CT-Bericht, wer kann Übersetzen?

  • :bike:


    Hier ein neuer (heute) CT-Bericht, den ich nun garnicht verstehe (nicht wirklich lesen kann)
    Gut,ist er wohl nicht!? wer kann mir dieses Dokument übersetzen?
    Ziemlich Rudi Ratlos!
    Spiral-CT Abdomen vom 29.05.2009:


    Indikation: Zustand nach viermal Harnblasen-Op 2007 und Prostat-Zyst-Vesikolektomie 12/07 bei Urothel-Ca. mit lleumneoblase. Jetzt offenbar Dysfunktion.
    Zum Vergl. liegen CT-VA prä-operativ vom 29.11.07 vor.


    Homogen niedrige Dichte der Leber. Normale Weite der intra- und extrahepatischen Gallenwege. Unauffällige Milz. Zarte, unauffällige Nebennieren. Atrophisches Pankreas. Kleinere paraaortale Lymphknoten in Höhe der renalen Aortenetage ohne Größenänderung gegenüber den VA. Zarte, unauffällige Nebennieren. Nieren bds. normotop und normal groß ohne Anhalt für Aufstau. Im Unterbauch kommt die Ileum-Neoblase massiv dilatiert zur Darstellung und steigt cranial bis in den Oberbauch auf. In der Neoblase kleinere Gasansammlung. Suprapubische und infra-umbelikale Bauchwandhernie mit Vorwölbung von Mesenterialfettgewebe und Teilen der Neoblase. Etwa auf Symphysen-Niveau erkennt man eine narbige Striktur der Ileum-Neoblase, in welcher unmittelbar der eingeführte Uretralkatheter endet. Der distal dieser Stenose liegende Anteil der Neoblase ist nicht dilatiert. Kein Anhalt für lokales Tumorrezidiv, kein Nachweis von Lymphknoten- oder Organmetastasen.


    Beurteilung:
    Offenbar konzentrische Narbenstriktur der Ileum-Neoblase, etwa auf suprapubischem Niveau exakt in Position der Katheterspitze des Uretra-Katheters, so dass hier offenbar eine Dysfunktion und mangelhafte Drainage resultiert. Eindeutige Hinweise auf eine rezidivierende Tumorstenose in diesem Bereich finden sich nicht. Proximal der Stenose ist die Neoblase massiv dilatiert und erscheint fraglich rupturgefährdet. Ausbildung einer infra-umbelikalen supra-symphysären Bauchwandhernie, in die sich breitflächig die massiv bis in den Oberbauch dilatierte proximale Neoblase vorwölbt. An den Nieren allerdings kein Anhalt für Harnstau. Kein Nachweis intra-abdomineller Lymphknoten- oder Organmetastasen.


    Gruß Folkert
    :bike:

  • Hallo und guten Abend, Folkert,


    so wie ich es “lese” :
    Du hast eine grosse Vernarbung , ( Stenose ), in der Verlängerung der Neoblase zur Harnröhre hin, etwa in der Höhe, in welcher ein suprapubischer Katheter liegt,
    ( “so dass hier offenbar eine Dysfunktion und mangelhafte Drainage resultiert.” ) die für Deinen Harnverhalt verantwortlich zeichnet.
    Es sind aber keinerlei Rezidive zu erkennen, ( schon mal gut )


    Entlang der Stenose, ( Vernarbung ), ist die Neoblase weit auseinandergegangen, ( dilatiert ) und erscheint durchbruchgefährdet ( rupturgefährdet ).
    Man vermutet einen grossen Bauchwanddurchbruch, ( ähnlich einem Leistenbruch ), in welchen sich breitflächig ( dilatiert ) die Neoblase zum Körper hin ( proximal ) hineinschiebt.
    Kein Nachweis intra-abdomineller, ( sich im Bauchraum befindlicher ), Lymphknoten- oder Organmetastasen.


    Folkert,
    Du solltest Dir diese Diagnose aber vom Arzt ins Deutsche übersetzen lassen.


    Wie ich es sehe, hast Du eine Vernarbung, die Deine Harnröhre ziemlich schliesst.
    Ausserdem einen Bauchwanddurchbruch, in welchen sich Deine Neoblase bauchseitig hineinwölbt.
    Von Rezidiven oder Metas ist nichts zu sehen.


    Aber ich nehme an, um eine weitere “Renovierung” wirst Du nicht umhinkommen.....


    Gruss
    Eck :ecke:hard

  • Hallo Folkert, :streicheln:


    VA = Vergleich-Aufnahme


    Im Unterbauch kommt die Ileum-Neoblase massiv dilatiert (erweitert) zur Darstellung und steigt cranial (kopfwärts) bis in den Oberbauch auf. In der Neoblase kleinere Gasansammlung. Suprapubische (oberhalb des Schambeins) und infra-umbelikale (unterhalb des Nabels) Bauchwandhernie (Bruch) mit Vorwölbung von Mesenterialfettgewebe (Mesenterium = Aufhängeband des Dünndarms) und Teilen der Neoblase. Etwa auf Symphysen-Niveau (Schambeinfuge, Mitte des Schambeins) erkennt man eine narbige Striktur (hochgradige Verengung) der Ileum-Neoblase, in welcher unmittelbar der eingeführte Uretralkatheter endet. Der distal (unterhalb) dieser Stenose liegende Anteil der Neoblase ist nicht dilatiert (erweitert). Kein Anhalt für lokales Tumorrezidiv, kein Nachweis von Lymphknoten- oder Organmetastasen.


