Blasenkrebs mit 48

  • Hallo zusammen,


    meine Geschichte beginnt im August 2019 als ich beim Urinieren am Ende der Miktion ein paar rosafarbene Blutstropfen entdeckt hatte. Ich dachte davor eine Art Blasenreizung mit viel Urinausscheidung. Daraufhin bin ich zum Urologen gegangen, habe ihm die ganze Symptomatik geschildert und mich untersuchen lassen: Urinprobe, Ultraschall von Blase, Niere und Prostata sowie den Finger in den Po.

    Abschließend meinte er, es wäre eine klassische Blasenentzündung, ich solle 3-4 Wochen abwarten und überwiegend Tee oder Wasser trinken und dann nochmals vorbeikommen, falls der Urin noch blutig sein sollte.


    Ein paar Wochen später war der Urin ein weiteres Mal blutig, gerade als ich dachte er hätte mit seiner Einschätzung recht gehabt. Habe daraufhin einen anderen Urologen aufgesucht, nochmals die Symptome geschildert, vor allem, dass alles Blut nur am Ende der Fiktion kam und mich auch auf Chlamydien, Gonokokken, Ureaplasmen, Mykoplasmen, usw. untersuchen lassen. Alles bestens angeblich und das wenige Blut könnte von der Prostata kommen. Es wurde Tamsulosin verabreicht und es kam der Hinweis, dass eine Zystoskopie eventuell angebracht wäre. Da ich Angst vor dem Schlauch hatte, bin ich dieser bewusst aus dem Weg gegangen.


    Die Makrohämaturien kamen alle paar Wochen wieder und waren immer nur minimal ausgeprägt, sodass ich glaubte alles würde vom vielen Sitzen, Bewegungsmangel und letztlich von der Prostata kommen.


    Im April 2020 kam im Rahmen einer Zystoskopie definitiv die Bestätigung, dass es ein großer, exophytischer, papillenförmiger Tumor ist.


    Die TURB hatte ich vor zwei Tagen, die Histologiebefunde lagen heute noch nicht vor. Es wurde der große Tumor entfernt (ca. 3cm) sowie weitere sechs kleine Tumore. Die CT-Kontolluntersuchung, von Lunge, Becken, usw. war zum Glück ohne Befund. Ich bin heute auch entlassen worden, da weder bei der Blasenspülung noch nach dem entfernen dieser der Urin blutig wurde. Was mich stört, ist dass beim "Haupttumor" etwas tiefer rezessiert wurde, allerdings wurden alle Tumore vollständig entfernt.


    Nun bin ich seit ein paar Stunden daheim und seit sechs Stunden ohne Katheter und schiebe - WIE IMMER - voll die Panik, weil es erstens beim Urinieren brennt und zweitens der Urin jedes Mal roseweinfarben ist.

    Keine Koageln im Urin (wenn dann höchstens 1-2 mm dick) und auch genug Druck beim Urinieren. Ist das eigentlich normal und wie lange kann ich diese Urinfarbe akzeptieren? Nach der Miktion habe ich auch für ca. 2-3 Minuten leichte, mittlere Blasenkrämpfe, die sich danach sofort wieder legen. Wie soll ich in den nächsten Tagen vorgehen? Ich trinke ohnehin 4-5 Liter stilles Wasser oder Brennnesseltee seit Sommer 2019.


    Freue mich über jede Antwort oder Frage


    Florian

  • Hallo FlorianABC ,

    erst einmal herzlich willkommen in unserem Forum.


    Nun, Blut im Urin ist immer ein Alarmzeichen hoch drei. Das du dann doch zu einer Zystoslopie gegangen bist kann nur Dein Glück bedeuten, wer weiß was passiert wäre wenn man die Tumore nicht enddeckt hätte. Lunge und Becken sauber, das sind schon mal Pluspunkte. Jetzt noch nach der TUR-B Blut im Urin ist nichts ungewöhnliches, das kann maximal bis zu 6 Wochen gehen das immer mal wieder Koagel abgehen und sich der Urin leicht rosa färbt. Du darfst nicht vergessen, du hast jetzt relativ große Wunden in der feuchten Umgebung der Blase. Da ist rosa Urin und Koagel nichts ungewöhnliches.

    Das Brennen beim Urinieren sollte nach ein paar Tagen verschwunden sein, ich denke, und das machen sie meistens, das sie auch kleine Proben aus der Harnröhre genommen haben, daher kommt das Brennen.


