Nach Zystektomie Chemotherapie

  • Nach der anfänglichen Diagnose am 5. Januar "kleiner Tumor in der Blase, den man problemlos ausschaben kann", wurden meinem Vater (72 Jahre) am 19. Februar 2018 die Blase (inkl. Prostata, Samenblasen und Lymphknoten) entfernt. Die Lymphknoten sind befallen, wie viele weiß ich noch nicht. Nach der Reha soll eine Chemotherapie folgen. Ich suche nach Menschen mit ähnlichen Erfahrungen und habe mich deshalb hier im Forum angemeldet.

  • Moin Tochter2703,

    zunächst begrüße ich Dich herzlich hier im Forum trotz der bedrückenden Situation bei Deinem Vater.


    Der zeitliche Abstand ist erstaunlich gering von der ersten Aussage eines "auszuschabenden" kleinen Tumors bis zur radikalen Zystektomie (Blasenentfernung). Bitte lass Dir die Befunde aushändigen. Nicht nur Lymphknotenbefall sondern auch Venenanschluss können Hinweise auf die erforderliche Chemotherapie sein.


    Liebe Grüße Wolfgang

    Jan. 2010: Harnblasenkarzinom pT4a pTis L1 V0 pN1 pMx R0 G 3, Prostatakarzinom pT1a L0 V0 pN0 pMx R0 G 2 GL: 3+3=6 . Febr.2010 radikale Cystoprostatektomie mit Anlage Sigma Conduit. 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Hallo tochter2703,

    deine Worte kommen mir so vertraut vor. Uns erging es so ähnlich. Anfangs wurde alles "runtergespielt" und geendet hat es nach kurzer Zeit auch bei der Entfernung der Blase mit befallenen Lymphknoten.

    Hier gibt es ganz viele nette und erfahrene Menschen die dich bestimmt unterstützen. Medizinisch kann ich dir leider nicht viel helfen, aber gerne wenn du jemanden zum Reden und austauschen brauchst, gerne auch per PN.

    Liebe Grüße rexi

  • Liebe Tochter2703


    Wir sitzen wohl im selben Boot (ebenfalls Tochter eines Betroffenen).


    Wichtig ist sicherlich, dass du den Befund hier einstellst, damit man die Situation besser beurteilen kann.


    Meine Daumen sind gedrückt, melde dich jederzeit, wenn du dich austauschen möchtest.



    Herzliche Grüsse

  • Hallo Tochter 2703,

    meine OP war am 23.03.2017. Bei mir wurden nach der OP zusätzlich an der Prostata zwei Tumore entdeckt, Gott sei Dank keine Metastasen. Hatte dann von Ende Mai bis Ende Oktober Chemo (die ist sicher nicht angenehm) aber mir geht es gut, ich hatte und habe immer Zuversicht, habe seit der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder leben gelernt. Die Befunde der bisherigen Nachsorge Untersuchungen sind in Ordnung. Das Wichtigste ist eine positive Einstellung.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrem Vater meine Zuversicht!!:)

  • Vielen Dank Ihnen und Euch allen. Leider haben wir am Freitag erfahren dass alle entnommenen Lymphknoten stark befallen sind. Die Ärzte in der Klinik haben gesagt, dass man noch eine Chemo nach der AHB machen wird, um eventuelle Beschwerden zu lindern. Jedoch sollten wir uns noch "eine schöne Zeit machen". Es könnten 6 Monate sein, oder aus zwei Jahre. Ich bin völlig sprachlos und völlig erstarrt. Man hat ihm die Diagnose aufgrund seines Allgemeinzustandes noch nicht mitgeteilt. Es sind weiterhin scheinbar keine Organe befallen. Gibt es jemanden, der ähnliche Erfahrungen hat? Ich werde die Befunde auf alle Fälle an ein onkologisches Zentrum für eine Zweitmeinung schicken.

  • Liebe Tochter,


    laßt Euch bitte den OP-Bericht und vorallem den histologischen Befund aushändigen. Darauf habt ihr ein Anrecht und dieses solltet ihr auch nutzen und einfordern. Nur anhand des histologischen Befundes können wir auch weitere Aussagen treffen.


    Z.B.

    Das Tumorstadium:

    Tumorstadien.jpgHier auf diesem Bild siehst du die unterschiedlichen Tumor-Stadien. Die Harnblase ist in Schichten aufgebaut - daher ist eine Unterscheidung der einzelnen Tumorstadien relativ einfach zu treffen.


    Weiterhin werden neben dem Tumorstadium noch folgende Angaben in dem histologischen Befund gemacht:


    - Grading ( G1, G2 oder G3) / alternativ nur low oder high risk

    - entnommene Lymphkonten ( Anzahl vs. davon befallene)

    - L ... gibt an ob es zu einer Lymphgefäßinvasion gekommen ist (L0 für nein / L1 für microskopisch nachweisbar / L2 für macroskopisch feststellbar)

    - V ... gibt an ob es zu einer Veneninvasion gekommen ist (V0 für nein / V1 für microskopisch nachweisbar / V2 für macroskopisch feststellbar)

    - R ... gibt an, ob der primärtumor vollständig entfernt werden konnte (R0 steht für ja / R1 für nein)


    Nun kannst du leichter Nachvollziehen, warum eben der histologische Befund so enorm wichtig ist - vorher können wir hier wirklich kaum etwas dazu sagen - auch nicht zu den möglichen Behandlungsoptionen, die es gibt.







    Gruß

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

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