Warten auf Befund

  • Ich hoffe ich bin hier richtig, weiß im Moment leider nicht an wenn ich mich wenden kann, möchte auch niemandem Panik machen bevor ich nicht eine Klare Antwort habe.. Ich bin 26 Jahre alt, weiblich, meine Oma hatte mehrfach Blasenkrebs, deshalb hab ich dafür wohl "fruchtbaren Boden", zudem hab ich leider viel zu früh angefangen zu rauchen ich rauche in etwa seitdem ich 13 bin, ich hatte bis jetzt mehrfach Blut im Urin, mit Ausschlag auf Krebsmarkern, der normale Ultraschall war fein, Nieren sahen, gut aus Blase auch. Ich habe auch keine Symptome bis auf das Blut im Urin und einen häufigen aber Schmerzlosen Harndrang. Aber aufgrund meiner familiären Veranlagung und dem immer noch vorhandenem Blut im Urin hatte ich gestern eine Blasenspiegelung. Sie war nicht besonders schmerzhaft nur unangenehm. Meine Urologin meinte sie hätte Krebsartigen "Rasen" an meiner Blasenwand entdeckt. Sie hat eine Biopsie genommen und ins Labor geschickt. Ich bin momentan wenig Optimisch das es was anderes als Krebs sein könnte und hänge in einer Art Gedankenkarussell fest. Das Ergebnis erhalte ich in etwa 9-8 Tagen, wie übersteht ihr das warten bis zum Befund?

    ~Pumuckl

  • Guten Morgen liebe Pumuckl


    Wir alle hier kennen das bange Warten auf Befunde. Im Kopf steppt der Bär, die schlimmsten Szenarien werden durchgespielt und man glaubt sich schon halbtot.

    Doch das ist wirklich Quatsch. Erstens hilft es für nix und zweitens liegt man meist falsch. Angst lähmt nur, macht aber nichts besser.

    Also, schüttel dich. Sag Dir laut, dass du annimmst was auch immer kommt und du dich dann damit befasst, wenn du weißt, worum es wirklich geht.

    Bis dahin lebe!

    Triff Menschen, mach Pläne, geh schwimmen, iss Eis.

    Klingt schwer, wird aber immer einfacher, je mehr du davon tust.

    Ich weiß das aus langjähriger Erfahrung, mache das gerade wieder mit, weil der Tumormarker gestiegen ist, aber noch unklar ist, was das zur Folge hat.

    Nur damit du nicht glaubst, dass ich wie die Blinde von der Farbe spreche.

    Bis jetzt hast du keine Krebsdiagnose! Und selbst wenn du sie bekommst, bist du nicht tot!

    Mach dir das bitte immer wieder klar, ja?!


    Herzlichen Gruß


    Martina

    2025 Peritoneal Karzinose

    2013 Zystektomie wg. CIS

    2012 Neuroendokriner kleinzell. CA

  • Mir hilft der Gedanke: wenn es etwas ist, hoffe ich, dass sie es finden. Und dann kann man es behandeln. Aber der Befund ändert nichts an der Realität. Mit diesem Gedanken habe ich nicht mehr Angst vor dem Befund. In deinem Fall würde ich als Laie (mit ein bisschen Erfahrung), allerdings davon ausgehen, dass die Chance auf ein CIS recht hoch ist.

  • Pumuckl

    sei herzlich gegrüßt. Wir sind hier keine Ärzte sondern Betroffene oder deren Angehörige. Diagnosen müssen die Mediziner liefern. Die Angst vor einer "bösen" Diagnose kennen wir (fast) alle. Mir half es sehr gut "dem Tod ins Auge" zu schauen. Die Vorstellung, dass mein Leben bald enden könnte, nahm ich zum Anlass meinen Nachlass zu regeln. Das Krankenhaus Personal sprach mich auf eine Patientenverfügung und - Vollmacht an. Die hab ich dann auch angefertigt und daneben auch Bankvollmachten erteilt. Nachdem das erledigt war, war der Druck schon deutlich geringer, ich fühlte mich vorbereitet.

