Die letzte Zigarette!

  • Guten Abend,

    am 15.05.2018 habe ich am Vorabend meiner TuR-B meine letzte Zigarette geraucht. Jetzt bin ich stolz, es schon 14 Tage geschafft zu haben. Aber es bleibt mir wohl keine andere Möglichkeit. Jetzt brauche ich Eure Unterstützung, damit ich weiter rauchfrei bleibe.

    Meine Kenndaten:

    Baujahr 1964, weiblich, TUR-B, pT1, G3, BCG-Therapie ab 12.06.18

    Schöne Grüße, Mopedfahrerin

    Letzte Zigarette am 15.05.2018

    1. TUR-B am 16.05.2018, pT1G3

    1. BCG-Bassitherapie abgebrochen

    2. TUR-B am 18.07.18, pT1G3

    2. BCG-Basistherapie erfolgreich

  • Hallo Mopedfahrerin, 50 ccm ?


    Die ersten drei Wochen sind die härtesten, da muss man durch. Ich hab mich immer mal zwischendurch mit einem Nicorette Kaugummi über den Tag gerettet. Hat aber alles nix genützt, ab und zu, eher selten zieh ich mir eine Mods rein. Die richtige Sucht ist nicht mehr da. Problem ist immer noch das Zusammenspiel Alkohol und Kippen. Ein Glas Rotwein oder ein guter Whiskey passt eben am besten mit einem Zigarillo.

    Trotzdem, wenn du es bis hierhin (14 Tage) geschafft hast solltest du nicht aufgeben. Klar ist das qualmen gesundheitsschädlich ist, wenn man nicht raucht bekommt man besser Luft, das Essen schmeck auf einmal viel besser, man hat mehr Ausdauer. Also !! halte durch !!


    Gruß Rainer

  • Hallo Rainer,

    Danke fürs Mut machen. Ich versuche es bis jetzt ohne Hilfsmittel (wenn Katjes nicht zählen).

    Nein, nicht 50 ccm, sondern einmal 1100 ccm (BMW Boxercup Baujahr 2003) und einmal 750 ccm (Honda Sevenfifty Baujahr 1993).


    Jetzt habe ich Respekt vor der Immuntherapie und den Nebenwirkungen. Das wird wohl ein etwas anderer Sommer in diesem Jahr .....

    Gruß, Mopedfahrerin

    Letzte Zigarette am 15.05.2018

    1. TUR-B am 16.05.2018, pT1G3

    1. BCG-Bassitherapie abgebrochen

    2. TUR-B am 18.07.18, pT1G3

    2. BCG-Basistherapie erfolgreich

  • Richtig, die BCG Therapie haut rein, die ersten 2 , 3 mal merkt man noch nicht viel, dann aber kommt es geballt.


    Hier mal alles über die BCG Therapie

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    Die BCG-Therapie ist eine enorm anstrengende Therapie die sich über 36 Monate erstreckt und dabei ca. 27 mal lebendige Tuberkulosebakterien in die Blase gegeben werden - die dann eine "gewollte" Blasenentzündung und eine Immunreaktion auslösen. Daher nennt man diese Therapieform auch "Immuntherapie mit BCG".


    Informationen zur BCG-Therapie:


    Die BCG - Therapie ist in den meisten Fällen auch kein Spaziergang, hierbei handelt es sich im abgeschwächte aber dennoch lebendige Tuberkulosebakterien, die per Katheter in die Blase gegeben werden, dort müssen die Bakterien ca. 2 Stunden verbleiben und können dann ausgeschieden werden.

    Durch diese Bakterien kommt es in der Blase zu einer Immunreaktion, was eine Blasenentzündung auslöst. Diese Immunreaktion des Körpers soll dazu führen, dass die körperlichen Antikörper auch Krebszellen in der Blase bekämpfen und so neue Tumoren verhindern helfen.


    Therapieplan wird sich wie folgt aufteilen:

    1. eine 6 wöchige Initialtherapie mit je einer Therapie pro Woche

    2. der Erhaltungstherapie mit 3 Instillationen in wöchentlichem Abstand in den Monaten 3, 6, 12, 18, 24, 30 und 36 (gerechnet nach der letzten TUR-B). In diesem Schema werden insgesamt 27 Instillationen über einen Zeitraum von 3 Jahren verabreicht.


    Nebenwirkungen:

    Bei einer immunologischen Behandlung mit BCG kann die Harnblase in den Tagen nach der Behandlung gereizt sein. Dies kann insbesondere beim Wasserlassen zu Schmerzen (Krampfartig) führen und Harndrang verursachen. Die Patienten können auch etwas Blut im Urin und leicht erhöhte Temperatur haben und an Müdigkeit leiden.

    Weiterhin kann die Therapie grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Muskelschmerzen, Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen.

    All diese Nebenwirkungen betreffen Großteils die ersten 48 Stunden nach der Instillation des BCG - danach sollten sie deutlich abklingen. Der verstärkte Harndrang aber, kann noch Monate nach der Behandlung auftreten (Reiz - und Schrumpfblase).


    Hygiene:

    Am Tag und Folgetag der Instillation sollte man verstärkt auf die Hygiene achten und nicht nur nach jedem Toilettengang die Hände waschen, sondern auch desinfizieren, ebenso ist es hilfreich die Toilette selbst mit Desinfektionsspray nach jedem Toilettengang zu reinigen.

    Durch den verstärkten Harndrang sollte man ebenso darauf achten immer eine Toilette in der Nähe zu haben, aus eigener Erfahrung weiß ich, das man oftmals keine 20 Meter weit kommt, wenn man erst mal merkt das man mal "muss".

