T1 G3, Cis - BCG-Therapie: Nebenwirkungen und Alternativen

  • Ich bin ganz neu hier im Forum und möchte mich vorstellen, auch mit einer kleinen Vorgeschichte:

    Ich habe seit Jahren immer mal wieder Probleme mit der Blase gehabt (Entzündungen, Infekte), zuletzt mehrfach hintereinander im Frühjahr und Herbst 2017. Ich gehe regelmäßig zur Vorsorge bei langjährigen Ärztinnen (Hausärztin und Gynäkologin), die eben immer mal wieder Blut oder Bakterien im Urin festgestellt haben. Ich bin aber noch nie bei einem Urologen gewesen, keiner hat mich hingeschickt oder mich darauf aufmerksam gemacht, obwohl ich zur Risikogruppe starke Raucher gehöre (40 Jahre geraucht, 2013 aufgehört). Dann habe ich die Hausärztin gewechselt und nachdem einmal wieder Blut im Urin war, sagte die neue Ärztin: lassen Sie doch einmal eine Blasenspiegelung machen und da wurde dann rasch klar, daß ich Blasenkrebs habe, und zwar seit längerem.


    Bei meiner ersten TUR-B Mitte April 2018 dann das niederschmetternde Ergebnis: T 1 G3 + Verdacht auf Cis. Daraufhin habe ich meine Vorsorgeärztinnen angesprochen, warum diese mich nicht früher zum Urologen geschickt haben und bekam zur Antwort, daß Frauen "immer mal was an der Blase hätten" und daß weiterführende Untersuchungen zur Früherkennung von Blasenkrebs auch nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören - selbstverständlich natürlich tut es allen sehr leid und: "bei neuen Verdachtsfällen sind wir jetzt vorsichtiger".


    Nun stehe ich vor meiner zweiten TUR-B Ende Mai 2018, an die sich eine BCG-Therapie anschließen soll, falls das histologische Ergebnis der TUR-B dies zuläßt. Das Procedere verunsichert mich sehr, wirft viele Fragen auf.


    Dazu muß man oder frau wissen, daß der Befund T1 G3 einen Grenzfall darstellt: Soll man noch konservative Therapieversuche (TUR´s mit Medikamentenbehandlung) wagen oder gleich die radikale Blasenentfernung angehen?


    Nun wäre ich natürlich froh, um die radikale Blasenentfernung herumzukommen, zumal ich vor 20 Jahren eine ausgedehnte Bauchoperation (Totaloperation nach Blinddarmdurchbruch) hatte, aber die BCG-Therapie bereitet mir auch erhebliche Kopfschmerzen: Ich hatte als Kind eine Lungen-Tbc, geschlossene Form, die eingekapselt wurde, und nun habe ich große Angst, daß die BCG-Therapie diesen "schlummernden" Krankheitsherd wieder erweckt. Meine Ärzte sagen dazu, daß eine Gefahr nur bei aktiver Tuberkulose besteht, aber ich lese anderes dazu, z.B. beim Robert-Koch-Institut, das über BCGitis-Fälle nach Immuntherapie mit BCG berichtet. Kennt sich jemand hiermit aus? Wer hat einen Rat, einen Hinweis zu meinem Fall? Sind ständige Nachresektionen sinnvoll, machbar - ich höre, lese von 10 bis hin zu lebenslänglichen TUR´s ???


    Jetzt ist meine Vorstellung doch viel länger geworden als geplant, was auch zeigt, wie groß der Gesprächsbedarf gerade bei einer noch frischen Diagnose ist, wie viele Fragen es gibt, die unbeantwortet bleiben und sich auftürmen zu einem "Berg der Ratlosigkeit und Unruhe" , und damit bin ich bestimmt nicht alleine ...

    04/2018/1. TUR: T1G3 mult. 06/2018/2. TUR: Cis mult. Ab 07/2018: BCG-Initialtherapie (6x). 09/2018/3. TUR: Tumorfrei. Ab 11/2018: BCG-Erhaltungstherapie, fortfolgend nach Leitlinie > Nebenwirkungen...

