Blasenteilresektion bei pT2 G3

  • Liebe Mitbetroffene


    Zur Vorstellung: mein Name ist Detlef, ich bin 63 Jahre alt und mich hat auch ein Blasenkarzinom ereilt.


    Diagnose: Urothelkarzinom, M0; pT2 G3, ca. 3cm Durchmesser, gewachsen wie ein Pilz; der Stiel umfasst eine relativ kleine Stelle, aber leider dicht am Harnleiter zur linken Niere; festgestellt Anfang Dezember 2018.


    Ich habe nicht geraucht, wenig aber regelmäßig mein Bier oder Wein getrunken; Normalgewicht, mich gesund ernährt, treibe mäßig aber regelmäßig Sport, nur mein Blutdruck war immer zu hoch (150/95), deswegen habe ich mich dann doch mal seit ca. 1 Jahr zu Ramipril überreden lassen.

    Außerdem war im Rahmen der NAKO- Studie (nationale Kohorte) auch regelmäßig untersucht worden und auch da wurde immer wieder eine gute Konstitution bestätigt. Alle wesentlichen Vorsorgen hatte ich auch schon hinter mir und diese o.B.



    Am 17.12.erfolgte eine TUR-B zur Entfernung des Tumors und auch die Histologie. Das wurde im Vivantes Humboldt-Klinikum Berlin Tegel durchgeführt. Leider bekam ich durch eine leichte Perforation des linken Harnleiters Nierenschmerzen,weil dadurch Harn in den Bauchraum geflossen war. Deswegen wurde mir im zweiten Anlauf von oben durch die Niere ein Stand eingesetzt. Der ist immer noch drin und nervt mich manchmal durch Schmerzen. Der erste Versuch von unten durch den Harnleiter war missglückt, da der Arzt nicht das Osteum gefunden hat. Durch die TURB war die Blaseninnhaut eben noch stark geschollen.


    Seitdem ich die Diagnose kenne, habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und mich auch von verschiedenen Ärzten beraten lassen. (Strahlentherapieberatung Berlin Buch; Alternativmedizin zur Unterstützung im Immanuel-Krankenhaus; mein Urologe, die Selbsthilfegruppe im Franziskus-Krankenhaus Berlin, sehr viele gute Bücher dazu; einige gute Youtube- beiträge, Vorträge und Vorlesungen und mehr ).

    Da der Tumor theoretisch schnell wachsen soll, lasse ich mir für die Therapieentscheidung nur noch wenig Zeit.


    Fazit: an einer Operation komme ich wohl nicht vorbei, wenn ich noch ein wenig länger auf dem Planeten weilen will.

    Alternativebehandlungen wie Strahlentherapie, Hyperthermie oder ähnlich, Immuntherapie und anderes habe für erste verworfen, da Erfolgsaussichten nach dem jetzigen Stand der Erkennniss nicht gut sind.


    1. Nach einer ausführlichen Beratung und Einschätzung meines Tumors wäre Professor Weikert (Humboldt-Uni) bereit, mir den Teil der Blase mit dem Tumorarreal zu entfernen und den Harnleiter zu versetzen. Sollte er aber während der OP weitere betroffene Teile der Blase finden, würde er mir die Neoblase bauen wollen. Mein Hauptintention war anfangs der Blasenerhalt und die Idee war, dass bei einem Rezidiv in der Blase ich ja immer noch einen Alternative wählen kann.

    Nachteil ist sicherlich die dann kleinere Blase und die größerer Gefahr von Metasthasenbildung.


    Ich hatte in der Selbsthilfegruppe im Franziskuskrankenhaus einige sehr zufriedene "Stomaleute" kennengelernt, auch war ein jüngerer Patient dabei, der mit seinem Beutel sehr zufrieden ist.

    Deswegen überlege ich, ob ich nicht lieber als Alternative zur Neoblase bei einer nicht sinnvollen Teilentfernung diese Variante wähle?!

    Mir ist schon klar, dass die Neoblase der Goldstandard ist und ich als fitter "junger" Alter dafür eigentlich prädestiniert bin, Aber ich habe keine Lust ständig (nachts) inkontinent zu sein, mir meine Verdauung durch die Entfernung eines großen Teils meines Dünndarmes kaputtzumachen und all die weiteren Kollatralschäden, die ich mittlerweile kenne.


    Bei der Stomlösung habe ich als technisch versierter Ingenieur die Kontrolle über meine außenliegende Blase; so die Erfahrungen der mir bekannten Beutelmenschen. Sehe ich das zu optimistisch?


