pT2 G3, Urostoma geplant - abgesagt wegen pT4 und Metastasierung, jetzt Immuntherapie

  • Hallo,

    ich bin Elisabeth (59), seit Kurzem wissen mein Mann (78) und ich, dass er aggressiven (muskelinvasiven) Blasenkrebs hat. Vor 2,5 Jahren wurde bei ihm Prostatakrebs festgestellt (Gleason 7a), der mit der DaVinci-Methode erfolgreich entfernt wurde. Nur 2 Tage nach dieser Operation durfte mein Mann wieder nach Hause. Er war nach der Operation weder inkontinent noch impotent und hat sich schnell und gut erholt, was meiner Meinung nach seinen ansonsten guten gesundheitlichen Zustand bestätigt. Alle Kontrollen waren gut, also PSA nicht messbar gering.

    Jetzt diese Schocknachricht und das Gefühl, das in eine Feststellung übergeht, dass man in diesem Alter um eine passende Behandlung kämpfen muss. Auf alle Fälle in den Niederlanden. Wir sind Niederländer und wohnen seit 7 Jahren in Kranenburg (NRW), an der Grenze zu den Niederlanden und Nijmegen, der Stadt in der unser Urologe ist und auch die vorige Operation stattfand.

    Nächsten Mittwoch haben wir einen Termin beim Urologen (es nicht derselbe wie beim Prostatakrebs) und werden wir hören, welche Behandlung vorgeschlagen wird. Der CT-Scan hat zumindest ergeben, dass keine Metasen zu sehen sind.

    Ich versuche mir ein Bild zu machen, wie es weitergehen soll.

    Vermutlich werde ich hier einfach mal mit Fragen ankommen und auch mitteilen, wie es hier weitergeht.

    SChönen Dank im Voraus fürs Mitlesen und Anhören.


    LG

    Elisabeth

  • Liebe Elisabeth,


    erstmal herzlich Willkommen in unserem Forum.

    Leider sagt "muskelinvasiver" Blasenkrebs noch nicht so viel aus, denn die Blase besteht aus mehreren Schichten, daher unterscheidet man erstmal "grob" nur in oberflächlich und muskelinvasiv wachsende Tumoren.


    Wichtig ist aber letztlich auch, wie weit der Tumor schon muskelinvasiv gewachsen ist - daher hier eine Graphik:


    Tumorstadien.jpgIn dieser Graphik sind die einzelnen Tumor - Stadien aufgeführt.


    Als muskelinvasiven Tumor bezeichet man alle Tumoren mit einem Stadium pT2a und höher.


    Eine blasenerhaltende Therapie ist in einem muskelinvasiven Stadium kaum noch möglich, sodass es sehr sehr wahrscheinlich zu einer Entfernung der Blase kommen wird.


    Als künstliche Harnableitungen stehen:

    - Neoblase

    - Pouch

    - Urostoma

    als Möglichkeit zur Verfügung.


    Jedes der "neuen" Harnableitungen hat Vor - und Nachteile. Aber mit allen kann man noch viele schöne Jahre leben und nur darauf kommt es an.


    Wichtig ist, den genauen Befund (histologie) zu kennen und dann entsprechend schnell zu handeln.








    Gruß

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

    „I am the master of my fate, I am the captain of my soul“

  • Lieber AndreasW,


    danke für die Begrüßung und die Informationen.

    Wir wissen jetzt, dass es um PT2, G3 geht. Am nächsten Mittwoch Gespräch beim Urologen. Beim Gespräch vor einem Monat (noch vor CT-Scan) galt als vermutliche Behandlung: Blasenentfernung und Urostoma. Da keine Mestasen zu erkennen sind, wird die OP wohl bald stattfinden. Die erst vorgeschlagene Chemokur vor der OP wird nicht stattfinden, da die Nieren zu stark gelitten haben und die Werte bei 35 liegen.

    Unsere Welt stürzt ein.

