Symptome bis Diagnose - oftmals ein langer Leidensweg

  • Hallo, liebe Betroffene und Lebenspartner von Betroffenen. In vielen Beiträgen musste ich lesen, das zu späte Diagnosen das Schicksal vieler Blasenkrebs Patienten negativ bestimmten- ja den zu frühen Tod brachten.


    Da versucht sich zuerst der Hausarzt und diagnostiziert eine Blasen- Reizung oder eine Entzündung.

    Er verschreibt Antibiotika- vor allem wenn der Patient noch jüngerem Baujahr ist.


    Es wird nicht besser und man verschreibt ein anderes Antibiotika wegen einer möglichen Resistenz des Ersten. So vergehen Wochen in manchen Fällen sogar Monate bis es zu einer Überweisung zum Urologen kommt. In vielen Gegenden Deutschlands bekommt man auch keinen sofortigen Termin. Nochmals kommt ein viertel Jahr dazu und mehr. Ist in dieser Zeit das Blut im Urin verschwunden und im Ultraschall ist auch nichts zu sehen, dann wird wieder was verschrieben. Sind dann beim Betroffenen die Schmerzen groß und gar wieder Blut im Urin -begeben sich viele Patienten erneut zum Hausarzt . Nun was macht der? Er behandelt wieder in Richtung Blasenentzündung oder, wenn man Glück, hat erneute Überweisung zum Urologen. Da kommt dann zumeist eine Urin-und Blutuntersuchung, dann ein erneutes Ultraschall. Und wenn man Pech hat einen neuen Termin bis Blut und Urin untersucht sind und der Laborbefund da ist. Wer Glück hat bekommt auch gleich eine Blasenspiegelung - zumeist wird aber dazu ein neuer Termin gemacht, weil diese Untersuchung ins Bestellsystem der Praxis passen muss. So kann locker ein dreiviertel Jahr(Hausarzt plus Urologen) vergehen bis dann endlich die Spiegelung erfolgt mit der Diagnose Blasenkrebs. Dann wird der Termin für die TUR-B gemacht - je nach Auslastung der Urologie kann das auch mehrere Wochen dauern.


    Und erst nach der Auswertung dieser OP hat man eine aussagekräftige Diagnose vorliegen, die die weitere Therapie bestimmt. Wer zum Beginn der Beschwerden und dem ersten Arztbesuch schon einen G3 Tumor hatte , der aber noch in der Schleimhaut saß- nun der könnte zum Zeitpunkt der Diagnose nach der TUR-B einen Tumor haben, der bereits in die Muskelschicht gewachsen ist oder gar die Blasen durchdrungen hat.


    Bei meinem Man ging alles zum Glück schnell. Am Morgen Blut im Urin- sofort zum Hausarzt. Da hatte er Glück, denn der war krank und man schickte meinen Mann zur Vertretung. - Unser Hausarzt hätte sicherlich selber eine Behandlung versucht-. Da schon am nächsten Tag kein Blut mehr im Urin war, wäre mein Mann erst gar nicht erneut zum Arzt gegangen...?!


    So ging er zur Vertretung- ein junger Arzt. Der ging gleich ans Telefon und rief seinen Studienfreund einen Urologen an und noch am selben Tag hatten er einen Termin. Urin und Ultraschall brachten kein Ergebnis. Aber schon zwei Tage später hatte mein Mann einen Termin zur Blasenspiegelung. Ergebnis Raumforderung in der Blasen- wahrscheinlich noch auf die Schleimhaut begrenzt -nach dem Aussehen vermutlich bösartig. Mehr konnte der Urologe nicht sagen. Nun für meinen Mann war das nichts von Belang - während ich mich an seiner Stelle verrückt gemacht hätte. Ich war so schon geschockt. In den nächsten Tagen entwickelte mein Mann ein schwarzer Humor und er spielte seine Erkrankung runter. Nach drei Wochen hatte er dann die TUR-B und zwei Tage später die Diagnose. Nach sechs Wochen dann die Rachresektion und die war zum Glück ohne Befund. Sämtliche Kontroll - Spiegelungen waren auch Krebs frei.


    Zwei Jahre sind seitdem rum- hoffentlich bleibt es so.


