Chemo nach Neoblase

  • Hallo zusammen,


    Habe vor 4 Wochen eine Neoblase erhalten. Mein pathologischer Befund lautet:


    Urothelkarzinom pT3b pN1 (1/18) Pn1 V0 L0 G3 R0

    Prostatakarzinom pT2c pN0 (0/18) Pn0 V0 L0 R0, Gleason 3+3


    Nun habe ich die Info erhalten, dass eine Chemotherapie mit 4 Zyklen erforderlich ist. Die behandelnde Klinik in meinem Wohnort meint dies sei nicht notwendig?! Auf jeden Fall war ein lymphknoten betroffen und eine metastase von 0,2mm wurde bei der Operation ausfindig gemacht.


    Habt ihr Erfahrungen und könnt mir sagen, was ihr bei diesem Befund meint? Hat jemand von euch Erfahrungen mit Chemotherapie nach Neoblasen OP gemacht?


    Viele Grüße

    Joko

  • Hallo Joko,


    Ja mein Mann hatte nach der Neoblase OP 4 Zyklen Chemo , da zwei Lymphknoten befallen waren. Die Chemo war natürlich kein Spaziergang, aber auch das haben wir überstanden. Und was wir mitbekommen haben ist , dass manche die Chemo deutlich besser vertragen als andere.

    Die Leitlinie besagt , dass wenn ein Lympknoten oder mehr befallen ist ,

    soll/ muss eine Chemo erfolgen. So wurde es uns zumindest vom Onkologe erklärt.

    Da Du zusätzlich eine Fernmetastase hattest, denke ich das eine Chemo auf jeden Fall sinnvoll wäre.

    Drücke dir die Daumen


    Liebe Grüße

    Ellie

    • Hilfreich

    Hallo Joko , obwohl man auf diese Clubmitgliedschaft gerne verzichten würde, willkommen im Club der Neoblasen.

    Ein V0 und L0 ist schon mal hervorragend, das Pn1 weniger obwohl nicht unbedingt dramatisch. R0 bedeutet das der Tumor restlos entfernt werden konnte, das ist auch schon mal die halbe Miete. Etwas Sorgen bereitet der Pn1 und ein befallener Lymphknoten von insgesamt 18 entnommenen.


    Laut Leitlinien ist bei einem muskelinvasiven Blasentumor, insbesondere auch dann wenn ein Pn1 vorliegt eine Chemo (4 Zyklen) durchzuführen. Ich würde mich da nicht so einfach abspeisen lassen und auf die Leitlinien verweisen.

    Aus den Leitlinien:

    Beim lokalisierten muskelinvasiven (bei dir pT3b) Harnblasenkarzinom verbessert die Einbeziehung der Chemotherapie in die primäre Therapie das Überleben des Patienten.

    Patienten mit muskelinvasivem Harnblasenkarzinom (≥T2) sollen über die Möglichkeiten einer neoadjuvanten oder adjuvanten Chemotherapie unter Berücksichtigung ihrer individuellen Situation aufgeklärt werden. Eine neoadjuvante Chemotherapie sollte 3-4 Zyklen einer cisplatinhaltigen Kombinationschemotherapie beinhalten.

    Gruß Rainer

  • Hallo Joko,

    sei auch von mir herzlich begrüsst.

    Nun du hast fast alles schon hinter dir, warst du zur AHB?

    Zur Chemo möchte dir sagen, sie ist laut Leitlinien vorgesehen und zwar ab pT3....bereits ohne Befall. Das Operationsgebiet ist gross und die Op sehr blutig.

    Dadurch kann ( muss nicht ) passieren, dass Mikrokrebszellen (unsichtbare) verteilt werden. Kann sein, dass sie absterben, kann sein, dass sie überleben. Um auf Nr. Sicher zu gehen würde ich auf jeden Fall eine Chemo machen.

    Die neoadjuvante Chemotherapie kommt ja für dich nicht mehr zum Tragen, da du ja bereits operiert bist.

    Für dich würde es eine adjuvante Chemotherapie werden, 4 Zyklen sollten es sein. Meistens eine Komi aus Gemzitabin/Cisplatin. Vorher laufen noch Untersuchungen. Mein Mann hat sie gut vertragen, kaum Nebenwirkungen ( Müdigkeit, kleines Unwohlsein zwischendurch. Kein Erbrechen, keine Schmerzen, kein Haarverlust o. Ä.)

    Überdenke das, du bist zu jung um ein Risiko einzugehen.

    Lese dich ein bisschen durchs Forum, und wenn du Fragen hast, stell sie.