    Durch die Blutbeimengungen im Urin, der dann auch Gelleeartig sein kann, bietet es sich an am Tag der Instillation und dem Folgetag Einlagen zu tragen, sodass man sich die Unterwäsche nicht versaut.

    Diese Inkontinenzeinlagen kann der Urologe als so genanntes Hilfsmittel verschreiben, sollte dies geschehen sein, sollte man mit der Krankenkassen in Kontakt treten und sich das Sanitätshaus nennen lassen mit denen sie zusammenarbeiten. Danach dann das Sanitätshaus aufsuchen, dort findet eine Beratung statt und eine Abklärung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse.


    Nach der Instillation:

    ca. 1 1/2 Stunden nach der Instillation kann man beginnen mit trinken, das Beste sind Tee´s oder stilles Mineralwasser. Kohlensäurehaltige Getränke können die Blase zusätzlich reizen. Je mehr man trinkt, je besser wird die Blase gespült, Anhaltspunkt ist ein Liter Flüssigkeit pro Stunde das sollte man dann ca. 4 Stunden lang machen und ab dann kann weniger getrunken werden.

    Gönne Dir am Tag der Instillation + dem Folgetag ruhe, auch wenn Er wahrscheinlich nach den ersten Instillationen kaum Nebenwirkungen verspüren wird, werden die Nebenwirkungen von Behandlung zu Behandlung mehr werden, teilweise kann es auch Aufgrund der Nebenwirkungen zu einem Therapieabbruch kommen.

    Ebenso muss der Arzt bei der Instillation aufpassen, dass z.B. die Harnröhre nicht verletzt wird und somit BCG in die Blutbahn kommt, denn dann kann es zu einer Bcgitis kommen (Tuberkulose).


    Das BCG muss nach den zwei Stunden sehr sehr gut aus der Blase gespült werden - trinkt man zu wenig, macht sich das sehr sehr deutlich bemerkbar.

    Daher unsere Empfehlung:

    Ca. 1 1/2 Stunden nach der Instillation anfangen mit trinken, die ersten 4 Stunden können es ruhig 1 Liter pro Stunde sein, danach kann es dann verringert werden.


    Was sollte getrunken werden:

    Tee oder stilles Mineralwasser - kohlensäurehaltige Getränke, Säfte etc. sollte man am Instillationstag meiden - denn diese reizen die Blase zusätzlich.




    Sexualität während der BCG-Therapie:

    Hier empfehle ich bis ca. 6 Wochen nach der letzten Instillation einen Kondom zu nutzen, denn die BCG-Bakterien können recht lange in der Blase "überleben".


    Hier hast du die Fachinformationen über BCG Eine Broschüre vom Hersteller Medac


    ========================================================================


    Und hier war meine persönliche Therapie : forum-blasenkrebs.net/gallery/index.php?album/69/


    Und jetzt wo Vata auf die 70 zugeht lassen wir es gemütlicher angehen: forum-blasenkrebs.net/gallery/index.php?album/102/


    Gruß Rainer

  • Hallo Mopedfahrerin,

    rauchfrei bin ich seit mir der Urologe im Januar 2013 noch vor der TUR-Blase wörtlich ins Gesicht gesagt hat:

    Sie haben Blasenkrebs, die Blase muss raus, die linke Niere ist tot, die muss auch raus.

    Rauchen Sie?

    Ich sagte ja, er darauf: Dass alles kommt vom Rauchen, Sie werden mindestens 1/2 Jahr ausfallen.

    Ich war so geschockt, dass ich ab diesem Moment keine Zigarette mehr geraucht habe, meine angefangene Packung liegt noch heute im Schrank. Bis dato rauchte ich ca. 15 Zigs täglich. Ich hatte keine Entzugserscheinungen und bis heute kein Verlangen nach Zigs.

    Bei mir hat es einfach "klick" gemacht - zum Glück. Eine Nebenwirkung: Mein Gewicht ging nach oben ?(;), nun ja, damit kann ich leben.

    Halte durch, es tut einfach gut auf diese Glimmstängel zu verzichten.

    " Jede Zigarette bedeutet einen weiteren Sargnagel" diesen Spruch sagte mein Onkel sehr oft zu mir, der als Krankenpfleger auf einer Station für Lungenkrebspat. arbeitete.

    Daran muss ich oft denken.

    Für mich hat sich der Verzicht schon gelohnt, immerhin habe ich schon 5 Jahre seit meiner Diagnose überlebt.


    LG Gabi

    Januar 2013: TUR B (pT2,G3) ; März 2013: radikale Cystektomie,Anlage Indiana Pouch ,Nephrektomie li. Diagnose :Muskelinvasiver Blasentumor pT4a,pN0 (0/7),cM0,L1,V1,Pn1,G3,R1 (PD) Mai - September 2013 4 Zyklen Chemotherapie GEM CIS ;;; Hoffnung ist eine Art von Glück, vielleicht das größte Glück, das diese Welt bereit hält. Der Weg ist das Ziel

  • Moin Mopedfahrerin,

    der Anfang ist immer ein erster Schritt. Im Januar 2017 stellte meine Frau das Rauchen aufgrund einer heftigen Erkältung um auf's "Paffen". Ich sagte, wenn Du es lässt höre ich auch auf. Gesagt, getan. Ohne Pflaster, Akkupunktur oder Hypnose. Einfach nur Kopfsache. Nach fast 50 Jahren Qualm nicht einfach aber es klappt.


    Gruß Wolfgang

    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

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