  • Ja, der T1G3 wird kontrovers diskutiert, da hast Du Recht. Sollte noch ein CIS hinzukommen, wäre dies noch ungünstiger, aber unterm Strich "noch" besser, als gleich ein T2 oder gar T3/T4. Du bist erschrocken, dies kenne ich auch, das ist alles neu für Dich. Eine zweite TUR-B (also Nachresektion) wird in dem Stadium immer vorgenommen, dies dient der Sicherheit. Idealerweise benutzt man, gerade bei Verdacht auf CIS, Hexvix bei der 2. TUR-B. Eine Blasenentfernung, denke ich, ist nicht gleich angesagt. Mitentscheidend ist das Ergebnis der 2. TUR-B. Es kommt auch auf die Größe des Tumors an und ob es "nur" einer war oder die ganze Sache multifokal ist (= an mehreren Stellen). BCG ist kein Spaziergang, aber viele tolerieren es gut und die Wahrscheinlichkeit einer BCGitis ist recht gering. Auf jede aufgetretene Nebenwirkung muss hingewiesen werden, man kennt dies ja von den Beipackzetteln bei Medikamenten. Ich persönlich würde wegen der Gefahr einer BCGitis nicht drauf verzichten, selbst wenn der ungünstigste Fall auftritt, kann man das behandeln. Ärgern würde ich mich dann eher darüber, dass BCG dann künftig wegfällt, weil es doch potenter ist, als andere Installationen (z.B. mit Mitomycin).

    Nehme die Nachuntersuchungen wahr, erkundige Dich nach dem pathologischen Bericht (lass ihn Dir aushändigen, DU hast ein Recht darauf) und versuche den Berg der ratlosigkeit und Unruhe abzutragen. Das dauert, das wissen viele hier aus eigener Erfahrung, aber grundsätzlich ist ein T1G3 noch lange kein Lebensende und führt auch nicht immer zu einer Blasenentfernung. Nur Mut ..... frage und frage, die anderen hier werden Dir auch was dazu sagen!


    All the best!

    ED 2006: pT1(mind.), G3, L1 + CIS ;(, 2007-2010 div. TUR-B u. Instillationen, u.a. "Synergo" ;). Über 12 Monate nach Synergo: Hurra, geheilt!

    Nikolaus 2011 dann doch fixe RCX mit Anlage Ersatzblase 8o wegen erneutem Rezidiv CIS nach > 1 Jahr. Div. Problemchen (HWIs, ISK, Harnstau, Striktur).

  • Liebe Aretha,


    ein ganz herzliches Willkommen hier in unserer Runde, ganz besonders von einer Berlinerin zur anderen und Moppel ist übrigens auch Berliner :)


    Deine Geschichte ist nicht schön, leider wohl aber insbesondere bei Frauen nicht so selten. Die Antwort Deiner ehemaligen Ärztin allerdings bodenlos frech und die Überweisung zum Facharzt, sprich Urologen, ist überhaupt kein Problem. Von meiner Hausärztin bekomme ich sowieso jede Art von Überweisung. Ich bin ziemlich sprachlos über so wenig Verantwortungsbewusstsein, gerade wenn man auch als Hausärztin agiert! Sie ist nun wirklich in der Verantwortung Patienten an entsprechende Fachärzte weiterzuleiten. Und wenn sie komische Urin- und/oder Bluttests meint: alle sagen nur sehr unsicher was aus. Goldstandard und einzige sichere Art der Feststellung ob alles in Ordnung ist: Blasenspiegelung beim Urologen.

    Meine Gynäkologin war Gott sei Dank hellwach und hat im vaginalen Ultraschall schon was gesehen, eine Stunde später saß ich beim Urologen und es war bitter nötig. Aber Ende gut, alles gut: ich lebe heute mit einer super funktionierenden Neoblase, außerordentlich gut gebaut vor etwa einem Jahr von Prof. Magheli im Urbankrankenhaus in Kreuzberg, nicht anders als vorher! :) Und meine Schwester geht einmal im Jahr prophylaktisch zur Blasenspiegelung, Überweisung kommt übrigens von der Gynäkologin...


    Zum Problem der BCG-Behandlung bei früherer, eingekapselter Form von TBS kann ich überhaupt nichts fachlich beitragen. Vielleicht kommen hier aber noch Hinweise von anderen Mitstreitern, bisschen Geduld, Sonne scheint, alle liegen am See...


