Virgineller, schlecht differenzierter Blasentumor am Harnblasenboden

  • Hallo und liebe Grüße aus Lünen;


    ich heiße Marcus, bin 48 Jahre alt und weiß seit letzter Woche Freitag, dass auch ich Blasenkrebs habe.


    Ich habe mich in die Hände des Chefarztes Dr. Orth aus dem Knappschaftskrankenhaus in Dortmund begeben.

    Am Freitag den 05.01.2018 wurde dort eine Blasenspiegelung vorgenommen, bei der dann der Tumor bzw. das Karzinom festgestellt wurde. Der Doc meinte ca. 2-3cm groß und am Harnblasenboden rechts gelagert.


    Die genauere Diagnose lautet:

    Virgineller, schlecht differenzierter Blasentumor am Harnblasenboden rechts

    Prostatahyperplasie

    Meatusenge


    Therapie:

    Otis-Meatotomie, kombinierte Urethrozystoskopie, Ausspülen von Blutkoageln, retrograde Ureteropyelographie bds., protektive DJ Einlage rechts 7/26Ch, TUR-B sowie Spül-DK 22 Ch. am 10.01.2018


    Ja, heute wurde ich zunächst nach Hause entlassen und am 29.01.2018 sollte dann die radikale Zystektomie mit Neoblase durchgeführt werden.


    Dieser Schritt ist ja wirklich sehr radikal und aufgrund meines noch geringen Alters einfach ein Schock.

    Ich habe mich auch nach weiterer Recherche im Internet gefragt, ob man alternativ vielleicht doch die Chemo-Keule zur Erhaltung der Blase einsetzen sollte.

    Was ist hier Eure Erfahrung bzw. Euer Rat dazu?


    Wie lange dürfte denn überhaupt die maximale Zeit zwischen TUR und radikaler Zystektomie sein? Ich habe nicht nur gesundheitliche Probleme, sondern musste zusätzlich auch noch feststellen, dass ich für einen solchen Fall nicht gut genug versichert bin. Ich bin privat versichert aber nur ohne jegliche Wahlleistungen. Mein VS-Makler meint, ich könne mich definitv höher stufen lassen und die Zusage sei auch schon da, aber es muss eine Karenzzeit von 3 Monaten eingehalten werden. Wäre das möglich oder bilden sich gleich neue Tumore oder Metastasen?


    Ich bin echt absoluter Laie und freue mich über jeden Rat.


    Herzliche Grüße

  • Lieber Marcus,


    bevor ich genauer auf deine Fragen eingehe, werde ich Dir erstmal allgemeine Informationen zum "Thema Blasenkrebs" geben, da du nur so deinen Befund verstehen kannst.


    Die Blase ist in mehreren Schichten aufgebaut, daher unterscheidet man erstmal zwischen oberflächlich und muskelinvasive wachsenden Tumoren in der Blase um Dir das bildlich auch etwas verständlicher zu machen hier eine Graphik wo die Tumor-Stadien sichtbar sind:



    6625-blasenkrebs-jpgZu den oberflächlichen Tumoren zählen:


    - das CIS

    - pTa

    - pT1

    Tumoren, wobei das CIS dort eine Sonderstellung einnimmt.


    Ab einem Stadium von pT2x spricht man von muskelinvasiven Tumoren.


    Weiterhin gibt es noch das Grading, welches die Mutation der Tumorzellen im Vergleich zu den Orginalzellen beschreibt. Beim Grading von G1 sind die Zellen noch recht nah an dem Orginal und daher weniger "gefährlich" ... bei einem Grading von G3 sind die Tumorzellen schon so weit entartet, dass sie kaum noch mit dem Orginalzellen überein stimmen.


    Weiterhin gibt es nicht "den einen Blasenkrebs", sondern es gibt neben dem am häufigsten auftretenden Tumor dem Urothelkarzinom noch einige andere Tumorarten, die in der Blase wachsen können.



    Soweit erstmal die allgemeinen Informationen über Blasenkrebs.

    Wichtig ist jetzt erstmal, das die Histologie (also die Pathologische Beurteilung) des Tumors festgestellt wird. Sicherlich kann ein erfahrener Arzt schon während der TUR-B feststellen, ob ein Tumor oberflächlich oder muskelinvasiv gewachsen ist und ob es möglich war diesen vollständig zu entfernen oder nicht - aber endgültig gibt nur eine Histologie darüber Aufschluss.