    Alles Gute und Grüsse, Ricka

  • Lieber Joko,

    auch von mir ein ganz herzliches Willkommen im exklusiven Klub der Neoblasen :) kommst Du mit der neuen Situation sonst zurecht?


    Rainer hat Dir die wichtigen Hinweise an die Hand gegeben und ich würde die Chemo auf jeden Fall einfordern.

    Und ich möchte noch für Dich zur Nervenberuhigung ergänzen, dass sich die Fachleute streiten, ob über befallene Lymphknoten eine Ausbreitung stattfinden kann, oder diese eher eine Endstation sind.

    Aber das nur (!!!!) zur Nervenberuhigung, die Chemo sollte bitte unbedingt sein!


    Denn, Ricka sagte es schon, die Leitlinien sehen ab einem pT3 (zur Sicherheit) oder einem Lymphknotenbefall (weil Beginn einer Ausbreitung) eine Chemotherapie vor und Du hast ja beides zu bieten ;)


    Leitlinien Kurzversion, Seite 46 (Kapitel Neoadjuvante/Adjuvante und Palliative Chemotherapie):

    „Patienten mit muskelinvasivem Harnblasenkarzinom (≥T2) sollen über die Möglichkeiten einer neoadjuvanten oder adjuvanten Chemotherapie unter Berücksichtigung ihrer individuellen Situation aufgeklärt werden.“


    Leitlinien Langversion, Seite 217 (Kapitel Adjuvante Chemotherapie):

    „Bei Patienten mit organüberschreitendem, muskelinvasiven Harnblasenkarzinom (≥pT3) und/oder pN+ soll eine multidisziplinäre Abstimmung zur weiteren Therapieplanung erfolgen.“

    Und ebenfalls Langversion Seite 218:

    „Die adjuvante Chemotherapie ist definiert als eine Chemotherapie, die nach Zystektomie und histopathologischer Diagnose eines organüberschreitend muskelinvasiven (>pT3) oder vom T-Stadium unabhängig pathologisch regionär lymphatisch metastasierten (pN1) Urothelzellkarziom der Harnblase indiziert ist. Die Zahl der Zyklen ist nicht randomisiert geprüft worden (meist 3 bis 4 Zyklen).“


    Kuck auch gerne hier

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    und hier

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    Tritt Deinen Ärzten freundlich und beharrlich auf die Füßchen und alles Gute,

    Mandelauge

    Nach pT2b pN0 pL0 pV0 R0 (lokal) G3, glückliche und stolze Besitzerin einer Neoblase nach Hautmann, perfekt gebaut von Prof. Magheli in Berlin - Glück gehabt :)

  • Hallo zusammen,


    Vielen Dank für eure Hinweise!!!

    Ich habe eigentlich für den kommenden Donnerstag einen Termin zur Reha in Bad Wildungen. Mir wurde von meinem Operateur empfohlen, die Reha später anzutreten und erst die Chemotherapie durchzuführen.

    Habe gedacht ich könnte die Reha jetzt durchführen und nach der Chemo nochmal eine. Meine Hausärztin sagte mir aber, es gibt nur eine Reha im Jahr. Hätte gedacht, dass ich mich hier erstmal von der op erholen kann und das beckenbodentraining erlerne. Aber ich will auch nichts anbrennen lassen, wenn die Chemotherapie erstmal gemacht werden muss.


    Meine letzten Blutwerte vor ein paar Tagen waren leider noch nicht so optimal, vor allem die Thrombozyten lagen bei 600. Wie ich gehört habe müsste vor der Chemo auch nochmal die Blutwerte getestet werden?! Weiß nicht, ob die Chemotherapie durchgeführt wird, wenn diese noch nicht ok sind.


    Die Blasen op verlief bei mir erstmal planmäßig. Leider musste ein paar Tage später aufgrund eines Blutergusses nochmal nachoperiert werden. Aber sonst verlief erstmal alles ok.


    Das wasserlassen verläuft tagsüber ganz gut, nur beim Husten verliere ich unwillkürlich ein paar Tropfen. Nachts habe ich mit der Kontinenz meine Probleme. Ich stehe alle 1 1/2 h Stunde auf und entleere meine Neoblase. Dennoch geht unwillkürlich noch eine Menge in der Nacht daneben. Hauptsächlich in der letzten schlafphase. Habt ihr hierzu noch Tipps? Hilft ein urinalkondom oder nur kontinuierliches beckenbodentraining?


    Vielen Dank für eure Hinweise und Tipps!

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