Hochdosierte MVAC

  • Hallo zusammen,


    ich bin neue hier. Meine Mama, 62 Jahre alt, bekam im August 2021 die Diagnose Blasenkrebs. Mittlerweile hat sie ein Urostoma, vor der OP erfolgte eine Chemotherapie mit Cisplatin. Da viele befallene Lymphknoten entfernt wurden, geht man davon aus, dass irgendwo im Körper noch ein Herd sein könnte. Daher bekommt die aktuell eine hochdosierte MVAC. Hat das jemand schon hinter sich?

    Diese Chemo ist so zerstörerisch für den ganzen Körper, dass ich meine Mama gerad förmlich vor meinen Augen verfallen sehe. Es ist schrecklich. Sie hat 5 Zyklen hinter sich gebracht (jeder Zyklus 2 Wochen) und der 6. steht unmittelbar bevor. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie den planmäßig durchziehen, da es ihr gerad so schlecht geht. Sie hat seit knapp einer Woche nichts essen können, da die Schleimhäute in Mund und Rachen aufs übelste entzündet sind. Sie kann kaum sprechen. Sie übergibt sich nur noch, kann keine 3 Schritte mehr gehen, da ihr die Kraft fehlt und verliert so langsam den Mut. Und ich gleich mit.

    Hat hier vielleicht jemand Erfahrungswerte mit dieser recht neuen Variante der Chemotherapie und kann mir etwas Mut machen?


    Viele Grüße


    MaiLi

  • Hallo MaiLi ,


    willkommen hier im Forum. Es ist so fordernd, bei einem nahestehenden Menschen zusehen zu müssen, wenn es ihm so schlecht geht wie Deiner Mutter.


    Ich hab da ein paar Fragen:

    Welche Medikamente bekommt sie gegen die Übelkeit?

    Mit was spült sie den Mund?

    Und liegt ein Port, über den auch Nahrung zugeführt werden könnte?


    Von der Art Chemo habe ich bis jetzt nur gelesen. Insofern kann ich nichts dazu schreiben.

    Doch die Nebenwirkungen könnten durch eine gute onkologische Pflege gelindert werden (best supportiv care). Wenn die bei den behandelnden Onkologen nicht möglich ist, such eventuell die Unterstützung einer SAPV. Damit meine ich nicht, dass bald das letzte Stündchen schlägt, sondern diese Spezialisten kennen sich super damit aus solche Symptome zu lindern.

    Alles Gute für Dich und Deine Mum

    Partner UTUC UICC IVb Gem/Carb, Avemulab, Vinflunin, Enfortumab, Strahlenther., Pacli, Sacituzumab

  • Danke für deine Antwort. Ich bin in ihre Pflege leider nicht so sehr eingebunden, da wir knapp 3 Autostunden entfernt wohnen.

    Ich hab so ein schlechtes Gewissen, dass mein Leben einfach weitergeht und ihres gerad quasi in der Hölle eine Pause macht.

    Meine Mama ist halt auch irgendwie wenig belehrbar. Das letzte mal mussten wir schon ewig auf sie einreden, damit sie mal ihren behandelnden Palliativdienst einschaltet, weil sie immer denkt, die würden doch auch nichts anderes machen. Es ist so frustrierend.

    Den Mund spült sie mit Chlorhexamed. Half beim ersten Zyklus aber mittlerweile gar nicht mehr.

    Sie hat einen Port, würde aber wahrscheinlich eher sterben als sich darüber Nahrung geben zu lassen. Hab ihr auch schon mal so "Kosmonautennahrung" vorgeschlagen, um vielleicht etwas zu Kräften zu kommen.

    Was sie gehe die Übelkeit nimmt, weiß ich leider nicht.

    Ob ich ihren behandelnden Arzt mal anrufen sollte?

    Mein Papa gibt sich bei ihrer Pflege wirklich viel Mühe, aber ist vielleicht auch "zu nah dran"?!?!


    Online finde ich überhaupt nix zu der Art von Chemo. Ich bin einfach so hilflos...

  • Hier im Forum im Lexikon findest Du

    MVAC-Chemotherapie

    Was ich in den Leitlinien und im Internet gelesen habe, ist diese Polychemotherapie eine der beiden Optionen, die andere wäre eine Kombination aus Cisplatin und Gemcitabin.


    Ob der Arzt Deiner Mutter Dir Auskunft gibt, hängt davon ab, ob sie ihn von der Schweigepflicht entbindet oder entbunden hat.

    Und Deinen Worten entnehme ich, dass schon ein Palliativdienst eingeschaltet ist. Vielleicht bittest Du Deine Eltern, sich dort nochmals Rat zu holen.


    Es ist ja von der Ferne für Dich schwierig, in vielerlei Hinsicht.

    Sorge gut für Dich.

    Partner UTUC UICC IVb Gem/Carb, Avemulab, Vinflunin, Enfortumab, Strahlenther., Pacli, Sacituzumab

  • Hallo liebe MaiLi ,

    ich bin auch Tochter eines Papas mit einem metastasierten Blasen-Ca. Er hat jetzt auch gerade den 5. Chemozyklus geschafft anfangs mit Cisplatin und jetzt mit Carpoplatin und Etoposid.

    Gegen die Übelkeit und Erbrechen gibt es gute Medis z.B Ondansetron als Schmelztabletten .Chlorhexamed ist viel zu scharf für ihn gewesen. Salbeiteeeiswürfel nimmt er sehr gern zur Linderung und Panthenol als Lutschtablette.Wir haben vom palliativen Dienst viel Hilfe bekommen und Tips auch telefonisch. Die organisieren die Medis und Apotheke bestellt.


    Auch wegen der Ernährung haben wir Papa mit viel Überredung und einigenDiskussionen die Fresubine Drinks plus hochkalorisches Pulver dazu verkaufen können. Auch er ist oft überfordert und sträubt sich gegen viele Dinge anfangs total.


    Ich habe gerade gelesen das in der Kombi deiner Mutch auch Cisplatin enthalten ist. Damit ging es meinem Papa auch noch viel schlechter als jetzt, wurde aber gewechselt aufgrund schlechter Nierenwerte.


    Ich kann dir sehr nachfühlen wie hilflos du dich fühlst. Ich habe in Abstimmung mit meinem Papa oft selbst auf der Onkologie angerufen und um Hilfe gebeten. Vlt blockt deine Mutch auch ab weil ihr alles verständlicherweise zu viel wird. Ich wünsche euch allen ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen.


    Viele liebe Grüße

    Babett