RudiRoki - pT4a Wie gehts weiter?

  • Danke für die Aufnahme!


    Meine Name ist Rüdiger.

    Im Oktober hatte ich Blut im Urin bekommen, also ab zum Urologen. Die Blasenspiegelung am 16. November zeigte das es sich um 4 Tumore handeln sollte.

    Am 11. Dezember hatte ich die TUR-B . Gestern bekam ich den Befund der Histologie, das es sich um Muskelinvasiver T4a G3 handelt.

    Mein Arzt besprach mit meiner Frau zusammen, alle möglichen Therapie Möglichkeiten, seine Empfehlung ist aber die Neoblase und das so schnell wie möglich.


    Seit gestern stellt sich uns die Frage, wie es weiter geht ?

    Im Forum habe ich schon einige Beiträge gesehen, die mir sicherlich weiterhelfen können bzw. werden.

  • Moin und herzlich willkommen bei uns im Forum Rüdiger. PT4a, G3 bedeutet aber ganz schnell handeln. Das Ding ist inzwischen durch die Blase gewachsen und da zählt jeder Tag. Steht bei dem Befund noch ein wenig mehr? L1, oder V1 könnten Hinweise auf Venen- oder Lymphanschluss geben. Fakt ist, die Blase muss schleunigst raus.


    Gruß Wolfgang

    "wer kämpft, der kann verlieren; wer nicht kämpft, hat bereits verloren"

  • Lieber Rüdiger,


    erstmal herzlich Willkommen in unserem Forum.


    Damit du den Befund besser verstehst, werde ich erstmal ein paar Grundlagen dazu erzählen.


    Leider gibt es nicht den einen Blasenkrebs, der in der Blase wachsen kann. Neben dem Urothelkarzinom, welches ca. 95% aller Tumore in der Blase ausmacht, gibt es noch das Siegelringkarzinom, Siegelringzellkarzinom, Urachuskarzinom, Adenokarzinom und die Neuroendokrinen Tumoren.

    Daher ist es immer wichtig, sich den histologischen Befund aushändigen zu lassen.


    Die Harnblase ist in mehrere Schichten aufgebaut und deshalb unterscheidet man in oberflächliche und muskelinvasive Tumore


    Zu den oberflächlichen Tumoren zählen:

    - CIS

    - pTa

    - pT1


    zu den muskelinvasiven Tumoren zählen alle ab einem Stadium von pT2x


    Weiterhin gibt es dann noch das Grading, welches angibt, wie nah die Tumorzellen noch an den Orginalzellen sind.

    Dabei gibt es zwei unterschiedliche System, laut WHO z.b. nur noch in low risk oder high risk oder die Bezeichnung G1, G2 oder G3.


    Bei G1 (low risk) - Tumoren, sind die Tumorzellen noch relativ nah am Orginal und somit noch nicht so stark mutiert.

    G2 - Tumoren können als low bzw. high risk eingestuft werden, hier ist die Zellveränderung schon deutlich zu sehen.

    Bei G3 - Tumoren erkennt man kaum noch die Originalzelle.









    Bei Dir hat man nun einen pT4a - Tumor festgestellt, in diesem Tumorstadium muss die Harnblase entfernt werden, hier gibt es keine Möglichkeit mehr, die Harnblase durch eine andere Therapiemöglichkeit zu erhalten.


    Wie du anhand der Graphi sehen kannst, bedeutet, dass dein Tumor die Harnblase schon vollkommen durchbrochen hat und es zu einer Infiltration von Prostatastroma oder der Samenblase(n) gekommen ist.

    Ob in diesem Fall überhaupt noch eine Neoblase möglich ist, steht erstmal in den Sternen, denn der Tumor kann sich auch schon soweit in der Prostata ausgebreitet haben, dass auch ein Teil der Harnröhre befallen sein kann - und das würde dann eine Neoblase unmöglich machen.


    Auf jedemfall muss schnell gehandelt werden - jeder Tag, der gewartet wird, wächst der Tumor weiter und kann weiteren schaden in deinen Körper anrichten. Auch wird es im Anschluss an die Blasenentfernung zu einer Chemotherapie kommen müssen, denn ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der Tumor schon Anschluss an das Lymphsystem und an eine Vene gefunden hat - sodass schon "Krebszellen" sich frei in deinem Körper bewegen.


