bevorstehende Zystektomie

  • Moin,


    vor drei Wochen war die Welt scheinbar noch in Ordnung und nun stellen sich mir Fragen über Fragen. Vor 2 Wochen wurde ein ein Blasentumor festgestellt was meine Gedanken erst einmal Achterbahn fahren liess. Drei Tage später wurde dann in der Klinik ein endoskopischer Eingriff vorgenommen und dabei wurde festgestellt, das der Tumor in der Blase bereits weit verbreitet ist und auf diesem Wege nicht entfernt werden kann. Der Befund lautet T1G2 was nach Ansicht der Ärzet unter den gegebenen Umständen als positiv zu betratchen ist. Die Blase soll nun am 19.10, entfernt werden, mir dem Ziel das eine Neoblase "eingerichtet" werden soll. Als Alternative habe ich mich für die Pouch Variante entschieden. Irgendwie fällt es mir noch schwer mich mit dem Gedanken vertraut zu machen, da ich nicht wirklich abschätzen kann was sich alles ändert. Hinzu kommt natürlch erst einmal die "Angst" vor der OP selbst, welche ja aich nicht gerade eine kleine ist. habe hier im Forum schon das eine und andere gelesen, und hoffe ein wenig darauf das diese Forum hilft meine Gedanken ein wenig in die richtige Richtung zu lenken.

  • Hallo Orphy,


    erstmal willkommen hier!


    Wie du ja sicher schon gelesen hast, waren die meisten Poster sehr positiv überrascht, wie rasch sie sich an die neue Form des Pullerns gewöhnt haben und wie gut das klappt. Ich hab einen Pouch und freu mich, dass ich keinerlei Einschränkung meines recht aktiven Lebens mit sehr viel Reisen rund um die Welt vornehmen muss.
    Deine Sorge/Angst vor der großen OP ist berechtigt/verständlich. Aber dann ist das doch nur eine sehr kurze Zeit, in der es dir schlecht geht, verglichen mit dem langen Leben. Ich bin übrigens ein Langzeit-Überlebender, hab meine Blase mit ähnlicher Diagnose wie du sie hast vor 20 Jahren entfernt gekriegt.


    Alles Gute un Kopf hoch
    Hans

    1990: Blasenkrebs und Zystektomie mit 30.
    2008: Umbau der Harnableitung in Mainz Pouch 1.
    Sehr zufrieden damit, praktisch keine Einschränkungen. :thumbsup:

  • Leider erwischt es jedes Jahr rund 18.000 Männer und einige tausend Frauen. Das ich vor über 5 Jahren auch zu den Treffern zählen sollte hat mich zu dem damaligen Zeitpunkt auch Achterbahn fahren lassen.


    Nun, wie Du schon schreibst, der Pouch ist wirklich nur als Alternative zu sehen. Der Neoblase unbedingt den Vorzug geben. Hier im Forum steht ja einiges über Vor und Nachteile. Letztendlich werden die Chirurgen doch erst bei der OP entscheiden was und wie was eingebaut wird.


    Ich lebe nun seit über 5 Jahren mit meiner Neoblase bestens.. naja, was man so nach dieser OP bestens nennt. Den vorherigen Zustand bekommt man wohl mit keiner OP-methode mehr hin. Die Neoblase bietet aber ein annähernd fast gleichen Zustand mit einigen Einschränkungen.


    Bei einem pT1 G2 bietet sich meiner Ansicht nach eine nervenschonende OP an, eventuell können sogar Teile der Prostata erhalten bleiben. Der Tumor ist noch nicht (zum Riesenglück) in die Muskulatur eingewachsen, Lymphknoten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht befallen sein. Beste Möglichkeiten mit einer Neoblasen OP "Light" davon zu kommen.


    Vermutlich haben Dir die Ärzte wegen der großen Ausbreitung in der Blase zu dieser OP geraten. Wäre der Tumor von der Fläche kleiner könnte man bei einem pT1 G2 noch blasenerhaltend therapieren. Das man hier gleich die Blase entfernen möchte deutet auf einen flächig sehr großen Tumor hin.


