Neu im Forum und seit wenigen Tagen mit neuer Blase
- Andrea+21.12.
- Erledigt
-
-
wolfgangm
Hat den Titel des Themas von „OP Neoblase geplant in 1 Woche“ zu „Neu im Forum und seit wenigen Tagen mit neuer Blase“ geändert. -
Hallo Andrea+21.12. und sei herzlich begrüßt hier bei uns im Forum Blasenkrebs. Nachdem Du bereits seit einigen Monaten hier registriert bist erspare ich uns allen die einleitenden Begrüßungsformeln .
Dein heutiges, erstes Posting habe ich abgtrennt um Dir zunächst im eigenen Strang die Möglichkeit einer persönlichen Vorstellung sowie dem bisherigen Verlauf der Erkrankung zu geben.
So kommt am ehesten ein Dialog in Gang und dieser Verlauf ist für die meisten Betroffenen hilfreich.
Wie ich sehe hast Du Dich für eine ambulante AHB entschieden. Das Medico ist natürlich ein Begriff aber offen gesagt für den Bereich der AHB bei Anlage einer orthotopen Neoblase ein absolutes Novum hier. Sind vor Ort urologisch geschulte Mitarbeiter aktiv?
Bitte, immer wenn es um Dich und Dein Thema geht hier über den Antwort Button weiterschreiben damit der Zusammenhang erhalten bleibt.
Gruß aus Kirchhellen von wolfgangm
-
Hallo @wolfgangm, danke für deine prompte Nachricht.
Gern beschreibe ich meine bisherige Situation. Am 12.12.23 wurde bei einer Blasenspiegelung ein Tumor entdeckt. Am 19.12.23 erfolgte eine TUR-B op. Der Befund ergab, dass es sich um einen muskelinvasiven Tumor handelt und die Blase raus muss. Zunächst bekam, ich 3 Zyklen Chemo Gem/Cis. Die Chemo hab ich sehr schlecht vertragen. Am 10.04. erfolgte dann die Neoblasen OP im Knappschaftskrankenhaus Bottrop unter Dr. Müller mit der daVinci Methode. Bei der OP wurden auch 15 Lymphknoten entnommen. Der Heilungsverlauf bisher war besser als erwartet. Leider hat der pathologische Befund gezeigt, dass ein Lymphknoten positiv war. Auch im Tumor selbst waren noch aktive Krebszellen. Die Chemo hat zwar dafür gesorgt, dass er sich nicht weiter ausgebreitet hat, aber zerstört wurden die Krebszellen nicht.
Die Entscheidung für die ambulante Reha habe ich u.a. getroffen, weil ich einen pflegebedürftigen Ehemann habe. Ich habe einen Bekannten, der ebenfalls 2023 AufSchalke war und man hat ihm dort gut geholfen.
Nach meiner AHB geht es wohl mit einer Immuntherapie weiter.
Liebe Grüße Andrea
-
Vielen lieben Dank für die Rückäußerung Andrea+21.12. Der Verlauf zeigt im Grunde einen zügigen und zielorientierten Weg von der Diagnose bis zur Zystektomie.
Meine Frage zur AHB habe ich gestellt weil die Rückerlangung der Kontinenz und die bestmögliche Vermeidung von aufkommenden HWI (Harnwegsinfekten) unter Anleitung speziell geschulter PflegeKräfte erreicht wird. Da eben bin ich beim Medicus zu wenig im Bilde. Die besondere Anforderung in Bezug auf die Pflegebedürftigkeit Deines Mannes erfodert natürlich auch besondere Maßnahmen.
In meinem Fall, vor vierzehn Jahren, war auch ein Lymphknoten befallen und hat mir sechs Zyklen Chemotherapie beschert. Wie gesagt, vor vierzehn Jahren.
Gruß wolfgangm
-
Hallo liebes Forum,
am Freitag, den 31.05.24 hatte ich meinen letzten AHB-Tag auf Schalke und möchte euch eine kurze Zusammenfassung geben.
allgemeiner Ablauf:
Meine Therapiezeiten waren in der Regel zwischen 9:00 - 14:00 sodass ich spätestens um 15:00h mit allem fertig war und den Heimweg antreten konnte. Mittagessen gab es zwischen 11:30 - 14:00h. Jeder Patient hatte in seinem Terminplan eine Essenszeit vorgeplant. So war gewährleistet, dass es nicht zu voll wurde. Manchmal lag zwischen Essen und nächste Therapie nur 30 min. - war bei mir aber eher die Ausnahme. An den meisten Tagen hatte ich nach dem Essen 30 min. Ruhepause. Dazu gab es verschiedene Möglichkeiten wie Ruheräume, Außenanlagen, Bistro.
Medizinische und Pflegerische Betreuung:
1x wöchentlich wurde mein Blut untersucht und eine BGA(Blutgasanalyse) gemacht. Einmal in der Woche hatte ein geplantes Gespräch mit der Ärztin sie machte dann auch immer eine Sonographie. Ansonsten gab es die Möglichkeit zu den täglichen Besprechungszeiten ein Gespräch mit der Ärztin/Arzt zu bekommen.
