Neoadjuvantes Atezolizumab erhöht nicht die Komplikationsrate bei Zystektomie

  • Erzeugt am : 5. April 2021

    Uhrzeit : 06:10

    Von : Blasenkrebs Online-Selbsthilfegruppe

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    Feed von : Urologie – Biermann Medizin

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    Titel : Neoadjuvantes Atezolizumab erhöht nicht die Komplikationsrate bei Zystektomie

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    Inhalt :

    MedizinerInnen um Bernadett Szabados und Thomas Powles vom Barts Cancer Institute in London (Großbritannien) haben die Toxizität und chirurgische Sicherheit der neoadjuvanten Gabe des Immuncheckpoint-Inhibitors Atezolizumab vor radikaler Zystektomie (RC) im Detail analysiert. Wichtigstes Ergebnis: Die Vortherapie führt nicht zu mehr operativen Komplikationen.

    Die AutorInnen haben eine umfassende Sicherheitsanalyse der ABACUS-Studie (NCT02662309) vorgenommen. Dabei handelt es sich um eine offene multizentrische Phase-II-Studie für PatientInnen mit histologisch bestätigtem (T2-T4aN0M0) muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC), die eine RC vor sich hatten. Eine neoadjuvante Chemotherapie auf Cisplatin-Basis war für die PatientInnen entweder nicht geeignet oder wurde von diesen abgelehnt. Verabreicht wurden 2 Zyklen Atezolizumab (1200 mg, alle 3 Wochen), gefolgt von RC.

    95 PatientInnen wurden behandelt. Von ihnen hatten 44% (42/95) Atezolizumab-bedingte Nebenwirkungen während der neoadjuvanten Periode (Müdigkeit [20%], verminderter Appetit [6%] und erhöhte Transaminasen [6%]). Behandlungsbedingte Nebenwirkungen vom Grad 3–5 traten bei 11% (10/95) der Patienten während der Studie auf. Von den PatientInnen erhielten 21% (20/95) aufgrund von Nebenwirkungen nur einen Atezolizumab-Zyklus; 92% (87/95) wurden einer RC unterzogen.

    Atezolizumab-Nebenwirkungen können auch noch nach der Operation auftreten

    Aufgrund von Atezolizumab-bedingten Toxizitäten wurde keine Operation verzögert. Chirurgische Komplikationen traten bei 62% (54/87) der Patienten auf. Von diesen Patienten hatten 43% (37/87) und 20% (17/87) geringfügige (Grad 1–2) bzw. schwere (Grad 3–5) Komplikationen. 13 von 87 (15%) Patienten hatten nach der RC Atezolizumab-bedingte Nebenwirkungen, einschließlich Nebenniereninsuffizienz und erhöhten Transaminasen. 3 Todesfälle traten während des Zeitraums studienbezogener Interventionen auf (eine nicht behandlungsbedingte Aspirationspneumonie, ein immunbedingter Myokardinfarkt und ein kardiogener Schock nach RC). Nicht alle chirurgischen Sicherheitsparameter waren verfügbar.

    “2 Zyklen neoadjuvantes Atezolizumab sind gut verträglich und scheinen die chirurgischen Komplikationsraten nicht zu beeinflussen”, schließen die AutorInnen. “Aufgrund der langen Halbwertszeit können in der postoperativen Phase Nebenwirkungen auftreten, einschließlich endokriner Anomalien, die Aufmerksamkeit und Intervention erfordern”, haben sie hervor.

    “Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Urologen, die eine RC durchführen und Immuncheckpoint-Inhibitoren neoadjuvant verabreichen, lernen, wie sie damit verbundene Nebenwirkungen erkennen und behandeln können “, betont auch Dr. Benjamin Pradere (Tours, Frankreich), Associate Editor des publizierenden Journals “European Urology Oncology” in einem Kommentar. Er bekräftigt die Einschätzung von Szabados et al., dass eine präoperative Beurteilung der Gebrechlichkeit erforderlich ist, um Komplikationen insbesondere bei älteren Menschen vorherzusehen. Der Zustand der PatientInnen sollte regelmäßig durch ÄrztInnen mit Erfahrung in der Immuntherapie beurteilt werden, um Nebenwirkungen der Immuncheckpoint-Therapie, auch nach der Operation, zu verhindern beziehungsweise so bald wie möglich zu behandeln.

    (ms)

    Publikation:

    Szabados B, Rodriguez-Vida A, Durán I et al. Toxicity and Surgical Complication Rates of Neoadjuvant Atezolizumab in Patients with Muscle-invasive Bladder Cancer Undergoing Radical Cystectomy: Updated Safety Results from the ABACUS Trial. Eur Urol Oncol 2021 Feb 18;S2588-9311(20)30206-6.

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    pT4 a, G 3 und CIS, sechs Zyklen Chemotherapie, Gem/Cis


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  • wolfgangm

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