    Beurteilung:
    Offenbar konzentrische (um einen gemeinsamen Mittelpunkt angeordnete) Narbenstriktur (hochgradige Verengung) der Ileum-Neoblase, etwa auf suprapubischem (oberhalb des Schambeins) Niveau exakt in Position der Katheterspitze des Uretra-(Harnröhren)Katheters, so dass hier offenbar eine Dysfunktion (Funktionsstörung) und mangelhafte Drainage (Harnableitung) resultiert. Eindeutige Hinweise auf eine rezidivierende Tumorstenose (Verengung durch Wiederauftreten des Tumors) in diesem Bereich finden sich nicht. Proximal (oberhalb) der Stenose ist die Neoblase massiv dilatier(erweitert) und erscheint fraglich ruptur(reiß)gefährdet. Ausbildung einer infra-umbelikalen (unterhalb des Nabels) supra-symphysären (oberhalb des Schambeins) Bauchwandhernie (Bruch), in die sich breitflächig die massiv bis in den Oberbauch dilatierte proximale (erweiterter, oberer Teil) Neoblase vorwölbt. An den Nieren allerdings kein Anhalt für Harnstau. Kein Nachweis intra-abdomineller (im Bauchraum) Lymphknoten- oder Organmetastasen.


    Das Gute ist: Es gibt keine Anzeichen für eine Rückkehr des Tumors oder für Metastasen im Bauchraum.


    Was die Verengung der Neoblase anbetrifft, stelle ich mich die etwa sanduhrförmig vor. Leider ist die Engstelle eben so, dass der Harn nicht ausreichend abfließen kann, so dass sich die Neoblase oberhalb der Engstelle immer mehr ausweitet. Zum Glück gibt es in den Nieren noch keinen Harnstau.


    Ich denke auch, du wirst durch eine operative Korrektur nicht herumkommen, bei der dann auch der Bauchwandbruch korrigiert wird (Brüche sind ja sehr häufig und normalerweise leicht operativ zu beseitigen). Ein Bruch ist eine Schwachstelle in der Bauchwand, in die sich dann Material hineinwölbt. Gefährlich ist ein Bruch dann, wenn dieses Material (z.B. Darm) eingeklemmt wird.


    Alles Gute und liebe Grüße
    Isa

  • :bike:
    Hallo Eckhard,


    ich weiß, ich wiederhole mich einmal mehr,wie immer von Dir eine Aufklärung meiner Probleme!
    Danke!!! Am Dienstag weiß ich mehr denn da habe ich einen „Not Termin“ bei meinem Prof. bekommen! Er wird mir ja wohl sagen, was zu tun ist,ich hatte nur eine gewisse Unruhe in mir, wegen meines Verhalten bis dahin. Hinterher wird ja immer gerne gesagt:“ ach hätten sie doch“.Ich denke erst ist einmal der größte „Schock“ vorüber,ehrlicher weise hatte ich an ein Rezidiv gedacht. Na ja, so langt es ja auch schon für diesen Sommer. Seit drei Jahren jeden Sommer im Krankenhaus, ist auch nicht ganz so witzig.
    Eckhard, noch einmal herzlichen Dank für Deine schnelle Antwort,schönes verlängertes Wochenende
    Folkert
    :bike:

  • :bike:
    Hallo Isa,
    Danke für Deine Detaillierte Übersetzung der CT!!! Du scheinst mir vom „Fach“ zu sein und hast ein großes Wissen in dem Bereich,das beruhigt enorm (bis Dienstag)
    Was mich persönlich eigentlich jetzt noch ein wenig in Panik lässt ist die Ruptur Gefahr,ist es nicht so das wenn das „Ding“ knallt gebe ich den Löffel ab? Na ja, wir werden sehen sprach´s der Blinde.
    Ein schönes verlängertes Wochenende
    Folkert
    :bike:

  • Hallo Folkert,


    "erscheint fraglich rupturgefährdet" ist eine vorsichtige Ausdrucksweise, jedenfalls nicht das, was man bei einem akut bedrohlichen Befund schreiben würde. Die Gefahr des Reißens der Neoblase ist ja m.E. auch dadurch gebannt, dass man dir einen Katheter gelegt hat, durch den der Urin hoffentlich problemlos abfließt? Wenn das der Fall ist, kann sich die Neoblase ja oberhalb der Verengung nicht weiter ausweiten.


    Lieber Folkert, auch wenn die Aussicht auf eine weitere OP nicht berauschend ist, bei Hexe war es auch so, dass ihr Pouch erst im 2. Anlauf, also nach einer Revisions-OP perfekt funktioniert hat. Genieß erstmal das Wochenende :Cooler Typ:, und es wäre nett, wenn du berichten würdest, was dein Prof. dir vorschlägt.


    Ganz liebe Grüße
    Isa