Nebenwirkungen der Immuntherapie mit nivolumab

  • Hallo Peti30

    natürlich kann Nivolumab Nebenwirkungen haben, so wie alle Immuntherapeutika. Zu diesen Nebenwirkungen gehören Hautauschläge, Magen-Darm-Probleme, Stoffwechseleffekte, Müdigkeit. Diese gehören zu den häufigeren. Es gibt auch noch seltene, die erheblich schwerwiegender sind und zu einem sofortigem Abbruch der Therapie führen und hochdosiertes Kortison erfordern.

    Aber vielleicht berichtest du erstmal, welche Nebenwirkungen du beobachtet hast.

    Viel Grüße
    Hornvall

    Urostoma 11.02.2026, ypT0, ypN0 (0/13), L0, V0, Pn0, lokal R0, 4 Zyklen (Carbo/Gem & Durvalumab)

  • Hallo Peti30 unter Nivolumab tritt sehr häufig eine Autoimmunreaktion der Schilddrüse auf, was zunächst zu einer Überfunktion führt, die nach ein paar Wochen in eine Unterfunktion umschlägt. Dies ist bei mir passiert und wurde mir auch vorher von meinem Onkologen als wahrscheinliche (also nicht seltene) Nebenwirkung genannt. Auch andere Organe können Autoimmunreaktionen entwickeln. Schwere Reaktionen sind dabei allerdings sehr selten, aber nicht ausgeschlossen. Die Aussage deines Onkologen erscheint mir etwas seltsam. Als ich 2022/23 Nivolumab bekommen habe, wurde ich sehr genau auf Nebenwirkungen kontrolliert, auch weil Nivolumab damals noch recht neu war. Als ich z.B. plötzlich eine große Blase auf einem Handrücken hatte, wurde diese dermatologisch genau untersucht, hat sich dabei aber als Insektenstich herausgestellt. Was beobachtest du denn bei dir, was du als Nebenwirkung von Nivolumab einschätzt?

    LG

    Claudia

    P.S. Ich erinnere mich, dass ich vor meiner Entscheidung für die Therapie mit Nivolumab eine Infomappe bekommen habe, in der auch mögliche/bekannte Nebenwirkungen aufgeführt waren (so wie auf dem Beipackzettel von Medikamenten). Leider habe ich sie nicht mehr. Vielleicht fragst du deinen Onkologen mal danach?

  • Hallo Claudia, danke für deine Nachricht. Das bestätigt meinen Verdacht. Ich habe mir vom Beipackzettel aus dem Internet etliche Nebenwirkungen runtergeladen und einiges trifft bei mir zu. Bin nur verunsichert,weil mein Onkologe das vehement bestreitet.

    Vor einem Jahr war eine Entzündung in der Bauchspeicheldrüse zu sehen, das heißt ein Krankenhaus hat im MRT was gefunden. Zwei Monate später hat die Uniklinik Tübingen gesagt, da ist nichts. Hatte ein halbes Jahr schlimme Probleme,die mich 10 kg Körpergewicht gekostet haben. Nach einem

    Jahr war der Spuk dann vorbei und mir ging's wieder gut.

    Nun habe ich seit Dezember wieder akute Probleme mit dem Knie. Stehe vor der zweiten OP. Die Schleimhaut soll wohl unnatürlich stark gewachsen sein,was die Orthopäden auf eine Autoimmunreaktion des Körpers zurückführen. Bei der ersten OP im März waren Bakterien im Knie und es wurde nur gespült. Jedenfalls lebe ich seit einem halben Jahr nur von Schmerzmitteln und kann die Wohnung ohne Hilfe nicht verlassen. Außerdem muss ich mich jede Nacht zweimal umziehen, habe Trockenen Reizhusten und juckende Haut. Habe seit Dezember meinen Arzt immer wieder darauf angesprochen, aber das hat wohl nichts mit der immuntherapie zu tun.

    Bin echt verzweifelt. Bei dem Onkologen bin ich schon vier Jahre und hatte ihm eigentlich immer vertraut.

    Hoffentlich bringt die Knie OP Ende Juni was.

    Liebe Grüße Petra

  • Lieber Hornvall, auch dir vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe gerade Claudia ausführlich geschrieben, was los ist. Und das sind nur die Probleme,die meine Lebensqualität enorm einschränken. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Juckreiz - damit kann ich leben. LG Petra

  • Peti30 ,

    warum dein Onkologe bestreitet, dass es Nebenwirkungen von Nivolumab gegen kann, ist mir unbegreiflich. Oder sagt er nur, dass deine Nebenwirkungen nicht von Nivolumab kommen?

    Die Pankreatitis kommt eher nicht von Nivolumab. War es überhaupt eine Pankreatitis? Die macht nämlich unerträgliche Schmerzen. Auch deine Probleme mit dem Knie sind eher nicht auf Nivolumab zurückzuführen.
    Was den Reizhusten und die juckende Haut angeht sieht das schon anders aus. Da könnte sehr wohl Nivolumab für verantwortlich sein. Die Frage ist, wie stark dieser Reizhusten ist?
    Hier käme nämlich eine Pneumonitis in Frage, die einen Abbruch der Immuntherapie bedeuten würde. Außerdem müsste hochdosiertes Kortison gegeben werden. Und das weiß eigentlich auch jeder Onkologe.
    Vielleicht versuchst du es mal mit einer zweiten Meinung.

    Urostoma 11.02.2026, ypT0, ypN0 (0/13), L0, V0, Pn0, lokal R0, 4 Zyklen (Carbo/Gem & Durvalumab)

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