    Wie Du schon geschrieben hast, ist T1 G3 ein Grenzfall und zur Kombination mit CIS kann z.B. Barbara bar65 sicher sinnvolles beitragen. Bei mir stand der Weg mit einem pT2b G§ sofort außer Frage. Ansonsten schließe ich mich ganz Moppels Ausführungen an!

    Ergänzend noch: nach Deiner Vor-OP wäre natürlich mit Verwachsungen zu rechnen. Dann dauert alles länger. Ich hatte erst eine Blasenteilresektion, später dann die Zystektomie, allerdings ohne Gebärmutter, Eierstöcke und Scheide anzurühren. Etwa ein Dreiviertel Jahr später musste ich die Eierstöcke wegen einer anderen Sache herausnehmen lassen und hatte genau die gleichen Ängste wegen Verwachsungen wie Du. Ich habe Magheli angeschrieben und um Rat gebeten. Schlussendlich war er bei der OP in der Charite dabei, hat aufgepasst dass meiner perfekten Neoblase nichts passiert und der Operateurin dort geholfen. Es gab erhebliche Verwachsungen und mit seiner Hilfe konnte bis um Schluss laparoskopisch operiert werden. Ansonsten wäre es wohl Bauchschnitt der dritte geworden ?(

    Jetzt wäre es bei Dir anders, denn eine Zystektomie wird im Regelfall sowieso am offenen Bauch durchgeführt. Jedenfalls würde ich mir wünschen, dass sich der Operateur das gesamte Operationsfeld in Ruhe und kritisch anschaut und vertraue da dem offenen Bauchschnitt mehr. Hängt aber alles wiederum vom Operateur ab. Also, da es bei Dir wahrscheinlich eh ein offener Schnitt werden würde, würde ich das gelassen betrachten und vor allem ersteinmal in die unklare Zukunft, also zur Seite schieben... Es dauert wahrscheinlich länger, wäre aber als Plan B oder C machbar.


    Jetzt warte mal das Ergebnis der Nachresektion ab, Bewertungskriterien hat Moppel schon benannt und dann wird sich schon ein gangbarer Weg abzeichnen. Sobald sich der nämlich abzeichnet und herauskristallisiert, wird Deine Unruhe auch verschwinden :)


    Alles alles Gute und stell all Deine Fragen, wir werden versuchen Dir zu helfen, Mandelauge

    Nach pT2b pN0 pL0 pV0 R0 (lokal) G3, glückliche und stolze Besitzerin einer Neoblase nach Hautmann, perfekt gebaut von Prof. Magheli in Berlin - Glück gehabt :)

  • Liebe Aretha,


    herzlich Willkommen in unserem Forum, auch wenn der Grund deiner Anmeldung kein erfreulicher ist - aber wir alle hier sind Betroffene, oder haben Angehörige, die an Blasenkrebs erkrankt sind / waren.

    An der Vorgeschichte - das deine ehemalige Ärztin "geschlafen" hat, kann man nun nichts mehr ändern und zurück zu blicken bringt auch nichts - sondern nur nach vorn schauen.


    Grundsätzlich würde ich sagen, die BCG-Therapie wäre erstmal die richtige Wahl um zu versuchen, deine Harnblase zu erhalten - ABER:

    Solltest du wirklich 68 jahre Alt sein, so muss man wirklich sehr sehr genau überlegen, ob man sich der "Qual einer BCG-Therapie" wirklich aussetzen will.


    Ich sage hier wirklich Qual, da diese Therapie schon für wensentlich jüngere Patienten enorm herausfordernd ist und man für mehrere Jahre auf einiges an Lebensqualität verzichtet, damit du Dir ein paar Vorstellungen machen kannst, was dich bei einer BCG-Therapie erwarten kann:



    Die BCG-Therapie ist eine enorm anstrengende Therapie die sich über 36 Monate erstreckt und dabei ca. 27 mal lebendige Tuberkulosebakterien in die Blase gegeben werden - die dann eine "gewollte" Blasenentzündung und eine Immunreaktion auslösen. Daher nennt man diese Therapieform auch "Immuntherapie mit BCG".