    Wartet nicht zu lange und holt Euch schnellstmöglich einen Termin für die Harnblasenentfernung - damit die OP gleich im neuen Jahr durchgeführt werden kann.


    Gruß

    AndreasW

    22.06.2012 erste [lexicon='TUR-B'][/lexicon] apfelgrosser [lexicon='Tumor'][/lexicon] wurde soweit wie sichtbar entfernt
    03.07.2012 Tumorklassifikation:
    ICD-0: C67 M8130/21 G1 pTa pNx pMx l0 v0 Rx
    22.10.2012 zweite [lexicon='TUR-B'][/lexicon], diesmal ohne Befund
    16.12.2013 dritte [lexicon='TUR-B'][/lexicon], 5 rezidive wurden entfernt. high grad (rpTa)
    24.06.2016 vierte [lexicon='TUR-B'][/lexicon], ein [lexicon='rezidiv'][/lexicon] pTa G1

    „I am the master of my fate, I am the captain of my soul“

  • Moin RudiRoki ,

    ich kann mich da nur meinem Vorschreiber Wolfgang anschliessen, ein T4a zwingt zur Eile. Welche Harnableitung ist bei dieser Histologie erst einmal unwichtig, wichtig ist jetzt die Zeit und die Geschwindigkeit in der das Trums entfernt wird.

    Letztendlich entscheidet sich die Art der Harnableitung doch erst bei der Operation, hier wird man genau sehen wie weit der Krebs inzwischen fortgeschritten war und dann entscheiden wie die Harnableitung aussieht.

    Auf die Neoblase würde ich mich an deiner Stelle nicht so versteifen, eventuell notwendige Bestrahlung von verbliebenen Tumorzellen machen dir hier schon einen Strich durch die Rechnung.

    Gerade bei einem pT4 ist es enorm wichtig das wirklich alles, restlos alles entfernt wird. Ist das nicht möglich kann man von innen schon Markierungen setzen um eine zielgenaue Bestrahlung vorzunehmen.


    Die Aussage des Arztes im Vorfeld, wo er noch gar nicht genau weiß wie es innen aussieht, das eine Neoblase gemacht werden kann halte ich für unseriös.


    Fakt ist nun Blase so schnell wie möglich raus, Lympknoten werden höchstwahrscheinlich schon mitbefallen sein, die wird man gleich mit entfernen. Wenn du dann noch das Glück hast das kein Venenanschluss vorhanden ist kannst du innerlich schon mal leicht aufatmen.


    Letztendlich ist es noch sehr wichtig das du in eine Klinik gehst die eine renomierte Urologie haben, nicht das sich da Urologen in einem Kreiskrankenhaus daran versuchen die nur 3 oder 4 Zystektomien im Jahr durchführen.


    Rudi, glaube mir, ich weiß wie es dir und deiner Frau jetzt geht, man ist geschockt, paralysiert von dieser Nachricht, man läuft wie in einem Vakuum. Trotzdem, schau zuversichtlich ins neue Jahr, an sich selbst glauben ist die halbe Miete.


    Ich wünsche Euch trotz allem ein frohes Fest..


    Gruss Rainer

  • Hallo Rüdiger,


    Ich sehe, du kommst aus dem Umkreis von Niebüll. Ich wurde in Flensburg von Professor Loch und Dr. Paul operiert und bin super zufrieden.


    Ich hab dir mal die Fallzahlen von 2016 rausgesucht:

    Zystektomie : 21

    Neoblase: 4

    Urostoma: 17


    Ansonsten haben Rainer und Andreas schon ausführlich informiert.


    Wie ist denn der weitere Ablauf geplant?


    Herzliche Grüße

    Marion

  • Hallo Marion


    Danke für deine Antwort!!!


    Ich habe am 08.01.19 einen Termin beim Urologen für den OP Termin und vor allem der endgültigen Histologie zu erfahren.

    Bis zum Termin haben ich noch Zeit, um mich für einen Krankenhaus zu entscheiden. Zur Auswahl stehen Kiel, Hamburg oder Diako Flensburg.

    Natürlich würde mir Flensburg am nächsten liegen, allein schon für meine Frau.

    Die Reha kann in St. Peter Ording sein, so zumindest die Aussage des Doc.


    Viele Grüße an alle, es hilft mir wirklich sehr!!!!


    Rüdiger

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