pTa LG, Rezidiv nach 3 Monaten - mit Anfang 40

  • Hallo liebes Forum


    Ich lese schon seit einiger Zeit mit und habe mich nun angemeldet, weil ich den seriösen und wertschätzenden Austausch hier sehr schätze - vielen Dank!

    Ich selbst bin nicht betroffen bzw. indirekt. Mein Mann bekam im Frühling die Diagnose Urothel-CA pTa G1-2 low-grade, unifokal, 2,5x1,7 cm, R0. Ein Schock, wie ihr Euch vorstellen könnt... es folgte das bekannte Procedere mit Spiegelung, Ultraschall, CT und schliesslich TUR-B. Leider wurde bei der ersten Kontrolle im Sommer bereits ein kleines Rezidiv (2mm) gefunden und in einer erneuten TUR-B entfernt, gleicher Befund wie oben. Wieder ein Schock. Über den Sommer hat nun eine Chemo-Instillationstherapie begonnen. Die ausführlichere Geschichte schreibe ich gerne in den nächsten Tagen...


    Jetzt steht die nächste Kontrollspiegelung an und: ich bin nervös, sehr sogar.


    Fachlich sind wir sehr gut informiert (toller Urologe und Mediziner in der Familie). Ich erhoffe mir hier Zuspruch, Austausch und vor allem von den männlichen Betroffenen Tipps, wie man als Partnerin am besten ‚hilft‘ (vor allem mental).


    Alles in allem sind wir guter Dinge, auch wenn die Situation zuweilen herausfordernd ist.


    Herzliche Grüsse

    Optimistin

  • Hi Optimistin

    Sei herzlich willkommen hier im Forum!

    Zu deiner Frage:

    Ich kann halt nur für mich antworten. Am besten ist es so weiterleben wie bisher auch. Kein Mitleid, kein ständiges fragen " wie gehts dir?" Oder so

    Aber.... Da sein, über die Krankheit reden, in den Arm nehmen wenn nötig! Also alles was man in einer Partnerschaft sowieso macht!

    Und Humor behalten. Auch mit der Diagnose Krebs darf man mal über irgendwas lachen!


    Und noch was... Wenn einer von euch raucht, aufhören damit und zwar sofort!


    Hier gibt es bestimmt noch andere Meinungen dazu.


    Bleibt stark


    Gruß Jürgen

    Feb 2017 TUR-B pTaG2 lowgrade

    Mito 21x

    Verdacht CIS. Feb 2018 TUR mit Mapping: kein Anzeichen für Malignität

    Okt 2018 Abbruch Mito wg. Entzündung in Blase

    Jan 2019 Blasenspg. alles i.O.

  • Guten Abend und herzlich willkommen bei uns im Forum Optimistin. PTa G1-2 ist ein frühes Stadium aber deshalb nicht weniger ernst zu nehmen. Der Blasenkrebs neigt zu einer extrem hohen Rezidivquote und bedarf der ständigen, engmaschigen Kontrolle. Dies scheint bei Deinem Mann gesichert zu sein.


    Eine spezielle Verhaltensweise kann man nicht geben, das ist schon sehr individuell. Ich empfehle einfach hier zu lesen und konkret fragen. Dieser Dialog wird keine Entwarnung sein aber zum besseren Umgang mit der Erkrankung beitragen.


    Gruß Wolfgang

    pT4 a, G 3 und CIS, sechs Zyklen Chemotherapie, Gem/Cis


    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Lieber Jürgen, lieber Wolfgang


    Danke für Eure Anworten.

    Wir sind uns bewusst, dass die Diagnose ernst zu nehmen ist und gleichzeitig, dass es glücklicherweise noch ein frühes Stadium ist. Und auch, dass jede Erkrankung für sich betrachtet werden muss. Eine engmaschige Kontrolle ist sichergestellt, er hat jetzt einen tollen Urologen der auch Belegarzt ist und sowohl die Operationen wie auch die Nachsorge macht. Zu Beginn war er erst bei einem anderen, der war nicht so toll (schon ziemlich alt und das Verhältnis nicht so, wie wir uns ein Arzt-Patienten-Verhältnis vorstellen).