    Bisher erkenne ich kein "Tumorstadium" - sodass ich dazu nichts weiter sagen kann.


    Aber:

    Eine Chemotherapie zur Behandlung von Blasenkrebs gibt es nicht, bei oberflächliche wachsenden Tumoren käme eine Instillationstherapie mit Mitomycin in Frage, dies wird oftmals als Chemotherapie bei Blasenkrebs bezeichnet - ist aber ehr ein Einbringen des Medikamentes in die Blase (Instillation) und nicht über eine Vene in den Körper.


    Unter umständen wäre vielleicht noch eine Radio - Chemo - Therapie möglich, aber dazu müssen einige Faktoren (Voraussetzungen) vorliegen

    z.B. müsste der Tumor vollständig entfernt worden sein aber auch die Lage des Tumors müßte eine RCT (Radio-Chemo-Therapie) zulassen.


    Bei einem Tumor am Blasenboden (also in der Nähe des Blasenausganges) sehe ich aber die Option RCT überhaupt nicht, weil durch die Bestrahlung des Tumorgebietes es auch zu einer Schädigung der Prostata, Harnröhre kommen könnte.


    Somit würde bei einem muskelinvasiven Tumor hier speziell nur eine Blasenentfernung Sicherheit bringen - diese OP sollte innerhalb der nächsten ca. 4 max. 6 Wochen erfolgen, da ich erstmal davon ausgehen muss, das dein Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte und dieser nicht unnötig viel Zeit für weitere Schadensanrichtung geben würde.


    Gruß

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Moin Marcus,

    alle wesentlichen und wichtigen Aspekte hat Dir bereits AndreasW mitgeteilt. Erst der gesamte Befund spricht eine deutliche Sprache. So hatte ich am 10. Januar 2010 nach TUR B einen pT2a Tumor und nach der OP am 25.02.2010 war es bereits ein pT4a Tumor. Mal eben innerhalb von sechs Wochen eine drastische Entwicklung. Die Grafik von AndreasW wird es Dir verdeutlichen.



    Gruß Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Wow, vielen Dank für die wirklich tollen, erläuternden Erklärungen....

    Ich bin wirklich absoluter Laie, der bis vor wenigen Wochen den Begriff Blasenkrebs nie gehört hat, obwohl er zu den weit verbreitesten gehört...

    Ich lerne im Moment viel durch Google, es macht einen aber auch verrückt.

    Habe gestern nach der Diagnose viel geheult und auch heute fällt es mir schwer, das zu realisieren. Ich glaube umso wichtiger solch ein Forum, wo man sich einiges erklären lassen kann, oder man sich auch einfach mal "ausschreibt"...

    Ja, für mich ist es eine absolute Vollkatastrophe mit der ich mit 48 nicht gerechnet hätte.


    dem Arzt nach, ist die radikale Zystektomie wohl die einzige Möglichkeit, aber sollte ich mir nicht trotzdem eine zweite Meinung holen oder wäre das verschwendete Zeit? Ich glaube schon, dass der Doc weiß was er tut und sagt.


    Ach, ihr lest sicher zwischen den Zeilen meine Verzweiflung und Unentschlossenheit.... Sorry dafür ;-)


    Liebe Grüße (ich schlaf erstmal noch eine Nacht drüber)

  • ...ach, bevor ich es vergesse:

    Es gibt eine Histologie.

    Ich schreibe die Histologie mal wie folgt ab:


    "Infiltrate eine undifferenzierten Karzinoms mit Infiltration des subepithelialen Bindegewebes und der Muskulatur nach klinischen Angaben vom Blasenboden stammend.

    Epikritischer Kommentar: Der vorliegende Befund wäre mit einem schlecht differenzierten Urothelkarzinom vereinbar. Aufgrund der schlechten Differenzierung werden wir jedoch noch eine immunhistochemische Untersuchung anschließen und erneut berichten."


    Super wenn mir das jemand übersetzt.(obwohl ich glaube teilweise zu verstehen).

    Die Krebsart konnte bislang nicht bestimmt werden, stimmt das so?


