Entleerungsstörung bei Neoblase

  • Hallo,

    ich bin im März 23 nach Blasentumor in der MHH operiert worden und habe dort eine Neoblase bekommen. Nach den üblichen anfänglichen Problemchen war ich ab Sommer 23 sehr zufrieden mit dem Verlauf. Das Elend fing dann etwa im Oktober 23 an, als ich zunehmend unter Entleerungsstörungen litt. Anfangs konnte ich mich noch selbst katherisieren, was auch zunehmend schlechter wurde. Eine Röntgenuntersuchung und mehrere Spiegelungen ergaben keinen Hinweis auf die Ursache (kein neuer Tumor oder Engstelle in der Harnröhre). So Richtig Rat hat mein Urologe auch nicht mehr. Er vermutet , dass der noch vorhandene äußere Schließmuskel "zu gut" arbeitet. Momentan arbeite ich mit Dauerkathetern, was beim Einführen schon mehrfache Harnwegsinfektionen ausgelöst hat. Als Lösung schlägt er nun einen Bauchdeckenkatheter vor. Gibt es hier ähnliche Probleme und konnte diese vielleicht sogar behoben werden?

    LG

  • Hallo langer ,

    herzlich willkommen im Forum, hier antworten dir Betroffene und Angehörige.

    Zu deinen Blasenentleerungsstörung kann ich nicht so viel betragen. Es gibt einige Männer mit Neoblase die katherisieren 1-2 mal am Tag, um sicherzustellen dass die Blase wirklich leer ist. Bei Frauen kommt es häufiger vor dass sie bei jedem Wasserlassen katherisieren müssen. Wie schwierig das Katherisieren jeweils ist weiß ich nicht.

    Es werden sich Betroffene hier melden.

    Lese dich im Unterforum zu Neoblase ein und stelle Frsgen möglichst hier in deinem Thema.

    Gruß Dirk

    19.1.21 TURB pT1G3, 60% kleinzellig

    8.2.21 TURB pTaG2

    14.4.21 Zystektomie, Blase o. Befund, k. Chemo

  • Hallo langer


    Also kurz zu meiner Neo mit Entleerung usw


    Ich habe sie seit April 22 , nach der OP für ein gutes halbes Jahr feste Katheter getragen, gab halt tierisch viele Probleme usw

    Ab 11 / 22 , dann ohne. Anfangs ging das Wasser lassen eigentlich ganz gut, nur mit der Zeit wurde es immer schlechter.

    Beim Stuhlgang gleichzeitig Wasser lassen ist immer optimal, nur so oft hast ja kein Stuhlgang.

    Ich meine nun mal das ich ab ca März / April 23 , täglich 4 bis 5 mal kathetern muss, nachts einmal, ist unterschiedlich, manchmal auch garnicht.

    Ich habe aber noch nie , solange ich kathetere, irgendwie was an Entzündung gehabt, obwohl ich den Eingang nicht ständig putze vorher 😅


    Ich nutze Katheter von Publicar, die sind total cool und das ganze geht ratzfatz


    Ich nehme jeden Morgen BiCanorm + 2 Cranberry Kapseln, vielleicht liegt es daran das es so gut läuft u nicht entzündet.


    Viel Glück u Erfolg für dich


    Matze

  • Hi langer ,

    auch als Frau hatte ich die Entleerungsprobleme. Ich knüllte mich zusammen auf der Toilette und presste wie Tier, um die Blase zu leeren. Irgendwann hatte ich dann durch die Presserei einen Harnstein ausgepinkelt. Da war es klar, weshalb das Entleeren der Blase zur Qual wurde. Inzwischen habe ich MEINE Sitzposition auf der Toilette gefunden, mit der ich ganz ordentlich pinkeln kann. Zeit, um dort entspannen zu können, scheint mir dabei wichtig zu sein. Zwischendurch wird auch der Kath bemüht. HWIs habe ich davon bisher nicht bekommen.


    Ich wünsche Dir, dass es bald eine gute Lösung für Dein Problem geben wird.

    Gruß Getuli

  • Hallo langer

    Ich habe seit Oktober 2021 eine Neoblase und bin bis heute sehr zufrieden damit.

    „Entleerungsstörungen“ gibt es ab und an, welchen aber mit Geduld und/oder Katheter abgeholfen werden kann.

    Für mich klingt die Aussage Deines Urologen nicht plausibel, weil mit einem normalen Katheter der Schliessmuskel immer überwunden werden kann?

    Ich nehme aktuell LoFric Origo CH12/40mm und stelle jetzt um auf CH18/40mm. Einfach weil die Entleerung etwas schneller geht.

    Und es funktioniert immer bisher, auch wenn der Schliessmuskel manchmal schon ein bissel Widerstand entgegenbringt.

    Wie ist der Plan bei Dir?

    VG Alpinator

    12.10.21 Neoblase nach Diagnose pT3b C4 pN0 (0/20) C4 cM0 C2 G3 high grade R0 L0 V0 Pn0

  • Moin langer,


    Bei mir war es genau andersrum. Ich war am Anfang viel zu dicht und habe mich gequält was rauszubekommen. Bei einem Gang waren meist nur 50ml drin.

    Nachts ging es von alleine, durchschnittlich ein Liter. Ich benutze ein Urinalkondom mit Beutel, muss also nachts nicht raus.

    Wie machst Du das nachts?


    Mit der Zeit wurde es besser. Inzwischen schaffe ich häufiger 200ml mit einem Rutsch. Wenn ich geduldig warte kommen noch zwei, drei Runden mit unterschiedlichen (20 bis 300ml) Mengen. Bisweilen schaffe ich insgesamt über 500ml und fühle mich dann sehr entspannt ☺️


    Worauf ich hinaus will: kann es sein, dass Dein Schließmuskel am Anfang durch Dauerkatheder geschwächt war und es deswegen erstmal sehr einfach ging? Und nun hat sich alles erholt und er kann wieder fest zukneifen. Dann ist es tatsächlich eine Frage der Geduld und des dran Gewöhnens oder Erlernens, den Schließer aufzubekommen. Ich war anfangs jedenfalls recht verzweifelt und habe gedacht, ein Urostoma wäre möglicherweise eine bessere Lösung gewesen. Inzwischen habe ich große Hoffnung, dass das mit der Neo immer besser wird.


    Ich kathetere gar nicht, weil es mir Schmerzen bereitet. Inzwischen kann ich aber auch auf fremden Toiletten - wo ich den Schließer schlechter entspannt bekomme - 100 bis 200ml loswerden. Das reicht dann erstmal für die nächsten zwei Stunden.

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