    Informationen zur BCG-Therapie:


    Die BCG - Therapie ist in den meisten Fällen auch kein Spaziergang, hierbei handelt es sich im abgeschwächte aber dennoch lebendige Tuberkulosebakterien, die per Katheter in die Blase gegeben werden, dort müssen die Bakterien ca. 2 Stunden verbleiben und können dann ausgeschieden werden.

    Durch diese Bakterien kommt es in der Blase zu einer Immunreaktion, was eine Blasenentzündung auslöst. Diese Immunreaktion des Körpers soll dazu führen, dass die körperlichen Antikörper auch Krebszellen in der Blase bekämpfen und so neue Tumoren verhindern helfen.


    Therapieplan wird sich wie folgt aufteilen:

    1. eine 6 wöchige Initialtherapie mit je einer Therapie pro Woche

    2. der Erhaltungstherapie mit 3 Instillationen in wöchentlichem Abstand in den Monaten 3, 6, 12, 18, 24, 30 und 36 (gerechnet nach der letzten TUR-B). In diesem Schema werden insgesamt 27 Instillationen über einen Zeitraum von 3 Jahren verabreicht.


    Nebenwirkungen:

    Bei einer immunologischen Behandlung mit BCG kann die Harnblase in den Tagen nach der Behandlung gereizt sein. Dies kann insbesondere beim Wasserlassen zu Schmerzen (Krampfartig) führen und Harndrang verursachen. Die Patienten können auch etwas Blut im Urin und leicht erhöhte Temperatur haben und an Müdigkeit leiden.

    Weiterhin kann die Therapie grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Muskelschmerzen, Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen.

    All diese Nebenwirkungen betreffen Großteils die ersten 48 Stunden nach der Instillation des BCG - danach sollten sie deutlich abklingen. Der verstärkte Harndrang aber, kann noch Monate nach der Behandlung auftreten (Reiz - und Schrumpfblase).


    Hygiene:

    Am Tag und Folgetag der Instillation sollte man verstärkt auf die Hygiene achten und nicht nur nach jedem Toilettengang die Hände waschen, sondern auch desinfizieren, ebenso ist es hilfreich die Toilette selbst mit Desinfektionsspray nach jedem Toilettengang zu reinigen.

    Durch den verstärkten Harndrang sollte man ebenso darauf achten immer eine Toilette in der Nähe zu haben, aus eigener Erfahrung weiß ich, das man oftmals keine 20 Meter weit kommt, wenn man erst mal merkt das man mal "muss".

    Durch die Blutbeimengungen im Urin, der dann auch Gelleeartig sein kann, bietet es sich an am Tag der Instillation und dem Folgetag Einlagen zu tragen, sodass man sich die Unterwäsche nicht versaut.

    Diese Inkontinenzeinlagen kann der Urologe als so genanntes Hilfsmittel verschreiben, sollte dies geschehen sein, sollte man mit der Krankenkassen in Kontakt treten und sich das Sanitätshaus nennen lassen mit denen sie zusammenarbeiten. Danach dann das Sanitätshaus aufsuchen, dort findet eine Beratung statt und eine Abklärung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse.


    Nach der Instillation:

    ca. 1 1/2 Stunden nach der Instillation kann man beginnen mit trinken, das Beste sind Tee´s oder stilles Mineralwasser. Kohlensäurehaltige Getränke können die Blase zusätzlich reizen. Je mehr man trinkt, je besser wird die Blase gespült, Anhaltspunkt ist ein Liter Flüssigkeit pro Stunde das sollte man dann ca. 4 Stunden lang machen und ab dann kann weniger getrunken werden.

    Gönne deinem Mann am Tag der Instillation + dem Folgetag ruhe, auch wenn Er wahrscheinlich nach den ersten Instillationen kaum Nebenwirkungen verspüren wird, werden die Nebenwirkungen von Behandlung zu Behandlung mehr werden, teilweise kann es auch Aufgrund der Nebenwirkungen zu einem Therapieabbruch kommen.

    Ebenso muss der Arzt bei der Instillation aufpassen, dass z.B. die Harnröhre nicht verletzt wird und somit BCG in die Blutbahn kommt, denn dann kann es zu einer Bcgitis kommen (Tuberkulose).