    Danach habe ich mich darauf konzentriert, fit zu sein, hab meine Ernährung umgestellt, usw. und die Dinge gemacht, die mir Freude bereiten.

    Nun weiß ich, das Blasenkrebs, sofern früh erkannt, nicht zum Tod führen wird. Er ist sehr gut behandelbar. Sollte der Befund "Krebs" lauten, dann wird eine OP folgen, die sich TUR-B nennt. Das ist ein minimalinvasiver Eingriff durch die Harnröhre. Die Bauchdecke bleibt geschlossen und durch die Harnröhre wird "das Böse" ausgeschabt. In der Regel folgen 2 bis 3 Tage Krankenhaus Aufenthalt. Damals hab ich mich nach geeigneten Krankenhäusern in meiner weitern Umgebung umgeschaut. Nicht jedes KH hat eine Urologie, mir war auch an hohen Fallzahlen gelegen, denn das spricht für gute Operateure und daher fiel meine Wahl auf eine Uni-Klink in ca 100km Entferung.

    Bei der Blasenspiegelung ließ mich der Urologe auf den Bildschrim schauen. Da sah es eher nach Korallenriff als nach Blase aus. Mir war beim Anblick klar, dass das nicht drin bleiben sollte. Es wurde in einer 20 minütigen TUR-B entfernt. Bei mir war es viel und deshalb wurde einige Wochen später (bei mir 9 Wochen) der Eingriff wiederholt. Das sehen die Behandlungsrichtlinien so vor. Das bei den OP´s entnommene Gewebe muss dann auch erst pathologisch begutachtet werden. Das dauert auch einige Tage (das Gewebe muss präpariert werden), so dass ich mich weiter in Geduld üben musst. Vorsichtshalber wurden noch 2 CT´s mit Kontrastmitteln gemacht, falls der Tumor gestreut haben sollte. Die Wartezeit für die Auswertung durch den Radiologen hat in beiden Fällen Monate gedauert. Das fand ich mehr als blöd. Die Gewebeproben waren stets nach einigen Tagen pathologisch ausgewertet. Bei der ersten Entnahme war Krebs enthalten, bei der zweiten lautet der Befund "krebsfrei".

    Halte uns auf dem Laufenden, die Daumen sind gedrückt

    L.G.






  • Danke für eure lieben Worte,

    es hat gut getan sich an jemanden wenden zu können, dadurch fühl ich mich aufjedenfall weniger alleine. Ich werde die Zeit des wartens auf Befund, jetzt nutzen um mit dem Rauchen aufzuhören, das ist eine gute Ablenkung und hilfreich für die Zukunft. Danke für das Teilen eurer Lebensgeschichten. Ich halte euch auf dem laufenden.


    Im ersten Moment war es aufjedenfall ein Schock, auch weil mir viel Wissen diesbezüglich fehlt und ich direkt meine Oma im Kopf hatte, der man die komplette Blase entnommen hatte. Es ist beruhigend zu wissen/lesen das dies kein muss Szenario ist. Und das selbst wenn die Blase entnommen wird, dies nicht das Ende bedeutet.

    Danke für die herzliche Aufnahme <3

  • Pumuckl: Rauchstop ist eine gute Idee, erstens sowieso, aber auch weil es dich mental ablenkt und du dich gedanklich auf den Weg in eine bessere (gesündere) Zukunft machst, statt pessimistisch Trübsal zu blasen. Ich habe auf meinem langen Behandlungsweg vom Pflegepersonal öfters gehört, dass die Leute, die optimistisch bleiben und Pläne für die Zukunft haben auch besser genesen und heilen. Du wirst das sicher gut durchstehen. Mir hat die ganze Geschichte letztlich geholfen, das Leben bewusster zu erleben und zu geniessen.

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