen Schwangerschaft wahnsinnig doll damit zu tun und der Tip von meiner Hebamme mit den nasentropfen war Goldwert. Besser als jede Creme...

    Liebe Grüße und ein guten Rutsch an alle