Blasenkrebs - Überraschung mit 80

  • Hallo zusammen,

    bislang galt ich als genetisch bevorzugter Mensch, keine Krankheiten, keine Brüche, selbständig und aktiv, kein Raucher oder sonstigen Risiko ausgesetzter Mensch .... bis November letzten Jahres. Plötzlich etwas Blut im Urin, Grund genug, erstmals in meinem Leben einen Urologen aufzusuchen. Nach üblicher Voruntersuchung (Urinprobe und Ultraschall) erst einmal zum MRT mit dem Ergebnis:

    - einer rechtsseitigen Zirkumferenz der Harnblase, noduläre, ca. 7 mm große, T2 hypointense Struktur, welche sich gering in das Blasenlumen vorwölbt;

    - Läsion zeigt eine breite Anheftung an der Blasenwand und besitzt eine vermehrte Kontrastmittelaufnahme;

    - wandüberschreitendes Wachstum nicht erkennbar.

    Die nun erforderliche (erstmalige) Blasenspiegelung war keineswegs angenehm, bestätigte aber das MRT-Ergebnis, verbunden mit der Empfehlung des Urologen, noch vor Weihnachten eine Resektion (TUR-B) vornehmen zu lassen ("dann haben Sie Weihnachten Ruhe").


    Also 19.12.24 TUR-B, leider mit der Folge erheblicher Beschwerden wegen Blasen-Tamponade und notfallmäßiger interoperativer Resektion des Koagels.

    Information am 27.12. durch den Chefarzt der Klinik über den Histologischen Befund (Details s. Anlage)

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    mit dem Hinweis auf eine Zystektomie als Alternative - für mich undenkbar!


    Nach Beratung mit Urologen steht nunmehr (10.02.) die (laut Leitlinie bei diesem Ergebnis vorgesehene) Nachresektion (2. TUR-B) an - mit hoffentlich gutem histologischen Ergebnis (werde berichten).


    Zwischenzeitlich habe ich mich eingehend über das nicht-invasive Harnblasenkarzinoms, die histologischen Einstufungen bzw. Bewertungen sowie die verschiedenen Therapien und Folgebehandlungen (z.B. BCG) informiert. Da kommt in meinen letzten Jahren ja Einiges (insbesondere bislang erfolgreich vermiedene Arztbesuche) auf mich zu!


    Neuer Sachstandbericht erfolgt, sobald das Ergebnis der Nachresektion vorliegt.


    Grüße mit Zuversicht an alle Leidensgenossinnen und -genossen. ;)

  • Hallo honorarkonsul ,

    herzlich willkommen im Forum, hier antworten dir Betroffene und Angehörige.

    Ein pT1 G3 plus Carzinom in situ ist an der Grenze zur Blasenentfernung. Er lässt ggf. erfolgreich mit der BCG Installationstherapie behandeln, das zeigt aktuell z.B. die Geschichten von Pauwela . Diese Therapie wird unterschiedlich vertragen und geht üblicherweise über 3 Jahre. Auf jeden Fall ist erstmal eine Nachresektion angezeigt.

    Die aktuell noch gültige Leitlinie geht davon aus dass Cis eh nur mit BCG oder Zystektomie bekämpft werden kann. Während der BCG Therapie sind zwingend Verlaufskontrollen auch in Form von Blasenmapping durchzuführen, um rechtzeitig reagieren zu können falls BCG versagen sollte

    Die trimodale blasenerhaltende Therapie, die Ende 2024 in den Fokus gerückt ist, klammert Cis und multifokales Auftreten von der Behandlung eigentlich aus und käme wohl nicht in Frage. Dazu müsstest du an einem Radioonklogischen Zentrum, welches sich schon damit beschäftigt, nachfragen, ob man eine Behandlung befürwortet. Von allein praktizierenden Urologen kommt da wohl noch wenig Zuspruch.

    Bleibe mit Beiträgen möglichst hier in deinem Thema, nur sehr selten muss ein neues Thema eröffnet werden.

    Gruß Dirk

    19.1.21 TURB pT1G3, 60% kleinzellig

    8.2.21 TURB pTaG2

    14.4.21 Zystektomie, Blase o. Befund, k. Chemo

  • Einen guten Tag Dirk ( EZTU999 ) ,

    vielen Dank für die schnelle Reaktion und Aufklärung. Auch wenn mich Dein Beitrag nicht gerade aufmunternd, warte ich jetzt erst einmal die Nachresektion und deren Ergebnis ab. Ob ich dann meine letzten Jahre nur noch mit diesem Thema beschäftigen will, lasse ich im Augenblick erst einmal unbeantwortet.

    Nochmals Dank und viele Grüße,

  • Moin honorarkonsul , leider ist es so wie von Dirk EZTU999 angeführt beim CIS immer eine Gratwanderung aufgrund der extrem hohen Zahl von Rezidivbildungen. Es ist immer eine G3 Ausprägung und die gesamte Strecke der BCG Therapie kann durchaus auf drei Jahre kalkuliert werden; ohne Gewähr auf Erfolg.


    Gruß, wolfgangm

  • Hallo @wolfgangm ,

    das Leben ist stets eine Gratwanderung (mehr oder weniger). Also wird auch das, was vor mir liegt, nur eine Fortsetzung des Bisherigen sein, wenn auch thematisch völlig verändert.

    Gibt es eigentlich ein Höchstalter für die Zystektomie? Oder anders ausgedrückt, wann lohnt sich die Blasenentfernung wegen der allgemein doch sehr langsamen Fortentwicklung des Blasenkrebses (wieviel Jahre) nicht mehr?


    Viele Grüße und Dank!

  • Hallo honorarkonsul , ich denke, eine radikale Zystoprostatektomie hängt immer sehr individuell von der gesundheitlichen Gesamtkonstitution des/der Patienten-/in ab. Es ist und bleibt ein sehr großer Eingriff in den urologischen Trakt des Menschen. In Sachen "Lebenserwartung" bin ich ich sehr defensiv eingestellt. Binnen weniger Jahre wurde aus einer "alte Männerkrankheit" ein Moloch, der sich selbst bei sehr jungen Menschen, Mann und Frau, extrem ausbreitet.



    Liebe Grüße, wolfgangm

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