Chronifizierte Infektion mit Citrobakter Freundii

  • Liebe von Infektionen Betroffene,

    es gibt Schlimmeres in der Schleimhaut einer Neoblase als das Citrobakter. Mein Urologe konstatiert sogar, der würde generell nicht behandelt. Ich bräuchte keine Urinproben mehr bringen.

    Dennoch ist es sehr lästig, bei jeder Entleerung zunächst etwas graugrünbeigen Schleim zu entlassen, ehe der Urin fließt. Öfters behindert so ein Pfropf auch die leichte Entleerung. Wenn diese nicht rechtzeitig erfolgt, kommt das alte Phänomen wieder, dass ich aufsteigend Stauschmerzen in der Nierengegend spüre wie bei einer seriösen HWI.

    Antobiotika (Trimethoprim 200mg) habe ich zwar in der Hinterhand, solle sie aber nur einsetzen, wenn ich hohe Temperatur bekomme, Blut dabei ist usw. Das ist Gottseidank jedoch bisher nicht der Fall.

    Eingehegt wird die Situation dadurch, dass ich wieder, wie schon früher nach Post-OP Harnverhaltung, zweimal am Tag mich selbst katheterisieren muss (geht relativ gut mit LoFric Origo). Dadurch würden die Bakterien nicht überhand nehmen und keinen größeren Schaden anrichten.

    Hat jemand von Euch andere Hinweise parat für meine Situation? Muss ich mich wirklich damit abfinden?

    Es grüßt Uro Thelius

    2011 Urothelkarzinom pTa (G3) ; Resektionen, Blasenspülungen mit BCG; chron. Urocystitis
    2012 TUR-B und RUP und DJ-Einlage links, keine Malignität
    2013 regelmäßige Zystoskopien (ohne HEXVIX), ohne Auffälligkeiten
    2014 Zystoskopien mit unklarem Bild, jedoch ohne weitere Veranlassungen
    2015 Nachweis von pTa (G2) und erstmals Tis; Nachresektion: Blase sauber, doch pTa (G2) im Harnleiter;
    radikale Zysto-Prostatektomie, Lymphadenektomie bds., Anlage einer Ileumneoblase,
    2016 Anastomose-Korrekturen

  • Hallo Uro Thelius ,

    in den letzten 10 Monaten hatte ich auch vermehrt mit fieberhaften Infekten, trotz Dauer Antibiose (Low Dose) seit 10 Jahren, zu kämpfen. Im Oktober 2024 und im Januar 2025 lag ich deshalb jeweils 10 Tage stationär mit Urosepsis und vorübergehendem Nierenfistelkatheter im hiesigen Krankenhaus. Bei mir hatte sich ein multiresistenter gram-negativer Keim sog. MRGN 3 eingenistet, der nur noch auf wenige Antibis sensibel war.

    Nachdem bei mir auch noch Luft aus dem Stomaeingang blubberte, vermutete mein Urologe eine Darmfistel. Eine genauere Diagnose konnte/wollte er nicht stellen - seiner Meinung nach zu aufwendig.

    Das wollte ich so nicht stehen lassen und nahm Kontakt zu meinem Operateur, der mir den Pouch gebastelt hat, auf. Dafür nahm ich 200 km Anfahrt in Kauf.

    Er konnte mir letztendlich helfen. Mittels CT stellte man sehr viele Steine im Stomaeingang fest, die sich an den Titanklammern bildeten. Er führte noch eine Pouchoskopie (was auch mein hiesiger Urologe mit der Aussage "da komm ich nicht rein" verweigerte) durch, wo ich meinen "Steinreichtum" auch bildlich sehen konnte. Eine Woche später wurden mir die Steine dann operativ von ihm entfernt.

    FAZIT:

    Die Dauerantibiose ist seither abgesetzt.

    Den Pouch spüle ich 1x wöchentlich mit Kochsalzlösung.

    Ich nehme im 14-Tage-Intervall D-Mannose.

    Achte nach wie vor auf ausreichende Trinkmenge (2 1/2 ltr.)

    Habe jetzt die Pouchsteine im Blick, falls wieder Infekte auftreten sollten.

    Nicht immer seinem Urologen alles glauben, was er sagt, die Erfahrung fehlt.


    Zur Zeit geht's mir richtig gut.


    Vielleicht sollte man bei dir auch eine Zystoskopie durchführen, einfach um zu sehen, ob in der Neoblasen noch alles in Ordnung ist.


    LG Gabi

    01/2013 TUR B, pT2a,G3

    03/2013 radikale Zystektomie mit Pouchanlage, Nephrektomie li., pT4a,V1,L1,Pn1,R1,G3,pN0(0/7)

    05-08/2013 Chemotherapie Gem/Cis

    "Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens"

  • Liebe Gabi das ist sehr nett, dass du dich meiner Beschwerden angenommen hast, wenn wenn auch dein Fall etwas anders liegt und mir gravierender vorkommt.

    So wünsche ich dir anhaltenden Erfolg und warte noch auf mehr Erfahrungen von Mitgliedern, die an wiederkehrenden oder wie in meinem Fall chronifizierten Harnwegsinfektionen leiden. Am Ende könnte, wie mir mein Urologe versicherte, die Schleimbildung, gemessen an sonstigem urologischem Leid, ja doch hinzunehmen sein. Aber Freude macht mir das Zitrobakter freundii dennoch nicht.

    Beste Grüße

    Uro

    Oder ich frage mal eine KI. Wie steht ihr im Forum dazu, liebe Barbara?

    2011 Urothelkarzinom pTa (G3) ; Resektionen, Blasenspülungen mit BCG; chron. Urocystitis
    2012 TUR-B und RUP und DJ-Einlage links, keine Malignität
    2013 regelmäßige Zystoskopien (ohne HEXVIX), ohne Auffälligkeiten
    2014 Zystoskopien mit unklarem Bild, jedoch ohne weitere Veranlassungen
    2015 Nachweis von pTa (G2) und erstmals Tis; Nachresektion: Blase sauber, doch pTa (G2) im Harnleiter;
    radikale Zysto-Prostatektomie, Lymphadenektomie bds., Anlage einer Ileumneoblase,
    2016 Anastomose-Korrekturen