    Sexualität während der BCG-Therapie:

    Hier empfehle ich bis ca. 6 Wochen nach der letzten Instillation einen Kondom zu nutzen, denn die BCG-Bakterien können recht lange in der Blase "überleben".


    MedacBCG-Fachinformationen



    Leßt Euch diese Fachinfo wirklich sehr gut durch - um dann auch die Nebenwirkungen einschätzen zu können. Vorallem aber sollte der Urologe über die Nebenwirkungen informiert werden (vorallem dann, wenn sie verstärkt auftreten).


    weitere Nebenwirkungen (kann bis zu 1 Behandelten von 100 betreffen)


    • Schwere systemische BCG-Reaktion/-Infektion, BCG-Sepsis (weitere Informationen finden Sie weiter unten)


    • Mangel an Zellen im Blut (Zytopenie)


    Anämie (Abnahme des Hämoglobins im Blut)


    • Reiter-Syndrom (Arthritis mit Entzündung der Haut, der Augen und der Harnwege)


    • Lungenentzündung (miliare Pneumonie)


    • entzündliche Reaktionen der Lunge (Lungengranulomatose)


    Leberentzündung (Hepatitis)


    • Hautabszesse


    • Hautausschlag, Entzündung der Gelenke (Arthritis), Gelenkschmerz (Arthralgie).


    In den meisten Fällen sind diese Nebenwirkungen Zeichen einer allergischen Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion) gegenüber BCG. In einigen Fällen kann es erforderlich sein, die Behandlung abzubrechen.


    • Harnwegsinfektion, Blut im Urin (Makrohämaturie)


    • ungewöhnlich kleine Blase (Einschränkung der Blasenkapazität), ungewöhnlich geringe Urinmengen (Harnstauung), Schrumpfblase


    • Entzündung der Hoden (Orchitis)


    • Entzündung der Nebenhoden (Epididymitis)


    • entzündliche Reaktion der Prostata (symptomatische granulomatöse Prostatitis)


    • niedriger Blutdruck (arterielle Hypotonie)


    Bitte beachte, dass bei einem pT1 es sehr häufig zu einem Therapieversagen kommen kann, BCG also nicht wie erforderlich wirkt. Daher immer im Hinterkopf behalten, dass diese BCG-Therapie "nur ein Versuch" ist, blasenerhaltend zu therapieren.



    Gruß

    AndreasW

    22.06.2012 erste [lexicon='TUR-B'][/lexicon] apfelgrosser [lexicon='Tumor'][/lexicon] wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite [lexicon='TUR-B'][/lexicon], diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte [lexicon='TUR-B'][/lexicon], 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte [lexicon='TUR-B'][/lexicon], ein [lexicon='rezidiv'][/lexicon] pTa G1

    „I am the master of my fate, I am the captain of my soul“

  • Hallo Aretha,


    einige haben hier schon hilfreiche und wertvolle Informationen gegeben. Dazu kann ich - als lediglich Angehörige eines Blasenkrebserkrankten - wenig beitragen.

    Jedoch bin ich richtig stolz auf dich, dass du deine langjährigen Vorsorgeärztinnen mit der Diagnose konfrontiert hast! Natürlich wird's ihnen leid tun, keine Frage, aber so was hier:

    Daraufhin habe ich meine Vorsorgeärztinnen angesprochen, warum diese mich nicht früher zum Urologen geschickt haben und bekam zur Antwort, daß Frauen "immer mal was an der Blase hätten" und daß weiterführende Untersuchungen zur Früherkennung von Blasenkrebs auch nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören

    ist echt ne billige Ausrede! Das finde ich ungeheuerlich!!! X(


    Du gehörst aufgrund deines jahrzehntelangen Nikotinkonsums und auch im Hinblick auf dein Alter zur absoluten Riskikogruppe und deine Ärztinnen erzählen dir nach „immer mal wieder Blut im Urin“, die Früherkennung von Blasenkrebs gehöre nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen? :?: Da kann man nur noch sprachlos sein!


