Hallo zusammen, auch ich bin neu hier. In den letzten 2 Monaten habe ich meine Blase wirklich zu schätzen gelernt, nachdem ich sie vorher jahrelang einfach nur für selbstverständlich angenommen hatte.
Aber zunächst zu mir: Ich bin 64 Jahre, habe vor 15 Jahren das Rauchen aufgegeben und seitdem jogge ich regelmäßig ca. 50 km im Monat. Ich ernähre mich gesund, da ich selber koche, bin in einer sehr glücklichen Ehe und habe 2 eigene Kinder aus 1. Ehe und mit meiner zweiten Frau 2 weitere Stiefkinder, alle im Alter von 29 bis 34. Warum ich das erzähle? Weil ich wirklich geglaubt habe, Glück und Gesundheit können einem vor bösen Krankheiten bewahren und so war es bisher auch. Ich war nie im Krankenhaus, hatte nie gesundheitliche Probleme und dachte echt, ich bin unsterblich (naja, nicht wirklich, aber es hat sich so angefühlt). Dass Anfang Mai bei der urologischen Vorsorgeuntersuchung mein Urologe mir sagte, dass es einen Verdacht gibt, wollte ich zunächst nicht glauben. Als ich meiner Frau (Krankenschwester) erzählte, dass der Urologe im Ultraschall einen Blumenkohl ähnlichen Auswuchs erkannte, wurde sie sofort blass. Ich hatte ja keine Ahnung.
Es folgte eine Blasenspiegelung, eine Bestätigung eines Tumors im Blasendivertikel, eine Ausschabung (Ergebnis Tumorklassifikation: pTa G2 high grade) und ein CT-Scan (Kein Anhalt für lymphogene oder hämatogene Metastasierung im vorliegenden Bildmaterial.) Erst jetzt habe ich wirklich realisiert: Ich habe Blasenkrebs! Aber dabei Glück im Unglück, weil es keine Metastasen gibt.
Nachdem ich mich eingehend informiert habe über meinen Urologen, Google, ChatGPT und dem Blasenkrebsforum, bin ich nun sicher, genug zu wissen, um eine Entscheidung zu treffen, denn mein Urologe hat mir zwei Optionen angeboten:
- Option A: Frühzeitige radikale Zystektomie
- Option B: Organerhaltende Therapie mit BCG-Instillation
Ich habe mich für die frühzeitige radikale Zystektomie mit Neoblase entschieden, weil ich keine Experimente eingehen möchte. Das Zeitfenster für eine mögliche Streuung des Krebs ist 4-6 Monate, wie man mir versicherte. Auch ein sehr informatives und emphatisches Gespräch mit Professor T. Otto von der Urologie im Rheinlandklinikum hat mir meine Entscheidung bestätigt. Worüber ich mir aber noch nicht im Klaren war: Traditionelle OP oder mit da Vinci?
Professor Otto ist ein sehr erfahrener und anerkannter Spezialist kurz vor der Rente, aber mit der roboter-assistierten Operationstechnik speziell bei der Zystektomie hat er sich noch nicht anfreunden können. Allerdings hat er mir auch einige Argumente geliefert, die mich deutlich in Richtung traditioneller Eingriff überzeugt haben:
- Die fehlende Haptik ist für ihn ein sehr wichtiges Argument, die gerade bei dieser OP eine wichtige Rolle spielt
- Die deutlich längere Dauer der OP mit einer einhergehenden hohen Belastung des Patienten zusätzlich zur 45 Grad Körperlage bei der OP
- Die hohe Lernkurve des Operateurs einer roboter-assistierten OP, die er bei einer Zystektomie bei 80-100 Patienten schätzt, bis man einigermaßen sicher eine solch komplexe OP perfekt ausführen kann.
Der Professor würde seine Erfahrung von vielen schon durchgeführten Zystektomien und weitläufigen Erkenntnissen bei den Nahttechniken der Zuleitungen während der OP jederzeit in die Waagschale werfen im Vergleich zu einer roboter-assistierten OP. Trotzdem hat er mir angeboten, sich zu erkundigen, wo in Deutschland ein erfahrenes Team sitzt, die mit da Vinci arbeiten, um mich weiterzuempfehlen, wenn es denn mein Wunsch ist, unbedingt eine da Vinci assistierte OP haben zu wollen.
Zu diesem Sachverhalt habe ich nun einige Fragen und vielleicht können mir einige hier im Forum dazu antworten, dafür wäre ich sehr dankbar:
- Hat jemand schon mal eine Zystektomie im Lukaskrankenhaus in Neuss durchführen lassen und wenn ja, bei wem?
- Welche AHB könnt ihr empfehlen im Umfeld Düsseldorf / Krefeld / Köln?
- Habt ihr bereut, welche OP-Technik bei euch verwendet wurde, ganz gleich ob traditionell oder roboter-assistiert?
Es grüßt euch Pablo …