    2. Ernährungsumstellung bzw. Nachsorge zur Rezitivprävention


    Seit Anfang des Jahres habe ich drei Wochen lang die ketonische Ernährung nach Prof. Kämmerer; Dr. Fleck und andere ausprobiert. Ich habe die Ketose immer Abends mittels Stick kontrolliert; es hat funktioniert und es ging mir dabei gut.

    Es ist durch Studien nachgewiesen, dass eine Chemotherapie (noch brauche ich diese nicht) beim Zustand der Ketose entweder durch sinnvolles Fasten oder besagte Ernährung deutlich besser durchgestanden werden kann.

    Sollte ich eine Chemotherapie brauchen, habe ich ein Instrument, um mir zu helfen.


    Ich ernähre mich jetzt ganz bewußt sehr ausgewogen,d.h wenig Zucker, viel Gemüse und das für die Krebsernährung empfohlene Obst( Beeren, Avocado). Dazu kommen täglich gesunde Fette, Öle. (z.B. nach Dr. Fleck" Ran an das Fett")

    Dann nehme ich täglich Selen (200 Mikrogr.), 3-4 Gramm Kurkuma, Vitamin-D: 1000 E.; Kürbiskerne, Omega-3 Präparat).

    Seit längerer Zeit koche ich täglich selbst und kann so alles gut steuern.


    Das alles habe ich mit der Hausärztin und der Naturheilärztin besprochen und abgesichert. Meine letzten Blutwerte waren so gut wie noch nie. Meine Cholesterinwerte waren immer etwas höher (LDL), jetzt sind sie top. Seit einigen Tagen habe ich Blutdruckwerte wie sie ich jungen Jahren hatte (110/75).

    Die Naturheilärztin hatte mir noch die Misteltherpie empfohlen. Nach Prof. Beuth ist diese sinnvoll, wenn man ein geschwächtes Immunsystem hat. Bei mir sind alle Werte aber in Ordnung, so lasse ich es erst einmal sein?!


    Mir ist schon klar, dass man allein durch gezielte Ernährungsumstellung den Krebs nicht besiegen kann. Es ist aber auf jeden Fall eine sinnvoll Unterstützung, die schon viele Krebspatientengeholfen haben soll.



    Liebes Forum, liebe Fachleute mit Therapieerfahrung


    mir ist klar, das man als Patient egal mit welcher Erkrankung das Therapieruder selbst in die Hand nehmen muss.

    Leider gibt in unserem kurativen Gesundheissystem keinen ganzheitlichen Therapieansatz, der gerade bei Krebs absolut sinnvoll wäre. Der Ausweg dazu seit eventuell ihr alten Hasen.


    Fragen: 1. Was würdet Ihr mir empfehlen? (am 14.3.2019 habe ich OP- Termin). Kennt Ihr noch grundsätzlich andere Verfahren?

    2. Könntet Ihr mir für die weitere Therapie Behandler empfehlen, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und Rezitive bzw.

    Metasthasen verhindern helfen?

    3. Wo findet eine gute Reha statt?

    4. Welche Erfahrungen habt ihr mit der Misteltherapie?



    Vielen Dank

    Detlef

  • Lieber Detlef,


    ein ganz herzliches Willkommen hier bei uns :)


    Nun, das klingt ein wenig nach meinem Verlauf. Auch ich hatte ein solitäres Urothelkarzinom pT2 G3, in meinem Fall am Blasendach, da lassen die Leitlinien eine Teilresektion durchaus zu. Und es wurde, an der zweiten von drei empfehlenswerten Adressen in Berlin versucht, dem ganzen mit eben dieser Blasenteilresektion zu Leibe zu rücken. Mein junges Alter (38) spielte sicher eine Rolle. Hier kannst Du den Werdegang, die Überlegungen und alles nachlesen: Mandelauge's Geschichte


    Ich will es aber gerne kurz machen: Die Teilresektion an sich glückte. Kein Tumorrest wurde zurück gelassen, alle Schnittränder frei, auch sonst keine Befunde.

    ABER und hier Achtung: in nur drei Monaten war alles wieder da. Und zwar wieder als pT2, schlussendlich und nach erfolgreicher Zystektomie pT2b. Und es waren alle erschrocken. Es war, im Nachhinein, riskant, wie mein Operateur bemerkte. Ich bin froh, so schnell, nach drei Monaten zur ersten Kontrolle im CT gegangen zu sein und, so der heutige Zwischenstand, dass das ganze eben gerade noch gut ausgegangen zu sein scheint.


    Wenn Du magst und mit meinem Operateur reden möchtest, ich kann Dir gerne den Kontakt vermitteln. Er ist wirklich ein feiner Mensch und Arzt und vor allem kreuzehrlich. Du kannst Dich gerne zu meinem Fall mit ihm unterhalten.