    Aus dem Bericht und dem tollen Schaubild von AndreasW ist mir noch nicht ganz klar, ob die Klassifizierung pt1 oder pt2 wäre. Dadurch das aber vom Muskelgewebe geschrieben wird, wohl eher pt2 oder?


    Liebe Grüße

  • Lieber Marcus,


    wir alle können nachempfinden, wie es in Dir ausschaut, denn alle die sich hier in diesem Forum angemeldet haben, sind auch selbst an Blasenkrebs erkrankt oder haben / hatten einen Angehörigen der an Blasenkrebs erkrankt war / ist.

    Uns allen hat die Diagnose wie ein Hammer getroffen, vollkommen unvorbereitet und meißt von heute auf morgen.

    Wichtig ist jetzt, den Blick nach vorn zu richten - denn Blasenkrebs ist in den meißten Fällen sehr sehr gut behandelbar. Auch wenn du vielleicht deine Blase verlieren wirst, so besteht nach der OP dennoch eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass du dein bisheriges Leben weiter führen kannst - vielleicht mit kleinen Einschränkungen - aber auch mit diesen wirst du Dich schnell zurecht finden.

    Wir haben hier Mitglieder im Forum, die mit einer NeoBlase Marathon laufen, sportlich sehr aktiv sind und auch am gesellschaftlichen Leben kann man auch mit einer Neoblase fast ohne Einschränkungen teilnehmen.


    Auch wenn für Dich im Moment die Welt zusammen bricht, so sei Dir gesagt - auch mit einer Neoblase ist das Leben noch sehr sehr lebenswert.


    Zecks Zweitmeinung:

    Dazu bedarf es erstmal der Histologie - vorher hätte dies keinen Sinn, da der OP-Bericht eben für eine Zweitmeinung "nichtssagend" ist.


    Gruß

    AndreasW


    Zusatz wegen der Histologie:


    "Infiltrate eine undifferenzierten Karzinoms mit Infiltration des subepithelialen Bindegewebes und der Muskulatur nach klinischen Angaben vom Blasenboden stammend.

    Epikritischer Kommentar: Der vorliegende Befund wäre mit einem schlecht differenzierten Urothelkarzinom vereinbar. Aufgrund der schlechten Differenzierung werden wir jedoch noch eine immunhistochemische Untersuchung anschließen und erneut berichten."

    Nun werde ich das mal für Dich übersetzen:


    - schlecht differenzierten Urothelkarzinom:

    dies ist das Grading des Tumors. Sagt also aus, wie weit fortgeschritten die Mutation der Zellen ist. Bei einem "schlecht diff." erkennt man kaum noch Übereinstimmungen mit den Orginalzellen - sodass es sich hier um eine Tumorstadium G3 oder auch high risk handelt.


    - mit Infiltration des subepithelialen Bindegewebes und der Muskulatur:

    Dies ist nur bedingt aussagekräftig und geht auf das Tumorstadium ein, eine Infiltration der der Muskulatur spricht für ein mindestens pT2a - Tumor.

    Also um einen Tumor, der schon die in Blasenmuskulatur eingewachsen ist - aber leider wird nicht benannt, wie tief.

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Danke Andreas. Ich schätze es wirklich sehr. Natürlich weiß ich, dass ich einfach nur empfinde, wie alle anderen Betroffenen auch. Ich muss einfach verdammt viel lernen und mir Input holen. Ich fühle mich jetzt schon gut aufgenommen. Vielen Dank :-)


    aber was ich vorhin nachreichte, ist nicht die Histologie? So steht es zumindest auf dem Bericht, derm ir mitgegeben wurde...:/

  • Lieber Marcus,


    nein - dies ist keine "Normgerechte Histologie".


    es müsste folgendes Aufgeführt sein:


    pT gefolgt von einer Zahl (1, 2 , 3 oder 4) eventuell noch mit einem Buchstabenzusatz a oder b


    G für das Grading , gefolgt von einer Zahl (1, 2, oder 3) eventuell auch nur nach WHO low oder high risk


    sodass dann folgendes Beispiel entstehen könnte:


    pT2a G3 oder pT2a high risk


    Gruß

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Hi Dieselflink,

    ja das ist tatsächlich eine Diagnose, die einem erst einmal den Boden unter den Füßen wegnimmt, aber das Leben MUSS und wird weitergehen.