    Bisher waren wir - zum Glück - kerngesund, deshalb ist es auch so herausfordernd, einen Umgang mit dem Ganzen zu finden. Ich bin 36, mein Mann 42 und wir sind seit 14 Jahren ein Paar (verheiratet seit bald 8 Jahren).

    Den Humor habe wir definitiv nicht verloren :) und eine neue Normalität stellt sich auch wieder ein. Und dass ich nicht dauernd Nachfragen sollte habe ich inzwischen auch begriffen ;) Irgendwie haben uns die vergangenen Monate noch näher zusammen gebracht.


    Zum Thema Rauchen: wir haben gelegentlich mal geraucht, nie im Alltag eher auf Parties - damit war sofort Schluss und das ist seitdem auch kein Thema mehr. Das war und ist keine Frage und kein Problem.


    Die Beträge hier helfen mir ungemein, ein Bild der Erkrankung zu bekommen, die eben nicht nur eine Altherren-Krankheit ist. Ich hoffe, ich kann auch noch was beitragen.


    LG von der Optimistin

  • Hallo Euch beiden,


    obwohl ich schon viel geschrieben und gelesen habe ist es immer wieder schön, aus neuen Beiträgen neue Erkenntnisse zu gewinnen - so wie jetzt bei Euch!


    In der OP-Vorbesprechung 2015 sagte man mir, dass man aufgrund des oberflächlichen Blasenkrebses durchaus blasenerhaltene Behandlungen hätte

    wählen können als die Total-OP. Weil der Krebs aber hochgradig agressiv und ich auch schon älter war, riet man mir zur Total-OP, was ich

    dann auch tat.


    An Eurem Fall wird mir jetzt noch mal klar - wie richtig meine Entscheidung derzeit war - wie richtig aber auch Eure Entscheidung aufgrund des

    jungen Alters ist. Meine Erkenntnis:


    > Ich war eigentlich noch zu jung (66) für die Total-OP ( Verlust der Sexualität usw.) - das Rezidiv-Risiko ist aber dadurch geringer geworden.

    > Ihr seid mitten im Leben und da versteht es sich von selbst, dass Ihr andere , schonendere Behandlungsmethoden wählt.


    Ich wünsche Euch in erster Linie, dass die Angst nicht Euer ständiger "Begleiter" wird. Bei Eurem Humor und Eurer Vorsicht habe ich aber keine Bedenken.


    LG Helmut

    Kurze Zusammenfassung:


    2012: Herzinfarkt, Bypässe,Herzklappe
    Aug 2015 = radikale Zystektomie
    mit Uro-Stoma'] - Klassifizierung: pTa pNO LO VO RO pTis
    Sept 2015 = beiders. Schienen nach Nierenstau( mit 6-wöch. Wechsel baw.)
    Aug 2016 = Entf. beider Harnl.-schienen

    März 2017= meine Frau stirbt an Leberkrebs

    Juni 2017= l. Harnleit. zugewachs u. kürbisgr. Hernie

    Nov. 2017= 6-stünd. OP (Harnl. neu annähen u. Entf. Hernie

  • Hallo zusammen,

    hier muss ich kurz einhaken: der Mann von Optimistin hatte ein pTa Low Grade - und da ist die blasenerhaltung unter weiterer Kontrolle das normale Vorgehen. Skat27 Helmut hatte ein CIS - das ist immer G3 high Grade - hochaggrssiv und schwer unter Kontrolle zu halten mit hoher Metastasenneigung - damit eine ganz andere Augangslage und es ist frühzeitig die Blasenentfernung angezeigt.

    Also liebe Optimistin - wir wollen euch nicht verunsichern! Behaltet den Optimismus und den vorsichtigen, aber nicht lebensbeherrschenden Umgang mit der Erkrankung!

    Lieben Gruß von Barbara

    Berliner (netzgestützte) Neoblase seit 4.9.2015 wegen BCG resistentem CIS, entdeckt 2014 durch NMP22 (IGEL beim Gyn)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." Catherine Ryan Hyde

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