    Wass die Ernährungsumstellung betrifft: diese habe ich natürlich auch ausprobiert, nach meiner geglückten Teilresektion. Den Krebs vertrieben hat das nicht und so lebe ich heute ein wirklich vergnügtes Leben mit meiner perfekten Neoblase und versuche immerhin, weiterhin auf meine Ernährung, den Stresshaushalt und alles zu achten (und arbeite zu viel und saufe zu viel und liebe ausführlich auch zu viel - verdammt, das Leben lässt mich nicht los...).


    Alle Gute und pass auf Dich auf, Mandelauge

    Nach pT2b pN0 pL0 pV0 R0 (lokal) G3, glückliche und stolze Besitzerin einer Neoblase nach Hautmann, perfekt gebaut von Prof. Magheli in Berlin - Glück gehabt :)

  • Hallo Fuchsi333 (Detlef), dein Username deutet schon das an was ich in deinem Beitrag gelesen habe, ein Fuchs eben.

    Gut vorbereitet bist du, verschiedene Verfahren hast du schon ausgeschlossen, es bleibt eigentlich nur noch die Blasenentfernung.


    Was mich nun etwas stutzig macht ist die Dir von Professor Weikert (Humboldt-Uni) angebotene Blasenteilentfernung. Von einer solchen Blasentumorentfernung habe ich ich hier in 15 Jahren Forenerfahrung noch nie gehört, es sei den, dein Tumor ist nicht der typische Blasenkrebs ansich. Normalerweise entfernt man die ganze Blase weil die Rezidivgefahr viel zu hoch ist und man dann noch mal ran müßte.


    Mit Mistel, gesunde Öle, Obst und Gemüse, Selen usw.. Kannst du dich gesund ernähren, unterstützt Dein Immunsystem und hälst die Blutfettwerte optimal, den Krebs wirst du aber dadurch nicht los, der profitiert vom gesunden Essen genauso wie deine gesunden Zellen.

    Zur Misteltherapie kann ich nicht viel sagen, stärkt das Immunsystem und schadet nicht, wird den Krebs aber nicht am wachsen hindern.


    Eine Reha (AHB = Anschlussheilbehandlung) kann ich nur in Bad Wildungen empfehlen. Dort gibt es einige die auf Urologische Gegebenheiten spezialisiert sind.


    Schaust mal hier rein : Klick hier dort sind einige AHB Berichte von Mitgliedern, alles nach PLZ sortiert.


    Gruß Rainer

  • Oh! Lieber Rainer! Sollte ich beleidigt sein? ;) Nun, der schlussendliche "Nichterfolg" der Teilresektion bei meinem Urothelkarzinom gibt Dir ja recht :)


    Aber, die Leitlinien geben das, mit Einschränkungen her, Seite 158, Langversion:


    7.11: Eine partielle Zystektomie soll aufgrund nicht nachgewiesener Gleichwertigkeit nicht als Standardtherapie empfohlen werden.

    7.12: Nach partieller Zystektomie soll eine lebenslange Tumorkontrolle der Harnblase erfolgen.

    Weiterhin:

    Alle drei Studien kommen zu dem Ergebnis, dass eine partielle Zystektomie Patienten mit hoher Compliance verlangt. Die Daten weisen zudem auf signifikante Spätrezidive hin. Somit erscheint eine lebenslange Nachsorge unerlässlich. Vor dem Hintergrund der bestehenden Daten sollte eine postoperative Tumorkontrolle Urethrozystoskopien, Urinzytologien und bildmorphologische Stagings umfassen. Eine Aussage hinsichtlich der zeitlichen Intervalle ist auf Basis der Datenlage zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich und bedarf einer individuellen Patientenführung.


    Liebe Grüße vom Mandelauge

    Nach pT2b pN0 pL0 pV0 R0 (lokal) G3, glückliche und stolze Besitzerin einer Neoblase nach Hautmann, perfekt gebaut von Prof. Magheli in Berlin - Glück gehabt :)

  • 7.11: Eine partielle Zystektomie soll aufgrund nicht nachgewiesener Gleichwertigkeit nicht als Standardtherapie empfohlen werden.

    Das wird auch der Grund sein warum man hier sowenig von einer Teilresektion der Blase liest. Mir sind hier ein, maximal zwei Fälle in 15 Jahren untergekommen, die müsste ich noch mal raussuchen.


    Gruß

  • Das wird auch der Grund sein warum man hier sowenig von einer Teilresektion der Blase liest. Mir sind hier ein, maximal zwei Fälle in 15 Jahren untergekommen

    Ich war einer davon :)

    Nach pT2b pN0 pL0 pV0 R0 (lokal) G3, glückliche und stolze Besitzerin einer Neoblase nach Hautmann, perfekt gebaut von Prof. Magheli in Berlin - Glück gehabt :)

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