Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung, usw.

  • Gestern rief mich eine Bekannte/Freundin an, die seit Wochen auf Intensiv liegt, mehrere OPs hinter sich hat (alle 2-3 Tage OP) und um die ich mich etwas kümmere. Erst meinte sie zu mir, sie wolle all die Medikamente nicht mehr, wolle keine Behandlung mehr, dann wurde sie konkreter: Sie sei entführt worden und ich solle sofort die Polizei rufen........... (immerhin erkennt sie mich noch, jedenfalls gestern). Auf Intensiv kommt sowas nicht selten vor....


    In Vorgesprächen vor längerer Zeit (wir kennen uns Jahre) habe ich mehrmals vorgeschlagen entsprechende Verfügungen vorzunehmen, zumal sie schwer erkrankt ist (u.a. parenterale Ernährung). Wobei durfte ich ihr helfen?? Beim Testament. Die sich nicht kümmernde Tochter soll Alleinerbin werden. Das war ihr wichtig, es ist auch ihr gutes Recht. Leider wollte sie aber keine weitere Verfügung vornehmen .... nun wird wahrscheinlich das Amtsgericht (Betreuungsgericht) eingeschaltet.


    Solche Verwirrtheitszustände nennt man Durchgangssyndrom, besser ist aber es als das zu bezeichnen, was es ist: DELIR. Und ein Delir ist nicht harmlos, gerade bei älteren Patienten nicht. Es bildet sich oft nicht zurück.


    Was will ich sagen? Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, entsprechende Vorsorge zu treffen: Leute, macht Versorgevollmachten, Betreuungsverfügungen, Patientenverfügungen und entbindet die Ärzte gegenüber best. Personen von der Schweigepflicht. Danach dann einfach weiterleben, es ist für den Fall eines Falles, der eintreten kann, aber nicht muss.


    Nice day!

    ED 2006: pT1(mind.), G3, L1 + CIS ;(, 2007-2010 div. TUR-B u. Instillationen, u.a. "Synergo" ;). Über 12 Monate nach Synergo: Hurra, geheilt!

    Nikolaus 2011 dann doch fixe RCX mit Anlage Ersatzblase 8o wegen erneutem Rezidiv CIS nach > 1 Jahr. Div. Problemchen (HWIs, ISK, Harnstau, Striktur).

  • Lieber Moppel, du hast ja so recht!


    Aber ich habe ein ganz großes Problem. Ich möchte, dass meine Kinder beide über mein "Schicksal" entscheiden, wenn es denn mal so weit ist. Meine Tochter ist diejenige, die sich auskennt, sie ist ehrenamtliche Hospizbegleiterin und hauptberuflich Hospiz- und Palliativ-Koordinatorin. Sie weiß, von was sie spricht und sie kann entscheiden. Aber... sie kommt mir manchmal etwas "kalt" vor, mehr mit dem Kopf als mit dem Herzen handelnd.


    Und mein Sohn hat zwar das Aspergersyndrom, aber er steht mir sehr nahe und ich habe das Gefühl, dass er auch (oder nur?) mit dem Herzen über mein Schicksal entscheiden würde.


    Deshalb habe ich bei Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung alles so abgewandelt, dass meine Kinder beide gleichwertig drin stehen.


    Und meine Tochter sagt, dass das dann nicht gültig ist und ich dann wohl einen Menschen vom Gericht zugewiesen bekomme, weil meine Kinder beide nicht entscheiden dürfen.


    Das macht mich so traurig... und das schon seit ein paar Jahren.



    Liebe Grüße


    Christina

  • Liebe Christina Chris1965 ,


    was Deine Tochter sagt betrifft nur den Fall, dass Deine Kinder sich uneinig wären. Wenn die beiden sich einig sind ist Deine Regelung selbstverständlich wirksam. Ich habe gerade erst in einer der letzten NJWs ein entsprechendes Urteil (es müsste höchstrichterlich gewesen sein) gelesen.


    Liebe Grüße

    Sana

  • Liebe Chris


    Bei mir hat mein Mann die Vorsorgevollmacht und sollte uns was gemeinsam passieren meine Freundin. Ich wollte nicht, dass meine Kinder entscheiden

    müssen und sich dann vielleicht noch streiten. Sie wissen was ich ich mir wünsche und ich erwarte, dass sie meine Freundin bei einer

    Entscheidung akzeptieren und mittragen.


    Am Anfang war nicht jeder begeistert über diese Regelung aber nach einigen offenen Gesprächen konnten alle 4 meine Beweggründe verstehen.


    Ich finde es gibt nichts schlimmeres, wenn sie sich darüber zerstreiten würden.


    Liebe Grüße


    Tatjana


    Chris1965

  • Liebe Tatjana,


    da hast du natürlich recht, ich habe darüber auch schon nachgedacht. Aber meine Tochter möchte unbedingt überall das alleinige Entscheidungsrecht haben, sie droht sogar, ansonsten alles abzulehnen. Und mir ist nicht wohl dabei, ich will das nicht. :-(



    Liebe Grüße


    Christina

  • Tochter möchte unbedingt überall das alleinige Entscheidungsrecht haben, sie droht sogar, ansonsten alles abzulehnen

    Das klingt in meinen Ohren gar nicht gut und ich glaube, ich würd's dann lassen.


    Obwohl ich sage: "Leute, macht Verfügungen..." habe ich selber übrigens fast keine, da mir niemand mehr so nahe steht. Mein Lungenkranker kann seine Whg. nicht mehr verlassen, er kann im Konto wühlen, die Ärzte dürfen ihm Auskunft geben und das wars. Werd ich zum Pflegefall, wird er es automatisch auch (ist er ja schon, dann fällt seine Pflegekraft weg). Patientenverfügung habe ich freilich.

    Aber sonst? Soll die Betreuung eine "Freundin" übernehmen, die sich von ihrem Sohn aus der Schule Drogen mitbringen läßt und mich fragt, ob ich nicht mal meine Haftpflichtversicherung bescheissen will?? Oder der "Freund", der mich hat einfach sitzen lassen, als ich mal nicht so schnell wie er laufen konnte, weil die Beine und der Rücken wegen einem Wirbelsäulenvorfall schmerzten?? Ach nee .... sofern die Suizidierung bei aussichtsloser Lage nicht klappt muss eben ein Berufsbetreuer ran. Basta.


    Nice day!

    ED 2006: pT1(mind.), G3, L1 + CIS ;(, 2007-2010 div. TUR-B u. Instillationen, u.a. "Synergo" ;). Über 12 Monate nach Synergo: Hurra, geheilt!

    Nikolaus 2011 dann doch fixe RCX mit Anlage Ersatzblase 8o wegen erneutem Rezidiv CIS nach > 1 Jahr. Div. Problemchen (HWIs, ISK, Harnstau, Striktur).

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