    Erstens hätten sie (insbesondere gerade die Hausärztin!) dich wirklich früher zur Blasenspiegelung überweisen müssen und zweitens – so sie denn im Hinblick auf Vorsorge von irgendwelchen Tests redeten – hätten sie dir immerhin anbieten können, den Test selbst zu bezahlen.

    Aber eigentlich hätte man dich nach dem ersten Auftauchen von Blut im Urin darüber aufklären müssen, dass – wie Mandelauge schon sehr schön ausgeführt hat – nur eine Zystoskopie eine sichere Einschätzung geben kann.


    Jedenfalls bin ich wirklich stolz auf dich. Ich weiß, das ist dir momentan so gar kein Trost. Ich sage in diesen Situationen gerne: auch an das Schreckliche muss man sich erst mal gewöhnen. Und wenn man erst mal weiß, wie und mit welchen Therapien es weitergehen kann, dann ist das Schlimme schon ein ganz klein wenig weniger schlimm.


    Ich wünsche dir eine R0-Nachresektion und auch ansonsten nur das Allerbeste!


    Melora

    pT1 G3 (09/2014) bezieht sich auf meinen Mann.|Nachresektion mit Mapping 11/2014 unter Hexvix: R0|02+05+08+11/2015+2016, 05+11/2017+2018+05/2019 Zystoskopie+Urinzytologie: keine Auffälligkeit

  • Liebe Aretha,

    auch von mir ein herzliches Wollkommen, wenn der Anlass auch bescheiden ist...

    Deine Geschichte kommt mir nur zu bekannt vor. Auch ich wurde vertröstet, es seien nur die Wechseljahre. Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass Blasenkrebs immer noch eine „unbekannte“ Krebsart ist...

    Selbst den Urologen musste ich noch überreden zu spiegeln und dann auch eine TURB zu machen...

    Ich hatte dann ausschliesslich CIS und habe die BCG Initialtherapie durchgezogen, aller dings war ich ein BCG Versager. Ich habe inzwischen eine Neoblase, die nicht ganz so perfekt wie die vom Mandelauge funktioniert, aber eine gute Alternative zum Original ist. Bin wasserdicht, kann alles machen, nur das wasserlassen ist manchmal schwierig, gelegentlich unmöglich - dann hilft der Katheter.

    Wenn deine Vorerkrankung nicht dagegen spricht, würde ich die Initialtherapie auf jeden Fall versuchen. Mit ein bisschen Glück schlägt sie an und du kannst die Blase behalten. Wenn nicht, muss man dann über die Blasenentfernung nachdenken. Ich neige dann eher zur radikalen Lösung. Eine immer wiederkehrende TURB birgt das Risiko, dass irgendwann doch über die Blutbahn Metastasen gesetzt werden. Außerdem leidet die Blase unter jeder Resektion und wird sich immer schlechter erholen.

    Welche Ableitung in Frage käme, hängt stark von deinem Fitnesszustand ab, insbesondere ob dein Beckenboden gut intakt ist. Einen Neoblase wäre dann denkbar, wenn der Tumor nicht gerade am Blasenausgang sitzt, alternativ wird es dann wohl,eher das Stoma. Auf jeden Fall hast du, wenn es wirklich soweit kommt, in Berlin eine Reihe hervorragender Operateure, die die Technik der Neoblase inkl. der weiblichen Besonderheiten perfekt beherrschen.

    Zur BCGitis kann ich wenig sagen, es gibt hier im Forum einige wenige Fälle, die alle mittels Antibiose in den Griff bekommen wurden. Habe gerade keinen Mitgliedsnamen parat, ich suche mal und ergänze dann diesen Beitrag.

    Einstweilen drücke ich dir die Daumen, dass die nächste TURB keine Verschlechterung ergibt und du die BCG Therapie starten kannst. Lies dich gern hier noch ein bisschen ein und frag, was immer du wissen möchtest. Du darfst und kannst dich hier auch gern ausheulen und deine Wut auf die Ärzte rauslassen - wir werden versuchen dir zur Seite stehen!

    Einstweilen lieben Gruß von Barbara

    Berliner (netzgestützte) Neoblase seit 4.9.2015 wegen BCG resistentem CIS, entdeckt 2014 durch NMP22 (IGEL beim Gyn)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." Catherine Ryan Hyde

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