In der 2. Woche hatte ich in der Kniekehle Schmerzen und einen Druckschmerz am Unterschenkel. Ich dachte zunächst an eine Zerrung - die Ärztin war von diesen Symptomen gleich hellhörig geworden und schickte mich ohne Umwege direkt ins Krankenhaus da diese Symptome wohl auch bei einer Thrombose auftreten. Ich habe dann direkt im Knappschaftskrankenhaus, (dort wurde ich auch operiert) angerufen. Als ich dort ankam, war ich binnen 30min. bei einem Angiologen, der mein ganzes Bein sorgfältig untersuchte und Entwarnung gab.
Also kamen die Beschwerden doch von den sportlichen Aktivitäten. Am nächsten Tag konnte ich die Reha wie geplant weiter machen.
Einmal in der Woche musste ich über 24Stunden (habe ich sonntags gemacht) meine gebrauchten Vorlagen sammeln. Die Menge und Gewicht wurden dokumentiert. Ich habe tatsächlich am Ende der Reha 1/3 weniger Vorlagen gebraucht. Das Gewicht war am Ende fast halbiert. (Konkret 18 Vorlagen + 1 Höschen mit 2,5 kg am Anfang - am Ende 12 Vorlagen und 1 Höschen mit 1,4kg)
Das ist natürlich immer noch sehr viel, aber ich bin auf einen guten Weg.
Es gab täglich 2 Zeitblöcke in denen man sich neue Vorlagen holen konnte, alles sehr unkompliziert.
Kraft- und Konditionstraining:
In der Muckibude wurde ich an den Geräten für Arm- und Schultermuskulatur eingewiesen. Bauchtraining war tabu. Das Krafttraining hatte ich ca. 4x in der Woche. In den 3 Wochen konnte ich das Ausgangsgewicht an den jeweiligen Geräten jeweils um 2 Stufen steigern.
In den ersten 1 1/2 Wochen war ich und der Walkinggruppe 1 eingeteilt. Das war ein etwa 25min. Spaziergang. Nach dieser Zeit kam ich in die Walkingsgruppe 2. Das war wirklich 45 min. walken.
Für mich eine super Erfahrung, dass ich mir dies wieder zumuten kann - gibt wieder Selbstvertrauen 👍.
Wohlfühl - Programm:
Verwöhnt wurde ich mit Akupressur , Wärmebehandlung, Progressive Muskelentspannung, Massagen und Atemgymnastik.
Wegen meiner Polyneuropathie bekam ich Ergotherapie.
Wissenswertes:
Div Vorträge zum Thema, Ernährung bei Krebs, (hatte auch ein Einzelgespräch bei einer Ernährungsberatung) , Gesundheit und Sport, harninkontinenz, Therapieende, wie gehts weiter nach AHB. Alle so etwa 45 min. Für mich in einigen Bereichen echt wertvoll.
Zum Schluss nun noch das Wichtigste- Das Kontinenztraining:
In der Gruppe Hockertraining und Kontinenztraining 1(Anfänger) und Kontinenztraining 2 (Fortgeschrittene)
Einzel-Training als Krankengymnastik. Die Physiotherapeutin, schon etwas älter, war echt der Hammer. Sie legte während des Trainings einen Tennisball in den Bereich zwischen Scheide und After, also den Dammbereich. Wohlgemerkt von außen. Zwischen Tennisball und meinem Beckenboden war da noch die Trainingshose, Panty und Vorlage. Sie hat dann Angesagt was und in welcher Intensität ich den Beckenboden Anspannen soll und konnte mit dem Tennisball spüren ob ich es geschafft hatte.
Und zu guter letzt gab es den Pelvictrainer, der wurde im Forum schonmal beschrieben. Es war für mich super wertvoll eine optische Rückmeldung zu erhalten wie es mit der Anspannung klappt.
Empfohlen wurde auch ein Buch von Ute Schmuck - Beckenbodentraining.
Ich bekam mit dem Kurz-Entlassungsbericht auch einen Trainingsplan ausgehändigt. Jetzt heißt es dranbleiben.
Da ich mit eigenem Auto gefahren bin, gab es ganz unkompliziert das Fahrgeld (0,20€ je km) erstattet.
FAZIT:
Ich fühlte mich während der gesamten Zeit sehr professionell betreut. Das Personal war durchweg freundlich. Für mich ein super Einstieg für mein weiteres Training. Wer eine ambulante Reha machen möchte, ist nach meinen Erfahrungen dort gut aufgehoben.
Liebe Grüße
Andrea
-
Liebe Andrea, Andrea+21.12.
vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.
Das hört sich nach einer sehr professionellen Einrichtung an.
Dir weiterhin alles Gute 👍.
LG MariAnn
-
Dieses Thema enthält 63 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registriere dich oder melde dich an um diese lesen zu können.