Harnleiterkarzinom PT1 G3 high grade, lymphogen metastasiert

  • Hallo,

    mein Lebensgefährte, 54 Jahre alt, hatte am Neujahrstag 2021 plötzlich Blut im Urin entdeckt, nach mehreren Untersuchungen kam dann Mitte Februar die Diagnose Urothelkarzinom untere Harnleiter links, pT1, G3, high grade, lymphogen metastasiert, wir waren voll geschockt. Seit Anfang März ist er jetzt in der Chemo mit Cisplatin und Gemcitabin, 4-6 Zyklen sind geplant, 2 hat er schon geschafft und bisher ganz gut verpackt. Mache mir dennoch große Sorgen wie es weitergehen wird. Fühle mich als Angehörige mit der Situation auch manchmal komplett überfordert. Wäre mal froh über einen Erfahrungsaustausch.

    Er überlegt gerade, sich einen Port einsetzen zu lassen. Welche Erfahrungen habt ihr so damit gemacht?

    Danke und Gruß

    Danny

  • Hallo Danny,

    willkommen im Blasenkrebsforum, dem besten und größten das es in Deutschland gibt.

    Wir sind ein Zusammenschluß von Betroffenen und Angehörigen und beraten und berichten aus eigenen Erfahrungen. Wir sind keine Ärzte, können und wollen diese auch nicht ersetzen, achten aber darauf, dass unsere Mitglieder nach den Leitlinien behandelt werden. Schauen den Docs etwas über die Schulter.

    Du suchst Hilfe und wir werden dich so gut es geht unterstützen.

    Nun zu deiner Frage: Port

    Natürlich wäre es gut einen Port zu legen. Zumindest vor dem nächsten Zyklus. 4 bis 6 Zyklen sind schon eine Menge, da leiden die Arme, respektive die Venen sehr.

    Wenn sie dann irgendwann zerstochen sind, kommen auch die Ärzte und Helfer drauf, dass man eindn Port hätte legen sollen.

    Und, es ist keine große Sache, der Port ist schnell gelegt und erleichtert die anstrengende Therapie.


    Nun habe ich auch auch ne Frage, wie wurde denn die lymphogene Metastasierung festgestellt ? Wann und wo wurden wie viele Lympfknoten entnommen ?


    Liebe Danny, lese dich ein bißchen durch die Geschichten der Mitglieder und zu Port, und wenn du Fragen hast, stell sie.

    Wünsche dir und deinem Partner trotz der momentan schweren Zeit ein zufriedenes Osterfest.

    Liebe Grüße Ricka

  • Liebe Danny,

    von mir ebenfalls ein herzliches Willkommen hier im Forum, auch wenn der Anlass dafür kein schöner ist.


    Deinem Lebensgefährten möchte ich unbedingt zu einem Port raten. Mein Mann hatte ohne Port zwei Zyklen neoadjuvanter Chemo mit Gem/Cis. Die Venen wurden dabei so zerstochen, dass es immer schwieriger wurde, den Zugang zu legen. Eine schmerzhafte Venenentzündung war die Folge.


    Befundbedingt erhält mein Mann nach der Zystektomie drei weitere Zyklen Chemo. (Zwei davon hat er jetzt bereits hinter sich.)

    Diesmal wurde vorher ein Port gelegt. Wie ricka schon geschrieben hat, ist das kein großes Ding, hat aber seine Vorteile: Man kann kaum daneben stechen, so wie das bei meinem Mann immer öfter passiert ist. Da der Port in eine herznahe größere Vene gelegt wird, verteilen sich auch die Medikamente im stärkeren Blutstrom schneller als bei einer Gabe durch die Armvene. Das ist schonender für die Gefäßwände der Venen.


    Mein Mann würde heute keine Chemo mehr ohne Port machen wollen. Dein Mann hat noch 2 bis 4 Zyklen vor sich. Ich finde, jede Erleichterung, die möglich ist, sollte er nutzen.


    Wenn Du Fragen hast, frag einfach.

    Und auch, wenn Du selbst gerade mal down und überfordert bist, bist Du hier gut aufgehoben. Wir alle haben das schon erlebt.


    Ich wünsche Euch, dass Ihr die beiden Ostertage trotz allem etwas genießen könnt.

    Liebe Grüße, Lena

  • Hallo Ricka,

    Hallo Lena,

    danke für Eure ausführlichen Antworten.

    Zu Deiner Frage Ricka: im KH-Bericht steht folgendes: ...im externen CT ausgeprägte neue paraortale, parakavale und bds. parailiakale pathologische Lymphadenopathie und mediastinale Lymphadenopathie, mediastinal-retrosternal. ... Ein Lymphknoten im Brustbereich wurde punktiert und leider auch dort Krebszellen festgestellt. Die Organe sind bisher noch nicht betroffen.

    Dennoch machen mir die Metastasen in den Lymphknoten sehr große Sorgen.

    Sein Therapiekonzept sieht erst die Chemo und dann eine Immuntherapie als Erhaltungstherapie vor.

    Wie sieht diese Immuntherapie aus und was bedeutet Erhaltungstherapie?

    Er ist im AKA Bochum in Behandlung, hat schon jemand Erfahrung mit den dortigen Ärzten?

    Euch allen auch schöne Ostertage!

    Viele Grüße

    Danny

  • Liebe Danny,

    willkommen auch von mir, wenn auch aus bedrückendem Grund.

    Zu deinen Fragen: schau mal auf deinen letzten Beitrag: hier sind einige Worte blau eingefärbt - das bedeutet, dass dieses Wort in unserem Lexikon bereits ausführlich erklärt ist. Hier hat unser Admin Rainer unsere Forumssoftware so eingerichtet ist, dass bestimmte Worte automatisch erkannt und verknüpft werden. Durchs antippen des Wortes kommst du direkt zum Lexikoneintrag und damit zu vielen Antworten.

    Für die derzeitige Behandlung wünsche ich euch bestmögliche Wirksamkeit und wie schon von den Vorschreibern empfohlen unbedingt einen Port setzen lassen. Frag, was immer du wissen möchtest, wir versuchen zu helfen. Lieben Gruß von Barbara

    Berliner (netzgestützte) Neoblase seit 4.9.2015 wegen BCG resistentem CIS, entdeckt 2014 durch NMP22 (IGEL beim Gyn)

    "Alles hat einen Zweck, selbst wenn es uns nur an das erinnert, was wir nicht tun sollten." Catherine Ryan Hyde

  • Liebe Barbara,

    danke für Deine Antwort und den Tipps.

    Muss mich hier im Forum erst etwas zurecht finden. Bin aber sehr froh, das es dieses Forum und Euch gibt und das ich es zufällig gefunden habe.

    Ich versuche mich weiter einzulesen.

    Liebe Grüße

    Danny

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