Bin neu hier - pT2a high grade - Stoma geplant

  • Hallo,ich bin Maria-60Jahre alt. Aufgrund einer Harntransportstörung rechts sowie CT-morphologisch ausgedehntem Blasentumor erfolgte am 22.3.eine stationäre Aufnahme. Am gleichen Tag die OP/Therapie: PNS-Anlage rechts,TUR-BT(204g)-non in sano

    Diagnose: ausgedehntes muskelinvasives Urothelkarzinom der Harnblase mind.pT2a high grade,konsekutive Harntransportstörung III° rechts

    Die extern durchgeführte CT-Abdomen zeigte keinen Hinweis auf eine lymphogene oder viszerale Metastasierung.

    Intraoperativ zeigte sich ein ausgedehnter Blasentumor im Bereich des Blasenbodens,der Seitenwände und der Blasenvorderwand.Das rechte Ostium war nicht auffindbar.Ein Großteil des Tumors wurde entfernt. Eine Resektion in-sano ist nicht möglich. - Soweit aus dem vorläufigen Entlassungsbericht.


    Am 23.4.ist der eigentliche Eingriff vorgesehen: radikale Zysteketomie mit Anlage eines lleum-Conduits. Mit der Blasenentfernung habe ich mich relativ schnell abgefunden. Was mir viel mehr zu schaffen macht ist, dass mir eine Ärztin am Vortag der Entlassung offerierte: neben der Blase werden noch Eileiter/Gebärmutter u.die rechte Niere entfernt. Das ist doch ein ziemlich großer Eingriff. 3 "Einzel-OPs" auf einmal. Wie gut wird mein Körper das verkraften. Ich war aber für den Moment so geschockt, dass ich meine Fragen/Bedenken nicht sofort äußern konnte. Jetzt,nach diversen Recherchen stelle ich mir die Fragen: Ist eine Total-OP wirklich erforderlich? Laut vorheriger Diagnostik gibt es keine Hinweise auf Metastasen. Noch schlimmer wäre aber der Verlust der re.Niere. Lt.Krankenhausbericht förderte sie nur bis zu 250ml/d. Eine Nierensequenzszintigraphie wurde durchgeführt. Allerdings wurde die Gabe eines Diuretikums unterlassen, da die Niere sowieso im "untersten Level" arbeiten würde. Am nächsten Tag hatte ich ca.1L Kaffee(nicht sehr stark!) getrunken. War es Zufall oder tat der Kaffee seine Wirkung: seither produziert die Niere immerhin 500-600ml/d Urin. Ist sicher auch noch zu wenig. Aber immerhin entlastet sie doch damit die andere Niere. Kann sie eventuell doch noch gerettet werden?

    Sehr viel Text-ich hoffe, dass mein Anliegen dennoch verstanden wurde... Gruß,Maria

  • Liebe Maria,


    erst einmal ein ganz herzliches Willkommen hier bei uns, auch wenn der Anlass nicht schön ist.


    Bei dem Befund mind. pT2a ist eine Zystektomie unausweichlich und Du hast Dich auch schon damit abgefunden. Das ist gut.

    Die Ausdehnung und Lage des Tumors schließt eine Neoblase aus, so dass der Pouch die nächste hübsche Ableitung wäre. Hier musst Du aber wissen: der Pouch wäre jetzt erst einmal nur ein Wunsch. Erst wenn die Ärzte während der Zystektomie genau feststellen können, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, wird die Ableitung festgelegt. Daher setzt Du Dich am besten auch mit einem Urostoma auseinander, wie empfohlen. Es kann, nicht muss, die einzige Möglichkeit sein, die intraoperativ gebaut werden kann.


    Ansonsten ist es gerade beim Pouch sehr wichtig, einen erfahrenen Pouch-Operateur an der Seite zu haben. Er wird leider aufgrund der Fortschritte bei den weiblichen Neoblasen immer weniger gebaut, daher ist das hier besonders wichtig. Hier setze sich ich auf die Expertise und den Rat unserer Pouchie´s :)


    Mit dem Operateur besprich auch, ob man nicht Gebärmutter und Eierstöcke, so sie onkologisch nicht bedenklich sind, erhalten werden können und ebenso, ob die Scheide nicht auch unangetastet bleiben kann. Das wird immer häufiger so gemacht, hängt aber auch am Hormonstatus (Wechseljahre) und den Rahmenbedingungen.


    Zur Nierengeschichte kann ich nichts beisteuern, aber wolfgangm ist da eine erfahrener Hase.