    Deshalb bei Blut im Urin geht zum Arzt und wenn keine eindeutigen Hinweise vorhanden sind, das es sich um eine Entzündung der Blase handelt, dann lasst euch unbedingt eine Überweisung zum Urologen geben und besteht auf einer schnellstmöglichen Spiegelung. Ist der Krebs erst fortgeschritten,dann stehen die Chancen zumeist schlecht und eine Heilung ist kaum noch gegeben.


    Das schreibe ich für all die stillen Leser des Forums, die vermutlich selber ein Problem mit ihrer Blase haben oder ein Familienmitglied und die sich hier orientieren möchten. Für die alten Hasen im Forum ist das nichts Neues. Die werden meine Darstellung des Problems nur bestätigen können. Ja es kann lange dauern bis eine eindeutige Diagnose zustande kommt. Auch wenn ihr noch jung seit- nehmt Blut im Urin nicht auf die leichte Schulter, den der Krebs verursacht erst, wenn es für eine Heilung zumeist zu spät ist stärkere Schmerzen und andere Probleme beim Urinieren.

  • Inzwischen gibt es einen Blasenkrebstest, muss zwar selbst bezahlt werden aber ich habe das all meinen Familienmitgliedern und Freunden ans Herz gelegt.

    Lieber ein paar Euro bezahlen aber auf der sicheren Seite sein!!!!!

    Einige haben das auch schon gemacht, 39 EUR die evtl. Leben retten können.

  • Hi Isabell

    Du hast es genau erfasst! Es ist zum Teil gruselig was sich da abspielt.

    Vor allem Frauen sind davon betroffen. Nach dem Motto: " Die haben ja untenrum immer irgend was! ".

    Da wird Antibiotika verschrieben ohne Ende. Aber ich hab das auch vorher so nicht gewusst.


    Weiterhin alles Gute


    Gruß Jürgen

    Feb 2017 TUR-B pTaG2 lowgrade

    Mito 21x

    Verdacht CIS. Feb 2018 TUR mit Mapping: kein Anzeichen für Malignität

    Okt 2018 Abbruch Mito wg. Entzündung in Blase

    Jan 2019 Blasenspg. alles i.O.

  • Hallo zusammen, Mona1710 ,

    diese Tests sind leider sehr wenig aussagekräftig und ungenau - daher werden sie auch nicht von Kassen bezahlt. Es gilt nach wie vor die schmerzlose Hämaturie (Blut im Urin) als wichtigstes Zeichen. Wenn ihr unklare Beschwerden habt, verlasst euch nicht auf den Test!

    Lieben Gruß von Barbara

    12/2014 NMP22 (IGEL bei Gyn) positiv, 03/2015 TUR B =>CIS und floride Entzündung, 04/2015 Mapping (Hexvix) => CIS und floride Entzündung, 04/2015 BCG(6 x je 1 pro Woche) => Mapping 06/2015 => weiterCIS Blasenboden => Zystektomie 4.9.15 "Berliner Neoblase", Zystektomie pTis multifokal, R0, N0 (0/7)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." aus "Ich bleibe hier" von Catherine Ryan Hyde

  • Also bei mir hat der Test das richtige angezeigt nämlich Blasenkrebs!

    Letztendlich hatte ich genau das gleiche wie von Isabell beschrieben.

    Mal ne Blasenentzündung, dann wieder weg, 2 Wochen später wieder usw. Usw.

    Da ich aber schon von diesem Test gehört habe, liess ich mir den machen und das Resultat war eben Blasenkrebs.

    Mein Urologe sagte mir, dass dieser Test inzwischen sehr aussagekräftig sei.

    Aber das muss natürlich jeder selbst Entscheiden.

    Dieser Test ersetzt natürlich nicht eine Blasenspiegelung.

  • Liebe Mona, auch ich bin durch den Test „wach geworden“ - wir hatten beide halt „Glück im Unglück“ - leider schlägt er zu oft nicht an oder schlägt an, obwohl nix ist.... das ist halt die Crux. Gruß Barbara

    12/2014 NMP22 (IGEL bei Gyn) positiv, 03/2015 TUR B =>CIS und floride Entzündung, 04/2015 Mapping (Hexvix) => CIS und floride Entzündung, 04/2015 BCG(6 x je 1 pro Woche) => Mapping 06/2015 => weiterCIS Blasenboden => Zystektomie 4.9.15 "Berliner Neoblase", Zystektomie pTis multifokal, R0, N0 (0/7)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." aus "Ich bleibe hier" von Catherine Ryan Hyde

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