Trinkmenge bei Blasenentzündung

  • Hallo miteinander!

    (Ich habe die Thematik mal hier eingeordnet!?)

    Weil eine Bekannte mich als "Urologieexperte" 😊 um Rat gebeten hat, was bei einer Blasenentzündung zu tun sei, wenn nicht gleich Antibiotika ins Spiel kommen sollen, habe ich mich mal erkundigt im Netz und auch beim Hausarzt und Urologen. Das Ergebnis war interessant!


    Zum einen: Viel trinken, möglichst 4 l, um die Erreger auszuspülen (das kennt man), Blasen- und Nierentee, usw.


    Zum anderen dagegen aber das genaue Gegenteil: 2 Tage möglichst wenig trinken, um besonders gut die antibakterielle Wirkung des eingedickten Harns (Harnstoff, Harnsäure) zu nutzen. ("Der Urin muß dunkelgelb sein und riechen!") Ausspülen mit viel Trinkmenge könne man die an der Blasenwand und Harnröhrenwand sitzenden Bakterien ohnehin nicht. Viel trinken bei Zystitis sei ein weit verbreiteter Mythos! 🤔 Auch Blasen- und Nierentees seien letztlich zur Infektionsbekämpfung nicht geeignet.


    Was meint ihr??

    LG Hans-Peter

  • Hausarzt und ein Urologe.


    Internet:

    Sollte man bei einer Blasenentzündung nicht generell viel trinken? Die Leitline empfiehlt eineinhalb Liter pro Tag, so viel sollten auch gesunde Menschen trinken. "Antibakterielle Wirkstoffe im Harn werden bei übermäßigem Trinken verdünnt", erläutert Wagenlehner. Dr. Giuseppe Magistro, Experte für Infektiologie an der Klinik für Urologie der Universität München, hält dagegen: Die Immunabwehr habe bei einer Entzündung ohnehin bereits versagt. Erreger auszuspülen könne aus seiner Erfahrung deshalb "durchaus ein Weg sein".

    https://www.google.com/search?client=tablet-android-samsung&q=blasenentzündung+viel+oder+wenig+trinken&sa=X&ved=2ahUKEwj2z93n567iAhWa7KYKHWPpBSAQ1QIoBHoECA0QBQ&biw=684&bih=912&dpr=1.13

    Apotheken Rundschau ("Rentner Bravo" 😊😊)


    Viel trinken ist kontraproduktiv

    Mich wundert, dass man immer wieder, auch von Ärzten hört, man solle viel trinken, mit dem Argument, dann würden die Bakterien ausgespült. Ich habe von einem sehr alten, seit fast 20 Jahren in Rente befindlichen Urologen das genaue Gegenteil gehört. Er sagte, die Bakterien setzen sich an der Blasenwand und bei Männern auch in der Harnröhre fest und ausgespült werden nur diejenigen Bakterien, die ohnehin frei im Urin schwimmen. Urin ist von Natur aus keimfrei, und durch vieles trinken verwässert er. Trinkt man hingegen 1-2 tage wenig und der Urin dickt ein und wird richtig dunkel gelb, führt das zu einem Absterben eines großen Teils der Bakterien durch die dann hohe Konzentration an Harnstoff und Harnsäure. 2 Tage darauf dann das genaue Gegenteil, spülen durch viel Trinken. Ohne Gewähr

    Artikel Focus


    und beim googlen einiges mehr


    Dennoch: Viel trinken lautet eindeutig dei große Mehrheit der Ratschläge.

    Ich hatte mal recherchiert, weil die Argumente für wenig trinken mich fachlich als Ex-Biologe irgendwie auch überzeugt haben.

  • So kann man pro und contra für alles mögliche finden. Frage mich nur, worauf willst du hinaus ?

    Ich denke auch, bei einer Blasenentzündung viel trinken, das Immunsystem allein packt es nicht mehr, da kann das ausspülen nur hilfreich sein.

    Gruss

  • Ich will auf nichts besonderes hinaus. Mich haben nur die kontroversen Aussagen zur sinnvollen Trinkmenge überrascht und von der Argumentation her schon interessiert.

    Man hört immer trinken, trinken, trinken ...

    Aber ich darf das aus kardiologischen Grünen nicht in den Maßen. Also interessiert mich das Thema schon und wollte mal hören, ob es Meinungen oder Erfahrungen dazu gibt.

    Überhaupt scheint es so, daß die bisher so empfohlenen Trinkmengen auch für Gesunde nicht mehr so hoch angesetzt werden wie früher.

    Mir hat man gesagt, 1,5 l am Tag seien völlig ausreichend.

    Aber gut, nirgendwo gibt es goldene Regeln, die absolute Gültigkeit haben. Jeder muß halt selbst herausfinden, was ihm am meisten gut tut.

  • Auch ich hab schon oft gehört, dass 1,5 Liter genügen, da man ja auch noch Flüssigkeit mit der Nahrung zu sich nimmt. Bei Herzschwäche noch weniger.

    Aber das gilt nicht für Blasenerkrankungen, sondern als Richtwert für Gesunde.

    Und wenn man in einer Instillationstherapie steckt oder sich mit HWI herumplagt, gelten halt andere Maßstäbe.

    Und- hihi- ob ein seit 20 Jahren im Ruhestand sich befindender Urologe für mich ein Maßstab wäre......eher wohl nicht.

    Da hat sich doch einiges getan seither.

    Aber nur meine höchstpersönliche Meinung.

    Bis dann

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