Hallo zusammen,
Ich heiße Thomas, bin 59 Jahre alt und lasse mir gerade zum ersten Mal seit meiner Diagnose im April 2024 hier in Spanien die Sonne auf den Bauch und meine geschundene Blase scheinen. Ich habe 40 Jahre lang geraucht, hatte aber bereits 2 Jahre vor meiner Diagnose damit aufgehört.
Nachdem ich hier schon lange mitlese, ist vielleicht jetzt der richtige Zeitpunkt, um mal mit etwas Abstand und Ruhe meine bisherigen Erlebnisse und Erfahrungen aufzuschreiben.
Nach Blut im Urin, dem ersten falschen Verdacht des schnell online gesuchten Urologen auf Blasenentzündung, Antibiotikum und von mir selbst bezahlter (!) dann positiver Urinzytologie und anschließender Blasenspiegelung stand es fest: ein Blasentumor. Der wurde im Juli 2024 erfolgreich und ganz entfernt (PtaG2).
Die erste Blasenspiegelung 3 Monate später und der Arzt sagt: „Ein roter Fleck, aber das ist kein Tumor. Nach der nächsten Spiegelung gebe ich ihnen was, das das Immunsystem anregt.“ Fand ich seltsam, aber wenn er meinte, er sprach ja sonst nicht viel.
Einige Wochen später, nach meinem 3. kurzen „Comeback“-Lauf in der Woche (ich wandere und laufe gerne und viel), hatte ich wieder starken Harndrang, fand das nach so langer Zeit nicht normal und rief meinen Urologen an. Was eigentlich mit der Urinzytologie war, ob er eine gemacht hat und ob das nicht nochmal untersucht werden sollte. Die wären bei mir ja immer positiv sagte er und wenn ich das wollte, müsste ich halt wieder ins Krankenhaus, notfalls auch über Weihnachten. Das war dann jetzt wirklich seltsam und der Zeitpunkt, den Arzt zu wechseln. Die neue war erstmal etwas irritiert, als ich ihr das alles erzählt hatte und bot mir noch am selben Tag eine Blasenspiegelung an. Das deutlich modernere Equipment und das flexible Gerät im Vergleich zum starren vorher war schon mal sehr viel angenehmer. Und am Bildschirm mitgucken konnte ich auch, was ich für mich sehr hilfreich fand.
Das Ergebnis war leider nicht so gut, alles voller roter Flecken. „Das kann in der Menge eigentlich nur eine Entzündung sein“ und ich sollte besser den bereits für Januar vereinbarten Termin zur Tur-B mit Hexvix wahrnehmen. Ergebnis: 7 leicht bis hochgradige Dysplasien wurden entfernt. Das sind Gewebeveränderungen, die noch keine Tumore sind, aber welche werden können.
BCG Therapie im Anschluss wurde empfohlen, und angefangen, auch wenn für meine Urologin Mitomycin gereicht hätte. Ab Installation Nr. 4 wurde es dann etwas heftiger, mit Blut, Gewebe und Co. Ich habe mir die Dosis immer Donnerstag mittags geholt, so konnte ich bis dahin noch (im Homeoffice) arbeiten und Freitags noch zur Ärztin, falls was ist. War aber bisher noch nie.
Die heftigen Reaktionen waren am ersten Abend meist schon vorbei, Freitags dann ganz am abklingen und am Samstag waren dann auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit vorbei.
So war das von 1-6 und die Blasenspiegelung danach zeigte zwei gerötete Stellen, die nicht verdächtig aussahen und die drei an aufeinander folgenden Tagen durchgeführten Urinzytologien blieben ebenfalls negativ.
Nr. 8 konnte ich nur 1:45 Stunden halten, die Reaktion von 7-9 war insgesamt deutlich stärker und das Abklingen dauerte auch einen Tag länger. Danach hat meine Blase 6 Wochen (!) gebraucht, bis sie sich wieder ganz beruhigt hatte und nach dem Gehen oder kurzen Läufen nicht mehr gezogen hat.
Die nächste Blasenspiegelung zeigte wieder zwei rote Stellen, eine wohl immer noch die OP Narbe und wieder waren die 3 Urinzytologien negativ.
Bei Installation Nr. 10-12 ging es ebenfalls wieder ordentlich zur Sache, Nr. 11 konnte ich auch nur 1:45 halten. Aber das ist ja ok. Die Tage zwischen den Behandlungen verlebte und arbeitete ich ein bisschen wie in Trance, als hätte ich Schlaftabletten genommen und würde trotzdem versuchen wachzubleiben. Bis mich der nächste Schlag aus den Socken haut.
Aber auch das ist jetzt überstanden. Die Müdigkeit und Abgeschlagenheit hat auch wieder einige Wochen angehalten und die Blase und der restliche Unterleib haben bis etwa vorgestern 7 Wochen (!) gebraucht, bis sie endlich wieder richtig friedlich waren. Meist zog es bis dahin nach etwas Bewegung bereits im Unterleib, ich spürte meine Blase irgendwie im Ganzen und fühlte so Harndrang, ohne wirklich welchen zu haben.
Aber das ist nun auch vorbei und jetzt erstmal Urlaub und endlich richtige Erholung, Mitte November die nächste Blasenspiegelung, dann im Februar noch eine und anschließend Installation Nr. 13-15.
Sehr lang geworden der Text und ich freue mich über jeden, der bis hierher gelesen hat
Fragen habe ich selbst im Moment keine und wünsche euch allen alles Gute!