    Soweit in Kürze, lies Dich in den Unterforen ein und frag gerne alles was Dir auf dem Herzen liegt, wir werden versuchen Dir zu helfen!

    Liebe Grüße vom Mandelauge

    Nach pT2b pN0 pL0 pV0 R0 (lokal) G3, glückliche und stolze Besitzerin einer Neoblase nach Hautmann, perfekt gebaut von Prof. Magheli in Berlin - Glück gehabt :)

  • Liebe Maria,

    Begrüße dich und heiße dich herzlich willkommen und aufgenommen.

    Nun du hast die Vorgeschichte schon hinter dir, und der traurige Anlass hat dich hierher geführt. Du kannst hier alles fragen und sagen, wir haben das alles schon durchgemacht, auch als Angehörige wie ich.

    Die Diagnose erfordert rasches handeln, so wie du schreibst, ist auch alles zügig in die Wege geleitet worden.

    Es ist durchaus üblich, bei der Op die Eierstöcke und die Gebärmutter mit zu entfernen. Nur bei jüngeren Frauen versucht man heutzutage wenigstens die Eierstöcke oder zumindest 1nen zu belassen um die Frauen nicht gleich in den Wechsel zu schicken.

    Wie es sich mit der Niere verhält, vermag ich nicht zu beurteilen. Da melden sich noch Mitglieder, die das besser wissen.

    Magst du berichten wo und von wem du operiert wirst? Es sind hier fast alle guten Häuser und Operateure bekannt.

    Zur Anlage des Stomas kann ich dir empfehlen, wenn möglich und die Klinik das macht, lass dir gleich ein Netz mit einbauen, es wird dich vor Hernien schützen.

    Ferner achte darauf, dass Rock-hosenbund nicht genau übers Stoma laufen.

    Du könntest noch in ein Sanitätshaus gehen, oder im KH nach Mustern für die Stomaversorgung fragen und es daheim ausprobieren. Zum Bestellen bei den Herstellern ist es leider zu kurzfristig.

    Soviel mal fürs Erste, Liebe Grüße

    Ricka

  • Liebe Maria,

    ich habe ein Urostoma, wie auch mama8, allerdings erst Dez. 18. Es ist also noch nicht so lange her. Auch bei mir wurde alles entfernt, was so im Abdomen vorhanden ist.

    Ich hatte mich auch für die offene OP. entschieden, und ich kann nur sagen, obwohl erst knapp 4Monate her, fühle ich mich sehr wohl und es geht mir sehr gut.

    Als Betroffene kann auch ich dir vielleicht einige Fragen beantworten. Also frag was immer dir auf der Seele liegt, jeder von uns wird dir gern helfen.

    Liebe Grüsse

    Siggi

    24.07.18 Blasenspiegelung, 30.07.18 TUR-B

    pTX ( mind.pT 2a),G3, L1, cN2, cMO Stadium IV

    4 Zyklen adjuvante Chemo mit Gemca/Cisplatin

    11.12.2018 Op Ileum Conduit

    pT2b, LO, VO, pNO (0/18) RO lokal G3

  • Moin,

    ich habe ein Urostoma sein Januar 2018. Meine linke Niere wurde bereits im September 2015 entfernt. Auch mir geht es gut.

    Bei dem Befund und der nicht vollständigen Entfernung des Tumors gibt es kein wenn und aber. Die Blase muss raus.


    Was dann möglich ist. Pouch oder Stoma wird man bei der Operation sehen.

    Zu der Niere gibt es für eine Beurteilung zu wenig input. Das die Niere im untersten Level arbeitet wurde ja schon festgestellt. Ob Kaffee als Heilmittel für die Niere dient wage ich zu bezweifeln. Da muss wirklich ein Arzt schauen, ob die auf einmal dauerhaft ihre Tätigkeit wieder aufgenommen hat.


    Ansonsten hat das Wunderwerk (unser menschlicher Körper) schalu wie er ist, eine Ersatzfunktion geschaffen. Nämlich die zweite Niere. Eine Niere wächst mit ihren Aufgaben und übernimmt eigentlich klaglos die Funktion der fehlenden Niere. Meine rechte Niere musste von 30 % Leistung nach der Nephrektomie ganz schnell auf 100 % hochfahren und hat das alles klaglos und wunderbar hinbekommen.


    Mein Rat: Suche vor der OP noch das Gespräch über die Niere. Sonst plagen Dich nach der OP immer Zweifel, ob es nötig gewesen ist.

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