    In den letzten Tagen wünschte ich mir, aufzuwachen und festzustellen, dass alles nur ein Albtraum war.

    Wir versuchen, uns der neuen Realität (welcher eigentlich?) zu stellen.

    Manchmal ist es einfach sehr schwer.


    LG

    Elisabeth

  • Liebe Elisabeth,


    in diesem Alter, dein Mann ist ja 78, ist ein Urostoma die beste alternative Harnableitung.

    Vorteile:

    - relativ kurze OP - Dauer ( ca. 4 Stunden ... bei einer Neoblase können es 8 Stunden sein )

    - schneller wieder auf den Beinen

    - nach einer "Einlernphase" kommt man mit einem Urostoma sehr gut zurecht


    Insgesamt muss man dann den wirklich endgültigen histologischen Befund abwarten, denn auch wenn jetzt keine Metastasen zu erkennen sind, sagt dies noch nichts darüber aus, ob es nicht doch befallene Lymphknoten gibt, oder der Tumor schon Anschluss an das Lymphsystem bzw. an eine Vene gefunden hat.

    Versucht etwas zur Ruhe zu kommen, geht spazieren und gut Essen. Gerade an Bewegung sollte es bis zur OP jetzt nicht mangeln - je Fiter dein Mann in die OP geht, je schneller erholt er sich nach der OP.


    Auch könnt ihr Euch schon einmal über die Anschluss-Heil-Behandlung (AHB) informieren, Bad Wildungen wäre hier zu empfehlen.


    Gruß

    AndreasW

    22.06.2012 erste TUR-B apfelgrosser Tumor wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite TUR-B, diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte TUR-B, 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte TUR-B, ein rezidiv pTa G1

    „I am the master of my fate, I am the captain of my soul“

  • Lieber AndreasW,


    wirklich herzlichen Dank für deine Antwort. Tut gut.

    Gerade hat Karel Rasen gemäht; weil er schneller müde wird, teilt er sich die Arbeit in Stücke ein. Aber es gibt ihm das Gefühl, wieder/noch etwas selbst zu tun und zu können. Wir sind selbstständige Übersetzer und arbeiten zu Hause. Auch diese Arbeit lenkt gut ab. Bis Mitte März, als alles anfing, machten wir täglich einen etwa 1-stündigen Spaziergang durch den Wald, das schaffen wir jetzt nicht mehr. Ab und zu eine knappe halbe Stunde geht noch. Und wir haben beschlossen, heute abend aus essen zu gehen.

    Danke für deine Tipps!


    LG

    Elisabeth

  • Liebe Elisabeth,

    auch von mir ein herzliches Willkommen. Nun seid ihr von AndreasW schon bestens informiert.

    Ich möchte euch Mut machen, die Op ist zwar heftig, aber zu meistern. Auch in dem Alter deines Mannes.

    Da er ansonsten ja fit und beweglich ist.

    Den OpTermin solltet ihr aber nicht mehr vor euch herschieben. Zum einen belastet das Wissen um die Op und es wird ja nichts besser. Im Gegenteil.

    Mein Mann war 69 Jahre als er vor fast 9 Jahren sein Stoma bekam. Er hatte auch einen mindestens pT2 G3

    6 Wochen später die Op, da war es schon ein pT 3b G3.

    Heute geht es ihm gut, wir sind viel unterwegs ( gerade zurück aus Porto und Lissabon). Es bedarf einer gewissen unterschiedlichen Genesungszeit, aber das versteht sich von selbst.

    Auch dein Mann wird das mit deiner Hilfe gut hinkriegen und für Fragen oder Sorgen loswerden hast du das Forum gefunden. Viele erfahrene Stomaträger, männlich wie weiblich sind hier und helfen.

    Nun wünsch ich dir und deinem Mann alles Liebe

    und sei herzlich gegrüßt, Ricka

  • bar65

    Hat den Titel des Themas von „Neu hier“ zu „Neu hier - pT2 G3, Urostoma geplant“ geändert.
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