    Zum medizinischen Aspekt hast du von den Experten schon viel erfahren, dazu kann ich nichts beitragen.

    Was die versicherungstechnische Seite betrifft, vielleicht doch etwas.

    Auch ich bin privat versichert und hatte die Zystektomie im Mai 2015. Zusatzleistungen wie Chefarzt-Behandlung oder Zweibett- womöglich Einbettzimmer habe ich auch nicht. Was mir einen Klinikaufenthalt im Zweibettzimmer ermöglichte, ist eine Krankenhaus-Tagegeld Zusatzversicherung.

    Aber sei dir dessen gewiss, dass diese OP ohne Berücksichtigung der Versichertenlage in der Klinik immer von den dort

    kompetentesten Operateuren durchgeführt wird!

    Wenn das nicht so wäre, könnten wir wirklich von einem Mehrklassensystem im Gesundheitswesen ausgehen.

    Das sehe ich nicht so!

    Was den großen Unterschied ausmacht ist das Geld der Großverdiener, die sich in vielen Kliniken ein "entsprechendes" Ambiente kaufen und sich statusgemäß nur in Suiten wohlfühlen.

    Also sei nicht besorgt. Du wirst in einer Klinik mit guter Urologie ganz sicher gut behandelt.

    Ich wünsche dir alles Gute

    Harald

  • Ich lerne im Moment viel durch Google, es macht einen aber auch verrückt.

    Hallo Marcus,


    ob du da viel lernst, möchte ich fast bezweifeln. Natürlich ist es verständlich, dass du alle möglichen Informationen suchst, aber tu dir selbst den Gefallen und lass die Finger davon. Sonst wirst du wirklich verrückt, solange du nicht wenigstens den pathologischen Befund hast. Was dann da drin steht, kannst du hier nachschauen. Und, glaub mir, das Leben geht weiter. Falls du auf Daumendrücken stehst, bin ich gerne dabei.

    Wer nicht mit Tieren und Pflanzen kann, kann auch nicht mit Menschen.


    Gruß Jürgen :*

  • Hi und vielen Dank :-)

    Nach einigen Tagen und vielen Gesprächen mit der Familie, Freunden, Bekannten und Kollegen geht es mir psychisch sogar recht gut.

    Mein Urin ist wieder klar, aber das Wasserlassen bzw. kurz davor ist schon relativ schmerzhaft und manchmal schwer einzuhalten. Aber ich habe eine Schiene in der rechten Niere und ich denke dass das alles recht normal ist.


    Ich gehe seit Montag (Freitag entlassen) auch wieder zur Arbeit. Das lenkt gut ab.


    Ein Zimmergenosse meines letzten Krankenhausaufenthaltes hat mich heute angerufen und von seiner Prostatageschichte erzählt. er war damals um die 70 und sollte operiert werden. Er hat sich damals eine zweite Meinung geholt und eine schonendere Behandlung empfohlen bekommen, mit der er heute noch sehr gut lebt. Jedenfalls wollte er mir damit sagen, dass eine zweite Meinung nicht schadet und hat mir auch eine entsprechende Klinik empfohlen. Ich habe das gegoogelt und festgestellt, dass sich diese Klinik in Dortmund wohl entsprechend spezialisiert hat und wirbt auch mit der "2. Meinung". Ich will das auf jedenfall machen, auch wenn das Ergebnis ähnlich sein könnte bzw. wird. Aber ich muss mir dann später nicht selbst vorwerfen, das nicht gemacht zu haben. Ihr kennt das vielleicht.... man lässt etwas machen und 2 Wochen später kommt jemand um die Ecke mit "warum hast Du das nicht so und so machen lassen. Hat mir super geholfen". Ich bin nicht euphorisch in der Sache aber ich möchte wirklich nichts unversucht lassen. Wenn es dann am Ende doch die Neoblase wird, dann ist das so.....


    Ich werde aber gerne über das Ergebnis berichten.


    Vielen Dank Euch

    Liebe Grüße

    Marcus

  • Nun Marcus,


    niemand hat etwas gegen eine Zweitmeinung - auch wir empfehlen sie immer wieder.

