Checkpoint-Inhibition bei metastasiertem Urothelkarzinom: Immunvermittelte Nebenwirkungen hängen mit Mutationslast zusammen

  • Erzeugt am : 22. Februar 2021

    Uhrzeit : 02:35

    Von : Blasenkrebs Online-Selbsthilfegruppe

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    Titel : Checkpoint-Inhibition bei metastasiertem Urothelkarzinom: Immunvermittelte Nebenwirkungen hängen mit Mutationslast zusammen

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    Inhalt :

    Die Mutationslast des Tumors scheint bei der Immuntherapie von metastasiertem Urothelkarzinom mit Checkpoint-Inhibitoren ein wesentlicher Einflussfaktor für immunbedingte Nebenwirkungen zu sein. Andererseits sprechen Patienten, die gleichzeitig eine hohe Mutationslast und Nebenwirkungen aufweisen, auch besser auf die Therapie an.

    Mediziner aus Boston (USA) stellten beim virtuellen Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO-GU) am 12.02.2021 eine Untersuchung vor, welche die These stützt, dass die Immunantwort gegen Neoantigene teilweise für die typischen immunbezogenen unerwünschten Effekte der Checkpoint-Inhibitoren verantwortlich ist.

    Elie W. Akl und Kollegen identifizierten Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom am Dana Farber Cancer Institute in Boston, die mit Checkpoint-Inhibitoren als Monotherapie oder in Kombination behandelt wurden und für die über Oncopanel verfügbare Daten zur Tumorsequenzierung vorlagen. Die Tumormutationslast wurde unter Verwendung der Anzahl nicht synonymer exonischer Mutationen pro Megabase (MB) berechnet. Der Schweregrad der Nebenwirkungen wurde gemäß den Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE), Version 5.0, bewertet.

    Der Mann-Whitney-U-Test wurde durchgeführt, um die Assoziation zwischen Tumormutationslast, Inzidenz und Grad der Nebenwirkungen zu identifizieren. Für die Tumormutationslast wurde ein Grenzwert von 10 pro MB festgelegt. Der exakte Fisher-Test wurde verwendet, um das radiologische Ansprechen bei Patienten mit und ohne Nebenwirkungen und niedrigem oder hoher Tumormutationslast zu bewerten. Multivariable lineare Regression wurde verwendet, um die Beziehung zwischen Tumormutationslast, Nebenwirkungen und Ansprechen zu bewerten. Die p-Werte wurden nach der Benjamini-Hochberg-Methode angepasst.

    Von 101 Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom, welche die Einschlusskriterien erfüllten, gaben 32 (32%) immunbedingte Nebenwirkungen an. Sechs davon (6%) hatten Grad 1, 20 (20%) hatten Grad 2 und sechs (6%) hatten Grad 3. Die mediane Therapiezeit betrug 84 Tage für Patienten ohne Nebenwirkungen und 88 Tage für Patienten mit Nebenwirkungen. Patienten mit Nebenwirkungen hatten eine höhere Tumormutationslast (15,4/MB) im Vergleich zu Patienten ohne Nebenwirkungen (9,8) (p=0,01). Bei Patienten unter Monotherapie (93) hatten diejenigen mit Nebenwirkungen (n=27) eine höhere Tumormutationslast (15,13/MB) im Vergleich zu Patienten ohne Nebenwirkungen (n=66; 10,20/MB) (p=0,01).

    Von 94 Patienten mit radiologischen Daten wurde ein Ansprechen bei 16 (50%) Patienten mit Nebenwirkungen gegenüber zehn (16%) Patienten ohne Nebenwirkungen erreicht (p<0,001). Wenn sowohl immunvermittelte Nebenwirkungen als auch das Ansprechen in eine multivariable Regression einbezogen wurden, war die Assoziation zwischen Nebenwirkungen und Tumormutationslast nicht signifikant (p=0,4). Patienten mit Nebenwirkungen und hoher Tumormutationslast hatten eine Ansprechrate von 56 Prozent, was signifikant höher war als bei Patienten mit Nebenwirkungen, aber niedriger Tumormutationslast (28,6%). Das gleiche gilt für Patienten mit hoher Mutationslast, aber ohne Nebenwirkungen (21,2%) oder solche mit niedriger Tumormutationslast und ohne Nebenwirkungen (10,3%). (Chi-Quadrat-Test p=0,002). Es gab keine Assoziation zwischen der Tumormutationslast und dem Grad der Nebenwirkungen.

    Eine höhere Tumormutationslast war also mit einer höheren Inzidenz von immunvermittelten Nebenwirkungen verbunden. Darüber hinaus zeigten Patienten mit hoher Tumormutationslast und den typischen Nebenwirkungen bessere Ansprechraten als Patienten, die nur eine hohe Mutationslast oder Nebenwirkungen hatten.

    (ms)

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    pT4 a, G 3 und CIS, sechs Zyklen Chemotherapie, Gem/Cis


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  • wolfgangm

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