    Jetzt heißt es ein paar Tage warten (5-7), dann sollte die Histologie vorliegen, entweder direkt im KH oder beim Urologen. Je nachdem wie die aussieht gehts mit der Behandlung weiter.


    Melde dich wenn du Bescheid weißt, dann können wir sehen und abschätzen wie es mit deiner weiteren Behandlung aussieht.


    Gruß Rainer

  • Hallo Rainer,


    vielen Dank für die prompte Antwort. Diese beruhigt mich nun auf jeden Fall und bin bin weiter fleißig am Tee trinken. Das Ergebnis der Histologie werde ich meinem Profil zeitnah beifügen.


    Wollte eine weitere Frage stellen: Ich bin passionierter NICHT-Raucher, arbeite nicht in der Plastikverarbeitenden- oder Mineralölindustrie, hatte nie Blaseninfekte und esse kaum gebratene Sachen (wegen möglicher Aminosäuren). Dennoch erwischt es mich so früh mit "nur" 48 und das obwohl meine ganze Verwandtschaft dazu krebsfrei war/ist.


    Gibt es andere Ursachen für bestimmte Formen des Blasenkrebses? Ich denke dabei an HPV oder ähnliches. Also Sachen, die man sich sonst so einfangen kann.


    Gerne kann mir jeder seine eigene Meinung dazu schildern.


    Beste Grüße

  • Ohh Danke das jeder schreiben darf ;), macht sowie so jeder.

    Florian, es gibt 1000 Möglichkeiten sich so einen Krebs einzufangen, Rauchen, Strahlung, Umwelteinflüsse, Viren, Bakterien, Parasiten.

    Urlaub in Afrika gemacht ? Der Wurm Schistosoma - Pärchenegel genannt, weil das Weibchen in einer Bauchfalte des Männchens lebt, kommt in Binnengewässer vor und kann auch Blasenkrebs hervorrufen.. Im Internet gibts tausend Erklärungen, jetzt danach zu suchen und dann auch noch herauszufinden woher der Krebs kommt ist so gut wie unmöglich.

    Sei froh das er enddeckt wurde und du jetzt dagegen etwas unternehmen kannst, je früher desto besser.


    Gruß

  • Hallo Florian,


    Auch von mir herzlich willkommen in diesem fachlich wie auch menschlich hervorragendem Forum!


    Mich hat es mit 38 erwischt und alle Ärzte sagten mir, dass das aber untypisch ist... leider kann man mit dieser Aussage auch nichts anfangen, denn die Tatsache ist, es hat uns ja trotzdem erwischt!

    Dennoch können, bzw. müssen wir froh sein, dass man es erkannt hat.

    Nun heißt es nach vorne schauen, Histologie abwarten und dann die Therapie abstimmen. Und in der Zwischenzeit viel viel trinken!

    Bei mir war im übrigen noch 10 Wochen nach der TurB Blut im Urin, ich schätze aber auch auf Grund des Bewegungs- und Tatendranges... also schone Dich auch was körperliche Anstrengung betrifft.


    Stell gerne deinen Befund ( mit geschwärztem personenbezogenen Daten ) hier ein, du wirst daraufhin eine Vielzahl an wichtigen und nützlichen Informationen bekommen!


    Ich drück dir die Daumen!


    Viele Grüße


    Stefan

  • Hallo FlorianABC,

    rainer hat es auf den Punkt gebracht. Eigentlich eine "alte Herren Krankheit" jenseits der 70 erwischt es immer mehr Männer (prozentual) in jungen Jahren. Mich mit 54 Jahren. Ich habe nie geraucht, viel Sport getrieben, kein Übergewicht, Bürojob, halbwegs gesund ernährt. In der Familie vorher keine Krebserkrankung. Mein Urologe sagt, es ist ein Krebs der Umweltgifte. Die Ursachenforschung ist leider müßig. Du bekommst keine zufriedenstellende Antwort. Ich zu mindestens nicht. Also abwarten auf die Histologie und dann die Therapie angehen. Hier im Forum bekommst du die richtigen Antworten.

    LG und weiterhin alles Gute.

    Martin

    21.03.2018 TUR-B Tumor entfernt, Mitomycin-Installation 40 mg

    ICD: C67.0/2/4 Blasentumor T2 (Boden) T1 (Dach) G3

    02.05.2018 OP Neoblase

    ICD: C67.2 pT2 pTis pNO (0/19) L0 V0 Pn0 G3

  • Dieses Thema enthält 74 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registriere dich oder melde dich an um diese lesen zu können.