    Aber bevor du daran denkst, brauchst du erstmal den histologischen Befund und den OP-Bericht in den Händen. Ohne beides, wird sich jeder andere Klinik schwer tun, deine Krebserkrankung richtig zu beurteilen.


    - daher Ruf ende dieser Woche deinen niedergelassenen Urologen an, diese sollte dann wahrscheinlich die Histologie schon vorliegen haben.


    Gruß

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Moin Marcus,

    ob es dann am Ende eine Neoblase werden kann und wird, das entscheidest nicht Du sondern die Lage, die Ausprägung dessen, was der Operateur antrifft vor Ort.


    Gruß Wolfgang

    April 2009 CIS, bis Aug. 2009 6xBCG Instillation. Diagnose im Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Februar 2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage eines Sigma Conduit. April bis Juli 2010 Chemotherapie 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo Wolfgang;


    ja, das ist mit bewusst. Auch wenn ich es unabhängig alleine entscheiden dürfte, würde ich dem Rat der Ärzte auf jedenfall folgen.


    Der pathologische Bericht liegt mir jetzt vor. Ich habe ihn als Datei angehängt....

  • Lieber Marcus,


    nun hast du Gewissheit. Der Tumor war / ist in die Blasenmuskulatur eingewachsen, da im Befund "mindestens" steht, solltest du davon ausgehen, dass der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte - sodass sich der Befund noch weiter verschlechtern kann (nicht muss).


    Eine Blasenerhaltende Therapie ist aus meiner Sicht in diesem Fall nicht mehr möglich, denn eine Grundvoraussetzung wäre gewesen, dass man den Tumor zuvor vollständig hätte entfernen können. Nur dann würde vielleicht eine Radio-Chemo-Therapie (RCT) in Frage kommen.

    So aber, wird es auch eine Entfernung der Blase hinaus laufen - Aufgrund deines Alters wird es dann sehr wahrscheinlich eine Neoblase werden.


    Nun heißt es, ein entsprechendes Krankenhaus in deiner Nähe zu finden, welches die nötigen Fallzahlen hat und dem du vertraust. Insgesamt sollte die OP innerhalb der nächsten 4 bis max. 6 Wochen erfolgen - länger würde ich auf keinem Fall damit warten.

    Nutze die Zeit auch, um dich Fit zu halten / machen, denn diese OP wird die größte OP im Urologischen Bereich, die du vor Dir hast und entsprechend anstrengend ist diese.


    Gruß

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

  • Lieber Marcus,


    ich stimme den Ausführungen von AndreasW uneingeschränkt zu.

    Warte nicht zu lange.


    Mein Befund Januar 2013 war genau wie deiner und meine Blase wurde im März 2013 mit einem wesentlich schlechteren Befund entfernt mit der Folge einer Chemotherapie, s. meine Signatur. Der Tumor hat also nicht geschlafen, sondern hat sich weiter ausgebreitet. Alles in allem geht es mir heute mit gewissen Einschränkungen gut, immerhin darf ich bald meinen 5. Geburtstag feiern.


    Weiterhin alles Gute für dich und ich hoffe, daß du mit Hilfe von verständnisvollen und kompetenten Ärzten die richtige Entscheidung baldmöglichst treffen kannst.


    LG Gabi

    Januar 2013: TUR B (pT2,G3)
    März 2013: radikale Cystektomie,Anlage Indiana Pouch,Nephrektomie li.
    Diagnose:Muskelinvasiver Blasentumor pT4a,pN0 (0/7),cM0,L1,V1,Pn1,G3,R1 (PD)
    Mai - September 2013 4 Zyklen Chemotherapie GEM/CIS
    Hoffnung ist eine Art von Glück, vielleicht das größte Glück, das diese Welt bereit hält.

    Der Weg ist das Ziel


  • @AndreaW

    Ja, bis vor ziemlich genau einer Woche hätte ich damit absolut gar nichts anfangen können. Dank Deiner und Eurer Erklärungen, weiß ich nun einigermaßen worum es geht.

    Ich lasse morgen nochmal auf den Bericht schauen, aber ich sehe es genauso wie Du und mache mir keine falschen Hoffungen.


    Naja, und wie schon oft be- und geschrieben.... Mit der Neoblase läßt sich wohl leben ;-)


    Ich berichte weiter (wenn ich darf :-) )


    Liebe Grüße