    Nun zu meinen Fragen:


    Weißt Du wie groß der Tumor in der Blase ist ?
    mehrfach , an verschiedenen Stellen ??
    Wie ist Dein Alter ?
    An welcher Klinik bist Du in Behandlung ?


    In diesem Sinne, melde Dich nochmal..


    Gruß Rainer


  • Hallo Rainer,


    werde mal versuchen deine Fragen zu beantworten.
    Genau weis ich die Größe nicht, auch wenn ich den endospoischen Eingriff am Fernseher verfolgt habe. Nur soviel, normalerweise dauert ein derartiger Eingriff ca. 20 Min. Bei mir hat es ca 45 Min gedauert und der Arzt sagte er hätte noch weitaus länger operieren können. Auch denke ich an verschiedenen Stellen, da sie wenn ich es richtig mitbekommen habe, auch an verschiedenen Stellen Gewebeproben entnommen haben. Seit heute 53 und die OP soll in der Raphaelsklinik in Münster durchgeführt werden.

  • Zitat


    Seit heute 53


    Herzlichen Glückwunsch!!!!!!!!!


    Ohne genaueres zu wissen, ausser dass es nach multifokal klingt und vermutlich eine große Raumforderung vorliegt (papillär?) oder großflächig, aber nicht im Sinne eines CIS (?), da ein CIS immer G3 ist, und gar nicht raten zu wollen/dürfen, da selbst nur Patient, möchte ich anmerken, dass es oft doch recht sinnvoll ist sich eine Zweitmeinung einzuholen! Dies geht auf verschiedene Art und Weise, man kann andere Ärzte aufsuchen (Du hast als Versicherte in der gesetzl. KV das Recht dazu!), aber auch einige Krankenkassen bieten entsprechendes intern an.


    Bevor Du zu einem anderen Arzt gehst oder anrufst, solltest Du die Histologie haben.


    All the best! Das wird schon .... and happy birthday!


    -Lubber-

    Einmal editiert, zuletzt von Lubber ()

  • zunächst mal willkommen im besten aller Blasenkrebsforen.


    Da bei diesem (vorläufigen) Befund eine Zystektomie geplant ist, spricht vieles dafür, dass bei der TUR-B keine R0-Resektion möglich war, sprich: es sind wohl noch Tumorreste vorhanden. Darauf deutet auch die Äußerung des Chirurgen hin, er hätte noch weiter schneiden können(müssen).


    Du wohnst quasi bei mir um die Ecke :grinsen:; ich weiß daher, dass Du von kompetenten Urologien nur so umgeben bist. In Deinem Alter und Tumorstadium ist vielleicht auch ein nervschonender, Potenz erhaltender Eingriff möglich. Ich an Deiner Stelle würde mir eine Zweitmeinung holen z.B. bei Prof. Hertle (Uniklinik Münster) oder Dr.Eggersmann (Chef der Urologie Rheine). Dr. Eggersmann hat Andys Neoblase gebastelt. Andy ist nervschonend operiert worden, offensichtlich auch mit ausgesprochen positivem Effekt auf sein Sexualleben.


    Ob orthotope Neoblase oder Pouch machbar sind, hat auch mit der Position der Tumoren in der Blase zu tun; bei einer orthotopen Neoblase muss die Harnröhre absolut tumorfrei sein. Bei mir war das nicht so. Deshalb habe ich einen Pouch, mit dem ich super zurecht komme. Ich wurde übrigens in Ibbenbüren von Dr.Hönecke operiert - auch sehr empfehlenswert.


    Lieber Orphy,
    wir alle waren von der Diagnose Harnblasen-Ca zu nächst total geschockt. Aber dieses Miststück Krebs lässt sich bekämpfen und man kann auch ohne Blase ein aktives und ausgefülltes Leben führen. Du brauchst nur mal unsere Geschichten zu lesen.... :Sonnenschein:


    Wenn Du mal mit mir reden möchtet, schick mir eine PN mit Telefonnummer.
    Ach ja,
    die besten Wünsche zum Geburtstag - auf ein krebsfreies neues Lebensjahr!!! :gut gemacht:


    Liebe Grüße


    Hexe :tanzen:

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